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Blöcken an den Füssen kümmerlich gehen mußten, theils wohl gar mlt grossen eisernen Kelten an den Halsen als die Jagdhunde gekoppelt, und wsbl gar zugleich a« den Füssen mit geschlossen waren. Sie gingen all, auf den Straff n herum betteln, und waren theils Schulden», theils Viebe, (denn zum Diebstal ist die Ratio» sehr geneigt,) theils Srraffenrsuber. Kur, nach meiner Zuhamekunft brachten sie mir einen Schlitten, welcher sich aufo?m Weqe von St. Petrsburg hieher von den andern verirrer hatte. Er war mit Küchenzeug für Jhro Hohe« bepacket, welches ich in Gegenwart eines Postschreibers in ein Verzeichnis brachte, und versiegelte, und hierauf durch Postpferde den Schlitten'der Bagage nachschicken ließ. Ich fand hier alles kaum halb so theuer, als zu St. Petersburg. Man konnte z. B. das schönste Birkhuhn und den besten Birkhahn für 5 Copeken kaufen.

Den i?ten. Ob ich mir gleich vorgenommen hatte, bey guter Zeit des Mor« gen« aufzubrechen, so währete es doch bis Nachmittag, ehe ich von dem Gouverneur «inen Pferde» und Fouragepaß bekommen konnte. Der Gouverneur gab mir eine» Corpora! mit, welchen er zum Commissarius gebrauchte, um in allen Dörfern Fou» rage für meine Pferde einzutreiben, welchen ich denn auch allezeit voran schick«, da« mit ich alles, wenn ich ankam, fertig vorfand, und den Soldaten von der Garde schickte ich mit, um Quartier zu schaffen. Abends kamen »ir nach Pogost Golm«.

Den igten, von Pogost Golina bis Saitzowo zz Werste. Der Weg ging über unterfchiedene schlimme Berge, die zw« nicht hoch, aber doch für die matten Pferde sehr beschwerlich waren.

Den iSten, von Saitzowo nach Rechim 50 Werste; de» «osten von Rechim bis Waldai 4! Werste, über viele Berge. Hier machten wir einen Rasttag, weil die Pferde nicht mehr fort wollten. Als die verwitwete Zarin Proscovia am 2 isten des Abends durch diesen Ort mit ihrem Gefolge fuhr, mußten die Einwohn?r aus ihren Fenstern entweder brennende dichter oder brennende Späne zur Erleuchtung der Strassen halten. Sie reifere sehr langsam, weil sie alle auf dem Wege befindliche Klöster aus Andacht besuchte.

Den 22sten, von Waldai nach.Beroseit z? Werste; den 2zst,n bis Barasba 57 Werste; den 24sten bis Budoma z i Werste; den 2;sten über die Stadt TorShvk bis Marien« 42 Werst,, und den 26sten bis zu der Stadt Twer 4z W«ste. Hier mußten wir wegen der Fourage eine neue Ukase suchen.

Den 27sten, erst nach dem grossen und schönen Dorfe Gorodin, welches d?m Fürsten Mentschikof gehöret. Hier brachte mir, als ich aß, ein Pope ein gros,« Brodt , auf welchem oben Salz lag, mit einem nefen Reverenz. Es ist die«S «ine iandesgewohnheit, welche gegen vornehme teute beobachtet wird. Ich mucr»

ihm ihm dafür wieder ein Geschenk mit einem halben Rubel. Abends nach Scheiche, einem der Fürstin Tschirkaßin zugehörigem Dorfe, so daß die Tagereise 47 Werste betrug.

Den 28sten über das Städtchen Klin bis Borosba 4 z Werste, und den 29ste» bis Tilene 54 Werste. Kurz vor mir war der Hauptmann Goeler, aus Altona an der Elbe gebürtig, in diesem Dorfe angekommen, welcher Key dem Kaiser von desselben Jugend an in grossen Gnaden stehet. Dieser ließ mich zu sich bitten, und bewicthete mich mit guter kalter Küche. Zu meinem Trost höre« ich von ihm, daß 5i« Feyer des Friedensfestes zu Moscau noch nicht angegangen sey.

Den zosten ging ich voraus bis Moscau, dahin ich 22 Werste hatte. Als ich die Thürme der Stadt erblickte, freuete ich mich herzinniglich, daß ich die äusserst beschwerliche Reise zurückgeleger hatte, und wünschte, daß mich Gott vor einer solchen Reise künftig bewahren wolle. Ich fand Ihr« königl. Hoheit in der deutschen Slobode, und als ich ihnen die Hand geküsset hatte, begab ich mich zu dem geheimen Rath vonBassewitz, bey welchem ich speiset«, und Befehl bekam, dem Soldaten, der mich auf der Reise begleitet hatte, einige Rubel zu geben, und ihn als» denn gehen zu lassen. Mein Quartier bekam ich bey einem hollandischen Mackler, Namens Schönemann, der aber wut von dem Herzog abwohnete.

Hier erhielt ich von einem meiner Freunde, von dem was seit meiner Abreise von St. Petersburg vorgefallen ist, folgende Nachricht: Am uteri December rei» ftten die kaiserlichen Prinzeßinnen, und am >2ten die Kaiserin von St. Petersburg ab. Am izten brachen die geheimen Räthe Bassewitz und Hespen, nebst Gramke, Negelein, Surland und Hofprediger RemariuS, in Gesellschaft des sächsische« Ministers I.« ?orr, auf. Am ,4«» solgeten ihnen Jhro königl. Hoheit, begleitet von Bonde, (den sie mir in ihrem Schlaffchlitten hatten/) Ahlfeld, iorch und Eder. Zu Nowgorod wurden sie von dem Gouverneur unter tösung der Kanone» empfangen und bewirthet, und von dem Stadtmagistrat mit einem ganzen geschlachtetem Ochsen, auch viele» Gänsen und Hünern, imgkeichen mit Mech, Wein, Brandtewein, Brodr und Früchte» beschenket, welches alles daselbst zurückgelassen worden. Zu Wischnei Wolorschok haben sie um der Pferde nullen stille gelegen, und sind daselbst von dem Befehlshaber, einem gebornen Kalmücken, wohl bewirthet worden. Am »Tten sind sie zu Twer eben so wie in Nowgorod empfangen, auch nach der Apotheke eingeladen, und in derselben mit allerhand starken Getränken tractiret worden. Am lZten sind sie früh Morgens um S Uhr zu Moscau angelanget , haben also die Reift in 4 Tagen zurückgeleget. Hier haben sie alles in grosser Bewegung gesunden, weil der Kaiser an diesem Tage seinen feyertichen Einzug gehalten, und die beyden Garberegimenter selbst zu Fuß durch die aufgerichtet«

'BüschingSMagazmX!X.THeil. Ce ßh«n. Ehrenpforten angeführet. Bey einer Ehrenpforte sind Jhro Hoheit von dem Kai» ser sehr zärtlich empfangen worden, und haben sich hieraus nach der deutsche« Slobode in das für sie bestellkte Quartier begeben. Bis zum ersten WeihnachtStage ist nichts Erhebliches vorgefallen, an diesem Tage aber ist ftüh feyerlicher Gottesdienst am Hofe gehalten worden; und Jhro Hoheit haben zu Mittag im Kreml mit dem Kaiser und der Kaiserin gespeiset, da denn auch alle fremde Minister an die kaiserliche Tafel gezogen worden. Am zweyken Weihnachtötage hat der Fürst Mentschikof Jhro Hoheit mit ihrem Gefolge und all, fremde Mi« «ister in seinem grossen H^use, welches auch in der deutschen Slobode stehet, herrlich bewirthet, wobey aber abscheulich gesoffen worden.

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