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„und Professor der Rechte in Jena, dazu zu gebrauchen, angenommen hak, ist «gar nicht zu verwundern. — — Er trug« der Synode (zu üssa) vor, und ..sie genehmigte es. Das Buch ward erst im Manuskript den Senioren und ds..zu bestimmten Personen überschickt, 178s nach vielen gemachten Veränderungen zu Danzig unter dem Titul eines Entwurfs gedruckt, unter die Glieder „der Generalsynode von ,780 vertheilet, wieder geändert, und in eben dem „Jahr bcy clu?«ur in Octav wieder aufgelegt. Noch ward es, insonderheit „7782, niedergesetzten Commißionen übergeben, um es zu ändern, zu bessern, „und nach den l.o«I - Umständen der Dißidenten völlig einzurichten. Wenn nun «such alle Vorwürfe, die man dem Buch gemacht hat, wahr wären, so fielen „sie auf diejenigen, welchen es zur Prüfung und Verbesserung übergeben wor,.den, und die entweder die Sache auf die leichte Achsel genommen, oder durch ihre „Hitze ihrem gerechten Tadel Argwohn der Partheylichkeit zugezogen haben; diese allein ,. hätten alles zu verantworten. Taugte das Gesetzbuch gar nichts, so hätten sie ein an' „deres, kürzeres und doch vollständigeres an desselben Stelle sehen sollen; war „es aber zu verbessern, so war es ihre Pflicht, diese Verbesserung zu verschaffen. Der Herr General von der Golz muß« bey so vielen veranstalteten Ke»vilionen des Buchs überzeugt seyn, alles gethan zu haben, was er thun können. Nimmermehr können also die Vorwürfe wider das Gesetzbuch auf ihn „fallen. Seine Absicht bey demselben bleibet immer edel und lobenswürdig, „und die Nachwelt wird sie schätzen.,. So weit die Vercheydigung, wclche ich bcurtheilen will. Die Evangelischen beyder Confeßionen in Polen' und likauen hatten eben so wenig, als die ganze christliche Kirche, ein anderes Rirchen, Gesiybttch, als das Evangelium nöthig, ja dieses muß ihr einziges Gesetz, buch seyn und bleiben. Der sehr unschickliche und ungebührliche Titul eines Rirckcngescybuchs, welcher dem sthcidcmamelsihen Entwurf wirklich in sei» nem Anfang gegeben wurde, (auch auf dem Titul von Herrn Scheidemantels eigenen Ausgabe von >?8z steh«,) mußte auch für den polnischen und litauischen Staat auffallend seyn, und den Argmohn erwecken, daß er auch bürgerliche Gesetze enthalten, und also zur Hervorbringung eines Staats im Staat gemißbrau, chet werden mögte, welches auch ganz gewiß gkschehen seyn würde, wenn er so, wie er zum erstenmal gedruckt worden, geblieben wäre. Es mag Herr Baron von der Göll, befohlen haben, ihn so nachcheilig für den Staat einzurichten, ode- er mag diese dem Sr>,at nachtheilige Stellen,h.?ben wissentlich darin« stehen lassen, oder er mag den Entwurf nicht mit Nachdenken durchgelesen haben: so hat cr sich versehen, ob gleich im ersten Fall mehr als im zmeyten, und im zveyren Fall mehr als im dritten. Ich will ihn aber nur als den Entwurf zu einem Airchenrechr betrachten, wie er auch auf dem Titulblatt genannt wird, und da ist unleugbar, daß die Enkwerfung eines Kirchenrech« eine eben so schwere Un

terneh» bernehmung sey, als die Enkwerfung eines bürgerlichen Rechts. Die Reichsstande konnten 1776 dem Herrn Zamoyski die Sammlung gerichtlicher Gesetze mit weit grösserer Zuversicht auftragen, als Herr Baron von der Golz 1775 die Verfertigung eines Kirchenrechts für> die Evangelischen beyder Confeßionen dem Herrn Scheidemantel. Und da jene dennoch das zamoyskische Werk 1780 auf ewig verworfen haben : so hatte die in eben demselben Jahr zu Wengrow versammlet« Ge» neralsynode das gotisch-scheidemantelsche Kirchenrecht mit grösserm Fug und Recht sogleich ganz verwerfen können und müssen; und die Provinzen und Gemeinen würden sich in Consistoriale und Kirchcnsachen noch-fernerhin eben so gut als ehemals und bisher zu helfen gewußt haben. Ich will hier keine genaue Vergleichung zwischen Heyden Werken anstellen, denn das erste erhebet sich zu sehr über das zweyte; sondern ich will nur bemerken, daß ich den so sehr übereilten Entwurf zum allgemeinen Rirchenrcchr beider evangelischen Csnfcßisnen in Polen und Litauen, die Rirchcnverfasiung, gme Ordnung und Police? betreffend, der durch des Herrn Barons von der Golz Veranstaltung in Polen, insonderheit zu Warschau, selten geworden ist, erst neulich in die Hände be« kommen, und daraus ersehen habe, daß Herrn D. Scheidemantels eigene Ausgabe des Büchs von 178z dasselbige nicht so darstelle, wie er es 1776 nach Po« len geschickt hat, sondern so, wie es daselbst zum erstenmal verändert, und 1780 zu Warschau bey 6u kour gedruckt worden, jedoch mit Verbesserung der theils wirklichen, theils sogenannten Druckfehler. 5) Ich will auch noch einmal bemerken, daß das Buch zu einem allgemeinen Kirchenrecht beyder evangelischen Consistorien, wie es doch in allen Ausgaben genannt wird, durchaus nicht zweckmäßig eingerichtet fey. Um destoweniger hatte der Herr Generallieutenant auf der W«ngrower Generalfynode von ,78« darauf dringen müssen, daß daS Buch schon so, wie es damals mar, von beyden evangclischen Kirchen schlechthin angenommen werden sollte, denn dadurch hat er das Buch noch mehr verhaßt gemacht, und alle schlimmen Folgen verursachet, deren Schuld sein Vertheidiger von ihm abzuwälzen sich vergeblich bemühet. Nur etwas Weniges anzuführen, so mvßte es die Ge> meinen gewaltig befremden und aufbringen, daß der Entwurf S. 179 verord« nete, die Priester sollten (man hat nachher hinzugesetzt, aller Orten, wo es thunlich sey,) genaue Verzeichnisse von allen Familien und einzelnen Personen verfer« tigen, und in denselben die Abnahme und Zunahme, die Nahrung, das Vermögen und Gewerbe derselben, bemerken; S. 186, die Iura tt«I»e sollten etwas erhöhet werden, damit die Priester von denselben den vierten Thei< der gemeinschaftlichen Synvdalcasse abgeben könnten; S. 2Z9 und 240, so wie zu der zu errichtenden ein« Generalsnnode nach Wengrow ausschreiben. Sehr viele Mitglieder ieyder evangelischen Kirchen hielten dafür, daß eine Generalstmede unnöchig sey, und ins Wei:lauftiqe führe, daß auch Wengrow für Grsßpolen und litauen ein zu entlegener Ort sey. Es mar auch der Stand der Kirchenlehrer nicht damit zufrieden, daß feine Generalsenioren zur Ausschreibung der allgemeinen Synode nicht mit zugezogen waren; und der Bürgerstand war, insonderheit in Großpolen, darüber mißvergnügt, daß der Ritterstand ihm keine Generalsenioren seines Standes verstatten wollte, die ihm auch vi« auf den heutigen Tag weder tn Groß, pclen noch in Litauen zuizestanden worden. Herr Prof. Scheidemantel saget aus, drücklich gegen das Ende der Vorrede zu seiner Ausgabe des Kirchengesetzbuchs, daß in demselben die Ausschliessung des Bürgerstandes von dem Generalseuiorat, eben sowohl als die Belästigung desselben und des Standes der Kirchenlehrer mit Abgaben, vermöge der ihm zugefertigten Instruction geschehen sey. Herr Bar>n von der Golz und sein adelicher Anhang ist nachmals so weit gegangen, daß er ve, hauptet hat, die Bürger machten in Polen und titauen keinen Stand aus. g)

f) Denn z. S. gleich im Aiif-ng des Buchs S- 1. Art. !. Vorschrift anstatt Vorsicht Kiir Druckfehler, sondern eine Torre«ur.

tenden allgemeinen Casse für beyde Religionsverwandt«, jeder Priest« und Schul« lehrer jahrlich von seinen Einkünften i Procent gebe«, der Adel aber sich selbst tarnen, und von seinen Eintunken i Procent erlegen solle: also sollten sich auch reiche Kaufleute und Banquiers selbst nach Gewissen taxiren, und von ihrem Gewinn jährlich ein halbes Procent, andere Kauf- und Handelsleute aber von ihrem jährlichen Erwerb Z, 4 bis ,o Gulden, je nachdem sie von den Aelteften der Gemeine tariret worden, und jeder angesessener Bürger jahrlich einen Gulden, entrichten. Daß Herr Scheidemantel diese Auflagen ausgedacht hibe, ist nicht wahrscheinlich, sondern ,nan hat sie sogleich, da sie mit dem Buch bekannt geworden, für eine Erfindung des Herrn Generals von der Golj gehalten, und ist dadurch so stark gegen ihn eingenommen worden, daß die nachmalige Vertilgung dieser Stellen den Verdacht und Unwillen gegen ihn um desto weniger gehs» bei, hat, da seine und stiner Gehülfen Betragen gar zu deutlich bewiesen, daß er dem Bürgerstande hart fallen wolle. Man fastete und behielt bis auf diesen Tag die Meynung, « wolle eine allgemeine Casse zu Stande bringe», und nebst seine» AnHangern über dieftlbige nach Belieben verfügen.

Er kehrte sich aber an nichts, sondern hoffe« um desto mehr im i78c>st<» Jahr auf einer Generalsvnode alles, uns er sich vorgesetzt hatte, auszuführen, da er sich des rußisch-kaiserlichen Herrn Großbotschafters Beystand verfthafftt hakte. Weil dieser Herr von der Zeit an eine Hauptperson in den dißidentischsn Handeln gewesen ist, und ich sein Verhallen ii denselben mit seinem mir sonst bekannten Character nicht habe vereinbaren können: so habe ich mich bemühet, eine Auftö. sung dieses Räthftls zu erlangen, und sie scheinet in folgenden Umstanden zu lie. gen. Herr General von der Golz hat an dem Herrn Grafen von Unruh und Obristen von Königsfels vom Anfang an getreue Gehülfen bey den Versuchen zur Ausführung seines Plans gehabt; diese aber haben jederzeit dem Herrn Obriftlieutenant von Kaufmann viel Gehör gegeben, und dieser ist ein vertrauter Freund des rußischen Herrn tegalionsraths von Kömgsfel«, Neffens des vorhin genannten Obristen, welcher sich bey der rußischen Gefandtschzfc zu Warschau viel Ansehn giebet. Durch diesen ist der Herr Großbotschafter insonderheit bewogen worden, von 1781 an so zu verfahren, als e« in dem ersten Theil dieser Geschichte beschrieben ist < er hat anstatt und im Namen des Herrn G oßbotschaflerS Bescheide «theilet, die dem golzischen Plan angemessen waren, und der Herr Großbotschafter hat von den gegründete» Klagen der Gedrückten und Verfolgte» unmittelbar wenig erfahren.

Als der Herr Generallieutenant Baron von der Golz sich solch« Stützen und Helfer verschaffet hatte/ ließ er ,779 durch die Generalsenioren vom Ritterstande

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Was

e) Da< hat mich bewogen, ,784 in dem zwölften Jahrgang mein« wöchentlichen Kachrichten, im 4O>t«n Stück, zu beweisen, daß ein Bürgerstand in Polen und Litauen vorhan, den, «nd wohl privilegir« sey. Diese kurz« Abhandlung will ich auch hin andringen.

Es giebet in Polen Leute, welche von dem dasigen Bürgerstand« nicht nur sehr verächt« lich sprechen, sondern auch wohl gar leugnen, daß es einen Bürgerstand in Pole» und Litauen gebe, indem sie sagen, e« wären daselbst nur zwey Stünde, Edelleute und Leibet« gen«, jene machten d>« Landesgesetze, und diese gehorcheten denselben. Es giebet aber nicht nur daselbst einen Bürgerstand, sondern er ist auch in den königlichen Stödten, zumal in den grösseren, mit guten Privilegien «ersehen, welch« auS und von allen gesammlet, und historisch erläutert zu werden verdienen. Ich will nicht weitläuftig davon reden, daß die Bürger der Städte Krakau, Vilna und Lnbltn das Recht erlanget haben, eben so gut als der Adel, Landgüter zu besitzen, ja daß die Magiftratspersonen ,u Viln» und derselben Kinder adeliche Würde und Gerechtsame besitzen; sondern ich will andere Sachen anführen. Schon Boleslav der fünfte (125?) und LeSzko der sechste oder schwarze, hatten eingeführt, die deutschen Bürger, welae sich in den polnischen Städten wohnhaft niedergelassen hatten, nach dem magdeburgischem Recht richten zu lassen, ja sie hatten denselben sog« erlaubet, nach Magdeburg appelliren zu können. Weil aber König Casimir der dritte diese Appell«, tion, wie DlugoSz saget, für unschicklich und unanständig hielt, (welches sie auch wirk, lich war,) so errichtet« er 1Z56 «in deutsches Landgericht zu Krakau, dessen sieben Assessoren «u< den Magistraten der nächsten Städte gewählt! wurden, und wenn von bi«s«m Land« gericht an das höchst« Gericht appelliret wurde, so mußten in d«ms«lb«n zwey Bürgern«,« st« au« jeder der folgenden Städte, Krakau, S«ndoinir, Bochnta, Wieliczk«, Cast« mir und Jlkusch, das Endurtheil sprechen. AlS eben dies« König Casimir der dritte iz4z mit dem deutschen Orden einen Vertrag errichtete, ließ er denselben auch durch die Abgeordneten der Städte Krakau, Posen, Kalis,, Sendomir, Sandeez, Wladislaw, Br,«st,

Büschings Magazin XIX. Thkil. Ppx

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