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ievd« evangelischen Kirchen auf derselben nach dem Muster der Sieleeer einge, richtet worden.

Wie

Herzen durch das Band deö Friedens verbunden, und zur Bezielung eincS Zweck« gelenket hat. DaS hierüber bereits auf der Keydaner Synode entworfene Projekt/ nehmen wir einmüthig an, und indem wir solches in ein Unionsinstrument verwandeln, setzen wir hiemit fest, daß dessen Inhalt genau befolget werde, so wie wir solches unseren Tüchern einverleiben.

Acte der politischen Union beyder evangelischen Confeßionen im Großherzog«, khum Litauen, der mit gemeinschaftlicher Uebereinstimmung der Herren Dele« girten von fünf Gemeinen augsburgischer Confeßivn zu Kowno, Sluck, Key, dan, Szucko und Stawel in den Seßionen vom zten bis 6sten Julius 178 l verabredet und geschlossen, auch unterzeichnet

worden.

Wir Einwohner im Großherzogthum Litauen, beyder evangelischen Confeßionen, weltlichen und geistlichen Standes, auf gegenwärtigem Gencralsynod versammlet, ermuntert durch das Beyspiel unserer Vorfahren, welche die Union zu Sendomir im Jahr 1570 und im Jahr 1599 zu Wilna, zur Erhaltung ihrer Rechte und Freyheiren , als Dißidenten der christlichen Religion im Königreich Polen und darzu gehörigen Provinzen, geschlossen: imgleichen in Rücksicht und in billiger Nachahmung unserer Mitbrüder in der Krone, danken der göttlichen Barmherzigkeit, daß wir unsere durch Jahrhunderte angefochtene und unterdrückte Rechte, durch die fcyerliche mit uns unter der Guarantie der angränzenden «Uerdurchlauchtigstin Mächte, in den Jahren 1768 und 1775 geschlossene Tractaten wieder hergestellet und gesichert erhalten haben. Damit wir nun diese durch vieles Ungemach und Gefahr wieder hergestellte Rechte und Freyheiten, wider entwanige Beeinträchtigungen vertheidigen, und zur Ehre des dreyeinigen Gottes unfern Nachkommen erhalten mögen, imgleichen damit wir als Dißidenten die Vorthcile gemessen, und die herzliche Eintracht und Vertraulichkeit zum Lobe GotteS und einer guten Kirchenvrdnung und Zucht gegrün« det und vermehret werde: so haben wir Endesunterzeichnete in unserm und unserer Nachkommen Namen eine solche politische Unionerneuert, und auf eine immerwährende rechtkräftigste Art unter einander verabredet, und unter Verpfändung unserer Ehre,

Glanben und Gewissen geschlossen, in nachstehenden Punkten.

Erstens. Bezeugen wir hiermit auf daö feyerlichste, daß diese unsere Vereinigung beyder evangelischen Confeßionen nicht im geringsten den Endzweck hat, die «Ken und biSl>ci! beybehallenen Glaubenslehren, Meymmgen oder Ceremonien einer oder der andern Confeszion zu verändern, oder der Leichtsinnigkeit eine Thür zu eröfnen, von einer zur andern uberzutreten, oder auch die Freyheit der Gewissen zu beschweren: sondern sie hat nur die Absicht, in Angelegenheiten beyder Confißioncn in allen und jeden Vorfällen wegen vereinigter politischer Regierung mir vereinten Kräften sich

GerechWie die Evangelisch-lutherisch«» Gemeiue» in titauen sich gttheilet, rinige

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Gerechtigkeit zu suchen, und daS Eigenthum zu beschützen. Zu dem Ende sollen sowohl CuratoreS alS Repräsentanten, oder die ActoreS, welche, unsere Union anstellen wird, imgleichen die Plcmpolenten derselben sollen und sind schuldig, gemeinschaftlich und einmuchiglich nach Möglichkeit, in Betriff der Aufrechthaltung der Rechte und rechtlichen Geschäfte, oder wenn jemanden Gewalt geschähe, überhaupt bey allen Vorfällen, sich einander zu helfen, zu rächen, auch auf das getreulichste zu unterstützen. Solche Personen aber wird jede Confeßion sich zu ernennen, und mit Referirung an die gemeinschaftliche Obrigkeit zu bevollmächtigen verpflichtet seyn.

ZweytenS. Die Provinzialsynoden sollen von nun an auö beyden Confeßionen weltlichen und geistlichen Standes bestehen, und gemeinschaftlich gehalten werden, auch Macht und Gewalt haben, die nöthige Subordination und Kirchendisciplin fest zu setzen. Daher machen wir eö uns zum Gesetz, daß die Sonodaldirectores auS beyden Confeßionen, ohne auf das Ansehn der Person, vielmehr auf Tugend und Fähigkeit zu sehen, entweder einmüthig, oder durch Mehrheit der Stimmen erwählet und bestätiget werden sollen. Die Geistlichen sowohl als die Weltlichen, nebst den Aeltesten der Gemeinen A. C. sollen äuf unfern gemeinschaftlichen Synoden freye Stimmen, und die Gleichheir im ä^ciäiren haben, in Sachen die zu den gemeinschaftlichen Berathschlagungen gehören. (Hievon aber sind ausgenommen die geheimen Vorfälle, die für eine besondere Beratschlagung der Curatoren und der Aeltesten der Geistlichkeit beuder Confeßionen gehören, und ihnen vorbehalten werden.) Da aber zeither zur Erhaltung einer guten Ordnung die Synoden der reformieren Confeßion in Litauen in sechs Distrikten an gewöhnlichen Oertern sind gehalten worden, so setzen wir fest, daß, wenn auf einen derselben eine Cadenz treffen sollte, wo eine Kirche der A. C. ist, in welcher der Gottesdienst in polnischer Sprache gehalten wird, sosoll der Synod in solcher Kirche gehalten werden. Auf jedem Synod aber sollen beyder respect Confeßionen ihre besondere ökonomischen Sachen auf eigenen besonder« Sitzungen verhandelt und beendiget werden Den Ort, wo ein künftiger Synod zu halten, wird die Mehrheit der Stimmen entscheiden und festsetzen.

Drittens. Im Fall (wofür Gott bewahre) daß eine Fundation von jemanden angetastet, oder sonst ein Mitglied von jemanden angegriffen werden sollte, so verbinden sich beyde Ccnseßionen sich des angegriffenen, schwachen, verfolgten, oder auch schon unterdrückten Zheils, mit Rath, That, auch Aufwand aus der gemeinschaftlichen Lasse, welche zu errichten ein Gegenstand der Union seun soll, anzunehmen. Auch verbinden sich die vereinigten Confeßionen, die Fundation, welche noch vor jetziger Union, nicht aber die, welche vordem^«»« normsli laut den Traktaten von 1768 ange« tastet, oder beeinträchtiget, oder gar ihnen abgenommen worden, wieder herzustellen, auf die Art, welche gedachter Zractat vorschreibet. Da nun zu Bestreitung dieser Unkosten, und auch noch anderer Angelegenheiten, die vorfallen können, nöthig ist, eine Casse bey der Hand zu haben, so werden beyde vereinigte Theile daraus mit Rath und That denken, eine Unionscasse zu errichten, und das auf eine Art, wie von beyden yereinigte» Confeßionen wird beliebt und beschlossen werden. AuS dieser nun wird

msn wenige Gemeinen sich zu besyndern Synode» und Ccnsistorim vereiniget, die

übri

man die allgemeinen Ausgaben, nach der vorzuschreibenden Ordnung, durch dazu ausgesehene Personen bestreiten. Oeffenlliche Collcctcn zu sammlen, sowohl im Lande als in der Fremde, soll ohne gemeinschaftliche Verordnun.z des SynodeS nicht erlaube seyn, doch ohne die Privatsammlungen in den eigenen Gemeinen einzuschränken, als welche freygelassen werden.

Viertens. DaS Patronatcechr, ihre PastoreS zu vociren, behalten sich die Gemeinen U A. C. vor, welche entweder durch ausländische Consistorien, oder durch unser etwan zu errichtendes gemeinschaftliches Collcgium, wclckcs in dem Ansehn und Macht und Ausübung eines Consistorii von dem Synod bestätiget wird, excrciret, nach den Umständen und freuen Willen examiniret, und durch die ältesten Geistlichen ihrer Confeßion ordiniret werden sollen. Jeder ordinirte Geistliche muß bey seiner Einführung in seine Gemeine die Verbindlichkeit über sich nehmen, unschldar auf dem allerersten Svnod in Termin« 5olir« persönlich zu erscheine», und den Act unserer ewigen Vereinigung durch seine Unterschrift zu bestätigen und zu bekräftigen. Hieraus folget,

Fünftens, daß jeder Geistliche der beyden Confeßionen, ohne Ausnahme, den gememschafllichcn evangelischen Provinzialsynod, und das Collegium, welches etwa errichtet werden wird, um das Consistorium zu reprselemiren, für seine allerhöchste geistliche Gerichtsbarkeit zu erkennen, und dafür zu halten verbunden ist. In eigenen Kirchenangelegenhenen ist der jüngere im Amt dem altern untergeordnet-. Auch erhellet hieraus, das jeder welllichen Standes, beyderley Geschlechis, und wes Standes er sey, gedachtem gemeinschaftlichen Provinzialsynod und dem Eollegio, welches die Macht des Consistorii reprseiemiret, in Angelegenheiten, dieKirch^iijuchüc. betreffen, unter, worfen ist, und seyn muß.

Sechstens. ^N Fällen msgni mnmenki remonon« sk «iZic!«, rr»n5stt!on>5, oder sonstiger Bestrafung eineö Geistlichen bey irgend einer Gcmeine beyder Confeßionen, sollal^es auf der gemeinschaftlichen Provinzialsynod?, oder «uf dem versammeltem ganzen vbgedachleni Collegio, welches die Macht eines Consistorii vorstellet, geschehen, und bey der Entscheidung soll die Gleichheit aus bevden Confeßionen in Ansehung der Stimmen beobachtet werden, so wie diese Verordnung auch in Untersuchung aller Cvnsistorialgeschäftcn statt haben soll.

Siebentens. Tie bisher bey allen Gemeinen beyder Confeßionen gewöhnliche be, sondere ökonomische Seßioncn, um in häuslichen Sachen guleOrdnuvg zu handhaben, sollen als solche noch fernerhin zu halten frey seyn, in so fern sie den allgemeinen Gesetzen, den Perordnungen gegenwärtiger Union, und der gemeinschaftlichen höchsten Gerichtsbarkeit nickt zuwider si> d, und deswegen lasten wir solchen ihre b.öhcro gehabte Macht und Ansehen. JmF.>il aber einer Uebenretung , oder wenn jemand einen Scßionsschluß anklagen, und dessen Abänderung verlangen seilte, so stll diese Sache, laut der im vorigen Punkte festgesetzten Ordnung, untersuchet und cmschieden werden. Achübrigen aber mit den Evangelischreformirten die gemeinschaftlichen Synoden und

Eon

Achtens. In Ansehung der Fundationen, und daraus zu erhebenden Einnahme der Gemeinen bcyder vereinigten evangelischen Eonfeßionen, soll niemanden unter keinerley Vorwand erlaubt seyn und zugelassen werden, solche anzugreifen, oder zu vermindern. Und wegen der in der Casse fliessenden Einnahmen verordnen wir, daß bey jeder Gemeine der erste Prediger loci <,ickn,riu«, oder auch durch Wahl der Gemeine einer weltlichen Standes zum Caßirer bestellt werde, nachdem er hierüber in Eyd und Pflicht genommen worden, und laut diesem Amte stehet er unter der Macht der Synode. Ein solcher Caßirer ist verpflichtet, seiner Gemeine in ihrer besonder« Seßion alljährlich seine Rechnung abzulegen, überdem soll er die Rechnung, welche von den Senioren und Aeltesten jeder Gemeine zu unterschreiben, der alljährlich zu haltenden gemeinschaftlichen Synode zur Nachricht wegen gehabter Ginnahme und Ausgabe übersenden, und zwar nicht ctwan in Raptularien, sondern in einem ordentlichen Buche sollen diese Rechnungen durch die Aeltesten und Gemeine eingezeichnet seyn. Alles dieses soll auf der gemeinschaftlichen ökonomischen Seßion geschehen, > wie eö im andern Punkte gegen dessen Ende bestimmt ist. Ein Caßirer, der wegen Beeinträchtigung der Casse angeklaget wird, soll synodaliter gerichtet werden, laut ebengedachter Punkte.

Neuntens. Da in allen vorfallenden Angelegenheiten die Gleichheit der Stimmen von beyden Eonfeßionen bev Beratschlagungen feftgcseyet worden, wodurch leichtlich geschehen könnte, daß bey Votirungen eine Parität der Stimmen seyn dürfte, wodurch Verzögerungen in Entscheidung der Sachen entstehen könnten, so setzen wir auf daS gültigste hiermit fest, daß der Viktor «xno^j, oder der erste in der Ordnung, bey irgend einem Berichte, um die Paritat zu heben, zwey Stimmen haben soll.

Zehntens. Da auch die Aufrechthaltung unserer gemeinschaftlichen Rechte, Freyhciien und Befugnisse eine ganz vorzügliche Aufmerksamkeit jerfcrdern, und auch die innerliche Regierungsverfassung und andere Vorfallenheiten eine Gerichtsbarkeit zu errichten anrathen, da die Provlnzialsynoden nicht immer in Aktivität seyn können, so behalten wir uns die Macht un!> Gewalt bevor, mittelst eines allgemeinen Provinnalsynodö, irgend ein Cvllcgium, so das Ansehen eines Consistorii vorstellen soll, von Personen aus bcyderley evangelischen Confeßion in gleicher Anzahl zu bestimmen, dem wir mit gemeinschaftlicher Uebereinstimmung eine Gerichtsordnung und Borschrift der P lichten zur Beobachtung ausfertigen werden: so wie dieses Collegium, NklcheS das Ansehn und Gemalt eines Consistorii haben soll, wegen seines ZhunS der gedachten Synode Rede und Antwort zu geben verbunden ist und seyn muß.

Eiiftens. Da unter dem gemeinschaftlichen Namen der Dißidenten in unserem Vaterlands auch die nicht unirten Griechen begriffen sind, so ersuchen wir beyde vereinigte Csnscßionen des Großherzogthums Litauen, odgedachte Glieder der nicht unirten griechischen Kirche auch dieser unserer politischen Union, die den einzigen Endzweck !)ar, die uns zustehenden Rechte, Freyheilen und Befugnisse aufrecht zu er. halten, durch einen Acceßionsact beyzutrctcn, nach dem Beyspiel unserer Vorfahren,

und Consistoria fortgesetzet haben: ist in dem erste» Theil dieser Geschichte S. zz?f.

deut

und unter der wechselseitigen Versicherung, daß wir dieses zu thun nicht Verweigern werden.

Vter Canon,

die Einrichtung des gemeinschaftlichen Consistorii betreffend.

, Indem wir uns der durch den Tractat erlangten Freyheit bedienen, haben wir, vermöge der geschlossenen Union, für unsere Provinz ein gemeinschaftliches dißidentischeS Consistorium gegründet, dessen Ginrichtung und besondere Vorschriften wir, laut unserer Unterschriften bekräftiget, unfern Büchern einverleiden lassen.

Die Errichtung des gemeinschaftlichen Consistorii für die in der Provinj iitauen befindlichen Evangelischen beyder Conftßionen, so wie alles auf der gemeinschaft« lichen Provinjialsynode des Großherzogthums titauen, zu Keydan, bey der geschlossenen politischen Union festgesetzt und unterschrieben worden.

,) DaS gemeinschaftliche Consistorium beyder evangelischen Confeßioncn im Großher« zogthum Litauen soll aus 6 Personen bestehen, nemlich aus dreyen vom weltlichen Stande (den Bürgerstand eingeschlossen,) und ans ebenso vielen vom geistlichen zStande, mit der Voraussetzung, daß wenn aus einer Confeßion zwey Geistliche und ein Weltlicher seyn wird, so sollen aus der andern Confeßion sich ein Geistlicher und zwep Welt, liche befinden.

2) Diese Gerichtspersonen deS Consistorii können nirgends anders als in vl«na 5el!i«ns der Synode durch Mehrheit der Stimmen erwählet werden.

z) Die zu Consistorialrichtern auf der Synode erwählte Personen, welche anwv send sind, sollen vor selbiger vercydet werden, die aber abwesend sind, sollen den E«d im Consistorio ablegen.

4) Die also erwählte Consistorialrichter behalten ihre Aktivität auf l Jahr, doch können selbige auch auf längere Zeit bestätiget werden.

5) Gedachte erwählte Consistorialrichter erwählen uiiter sich durch die Mehrheit der Stimmen bey Gründung ihrer Gerichtsbarkeit einen Präses und Viceprüs.S «uf ei» Jahr.

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