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Slllerburchlauchttg - Großma'chtig.

Unüberwindlichster römischer Kayser,
Auch zu Hungarn und Böheim König.

Mergna'digsterKayser, König und Herr, Herr.

»L^w. Kayserl. und Königl. Majest. in unterthänigem Gehorsam, »erde» wir ge, TH^ lammt« treugehorsamste Stand« der Grafschaft Glatz verzuttagen äusserst genothdränget.

Wie daß verwichner Jahren bey E«. K. und K. «. geliebten Herr» Vätern glorwürdizst«und allerseligsten Andenkens, wegm überaus ungleichen Auflag und Einquartirunge», wir uns höchlich beschweret, und weilen bsh aller 0»!o. girung der 8oläs«sca und deroselben Verpflegungen die löbl. böheimischen Statthallerey in Prag der verarmten Grafschaft jedesmal den izten Theil, »etpeSu des ganzen Königreichs Böheim, zugeeignet, wir auch solch« ungleiche Auflage» und Einquartlrungen mit ausserstem und »och unverwindlichem «um der verarmete» Grafschaft in den schweresten Kriegsläufttn durch vielfältige Jahre so lang beygetragen, bis endlich von hochgedachten Ew. K- M. geliebten Herr» Vater allergnödig. , sten verordneten böheimischen commilKrien die ganze Grafschaft durchzogen, alle ininutilüma, sowohl in Städten als Dörfern, in Augenschein genomme», und sceurstilUme snnoriret, auch hierüber gehorsamste Kelsrioo gethan worden, worauf vermöge abschriftlicher Beylagen ^. und L. Jhro Kayserl. Majest. ?er6insngu, III. glorwürdigsten Andenken, aus sonderbarer mitleidlicher Erbarmung der erschöpften Grafschaft, allergnädigst «solviret, daß es wegen des Beytrages der Grafschaft Glatz zum Königreich Böheim in Oneribus vublici, er milirsribu, noch zur Zeit, und pro interim, bis auf Jhro Kayserl. und Königl. Majeft. fernen allergnadigste kieklulion, bey der kroporrion des zosten Theils sein Verbleiben haben solle, wie wir dann diese allergnädigste Kayserl. Interim» - Siemen, zu endl. vroporüonirten Gleichheit inttsmer urgiret hätten, so ist doch unser nölhiges Vorhaben durch hochgedachter Jhro Kayserl. Majest. ?eräin,näi III. ch ristmildefien Andenke» unverhofte» allzu zeiligen Todesfall, darinnen gleichsam conrinuirliche lnjuru «mporum bis an» hero in immerwährendes Stecken gerathen, daß sich einige fügliche Zeit die hohe vilcreoimz und handgreifliche Ungleichheit zwischen dem Königreich Böheim und geringschätzigen Grasschaft, rskiooe vonionis rriseLmse beschwerführl. zu Seäueiren, nicht ereignen wollen, indem aber nunmehr die armen leute ihn äusserst« Mittel bey.

geschossen.

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geschosse», und fast in die ausserste Dürftigkeit und Btttelstand gesetzet worden, daß fern« mit dem zosten Theil, respeUu des Königreichs Böheim, als einem uner« träglichem (Zusnro z« folgen, ohnmöglich fallet; so geruhen Ew. Kayserl. undKönigl. Majeft. die ganz augenscheinliche Ungleichheit,

im«, ex »um«o Oonrnbusmium allergnädigst zu beherzigen, Massen in dem Königreich Böheim, vermöge nachgesetzter TsbeUe l.ir. L. 101 Städte, kleine Städtlein aber und Marktflecken 305, Hauptschlösser 258, geistl. Gestifter, als c«nomconim 2c?, Klöster or6.8r. Leoecliüi 2,, OiKernens« 14, ?raemonitr«en5er ls, «rcl. Keg. 8r. Hugultmi 6, des?riont Maltheserordens Commenden 6, CartusianerordenS z, Pfarrkirchen 20zz, Dörfer zoz6z; hingegen in der armen erschöpften sicinburgischen Grafschaft aber nicht mehr dann die einige kleine Stadt Glatz, brey königl. verwüstete Städte, und 4 kleine Marktflecken, so alle mit etwan tausend Bürgern, welche sich von ihrer täglichen Handarbeit schwerlich ernähren müssen, dannen nicht mehr als nur 172 schlechte Dörfer zu zählen, daß gegen zoosO nicht der hundertste Thcil, wie nicht weniger die in der Grafschaft «Zelolvirte Städte, worinnen sich kein fremder Handwerkömann seßhaft machen will, nicht im wenigsten nur mit der «inigen Stadt Prag zu vergleichen. In Erwegung

2^0, der ganzen Grafschaft Qreumtsreriz per linesm äismerrslem in die länge über 7, in die Breite aber über 5 Meilen nicht exrenciirt, noch gerechnet «erden kann, da hingegen in dem Königgratzer Kreis allein die 4 nacheinander liegende Herrschaften, Nachod, Schmiersitz, Clumnitz und Podebrath sich von den glatzifihen Gränzen bis auf z Meilen von Prag, in die 15 Meilen, in eiteln eben sehr fruchtbaren Maitz«»'Boden erstrecken, und wohl eine allein von 70 bis io grosse Dörftr in sich halte. Soviel

zn«, die Städte anlanget, ist fast die geringste in Böheim mit der Stadt Glatz (welche in der Grasschaft die best« seyn soll,) in Hu«!ir«e nicht zu vergleichen, indem die meisten böhmischen Stadt« auf ebenem lande und fruchtbaren Boden ge, setzet, hingegen Glatz auf dem Harun Felsen erbauet, und mit dm höchsten Ber» gen und finsteren Wäldern, imgleichen die z andern Städte und 4 Marktflecken, umfasset und befestiget, worinnen alle Wohnung gesperret, die Com. merciea gehemmet, daß die arme Bürgerschaft kaum mit trocknen, Brodt, doch nicht ohne grosse Schande, ihr leben erhalten können. Nicht, andre Beschaffenheit hat es

4«, mit den Dörfern, indem wenige zu zählen, deren Häuser auf ebenem lande «mulaüm stünden, sondern entweder auf die höchste Hüzel oder in die tiefeste Thale gebauet, also, daß die armen Unterthanen sich von dem Ackerbau schwerlich ernah, ren, weniger mit grösseren unerträglichen Anlagen femer folgen können, zumal«, Krrilikss terrae in der ganzen Grafschaft solchergestalt beschaffen, im Fall nicht «mvsrirces Jahr einfalle, bey dem hitzigen Sonnenschein, als dieses Jahr ge«

scheyen, schehen, die lieben Feldfrüchte (Massen von den Gartenfrüchten zwischen den Bergen nichts zu gedenken,) auf dem Felde zwischen den Steinen und Sande verbrennen, Hey einfallender Nasse, aber, wegen der Schattenwälder kühlen jüfte nicht zu Kräften kommen, weder völlig reisen kann, daß vermöge solcher iandes-Beschaffenheit in der Giafschaft kaum in 10 Iahren ein fruchtbares Jahr zu hoffen, wie bereits, leider Gott erbarm es, von dreyen Jahren her geschehen, daß die armen Unterrhanen nicht den Saamen eingeerndrer, da doch in allen angränzenden iändern sowohl die Winter als Sommer Feldfrüchte reichlich zugewachsen.

6", Ist in der noch sehr wüsten Grafschaft zu einem Beyschuß der «räinsir« hohen Soldaten-Verpflegung und andern Ooneurremien, nichts anderwärts her, dann bloß von den auSgesognen Unterthanen herzunehmen; da hingegen in dem Königreich Böheim so viel ansehnlich« Bergwerke, Teichnutzungen, ansehnlich« Schafereye», und mehr andere Contriduem-Mittel zu finden, dergleichen index steinigten Grafschaft, ausser etwa» 9000 Schafe (so viel in Böheim eine einzig« Herrschaft bestellet) nichts zu erzwingen. Wie

7"",. umständlich Ew. K. M. hochseligsten Andenkens g«li,bt«n Herrn Vater, die in änno 1654 im Februar von besagten böheimischen 6epmirt«n Commiffarien gehorsamst eingebrachte Kelarion über die OeuIsr.Inlp«Äi«n wegen des elenden Austands der verarmten Grafschaft weiset/ wie armselig die Bürgerschaft beschaffen, daß noch nach des Mannes Tode die überlebte Witwe kein Haus bewirth«n, und grosser Beschwerniß halber nicht erhalten kann, der Bauersmann auch nicht so viel Mittel, eme eigne Kuh zu erkaufen, vor sich bringen kann, sondern meistemheils mit Wiese und bloß wenig Spinnen sich elendiglich ernähren müsse. Dannewhero , ..

.Z« 8*o, nach solchen ergründeten üblen Zustand im Julio des i6z5sten Jahres die löbl. böheimischen Stände der bedrängten Grafschaft selbsten den zosten Theil auf ein inrerim ulrro aus eigener Bewegniß «Ksriret, und noch zu fernerer Erleich: terung vertröstet Habens -? ,:.

9»<?, Doß oft besagter von den löbl. böheimischen Ständen selbsten offerirt« dreißigste Ttzril von Jhro Kayserl. Majest. seligsten Andenken, lud l^ir ö. ?ck in«, rim dazumal plaeickret worden, als das herrlich« fruchtbare Königreich, den An, sags«Briefen nach, 57000. Angesessene gehabt, nunmehr« aber nach desselben de, schehener Kevilion haben sich unsers Wissens 78000, also 41000 Angesessene mehr, al« zur Zeit,' da sie uns den zosten Theil gegeben haben , und was sich zeicherö verbeffert; hingegen die Grafschaft wegen unerträglicher Anlagen in ein Abnehmen gerochen, in dem Königreich gefunden, daher « noc kunäsmenr« der Grasschaft auch mehr als noch dreymal so viel, und zwar auf 90 Theil, leeunäum «equipal. lemem sequicslsm, gegeben werden sollten; allein leider, Gott erbarm e«, emerziret aus der erschrecklichen Austage der 5880 Angesessenen, daß uns die last gedoppelt, v.' und und anstatt der vertrösteten Erleichterung, etwas über den i zten Theil aufgebürdet, die viele Jahre her geklagte Mellon 6e »ovo herausbrechen, und dadurch der endlich« Kuin geursachet werden will. Daß

Iowa, sg gestalten Sachen nach man gar nicht absehen kann, was doch die hochlöbl. böhmischen Stände beweget, (ohne Meldung, was doch «« Angesessener sey, und wie hoch derselbe in <z«lils« et qu«nittre. sowohl auf dem ebenen tande als im Gebürge, Massen toio eoelo kjjs^srirss unter den Unterthanen anzuschlagen) ein« so harten Aufsatz zu machen, welcher auch sogar die Anzahl der gesammten Einwohner der Grafschaft, die sonst««,« derCoatribunon gezogen «vrden, über, wieget; denn es sind in der ganzen Grafschaft, ohne die Häusler, mit armen Bürgern, Vorstädtern, Richtern, Bauren, Ealugnern, nicht mehr vorhanden als 5844 Mann, die Anzahl der aufgelegten Angesessenen aber erstrecket sich auf 5880, also um z6 höher als Conkribuenten verhanden.

,,mk>. Vermöge täglicher Erfahrung ist «S unläugbar, daß auch, »eil unker dm Bürger» die meisten von den benachbarten angränzenden Handwerksleuten um< Tagkloh« arbeitm, und gutenTheils den Bissen Brodt durch schwere Hand-Robokhen suchen müssen, unter die Baure» etlicher »6 Lxemplurn «rrskirten Dörfer 1255, di« nur 1.2. z. 4 Strich, unter dieCalugnerzo^ nxlch« nur 1.2.Z Viertel in unfruchtbaren steinigen Boden, da nach einem Strich kaum zwey zuwachsen, über Winter aussäen können, gesetzet; hieraus nun folget, daß solch« blutarme leute den im Königreich Böheim in grosser Anzahl Angesessene», die zo. 40. 5« und mehr Strich in den allerfruchlbarsten Boden über Winker aussäen, und nach einem Strich 8. 9- i«ma! so viel zumächset, gleichergestalt mehr eigenes Vieh von ihren Feldern unterhalten können, gleich, und vor Angesessene geachtet werden, so aber hoch vernünftig einige Statt nicht finden kann; welches vorher« auch »nenckiret worden. Warum

12«". ivtmm solcher grossen 8nril,täkbey vorigen Zeiten, wann im Königreich Böheim «in« ganze Steuer engeleget worden, die unfruchtbare Trafschaft nichk mehr als einen Vierding von einer Hufe« oder Angesessenen zu geben schuldig, und laut v. jederzeit de» dritten Theil weniger, als der Egerische Kreis gegeben, nunmehro aber wird augenscheinliche Ungleichheit die Sache dahin bringen, daß der Egerische Kr«iS»ur den hundertsten Theil in pudlicis beytrage, da doch dieser bey weitem in ^uamirs» « qualiu« die bergichte Grafschaft übextrift, in sonderbarer Ueberlegung, daß

i zwo unter den Einwohnern der Graffchasr einige andtre Handthierung, durch Handel und Wandel, (ausstr etlicher weniger Person«» untn der Bürgerschaft, welche gemeine Tücher von hier in Oesterreich führen,) nicht zu sinken, ausser di« saure, schweißtreibend« Handarbeit, und schwer« Robothen, dadurch sich Weiber und Kinder das unschmackhafte Haberbrodt erwerbe» , folgendS gestalter «ahrhafter ZMMngSMagaM XlX^heil. Rr d«r der Sachen Beschaffenheit, bey weitem, dann die Böhmen, die unsrigen Unterthanen geringere, auch fast gar keine Mittel haben, die überhöhet«/ auflaufende <5«n> iribution zu verdienen, wie alles durch eigene Beschreibung des ganzen iändleinS Mühseligkeit, Beschaffenheit, der böhmischen Viiirslions - commissarien Kelanoa deutlich ans Tagelichr zeug«.

Dannenhero zu Ew. Kayftrl. und König!. Majestät, unserm gnadigsten landesfürsten, im Ramen Dero treugehorsamsten Grafschaft fußfällig flchen, um Gottes willen bitten, weilen Ew. Kayferl. und Königl. Majestät geliebter Herr Vater Kid I.it. L. die arme Grafschaft zu einer anderwärtigen allerqnädigsten Kesolukion vertröstet, sich des höchst bedrängten und bereits in höchsten Ruin gesunkenen! andleins in Kayferl. Gnaden zu erbarmen, die überaus grosse Ungleichheit, sowohl in milirsribus alö oneribus publicis, resoeUu des fruchtbaren und weitschweifigen populösen Königreichs Böheim mit der unfruchtbaren steinig- und bergigten Graffchaft, allergnädigst überlegen, und aus höchster ^equitst zu befinden, wie ungleich durch wen zosten Theil mit uns umgegangen, in allergnädigsten Kayserl. und Königl. Gnaden zu erkennen, daß wir unter dem hundertsten Theil in miürsribus er oneribus public« von de» böhmischen jandständen künftig nicht oggmviret, das ohnedies ganz erschöpfte tändchen auch nicht weiter verwüstet, und in den äussersten Untergang versenket, sondern zu fernerer unterrhänigster ,SchuldigkeitSleistung allergnadigst conserviret werde, wie Ew. Kayferl. und Königl. Majestät ernanntes tändchen sich allergnädigsten Gnadenschutz getröstet, als verbleiben wir

Ew. Kayserl. und Königl. Majestät.

Am 2?sten Oktober 1656.

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