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W. den 6sten DecMber »755.

p. ?.

F^^w. Hochwohlgebohren hoch venerirlicheö vom «4st<» PslKro habe sammt de» Anlagen wohl erhalten. Ich sehe nicht, was ich mit LxKibirung dieser Anlagen für einen nützlichen Gebrauch machen könne, weil man hier vor richtig hallen will, daß, wenn auch vorhin durch eine« einmüthig verfaßten Schluß wäre festgesetzet worden, daß die KIsjors zum Nachtheil der übrigen nichts beschlossen könnten, jedoch genug sty, daß alle ritterschaftliche Kiembn waren eonvociret, und von den Anwesenden per Xlsjor« dieser Schluß wieder aufgehoben worden, weil die nicht Erschienene pro sb5«lmb« anzusehen, und nicht «i compuium zu rechnen seyn.'

Daß aber Ew. Hochwohlgebohren dermalen nicht seyn zum lanbtage conv««ret worden, wird man allhier vor kein <Zrsv«men ansehen wollen, wo man ohnehin die allhier angebrachte Beschwerde nicht für relev«mr halten will. Man will vorgeben, daß Jhro Durchl. der Herr Herzog sich nur gar zu gnadig gegen Ew. Hoch« wohlgebohren bezeiget hätten, da Höchstdieftlben Ew. Hochwohlgebohren zu zwey, malen aufgegeben hätten, die wider den Herrn tandroth von Hahn in sehr empfind« lichen ?srminis angebrachten Jnzichten zu beweisen, welches doch Ew. Hochwohlgebohren nicht gethan hätten. Ew. Hochwohlgebohren sind in de» gegenseitigen Schrift ten sehr übel beschrieben worden, und will man allhier glauben, daß Ew. Hochwohlgebohren mit dem Freyherrn von Wendessen, als Sisguttirte von den Herrn Herzogen, sich diesem IrsQsr widersetzt hätten, in welchem man sonflen gar nichts fände, was der hohen Ritterschaft zum Nachlheil wäre, sondern vielmehr, daß ihnen darinnen viele krseroßsüven zugestanden worden seyn, welche kein anderer tandesherr seinen tandesständen zugestehen wurde.

Es sey darinnen nichts weniger, als die ^ppelknon an die höchsten Reichs« gerichte rettringiret worden, und wenn auch solches geschehen wäre, so würde man ex OKcio schon darauf sneoäiren, und in diesem Punkte den l'rsQm abändern. Daß aber die äppellstioa an das Ho fgericht von den Uvtergerichte» in etwas sey eingeschränkt worden, dieses könnt« ein tandesherr zu Abwendung der mulhwilligen Verzögerungen allein thun, ohne die lardflande zu befragen, «eil ein Reichefürst über das Justihwefen die koiferl. lehn empfangen hätte , folglich darüber nach Will« rühr äilpoairen könnte; dessen ohngeachtet hätte der Herr Herzog darinnen sehr nachgegeben , und sogar sich darüber mit der Ritterschaft verglichen.. Die vorigen ^u» äic«s eselsres könnten dermalen wenigen zu Statten kommen, als solche nur in con

BüschmgS Magazin XjX. Theil. X x mm>. der Herr Herzog der Ritterschaft darinnen so vieles zugestanden habe.

tumscism ergangen sind, welche den jetzigen ex psQo ei proviäemi« m»Zorum lue» ceclirten iandesregenten nichts angehen. Und wenn auch solche annoch ihre Kräfte hätten; so könnte ja die Ritterschaft ihrem Zun qusellto durch 1>«ü»ten reamixire«. Statt des Neben - Klo6i eomribueniZi hätte ja der Herr Herzog zu Bestreitung der iandschaftskosten 12000 Fl. jahrlich zugestanden, und wäre dieses ja cvflvenydler, als wenn man von Seiten der Ritterschaft selbst sich des Neben - Kloäi conrridusn<Zi gebrauchte; worüber jedoch, und über die eingehenden Gelder, dem Herrn Herzos gen wird muffen Rechenschaft gegeben werden. Mit einem Wort, man giebet mir aller Orten zu erkennen, daß der l're.Qm als ein dem lande sehr heilsames Wesen müßte conkrmiret werden, und man sich nicht genugsam verwundern könne, daß

Ich muß im engsten Vertrauen melden, daß der Herr dorrekrens mit einigen andern Herren Reichshofräthen anfangs sehr wider den Vergleich waren, jedoch wieder umgewendet, und für den Vergleich pornret seyn, folglich für Ew. Hochwohlgebohren und übrige Herren Mitinrenlkenten nichts savorsbles zu hoffen sey. Es soll ehestens die ganze äccelüon von dem ganzen stargardischen Kreise anlangen, welche Nachricht die annoch gut gesinneten alsogleich auf andere Gedanken gebracht hat. Man kann auch auf die lpe«6cirten 421 Güterbesitzere, welche den Vergleich nicht sollen unterschrieben haben, keine änevüon haben, weil dieselben ja dagegen nicht proteüiret, noch weniger allhier dagegen etwas angebracht haben; daß aber einer in herzogl. Diensten stehender nicht fähig sey, auf dem tandtoge zu voriren> will allhier widersprochen werden. Man will auch vorgeben, daß nicht allein bey Jhro Majestät dem König in Preussen, sondern auch bey den, ganzen Reiche « «in grosses Aufsehen machen würde, wen» dieser 7'rsSsr nicht sollt! con6rmir«t «erden, weil man froh seyn müßte, daß dereinstens in den mecklenburgischen landen die so viele Jahre schon gedauerten Mißhellizkeiten dadurch gehoben worden seyn. Die allhiesige königl. preußische Gesandtschaft hat sich mit allem Nachdruck zu dem Ende verwendet. Es dauret mich also sehr, daß mit meinen in dieser Sache ange» wendeten ausserordentlichen Bemühungen nichts besseres habe auswürken können. Die Kelsüon hat bis anher immer fort gedauert, und wird erst künftige Woche zu Ende gehen, in der Sache aber ein Vomm «6 Imperskorem erkannt werden, wovon alsogleich die geziemende Nachricht gehorsamst geben werde. Der ich immittelst mit geziemenden Kehiett beharre, und verharre!c.

An Se. Excettenz den Herrn Geheimenrath und Cammerpräsiden»

, ten von Münchhausen zu Hannover.

^. 6. Rostock, den 22sten December l?55.

5^ch wurde seit Ablassung meines vorigen Schreibens nicht ermangelt Haien, ^ Ew. Excellenz den ferneren Verlauf der hiesigen landesumstände ehender geSX^I horsamst zu berichten, wann nicht anfänglich die Ermattung des damals herannahenden Landtages fast allenthalben eine fo besondere äoprenealioa und Zurück, Haltung verursachet hatte, Käß kaum jemand sich unterstanden, seine Gesinnung darüber zu äussern, wie dann das jetzige Mißtrauen, sowohl zwischen beyden ckssen. «renden Partheyen, als dem Ansehen nach bey einem jeden, sehr weit gehet, und vorerst das nölhige einmüthige und standhafte Vernehmen, zur Aufrechthaltung oder neuen Einrichtung der bisherigen tandesverfassung, schwerlich wieder herzustellen seyu dürfte, es sey dann durch eonvullive Zufalle. Dabeneben sind die wenigsten Nachrichten, welche lZivu^aet werden, zuverlaßig, fonder» gekünstelte Erdichtungen, wodurch man das kublicum zu sduLren trachtet. Es ist fast unglaublich, wie in einem ganzen lande theils die Mißinüthigkeit, theils die Sorglosigkeit, theils mancherley obli^u« Absichten und Behelfe, fo gemein haben werden können. Man hat vor und nach Eröfnung des!andtages von dem Erfolg oder Nichterfolg der kaiserl. OonSrination ganz widersprechende Nachrichten so poLri« ausgeftreuet, daß ich da selbige an einer oder der andern Seite falsch ftyn müssen, Anstand genommen habe, selbige zu melden.

'Endlich wünschte ich auch zur communiesrion desjenigen, was ich zuverlaßig melden kann, einen sicherern Lsn»!, als vielleicht bey öfteren Schreiben an einigen Vrten die Posten seyn durften, und stelle ich gehorsamst anHeim, ob nicht dem Herrn Lecrersire Steding zu Ratzeburg comminiret werden mögte, mir dazu unter eines andern couverr Hieselbst eine Gelegenheit namhaft zu machen. Gegenwartig, da ich dieses Schreiben auf einer andern Kour« absende, habe ich d» Ehre folgendes zu melden:

i) Gegen Eröfnung des tandtages find wider den Vergleich verschiedene linpresss herausgekommen, deren Einsendung ich, als anonyme Stücke, welche zum Theil en öersil gehen, und mehr oder weniger bettächtlich sind, oder Eindruck ge

2 mackt, macht haben, als die Absicht der unbekannten Verfasser gewesen seyn mag, vor unnöchig erachte. Auch ist dagegen und vor dem Bergleiche «in« «non/me Schrift herausgekommen, deren Verfasser nicht allein die villentienk«, sondern auch die 8ublcribenkes auf eine satyrische fast Hönischs Art beschreibet, daß an beyden Seiten der grosseste Haufe aus blosser Einfalt handele, und, ohne die Landesverfassung zu kennen, einigen Anführern blindlings nachgefolget sey ,c. Welcherlen Geringschätzung jedoch auch selbst den Subtcribemidus wohl nicht kann gefallen haben, und Vielleicht nur eine mehrere Verbitterung nach sich ziehen wird, wo nicht zum Ends zwecke hat. Mit einer gemessenen Schreibart und mit Bvyfetzung feines Namens hat der Herr tandratH von Wendessen gegen das seinetwegen ergangene herzoglich? Ahwtrinsche ungnädige Ketcripr eine zu Strelih übergeben« Schutzschrift (nachdem ihm daselbst deren gebeten« Commumearion in die Aemter nicht zugestanden worden, v durch den Druck bekannt gemacht, darinnen seine ßieselbst vor dem Vergleiche eingelegte proreknion und übrige Lonöuire verrheidiget, die Umstände m ts5to mit Beylagen, worunter einig« merkwmdig sind, bescheiniget, und selbige auf dem landtage Mribuiren lassen, wofelbst sie ansanglich einige Aufmerksamkeit verursachet haben soll, demnächst aber der darüber gefaßte Schluß mir noch nicht bekannt ist. Er selbst ist, obgleich ein donvocaiwn,. Relcripr an ihn abgegangen, nicht erschienen. Vielleicht, weil in jenem Relcripl« seine Wiederkunft zu dem hiesigen Omvenr unterfaget.worden, und er dannenhero an seiner genügsamen Sicherheit auf dem iandtage gezweifelt haben mag.

2) Da der hiesige Stadt-Magistrat auf dem letzte» Iubi!«o die Kanonen lösen lasse», und deshalb vom Hofe einen Verweis bekommen; sich aber dagegen entschuldiget, daß ihm in dem Vergleich 6e 1748 die änilierie reierviret fty; ist sothaner Verweis durch ein zwiefaches geschärftes Kescriprum an den L«mmsnäsn» t«n und an den Magistrat wiederholet worden, über des letzten, Inhalt die Bürger» schaft Key der ^ubliesrion sehr unmulhig gewesen seyn, und beschlösse« haben soll, sich des Magistrats gegen solche Verunglimpfung, welche zugleich die ganze Stadt betreffe, bestens anzunehmen, auch wegen des Gebrauchs der Triller« dem Oommsnäznten nichts einzuräumen. Einige Zeit nachher hat dieser dem regierenden Burgermeister eröfner, daß wann die preußischen Husaren, welche etliche herzogl. Beamte aufgehoben haben, auch in diese Stadt dringen wellten, er Oräre habe, Gewalt mit Gewalt zu wehren, und deshalb an den Magistrat zu gesinnen, ihm die ärriüerie. sammt benöthigter Klunirion, zu leihen. Auch dieses ist aus geschehen« kropolilior, an die Bürgerschaft von derselben abgeschlagen morden, wovon die Aufnahme bey Hofe zu erwarten stehet. Man weiß inzwischen nicht, was jene« Vornehmen der Hufaren eigentlich veranlassek habe, worüber in den Lusrmlons die Wachten verstärkt gewesen, und dem Vernehmen nach scharfe Patronen auegetheilet sind. Aeussnlich verlautet, daß tslches von Werbungs - Oigerenzlen herrühre, und deshalb zwischen dem berlinischen und sihwerinifchen Hofe einige unangenehme Kxr>!r«mo««s vorgefallen seyn, worein fZch zu mischm dem Magistrat wohl bedenkich geschienen hat. Sonsten, und in allgemeinen Angelegenheiten, dürste dessen c«n«n»nee zum Theil etwa« mißlich seyn, weil einige l^emkn für die Besetzung licher Bedienungen beschenke genommen haben sollen, und deshalb vom k'ikali belanget sind, welches ihr Ansehen bey der Bürgerschaft schwächet, das Vertrauen z» ihnen vermindert/ und ihnen! bey Hof« in etwanigen Irrungen zum Vorwurfe gereichen kann.

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z) Der stargardische Kreis hakte von dem än«. Com!«»! - Oorivenr eine? vepul»voa nach Streich abgeordnet, mit Bitte, über verschiedene Puncke des Vergleichs, und wie weit selbiger auf seine ^urs lpecinli« vel tpecislil^ms spplicsble sey, näher gehöret zu werden. Die Antwort ist dem Vernehmen nach lediglich gewesen, daß niemand ohngchöret enthöret, und dasjenige, was dem entgegen bey voriger Regierung und sonsten geschehen sey, als nicht geschehen angesehen werden solle; übrigens aber man dem Kreise keine ^urslpecislis vel specisüKm« eingestehe ie. Jene Versicherung verftrhet sich wohl von selbst; diese Ableugnung aber hat den sehr beträchtlichen Umstand noch sich gezogen, daß man sich auf dem(!onvenr gewisser «everklien erinnert, welche ^nno> 1504, wie das stargardische iand von der Mark Brandenburg an Mecklenburg gekommen, von ttenrieo ^eon« ausgesteller, und des Inhalts seyn sollen: daß, wann die Herzoge von Mecklenburg den Kreis «cht bey seinen Rechten und von den Marggrafen erhaltenen krivilezii, ruhig und ungekrönket lassen würden, derselbe berechtiget seyn solle, wieder unter die Herr» schaft der Marggrafen zurücke zu kehren, und, wann diese ihn nicht fchützeten, sich einem jeden andern Hecrn zu ergeben ic. Man hat von dem l2onverir Depvtirte nach Friedland abgeschÄet, um dieft daselbst «riginsZirer vorhandene Kevertale» aufzusuchen. Ob man sie aber gefunden, und Gebrauch davon gemsckt habe, ist mir noch unbekannt. Meines Ermessens wäre diese vemsrcne, daß Stände nur einmal Mine machten, sich der !and«Herrschaft entziehen zu wollen, wohl höchst bedenklich, nach jetziger Reichsverfassung vergeblich, und vielleicht das Mittel ge, fährlicher als die Krankheit, mithin zu wünschen, daß ihnen die Handhabung ihrer Gerechtsame auf andere Weise angedeihen mögte. So sehr man inzwischen hieraus die äusserst« lermere des Kreises schliessen sollte; so fanget doch

4) selbige auch bereits an bey einigen zu wanken. Die stargardisthen Stande sind anfänglich auf dem tandkage ziemlich zahlreich erschienen, und haben viele Puncte act proroeoüum gebracht, welche sie aus de« Vergleiche theils gar nicht, wie z. E. den Neben - Bottum, theils nicht ohne einige Abänderung, annehmen

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