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Deutsdies Lesebuch für Gymnasien und Realschulen. Von May W. Gögin:

ger. Erster Theil. (A. Steudener)

326

Zeittafeln der vaterländischen Literatur. Von Dr. T. F. Sd011. (solider). 327

Vorlesuugen über Göthe's Torquato Tasso. Von Ludwig 6 dardt. (Höl

scher)

328

Desgleichen. (Dünger)

330

Élites des classiques français

, publiées par Dr. R. Schwalb. Tome

septième. (B.).

336

llebungsbuch zum lieberseben ni8 ceni Deutschen ins Französiside von Dr. a.

Peucer.

340

Englische und französische Lesebücher

340

Italienische Grammatit von F. A. de Filippi

341

Fornasari's Anleitung zur Erlernung der italienischen Sprache

341

Lehrgang der italienischen Sprache. Von Dr. Martelli di Siena 341

Lehrbuch der englischen Spradhe von T. Robertson

342

Handbuch der holländischen fandelécorrespondenz von L. Ryneveld 342

Ueber den Ursprung der Sprache, von Jacob Grimm. (A. Steldener.) 456

Denkmäler niederdeutscher Sprache und Literat., berausg. von A. Höfer. (F. B.) 459

G. Guroke, pract. Lehrgang zur leichten und gründlichen Erlernung der

engl. Sprache. (Robolski.)

466

A. Benede, ordentl. Lehrer am Gymnasium zu Poteram, französische

467
3. şillebrand, Lehrer an der Realschule zu Bingen, Leitfaden bein Unter:

richt im Franz. (Novolski.).
Dr. E. F. Hausdild, Elementarbuch der franz. Sprache nach der kalkuli-

renden Methode. 1. Cursus
F. H. I. Albrecht, Elementarbuch der franz. Sprache
Derselbe, franz. Grammatik nach der falfulirenden Methode.
Simon, die franz. Grammatik in Beispielen .

468
Morceaux choisis" de poésies, à l'usage de l'enfants :

469
Programmenschau.
Ueber den deutschen Unterricht in der 1sten Classe der Realschule. Von Win-
terste in. (Dr. Kleiber)

221
lleber den Substantivsatz von Dr. Frant.' (Dr. Sleiber)

224
Vergleichung des „Fischers“ von Göthe mit dem „Alpenjäger“ von Schiller.
von Dr. Nieberding. (oolfder)

227
Einige Bemerkungen über Homonyme. Bon Dr. Schuis. (sörjder).

229

Tirols Antheil an der poetischen Nationalliteratur des Mittelalters. Von

Ignaz Zingerle. (Hölicher)

343

Supplemente der französijden Grammatit. Don Dr. A. Schmidt

344

Les tems et les modes du verbe français comparés à ceux du verbe

latin. Von Dr. Schmiedt

346

Sind nicht in Shatipeare noch manche Verse wiederherzustellen, welche alle

Ausgaben des Dichters als Profá geven. Von Prof. Hilgers. (H.). 347

Bemerkungen über den historischen Styl der Deutschen, vom Oberlehrer

470

Ueber die neuere &pit der Deutschen, von Oberlehrer · M. Rojenheiz ii.

(Dr. Kleiber.)

471

Die neuromantische Poefte der Franzosen, von Prof. Dr. Lüdeding 472

Précis de l'Histoire de la Littérature française. Von Dr. 11. Petri .

Miscellen.

Seite 230-238. 348–351. 473–379.
Bibliographischer Anzeiger.

Seite 239—240. 352. 480.

Materialien zur Besdichte deutscher Mundarten.

Bevor mit Erfolg an die Ausarbeitung eines Werkes gegangen werden kann, wie es im Arch. VII. 2, 3. S. 262. angedeutet ist, müssen vorerst noch diejenigen deutschen Mundarten, die nur im Munde des Volfes leben, ohne jemals in Schriftdenkınålern anges wendet worden zu sein, viel gründlicher durchforscht werden. Denn oft hat sich gerade in diesen, bei all ihrer sonstigen Armuth, manche alte Wortform erhalten, die nicht selten ganze Wortfainilien miteinander verknüpft und dem Etymologen bei seinen Forschungen bedeus tende Winke giebt. Die Mundart, über die wir unseren Lesern in Nachstehendem Einiges mittheilen wollen, dürfte in mehrfacher Veziehung hierher zu rechnen sein.

Im südöstlichen Theile des Ronißer Kreises in der Provinz Westpreußen hat sich die deutsche Sprache wie ein Reil in die slavische eingeschoben. Die Spiße dieses Reils bilden die 8 Drtschaften: Lichtenau, Granau, Osterwid, Franfenhagen, Peştin, Deutsch Zefzin und Schlagentin. Die Bewohner dieses kleinen Districts unterscheiden sich auffallend, sowohl durch die Kleidertracht, als auch durch die Eigenthümlichkeit ihres Dialekts, von der ganzen Umgegend.

Nach der Kleidertracht würden sie zu den Ostgermanen gehören (s. Arch. VIII. 3, 4. S. 379. ff.). Charakteristisch ist bei den Frauen das aufwärtsgekämmte, in einen Knoten verschlungene Haar, das sogar schon bei Kindern mit einer bis über das Dhr herunterreichenden, mit Goldtressen benähten und mit Spißen (k'nüpp) vers brämten Müße bebedt ift; bas getrennte Dbers und Unterfleid (ienes : livk'e, moide – dieses: schöt (lang ö mit dumpfem Klange), die gånzliche Unbekanntschaft mit Halbstrümpfen, die entschiedene Vors liebe für dunfele, besonders blaue Farben in Kleidern und Strümpfen (weiß nur in der Leibwäsche). Bei den westlichen Nachbaren das gegen, im Schlochauer Rreise, tragen die Frauen bag Haar gescheis telt; in Zöpfe geflochten, oft mit einem ganz kleinen weißen Müßchen

Mirchiv f. 1. Sprachen. XIII.

1

bedeckt, ferner ganze Kleider von vorherrschend hellen Farben, weiße Strümpfe, ältere Personen mitunter Halbftrümpfe (butschk'e). Bei den Männern ist der Unterschied geringer und beschränkt sich fast auf den Umstand, daß in jenen 8 Ortschaften fein hinten geschlißter Roc und feine Müße zu finden ist, während in den westlichen Dörfern die Röđe durchweg geschlißt sind, und der Hut nicht ausschließlich herrscht. In früherer Zeit trugen die Männer das Haar lang über die Schultern hinabhängend, oft mit einein runden, von einem Ohre bis zum andern reichenden Ramm von Horn oder Messing zusammengehalten; die Bewohner der westlichen Ortschaften pflegten es furz zu verschneiden. In dem bezeichneten District herrscht ferner ausschließlich die katholische Confeffion; Evangelische, wenn sie überhaupt zu finden sind, haben sich erst in neuester Zeit angesiedelt und fühlen sich nicht besonders behaglich, während in den westlichen Dörs fern beide Confessionen gemischt und friedlich neben einander leben.

Eben so scharf sondern sich die beiden Districte durch dic in ihnen herrschende Mundart von einander ab: in dem öftlichen find die dunkeln Vocale, in dem westlichen die hellen, und besonders das e vorwiegend, und die Bewohner halten mit einer solchen Strenge auf Reinhaltung der Mundart ihrer Våter, daß bei etwaigen Ueberstedelungen der Antömmling, wenn er nicht fortwährenden Nedereien ausgeseßt fein wil, nicht nur seine alte Kleidertracht, sondern auch feinen Stammdialekt aufgeben muß. Daß jedoch unter solchen Um: ständen Vermischungen zu den größten Seltenheiten gehören, wird man leicht zugeben. So viel im Augemeinen.

Die Mundart weist auf westgermanische Abstammung hin und hat große Aehnlichkeit mit dem Holländischen; ich könnte über taus send Wörter aufzählen, die sich fast unverändert in beiden Dialekten finden. Mit dem Friefischen hat sie unter Anderm die Deminutivs endung k'e (fries. ki und k), so wie die Neigung für das j gemein. Viele von den Arch. X. 2, p. 136 ff. mitgetheilten friesischen Des minutiven hat die Mundart fast gleichlautend, höchstens mit einer geringen Vocalablautung: z. B. lüsk'e (fr. löski); rütk'e (fr. rötjk); hüsk'e (fr. höski); mösk'e (fr. mösk); glaesk'e (fr. gleski); läpk'e (fr. lepk); fingek'e (fr. fengerk); foitk’e (fr. fötj) u. s. w.

1) Consonanten. In der Aussprache der Cons. hat die Mundart einzelne Eigenthümlichkeiten, die sich zum Theil aus dem, sonst geringen Einfluß der slavischen Nachbarspradie crklären lassen, zum Theil aber auch in den verwandten westgermanischen Dialekten Analogien haben. Insbesondere nimmt das k mitunter einen Ton an, der sich zu dem hochdeutschen k ähnlich verhält, wie das Berliner g vor e und i zu dem eigentlich hochdeutschen g; es entspricht ganz dem polnischen c' und ähnelt dem friesischen tj und dem italienischen c vor e und i, nur daß es dünner klingt als leßteres. Ich werde es im Folgenden mit k bezeichnen. Die Aussprache des g vor e und i, vor Umlauten und den Diphthongen, die ein e oder i ents halten, ist der des Berliner g analog, wobei jedoch zu bemerken ist, daß eine zwischentretende liquida oder Elision des e in der Ausspradje nichts ändert. Vor der Endung des Infinitivs und Particips hat das g diesen Klang nur dann, wenn einer der eben genannten Vos cale vorangeht; fo lige (spr. lije), bringe (spr. brinje); dagegen: suge (spr. suge); frâge (spr. frâge) u. s. w.

Eigenthümlich ist die Abneigung, die der Dialekt vor dem r hat, besonders wenn dies im Auslaut fteht; aber auch als Inlaut wird es häufig ausgestoßen *), Ž. B. wâte (Wasser), mutte (Mutter), hâve (Hafer), meze (Meffer), bâne (brennen), âm (arm), wâm (warin), hölten (hölzern) u. a.

Dasselbe gilt von dem n im Auslaut, wo es namentlich in der Flerion bei vorangehendem ftummen e stets abgeworfen wird, z. B. buge (bauen), seie (gesehen), tåge (gezogen) u. a. Auch als Inlaut geht es oft verloren, z. B. mîsch Mensch), gâs (Gans), Hâs (Hans) u. a. An der Stelle des elidirten Consonanten pflegt besonders im Auslaut ein leises e nachzuflingen, z. B. sue (sauer), wie (Wein) u. a.

Seltener ist dies mit dem t der Fall, ã. B. von kolt (falt), vek'ülle (erkälten), holle (halten), fulle (falten), full (die Falte) u. a.

Die Vorsilbe ge im Part. Prät. fehlt ftete, z. B. grâvt (ges graben), stûve (gestorben) u. a.; nur in gaete (gegessen) und den Compos. hat sie sich noch zum Theil erhalten.

*) Ich kann mich nicht dazu verstehen, Buchstaben, die in der Aussprache nicht mehr gehört werden, in der Schrift auszudrücken, weil dadurch der Charakter der Mundart zu sehr verwischt wird. Wollten wir uns durch die Schwierigkeit der Ableitung oder der Vergleichung (f. Arch. VII. 2, 3, p. 262. A.) dazu bestimmen lassen, so müßten wir auch im Hochdeutschen schreiben: Werlt, Eimber, Wärmde, Ambfang, Krümbe, Junkherr, Mägdchen u. a.

Lautübergänge sind nicht selten, so zwischen s und r, z. B. freise (frieren), frâre (gefroren); was (war), wêre (waren); veleise (verlieren), velâre (verloren); ferner zwischen w und g, z. B. vrug (Frau), buge (bauen), moge (Aermel), trug (trane); mhd. vrouwe, bouwe, mouwe, getrouwe; endlich zwischen d und g oder ; bei vorhergehendem n und nachfolgenden oder abgeworfenem e, z. B. hånd, hinj (Hände), hund, hünj (Hunde); k'ind, kinje (Kinder); linj (Linde), binje (binden), winje (winden), von lând, im laenj (im Lande) u. a. (Auch: hing, hüng, k'inge u. f. w.)

Im Imperf. Conj. gehen die harten Consonanten in die entsprechenden weichen über, z. B. gav (spr. gaf), gab, gêw, gäbe; schrêv (spr. schref), schrieb, schrêw, schriebe; bat, bed, bäte; sat, sêd,*) fäße u. a.

Die übrigen Veränderungen der Consonanten beruhen größtens theils auf dem Geseße der Lautverschiebung. Nur in zwei Fällen wird durch greifend davon abgewichen; die goth. labiale media geht im Auslaut stets in v über, z. B. goth. liubs, ahd. liep, pld. leiv; goth. thiubs, ahd. diep, pld. deiv; goth. daubs, ahd. toup, pld. dov I. a. und statt der goth. dentalis aspirata fteht durchweg die media, ģ. B. goth. thu, pld. du; goth. rathjo, pld. raed; goth. brôthar, pld. braude; goth. blôth, pld. blaud u. a.

2) Vocale. 3in Vocalismus zeigt die Mundart eine vors wiegende Neigung zu Längen. So klingt z. B. das a felbst vor zwei folgenden Consonanten (liquida cum muta) entschieden lang in: hâlm, kâlv, Kalb; hâlv, halb; schalk', Schalt; dâmp, Dampf; sânk, Sang; hâls, dânk, stânk **), Gestant; drânk, Tranf; wând, rânk, Ranke; lâng, bând, hånd, lând, rând, sând, plânt, Pflanze;

*) (8 ist also nicht ganz richtig, wenn behauptet wird, daß mit deutschem Munde ein auslautender Consonant nie weich gesprochen wird. (cf. E. Srüger: Uebersicht der heutigen plattd. Spr. Emden 1843. S. 19.) Ist nämlich hinter dem weichen Cons. ein Vocal abgeworfen, so daß der Cons. dadurch auslautend wird, so behält er in unserm Dialeft stets seinen weichen Laut. Dies ist außer dem Imperf. Conj. noch der Fall im Dativ. Sing. der starken Declination, bei den Subst. die sich im Nhd. auf e endigen, wie: Baed, die Bitte; Höd, die Höhe; Paed, die Pferde u. a.; ja selbst ohne eine solche Abweichung, wo er also reiner Auslaut ist, klingt er bisweilen weich, z. B. Maed, Meth u. a.

**) In st und sp wird das s rein und scharflispelnd (nicht wie scht) gesprochen.

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