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Zu den Münchener Bruchstücken von Marienlegenden. Von Hermann Schnell 427 Die Mäusethurmsage in Siebenbürgen. Von R. v. Wislocki

Der König und die Mäuse

Die böse Stiefmutter

Von den drei Frauen. Von Demselben

Die lustigen Nachbarinnen.

Kluge Frauen, dumme Männer
Die drei klugen Frauen.
Die genarrte Schwiegermutter
Segensprüche. Von J. H. Gallée.
I. Schlangensegen

II. Wurmsegen

III. Blutsegen

IV. Augensegen

V. Weder den Scitten.

VI. Zur Gebürtshilfe.

VII. Gegen Epilepsie

VIII. Gegen febris cotidiana

Zu Gerhard von Minden. Von R. Sprenger

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Der heilige Kumernus oder die heilige Wilgefortis. Von K. Rehorn
Verzeichniß der in der erzbischöflichen Diocesanbibliothek in Erlau vorhandenen

altdeutschen Codices. Von S. Singer .

Bruchstücke aus Strickers Karl. Von K. Bartsch
Zum Willehalm Wolframs von Eschenbach.

.

Von S. Singer

LITTERATUR.

Antonio Palomes, Re Guglielmo I e le Monete de Cuojo. Von Felix Liebrecht..

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Einige Beiträge zur Geschichte der Frauen. Von Felix Liebrecht. (Schluß

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ANMERKUNGEN ZU HEINRICHS VON FREIBERG

TRISTAN.

VON

REINHOLD BECHSTEIN.

In der Florentiner Handschrift (F), die Gottfrieds Tristan und Hartmanns Iwein enthält, findet sich bekanntlich auch, unmittelbar auf Gottfrieds Dichtung folgend, Heinrichs von Freiberg Tristan. Beide Tristanepen wurden von Müller im zweiten Bande der Sammlung deutscher Gedichte nach einer Abschrift, welche der Canton Zürich von der Originalhandschrift hatte nehmen lassen, abgedruckt. Über den Abdruck des Gottfried'schen Tristan fällte E. von Groote in der Einleitung (S. LXVI) seiner Tristan-Ausgabe (vom Jahre 1821) ein wenig günstiges Urtheil. Indessen habe ich mich überzeugt ich besitze eine Collation v. d. Hagens mit der Florentiner Hs.*) — daß der Abdruck doch nicht ganz so übel und unbrauchbar ist, als es nach v. Grootes Worten scheint. Gar manche Fehler fallen nicht dem Abschreiber und Corrector, sondern schon dem ersten Schreiber zur Last.

-

Bedeutend mehr Correcturen des Müller'schen Abdruckes (M) finden sich in v. d. Hagens Collation des Tristan von Heinrich von Freiberg. Ein Theil dieser Correcturen erstreckt sich auf Abkürzungen, die bekanntlich in den jüngeren Handschriften häufiger sind als in den älteren. Schon aus dem Urtheile v. d. Hagens, daß die Florentiner Hs. des Gottfried'schen Tristan aus dem 13. Jahrh. stamme **), müßten wir schließen, daß der Tristan Heinrichs von einem anderen Schreiber herrühre.

*) Es ist wohl die, die v. d. Hagen im 4. Theil der Minnesinger S. 611 Anm. erwähnt: „Aus der Florenzer Hds. (139 Bl., 4) habe ich 1817 den Müllerschen Abdruck berichtigt."

**) V. d. Hagen im Grundriß (S. 123), ebenso Maßmann in der Ausgabe (S. 591). Nach der Beschreibung scheint mir F in den Anfang des 14. Jahrhs. zu gehören. Dazu bestimmen mich auch zwei Äußerungen v. d. Hagens in der Vorbemerkung zu seiner Collation. 1. Die Reime [d. b. die Reimzeilen, Verse] abwechselnd eingerückt, nur die obere Zeile mit großen Buchstaben, hinten keine Punkte. 2. Das i hat einen Strich.

GERMANIA. Neue Reihe XX. (XXXII) Jahrg.

1

Ausdrücklich bemerkt aber v. d. Hagen gleich im Anfange seiner Collation: Scheint von anderer, größerer Hand, mehr Abkürzungen. Alle Zeilen gleich vorgerückt und mit großen Buchstaben." Und öffentlich bemerkt er im 4. Theil der Minnesinger (S. 616, Anm. 2): Heinrichs Fortsetzung findet sich nur in zwei Hds., und vollständig allein nur in der Florenzer, es scheint, von späterer Hand, als Gottfrieds Gedicht. (Er meint natürlich: von jüngerer Hand). Rechnen wir aber auch die zahlreichen Fälle ab, wo v. d. Hagen die von Müller aufgelösten Abkürzungen des Originals wieder in ursprünglicher Gestalt in den Druck einzeichnete, so ist der Abdruck des Heinrich bedeutend weniger gut gerathen als der des Gottfried. Wahrscheinlich hat der Züricher Abschreiber die jüngere Schrift nicht so leicht lesen können als die deutlichere der älteren Zeit. Aber man wundert sich doch, daß Müller, der zwar einen genauen, aber wie schon aus der Auflösung der Abkürzungen hervorgeht, keinen streng urkundlichen Abdruck zu liefern beflissen war, so unsinnige Fehler durchließ, die jedem aufmerksamen Leser sofort auffallen mußten.

So begegnen gleich im Anfang eine Menge t für c, hervorgerufen durch die Ähnlichkeit der beiden Buchstaben: vundit (= vündic) 5*). sin nit (sinnic) 5. stit (= stic) 58. senetliche 63. herte (= herce, herze) 70. luchtenburt (= burc) 75, trotzdem vorher luchten burgonoys steht. trut (= truoc), grut (= gnuc, gnuoc) 125. wert (= werc) 81. Dieser Verwechselung verdanken wir ja auch den Namen Vribert 82, der dann auch in der Überschrift in Capitalschrift figurirt. Später werden die falschen t seltener, aber für weninc (= wênic) kommt 389 doch noch wenint vor; 1044 ist das Wort wenic sogar in went verwandelt. Wenn für ot (ôt, oht, eht) oc gesetzt wird, das vielleicht einen Anklang an ouch haben mochte, so wollen wir das dem Herausgeber nicht weiter übel nehmen. Ich unterlasse es noch weitere Fehler dieser Sorte anzuführen, da sie sich Jedem, der auf sie aufmerkt, zu Dutzenden darbieten.

Umgekehrt findet sich e für t, aber selten, z. B. chyof für thyost 1757 (während vorher 1749 ganz richtig gelesen ist), ellenchefte für ellenthefte 2004.

Vielleicht wegen Mangels an Lettern läßt Müller kein & (= ü und e) setzen, sondern nur einfaches u, wie ja auch die Hs. meist

*) Citirt ist nach den Zahlen in v. d. Hagens und meiner Ausgabe, die nicht durchaus mit denen bei Müller stimmen. Die betreffenden Citate stehen aber, wenigstens zu Anfang, immer in der Nähe und sind leicht zu finden.

bietet, aber nicht durchaus; er löst auch auf, z. B. geheuge: teuge 27 fg. gleunder 50. Auch uo verwendet er für ů: betruobet 182.

Die Hs. vermischt nach der Sitte der Zeit vielfach s und z; Müller geht noch weiter. So bietet der Druck ein wirres Durcheinander. Beispiele verlohnen nicht. Manchmal corrigirt er auch richtig die Überlieferung, z. B. amis für das hsl. amiz 61. Auch sonst noch bei ihm einzelne richtige Verbesserungen, z. B. sie statt sin (: hie) 3512. kurtoys statt kurteys (luchtenburgonois) 73. vrunt statt vurnt 2496. Im Ganzen sind aber die Fehler der Hs. treu bewahrt.

Eine gewisse Normalisirung zeigt sich bei Behandlung der Eigennamen, die in der Regel klein geschrieben erscheinen. Aber es kommen auch einzelne mit großen Anfangsbuchstaben vor; diese sind ebenfallls gegen die Hs. klein geschrieben, z. B. reymunt st. R. 77, kaedin 91. caridol 1578. gawan 1855 ffg.

In der Auflösung der Abkürzungen begegnen wir cherlei Fehlern. Die Vorsetzsilbe ver, in Abkürzung v, aufgelöst, während sie ausgeschrieben als vor erscheint. vor ist öfters zu ver- verwandelt, z. B. vermezzen 920.

auch man

wird in ver Aber auch

Allerlei kleine Versehen: o statt v, v statt u, ie statt i, r statt n u. a. brauchen nicht einzeln angeführt zu werden. Es mögen nur noch eine Reihe stärkerer Fehler folgen, die v. d. Hagen ohne die Collation der Originalhandschrift schwerlich hätte verbessern können; manchmal gibt die falsche Lesart auch einen Sinn. dar (statt clar) 558; ähnlich ist verdagen (vorclagen) 2998. unter (vuter, vuoter) 580. biner (siner) 686. vulle (wille) 745. air (an) 807. sie (hie) 807. und (vil) 905. nar (lac) 957. quer (einer) 1600. hilf (hilt, hielt) 2164. Der zuletzt angeführte Fehler würde wohl bei einigem Nachdenken corrigirt werden können. Derartige Fehler sind ferner sin (für min) 1090. kumt (kunic) 1219, smcher (sweher) 1475.

Die Collation v. d. Hagens gibt uns nun ein Bild der Originalhandschrift. Freilich scheint er mit seinen Eintragungen nicht auf alle Einzelheiten Rücksicht genommen zu haben. So wird im Anfang u mit e bezeichnet (u), später aber nicht mehr. Es ist doch nicht anzunehmen, daß der Schreiber das e später ganz verschmäht habe. Sodann ist und immer in un corrigirt. Da liegt doch die Vermuthung nahe, daß vn geschrieben stand. Hätte v. d. Hagen nur eine Bemerkung über sein Verfahren gemacht, dann hätte er sich getrost die Mühe der Veränderung des u in v ersparen und sich mit jener Abkürzung begnügen können, die uns nur andeuten soll, daß das Wort nicht in voller Form vorliegt. Sonst aber macht v. d. Hagens Collation

den Einruck einer mühseligen und zuverlässigen Arbeit, die ihm nicht allein für seine eigene Ausgabe sehr zu statten kam, sondern die auch mir ausgezeichnete Dienste leistete.

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Betrachten wir nun die Überlieferung, soweit wir sie im collationirten Abdrucke zu beurtheilen vermögen, so müssen wir sie als eine im Ganzen gute anerkennen. Vollkommen gut ist sie aber leider nicht. Ganz abgesehen von den verschiedenen Auslassungen, die sich der Schreiber oder sein unmittelbarer Vorgänger zu Schulden kommen lies (V. 1026. 1218. 1280. 1292. 1634. 5108. 6720, von M. einigemal unten an der betreffenden Stelle, von v. d. Hagen consequent durch Punkte im Texte bezeichnet), finden sich doch recht. viele Verschreibungen, Ungenauigkeiten, Auslassungen. Bei den meisten dieser Schreibfehler liegt die Verbesserung nahe, zumal wenn sie im Reime stehen, z. B. quan statt quam 776. vazzer statt wazzer 1572. mager statt mäger, manger 923 und so öfter. mutschal statt muntschal 3031. wode st. wolde 3062. brach st. bracht 658. geschich st. geschicht (: licht) 233. gezil st. gezilt (schilt) 5609. vur st. vru, vrů 2037. vrusten st. vursten 512. vrit st. wirt 5868. pfalc st. pflac (: tac) 6455. erbort st. erbot (ysot) 95. kart = kraft 1426. Alle Fehler solcher Art sind von v. d. Hagen corrigirt. Nur in einzelnen Fällen brauchten sie in der folgenden Lesartensammlung berücksichtigt zu werden. Nun gibt es aber auch Fehler in M, die schon schwerer wiegen und deren Verbesserung nicht so ohne Weiteres geschehen kann. V. d. Hagens Textherstellung wird in den meisten Fällen durch Hs. O bestätigt. Es mag daher nach Betrachtung dieser jüngeren Überlieferung auf einzelne gelungene Lesungen v. d. Hagens besonders aufmerksam gemacht werden.

Aus der Sprache der Hs. darf vielleicht geschlossen werden, daß für den Schreiber auch einigemal eine zweite Kraft eintrat, aber nur auf eine kleine Weile. Von Vers 3909 an (in M's Abdruck S. 29, Spalte 2) beginnt auf einmal ein ganz anderer Dialekt. Statt aventuwer oder abentiwer erscheint aventeuwer; ferner eu in trew, treuwe, deuchte 3939, für î stellt sich ei ein: leip: weip; reich: gleich; sei: pei u. s. w., sogar kaedein: dein. Ganz entsprechend begegnet auch au für û: trauten 3941. Aber ganz consequent ist dieses österreichische Intermezzo nicht durchgeführt. So steht doch himelrich: gelich 3923. hundelin (: mein) 3969. kaedin (: mein; M hat min) 3993. [zit bei M 3956 ist in F zeit]. Für loube 3964 sollte man laube erwarten, für vorneme (M verneme) 3952 würde ein Österreicher doch verneme geschrieben haben. Auch V. 4001 (M S. 30, Spalte 1) tritt der erste

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