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Svelh man sin gut zv gar verthut, 475 Der nimt, mag er, ander gut.

Dv salt niht zv allen ziten lan Diu zvuersicht an gire bestan. Sves mut an boser gire belit, Dem horet got niht zv aller zit. 480 Behaltu dines vriundes rat,

Den er dir durch gut geraten hat:
Sin wille ist daz er dir vrume
Vnd nicht zv schaden chume.
La des todes vorchte sin

485 Durch di arbeite din.

Swi der tot nicht si gut, Dines lebens er doch ende tut. Dv salt dins wibes rat vertragen, Ob si dir icht gutes chan gesagen. 490 Ez ist vbel der niht mag sin leit

Vertragen, daz erz nicht geseit. Dv solt mit allen sinnen Dine altvorderen minnen. Besvere niht diner muter mut, 495 Ob du wilt sin dem vater gut.

Ditz virde ist von der sicherheit.

Gerstu daz dir gegeben

Werde ein sicherlichez leben,
So heiz dir thvn zv aller stunt
Dise wort mit lesene chvnt:

500 Da wirt dir etslich ding erchant
Daz du mides san zvhant.
Versma schatz vnd ander gut,
Wiltu haben ringen mut.
Richithymes girigere

505 Sint allecalle betelere.

So du nimst deheine war [f. 8"] Wiez vmbe din dinch var, So gi (1. gich) niht deheine vrist 'Selde ist blint', des sie nicht ist. 510 Dir gebristet nimmer gutes,

Ob du zv uil nicht mutes, Vnd wiltu daran genug han Mit dem du dich wol macht began. Schonheit du dich vlizen solt. 515 Wis phenningen zv mazen holt: Niemand ist der sich an schatz

chere

Sver wil wesen sorgen lere. Schaffe daz du sis gesunt, So bistu riche zv aller stunt. 520 Schatz hat ein sicher richer man, Der des libes nicht mag gehan. Wand du durch lere hast ver

tragen

Daz du von meistern bist geslagen, So vertrage vnd habe verchorn 525 Schiere dines vater zorn.

Wirb ein ding daz dir vrume Vnd mide daz dir zv schaden chume.

La dich der arbeit verdrizen,
Der du nicht macht genizen.
530 Macht du icht vergeben lien,
Das saltu nicht verzihen.
Sver guten luten wol thut,
Der gewinnet michel gut.
Svaz dir an dinem wane ist,
535 Das irvar in chorcer vrist.
Ein dinch grozen schaden birt,
Daz von erst versumet wirt.
Als dich hat vberladen
Der minnen gelust mit schaden,
540 Von luder du dich chere,

Daz din lip minne sere.
Svenne du betrachtes wol, [f. 8]
Daz man di thier worchten sol,
So gebiete ich dir e

545 Daz du einen man vorchtes me.
Ob din lib dir stark ist,
So lerne wisheit vnd list:
Machtu dise zvei gehan,

So machtu sin ein starker man.

550 Habe diner vriunde rat,

So ez dir chymerliche stat: Ez ist nimand besser arzat Dan ein vriunt, der den hat. So du einnes gesellen ruchest 555 Oder einen triuwen vriunt suchest, Suche einen, der si guter site: Eines richen du nicht en bithe. So du mit sunden schulde Verwirches gotes hulde,

560 So buze selbe daz ist min rat:

an vremden tode niht heiles stat.

Cere mit eren din gut, Vlivh eines girigen mvt. Dvrch waz wirdestu riche, 565 Ob du lebes ermeliche?

Gerstu daz dir si gegeben,

Di wil du lebes ein selig leben,
So schaffe daz dir din myt
Vor bosen vrovden si behvt.

570 Gebe dir dekeine witze got,
So habe nicht alter livte spot.
Iglichem alten volget mite
Ein theil chintlicher site.
Lerne erstlich chunst mit vrummen,
575 Wand wirt dir daz gut benomen,
So blibet bi dir der list

Vnd let dich nicht sva du bist. Vil stille suigende dage [f. 9"] Vnd merke waz igliger sage. 580 Di livte helen vnd tvn chynt

Ir site mit worten zv aller stunt. Wis zv dem liste din nicht laz Ob ie du chanst in deste baz. Die sorge als gvt ze listen ist 585 Sam di hant, di hilfet den list.

Enruch nicht chumphtlich geschit; Dv salt ouch den tod vorchten niht, Wand den tod vorchtet niman, Der leben vorsmahen chan. 590 Von dem gelarten lerne;

Lere di vnchunstigen gerne: Ez ist recht daz man mere Aller guten dinge lere. Trinch zv maze in aller stunt, 595 Ob dv welles sin gesvnt. Iglich wollust mag machen Eines sichtumes sachen. Svelch ding du offelichen lobe[st] 12),

Sich daz du immer so getobest, 600 Daz dir das loben werde leit, Wand ez were ein unstetecheit. Also dir din dinch wol ste, So vorchte daz dir missege: So aber dir misselinge,

605 So habe gut gedinge.

Wis zu der lernunge bereit,
So meret sich din wisheit.

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615 Chunst, des schame dich nicht. Sver iht chan, der hot lobes vil: Ez ist schamec sver niht lernen wil. Nim thygend in din gemvthe, vliug strit, durch zorn niht wute. 620 von vberminne vnd vbertranch Manigem wollustigen misselanch. Vliuch einen vbelgemuten man, Der truret vnd suigen chan. Es geschet ofte dem stade 625 Von stille stende (1. stendem) wazzere schade. So dich dunchet alleine, Daz din selde si zv chleine, So saltu rechte nehmen ware Viez vmb eins anderen selde ware (l. vare).

12) Von späterer Hand nachgeschrieben.

630 Dv salt dich daran wenden Daz du macht volenden, Wand sver sich niht vor arbeit Behvtet daz wirt im leit. Dy salt wider einen rechten man 635 Vnrechten strit nimmer han. Got rihthet zv allen ziten Gerne vnrechtez striten. Missehabe dich niht, wis ane zorn, So du din gvt hast verlorn; 640 Wis vro vnd habe guten mvt,

Dv gewinnes doch wol ander gvt. Der schaden mit gelde losën muz, Dem wirt etsvenne sorgen buz. Man muz vil gutes lazen varn, 645 Daz man den lib mvge bewarn. Mit reinem bete ere gote, Hastu gesvndet an sime gebote. Laz chalb vnd ander oppfer wesen; Mit riuwiger buze mustu genesen. 650 Dv salt vil schire entwichen [f.

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TH. v. GRIENBERGER, ZUR DEUTSCHEN HELDENSAGE.

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Schalkheit saltu gerne miden,
Ob du nicht wilt schaden liden:
Sver ein schale ist ane not,
665 Der bereitet dicke sinen tot.
Dv salt der knechte schonen,
Di dir dinen durch lonen:
Gedenke daz ir einer ist
Ein mensch als du selbe bist.
670 Dy salt din ding vorbesehen,

So mag dir nicht misseschehen,
Noch beginnest darnach streben
Daz du e hize von dir geben.
Nimt der tod einen vbelen man,
675 Des saltu nicht vrovde han.
Manig selig man stirbet,

Der nach lasteren nicht wirbet.
Hastu nicht gutes vnd ein wib,
So hvte vor gire dinen lib,

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ZUR DEUTSCHEN HELDENSAGE.

Syfridus dictus hûrnein.

In dem Salzburgischen Hofmeistereiurbarbuche der Ämter inner Gebirge saec. 14 (k. k. Regierungsarchiv zu Salzburg, Urbaria 2.) findet sich fol. 14" unter dem Titel Jura civilia dea purchrecht in Officio Chuchel folgende Eintragung:

Itm Johns filig Syfr' dei hürnein d' nouo Orto dñ....

Die Zahl der zu leistenden Denare ist nicht eingesetzt, auch nicht von späterer Hand nachgetragen.

SALZBURG, September 1886.

THEODOR v. GRIENBERGER.

EIN NIEDERDEUTSCHES GEDICHT DES FÜNFZEHNTEN JAHRHUNDERTS ÜBER DAS WELT

ENDE.

Das nachstehende Gedicht, eine Bearbeitung nach dem Scivias der heil. Hildegardis von Rupertsberg III, 12 in Versen, befindet sich in dem Papiercodex Nr. 2194, einem Quartband saec. XV. 5 Blatt zu 32-34 Zeilen von einer Hand in der Darmstädter Bibliothek. Historisch hat das Gedicht keine Bedeutung, auch der dichterische Werth dürfte gering sein, größer aber die Ausbeute für niederdeutsche Sprachformen. Der Abdruck ist ein diplomatisch getreuer, kein kritischer.

Vns hait sante Hildegart vil gesacht,
Dat dar na waer geschach,
Des wyr eyn deil haent geseyn,
Nw hoert, wat sal noch gescheyn.
Ich haen in mynen dagen
Van endekirste horen sagen,
Eyn deil zo we hey komen sal
Ind yrren de welt ouer al
Myt harde wunderlichen seden
Hey sal komen gereden
Gekroent syn pert sal haen
Eyn hoefft, hort ich saen,
Eyme grymmen lewen gelich,
So gerecht verwylt hey sich,
Dat hey vur eme voeren deit
Eyn vanen bedut gerechticheit.
Hey vort dan seluer eynen bogen
Myt eynre stralen vp gezogen,
Eme volget dan na eyn wyff,
Der is dilde alle er lyff
Van harde groesser vn voeren
De sal meysteren al hoeren
Ind ouch all hoerere,
Dyt helt sy dan vur ere.
Vrauwe babilon dar mit vert,
Sy sal ryden dan eyn pertt,
Dat sal seuen hoefft haen,
Bucken gelich sal id syn gedaen
Myt gewalt, so wa sy begertt,
Zo leste verdrat sy dat pert,

F. W. E. ROTH.

Dat sy neder vallen sal.
Syn ander gesinde dat moes al
Als moere syn gedaen
Der pert sullen hoeffte haen
Boeser wolue gelich,

In der hant voert er eckelich
Sulche koluen, sulche geryn
Ind doent geboit irs herin,
Demones heist man sy samen,
Sy haent doch alle sunder namen.

Zo den seluen zyden
Sal der vnselich ryden
Gelich dem gebere

Recht, as hey sy der here,
De vns alle geschaffen hait,
Der werde hey dan sait
Slechte lugen vur war zale
In dem lant ouer alle,
Want hey mit behendicheit
Ind der duuel mit gewalt deit
De zeichen, de Cristus hait gedaen
Sunder dru, de sal ich uch saen,
De doden sal hey laissen doit,
Ind geyn steyn en wirt eme broit,
Wasser enwurt eme neit wyn,
Dese dru moesen hey lassen syn.
Doden doit hey doch vp staen
In des duuels geiste dar yn gaen.

Der werde sy doch neit endogen
Essen noch drincken sy enmogen.
De duuel sus de doden draen,
Neit stedes leuens sy en haen,
Neirgen der duuel begeit.
Zo hantz hey eynen doit sleit
Sus gedanem gerichte hey deit
De mit ydelicheit vmb geit.
Ind delit verue synen lyff,
Den hait leue dat dilde wyff.
Sy is ouch van den synnen
Wylt eman Cristum mynnen,
Dat clait sy yrme heren

De doet en zo hantz besweren
Ind den lyff eme engesten,
Alsus sal hey pyngen de besten
Myt allen boesen wercken
In sal alle vndait stercken
Dat sullen weder sprechen dan
Tzwen propheten vil gode man
De Cristus deit leuen noich,
Dat is Helias ind Enoch.
De sullen eme dan weder staen,
De sal hey zo letst doit slaen,
Want sy dat beste sullen leren,
Alsus sal hey dat volck verkeren
Bis vp de leste zyt.

Als dat volck dan den iamer seyt
Dat ich aff sagen sal,
So bekerent sy sich dan al,
Dan ylent sy zo der doeffen
Ind wyllent balde intloeffen
Dem duuel ind den synen,
Dan enroeckent sy, wat pynen
Sy durch dat recht dolen,

So sal sy Cristus zo lest holen
Zo eme in syn riche,
Des gunne hey vns eweliche.

Nw wil ich uch vort sagen
Van den lesten funffzeyn dagen,
De sente Jheronimus vant,
Hey hait id vns vmbe gewant
Vs dem Hebreschem in dat latin,
Hey deit id vns in duytschem schyn.
Vsser den iodeschen boichen den eirsten
De aldesten ind de gehersten

Hait sy der heylge man genomen,
Alsus synt sy herkomen.
Dese vele groesse wunder

Er eickelich hait dar syn sunder.
Dat wunder alle den dach steit,
Des nachtes id weder geit,

De wunder nu neit engescheynt,
Ich en weis neit, wanne de dach leynt
Manchen mach jamer dar na,

Dat hey dede syn ende alda,
Hey soulde dan sulchen iamer seyn,
Eme soulde genade dar aff gescheyn.

Des eirsten dages vp geit
Dat mere deiff ind breit
Ind alle waesser ouch also
Veirtzich lateren ho

Bouen allen bergen schyn
Er engeyn sal de breider syn
De richte vp hart als eyn muren
Dat sal alle den dach duren
Ind ouch also de nacht,
Dat is groesse godes kracht
De wasser dan alle stille steyn,
Dat sy her noch dar en geyn.

Des anderen dages sullen sy weder
Syncken vnder de erde neder
Blso deyff, als sy ho waren ee,
Man sal sy kome kunnen geseyn,
So deyff soullen sy vnder de erden leyn.

Des dirden dages laissen sy dat
Ind gent weder vp ir stat,
Recht als eirst waren,

Da zo worens in manchen iaeren.

Des veirden dages sal man seyn
Groessen iamer gescheyn,
Dan wurpelt dat mer bouen sich
Alle deir samenclich.

Ouch hort man sulchen wunder,
Sy haent alle namen sunder,
De moessen zo samen grymmen
Ir eickelich na synre stymmen.
Sulche huylen, sulche luyn
Manchen iamer dat sy doen,

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