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darf, noch wie Moses Wasser aus den Felsen schlagen, oder wie Christus in Wein verwandeln kann, so muß er sich Mit einer andern, von dem Volke willig anerkannten Autorität und Gefahr seiner Weihung begnügen, und sie zu behaupten»' wissen. Nämlich er muß wirklich inwendig heiliger, und auswendig ehrwürdiger scheinen, als andere Menschen, und um kein Heuchler zu seyn, muß er sich bemühen, jenes zu werden. Die hohere Heiligkeit aber drückt sich, wenigstens nach der Meinung, in der möglichsten Enthaltung nicht nur von der Sünde selbst, sondern auch von allem demjenigen aus, was von ferneher zu ihr führen kann, obgleich die wahre Heiligkeit sich eigentlich am besten in der Nahe der Sünde bewahrt, wie die Gemahlin des Sene» sehalls von Aquileia ihren heiligen Schlafgenossen aus dem Walde zu belehren wußte. Die äußere Ehrwürdigkeit aber besteht in dem, was man iw jedem Zeitalter dafür halt, waren es auch nur auf» geschlagene Hüte zum schwarzen Gewand.

Nun ist aber, was die gesellschaftlichen Spiele und andere Belustigungen betrifft, nicht zu laugnen,

erstlich, daß viele derselben, und gerade die
unschuldigsten, etwas haben, das nicht ehr-
würdig aussieht, und einen liefern Grad von
Vertraulichkeit unter den Teilnehmenden vor-
aussetzt, oder nothwmdig nachzieht, als sich
mit der Würde des geistlichen Amtes vertragt,
i B. Blindemaus, Plumpsack, u. a.
» Zwei»

* Mveitens, nur selten in größern Gesell» schaften, und in gemischten wohl nie ist der Pfarrer aller Mitglieder derselben so versichert, daß er gewiß seyn kann, daß die sittlich begon» nene Belustigung nicht in Uebermaß ausschweifen, oder ein Einzelner wenigstens im frohen Muth sich etwas unschickliches erlauben werde zu sagen oder zu thun, wo alsdann der Pfarrer , wenn er' nicht durch Aufbruch beleidigen will, leicht in Verlegenheit kommen kann, entweder durch Stillschweigen die Unsitte scheinbar zu billigen, oder die Ermahnung des Apostels unnöthiger Weise in Anwendung zu bringen: „Predige das Wort, es sey zu rechter Zeit oder zur Unzeit,"

Drittens nicht einmal jeder Prediger ist sein selbst genug versichert, um gewiß zu seyn, daß er nicht bei den besten Vorsätzen, mit denen er in die frohlichen Kreise tritt, etwas zu viel sagen oder thun werde, und daß nicht aus der anfänglich seltenen Theilnahme Gewohnheit, und endlich ein Hang entstehen werde, der den Segen des Amtes vielfach einschränken könnte. Und gerade wer in diesem Punkt am wenigsten Herr über sich silbst ist, würde die evangelische' Freiheit lustig zu seyn, und allerlei Gelegenheit sie in Ausübung zu bringen, am ersten und öftersten benutzen, «iturg. Beiträge ie. Vd. VII. 8

Nun sagt der Klosterbruder BonasiM.-'

wenn an das Gute,

das ich zu thun vermeine, gar zu nah gar etwas boses giänzt, so thu ich liebet das Gute nicht.

Und wenn er auch damit den Grundsatz einer zu ängstlichen Casuistik sollte ausgedrückt haben, so erhellt doch unabhangig von ihm aus dem bisher Gesagten, wie sehr die moralische Feigheit des. Predigers «n»gesellschaftlichen Spielen und andern Belustigungen Theil zu nehmen durch die Klugheit des Pfarrers wieder müsse eingeschränkt werden, und «s scheinen mir wenigstens diejenigen Geistlichen große Achtung zu verdienen, die Jedem seine unschuldigen Freuden gönnend und segnend, aber einverstanden mit dem Apostel: „ich habe deß alles Macht, nur frommet nicht alles," aus eigener Achtung für die Heiligkeit ihres Amtes und aus Hingebung für die gute Sache desselben an gesellschaftlichen Spielen und andern Belustigungen so selten als möglich, und nur mit großer Vorsicht und Besonnenheit Antheil nehmen.

Christlicher

Katechismus.

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