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schuldtbrieffs. Solch Geld, alles vnd Jedeß soll in 3 Theile getheilt werden, alß meinen zweyn Schwestern Walper vnd Marien vnd meinem Vetter Christoph in gleiche Theilungk.

Das Silbergeschmeidt. Die silberne gurtel, die ihr die Agneta, mein liebes Weib selige, in der Eheberednuß hat außgenomen, die soll dem Geörgen. Darneben beschicke ich ihme den größeren silbernen Becher. Jtem 5 Dukaten, dieselben sollen auß den 51 Dukaten genommen werden. Das andere Silbergeschmeide aber, es sey daheim oder bei der Klotz Peterin,“) sol Alles auf 3 Theil getheilet werden, wie oben steht, Mein Vetter Christoff, Walper und Marien. Von leinen Kleider zusampt dem Bettgewandt, es sey, waß es wolle, daheim oder bey der Klotz Peterin, sowohl das Zinerne vndt Kupferne gefäß, sol solches alles auch auf 3 Theil getheilt werden, Meinem Vetter Christoff, Meinen schwestern Walpern und Marien. Den andern Hauß Rath aber beschicke ich alles vnd Jedes dem Geörgen, Meinem stifsohn. Außgenomen Mein Brautbette, vndt eine gutte Truhen beschicke ich meinem Vetter Christoph. Was aber anbelanget das, waß ich auf diessem Hause zu fordern habe, vndt mir von Rechtswegen zugehöret, beschicke ich Meinem Stiffsohn Geörgen Alles mit einander. Was auf des Michel Richters Hauße mir zugehört, beschicke ich dem Grundsitzer*) Seuerinus Purkert. Was auf des H. Georg Karbathen Hauß Mir zugehört, beschicke ich dem Grundsitzer in gleicher gestalt.

1) Die Familie Klotzmann stammte von einem alten Edelsitz in Reichenau, woher auch ihr Prädicat „von Reichenau“. Sie war aber schon 1410 in Trübau ansässig und gehörte zu den vornehmsten Familien der Stadt, was z. B. daraus ersichtlich ist, dass der Peter Klotzmann, der Mann der schon oft genannten „Klotz Peterin“, am 22. August 1616 bei der Eheberednis des Edelmannes Joh. Heinr. Wlachowsky von Wlachowicz mit Dorothea von Zawadsky, der Tochter des Ritters Rafael Zawadsky von Zawadka auf dem freien Hof in Kunzendorf, als Zeuge erscheint, und zwar neben dem Herrn Heinr. Custos Kunieticky von Zubrzj und von Lipka, dem Herrn Christoph Littwitz von Alten-Rauden auf der freien Mühle zu Undangs und dem H. Daniel Kurybas von Bozkowicz.

*) Hauseigenthümer.

Dem Jeronimus Reichel!) beschicke ich auch zwey Dukaten von den 51 Dukaten.

Zur Kircher alhier beschicke ich 20 Thlr. Solche soll mein Vetter Christoff auß dem vnzertheilten Gutt E. E. Rath par zu geben schuldig sein.

Actum Bey Burgermeister H. Geörg Karbath, H. Zacharias Schartt, Iudex, H. Longinus Spindler, H. Zacharias Schmerbauch vndt H. Georg Porstendorfer, Iurati. Anno et die vt supra.

(Orig. v. d. Hand des Trübauer Stadtschreibers Joh. Heiner im böhm. Museum in Prag.)

*) Diacon in Mähr.-Trübau 1605–1607, Diacon in Kunstadt 1613, Pfarrer in Rothmühl 1613, wieder Diacon in Trübau 1613–1617. Im Jahre 1651 waren nach ihm noch 75 f. Schulden unbezahlt.

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Das letzte Gegenreformationspatent Ferdinands II. für Innerösterreich vom 1. August 1628.

Mitgetheilt von W. A. SchMIDT, ev. Pfarrer in Görz.

Nachdem die ligistischen und kaiserlichen Heere Böhmen niedergeworfen, ja bis an die Nord- und Ostsee vorgedrungen waren, konnte Kaiser Ferdinand II. zum letzten Schlag gegen die Akatholischen Innerösterreichs ausholen, der insbesondere den Adel treffen sollte.

Il wof (Der Protestantismus in Steiermark, Kärnten und Krain vom XVI. Jahrhundert bis in die Gegenwart, 1900) erwähnt dies bedeutsame Schlussmandat (S. 171) zuletzt, wenn er auch seinen Inhalt nicht richtig wiedergibt. Das Landesarchiv zu Graz besitzt einen Abdruck davon, aber es ist bisher in keine Sammlung aufgenommen. Das der vorliegenden Wiedergabe zu Grunde liegende Exemplar ist im Besitze des k. k. Landesgerichtsrathes Herrn Emil Rizzoli in Rudolfswerth; die an einigen Stellen vorhandenen Lücken des brüchig gewordenen Papiers konnten, dank der Güte des Herrn Prof. Dr. Loserth, durch die Vergleichung mit dem Grazer Abdruck ausgefüllt werden.

Das Patent unterscheidet sich, eben als wesentlich dem Adel geltend, im Tone vortheilhaft von früheren. Auch in einem im Laibacher , Rudolfinum“ (Fasc. 54 d) vorhandenen, gegen die evangelischen Wippacher gerichteten Befehle Ferdinand II. vom 18. Februar 1598 heisst es, wie in ähnlichen, kurz und bündig, dass die Evangelischen, wenn sie im Lande bleiben und sich nicht bekehren, » mit dem strang vom Leben zum Todt hingericht werden sollen“. Hier ist nur von der Austreibung innerhalb eines gewissen Termines, nicht einmal von der unbedingten Confiscation der Güter die Rede; im Gegentheile, es wird den Evangelischen ein Termin zum Verkauf ihrer Güter gestellt, und der Bezug ihrer Fideicommisseinkünfte sogar feierlich zugesichert, überdies der Zehent vom Fortzuge bis zum Verkauf der Güter erlassen. Freilich steht auf einem anderen Blatte, wie sich in Wirklichkeit die Ausführung dieser scheinbar milden Bestimmungen gestaltete. Sehr beachtenswerth ist die im Patente wiederholt ausserordentlich gerühmte Loyalität der getreuen Stände, die sie vor dem Widerstande gegen ihre Obrigkeit in ihrem lutherischen Gewissen zurückschrecken liess, obwohl er zu seiner Zeit des Erfolges ziemlich sicher gewesen wäre. Infolge dieses Mandates verliessen über 800 Adelige Innerösterreich, darunter Angehörige der ältesten und reichsten Geschlechter, die fähigsten Köpfe, die gewandtesten Politiker, die geschicktesten Vertheidiger der Landesautonomie. (Vgl. Il w of a. a. O., S. 173 f.) Das 8140, Cm. lange Zeilen umschliessende Patent (81, X 59, Cm.) ist mit meist deutschen Holzschnittlettern gedruckt; der Wechsel von deutschen und lateinischen ist bei der Wiedergabe nicht nachgemacht. Das einleitende W ist reich ornamentirt.

Wir Ferdinand der Ander von Gottes Genaden | Erwöhlter Römischer Kayser zu allen Zeiten Mehrer dess Reichs in Germanien zu Hungern vnd Behaimb | etc. König | Ertzhertzog in Oesterreich | Herrtzog zu Burgundt | Steyr | Kärndten | Crain vnd Württemberg in Ober vnd Nider Schlesien | Marggraff zu Mähren in Ober vnd Nider Laußnitz | Graff zu Habspurg vnd Tyrol | etc. Entbieten allen vnd jeden vnsern Landtleuthen vom Herrn vnd Ritterstandt | in vnsern J. O. Erbfürstenthumben vnd Landen | Steyr Kärndten | vnd Crain gesessen | so diß Vnser General Mandat vernemmen werden Vnser Käys. vnd Landtsfürstliche Gnad | vnnd alles guts. Euch ist sambt vnd sonders wie auch sonst männigklich zu benügen bewust | ob wir wol von Antrettung vnserer Landtsfürstlichen Regierung selbiger vnserer J. O. Erbfürstenthumben vnd Landen Vns außsonderen zu dem Heyl: allein Seelig machenden Röm. Catholischen Glauben habenden schuldigen Christlichen Eyfer Krafft tragenden Landtsfürstlichen Gewalts | vnd von Gott empfangenen Obrigkeitlichen Ambts nichts mehrers angelegen seyn lassen als denen in selbigen Vnsern J. O. Erblanden eingeschlichnen vnd allzuweit vberhandt genommen schädlichen Glaubens Vneinigkeit vnd Spaltungen zu remediern auch alle vns von der Göttlichen Allmacht vndtergeben | vnd anuertrawte Vnderthanen nach vnserer Möglichkeit von den Irrthumb ab: vnd auff den Weg der Seligkeit zu laiten; Inmassen wir dann zu dem ende die Außschaffung der Sectischen Praedicanten vnd baldt darauff weder denen Nobilitierten Personen wie auch in den Städten vnd Märkten | sambt der Bawrschafft auff dem Land die heylsambe Glaubens Reformation furgenommen folgends nach vnd nach allerhand hailsambe general vnd special Mandata, daß niemand auff vncatholische Oerter zur vermaynten Beicht vnd Communion, Kinder tauffen | oder Ehelichen Copulationen sich begeben | Ite vnserer Landleut | vnd anderer Personen verwäiste Kinder vnd Pupillen | mit Catholischen Gerhaben versehen | vnd die Jugendt nit an vncatholische Ort oder Uniuersiteten verschickt werden sollen außgehen vnd publicirn, ja noch zum Vberfluß allererst newlich solche generalia widerumben vernewern

vnd etwas schärpffen lassen | daß wir doch biß anhero Vns aller milde | sanfft: vnd Langmuthigkeit gegen vnsern vncatholischen Landtleuthen deß Herren vnd Ritterstandts gebraucht Vnd mit der angedeuten Reformation gegen jhnen zuuerfahren genädigklich vnterlassen haben: alles in Hoffnung sie wurden auß solchem allem vnser wolmeynende Intention mehrers apprehendiern | jrem ewignen Heyl alles angelegenen Fleisses eyferig nachgedencken | vnd in jhrer vhralten Gottseeligen Voreltern vnd Vorfahren vestigia endlich eintretten; damit also in vnßern J. O. Erblanden die einig: vnd Einträchtigkeit des Glaubens vnd der Gemüther wider eingeführt | vnd allerseits ein besseres Vertrawen gepflantzt vnd erhalten werden möchte. Nun haben wir zwar mit sonderbarem Trost vermerkt vnd wargenommen | daß dise vnser zu Befürderung der Ehr Gottes vnd jhnen vnsern Landtleuthen zu Nutz | Heyl auch zeit: vnd ewiger Wolfahrt gemeynte Christliche gute Intention nit allerdings fehlgeschlagen | sondern ein guter Theyl derselben jhren Irrthumb verlassen | vnd sich zu dem vhralten Catholischen vnd Apostolischen Glauben bekehrt haben. Wann nun aber ein Anzahl noch vbrig seyn | bey welchen diese vnsere jnen gnädigklich zum besten gemeynte Sorgfältigkeit auch die zugelaßne lange Zeit tolerantz vnd conniventz vntzthero noch nicht so weit gefruchtet | daß sie denen andern bekehrten nachgefolgt vnd die wahre Catholische Kirchen einhelligklich erkennt | vnd sich zu derselben begehen hetten | vnd vns aber nicht allein | wie gemeldt | von tragenden Landsfürstlichen

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