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im Kopf, welches schier einer Fraiss gleich gesehen und doch nicht gewöst, also verfallen, dass er umb sein Vernunft und Sprach khommen ist, und allererst über zwei Tagen wider bekhomen. Was ein ernstliches Gebeth zue Guet in so unversehenen schrecklichen Casibus würkhen, das haben wir alle ersehen. Gottlob! Und du, Sigfridt, vergisse es dein Leben lange nicht mit herzlichen Dank gegen Gott, wie auch andere meine Kinder, so dabei gewesen sein, und seiet alle gottesfürchtig und from.

26. November. 1584 uff den Blesi Perg, so ich per 4100 f. khauft, aus Tubingen gezogen. Gott segne mich und die mein daselbs. 27. November.

Camerarius domum reversus anno 1568.

1. December. Martha Spillerin a patre primo omnium mihi desponsata est, privatim tamen. Deum rogo atque rogo ut sit foelix et faustum, ac ad nominis sui divini gloriam animarumque nostrarum salutem pertineat. Anno 1607 hoc mense capta est imperialis civitas Donauwört per Bavarum Maximilianum mandante imper. Rodolpho umb des Corpus Christi violierten Umbgang willen. 2. December. Frater Stephanus Hirsch, cujus iste fuit liber, mortuus Viennae 1583. 7. December. Quod foelix et faustum sit nominique divino gloriosum nobisque utile ac salutare, hodierna die sponsalia celebravit fuitque mihi desponsata pia et casta virgo Martha Spillerin. Deum rogo, ut diu superstites esse possimus et ad nominis tui gloriam ac animarum nostrarum salutem pii vivamus. Amen. Anno 1567. Ist hernach den 3. Julii anno 77 in Wien selig gestorben, da sy ihres Vatters Erbtheil suechet, gab ir Gott den ewigen darfür, hat aber mich betrübten Mann gelassen. Ach Gott, hilf mir bald hinach, ists anders dein Willen und Guet. Amen. 8. December. Doctor Johan Neumon in Christo obdormivit anno 1568.

12. December. Anno 1565 cancellarius Bohemicus cum per pontem longum ) Viennae curru ivisset, fracto ponte una cum curru in aquam cecidisset, defunctus est. 13. December. Hoc die mane hora sexta Viennae audivimus maximum tonitru, quod fulgur etiam praecessit ingens anno 60. 16. December. Anno 1627 natus est Wolfgangus Christophorus S. R. E. V. R(otenburg) filius*). 21. December. Pastor Efferdingensis ex epistola Eph. 1. totum se Hunianum Neocalvinistam prodidit anno 99. Itaque ego ipsi amicitiam renuntiavi juxta illud Tit. 3. v. 10. 22. December. Anno 1557 rediit dominus Philippus Melanthon ex colloquio Wormaciensire inexpedita. 23. December. Umb dise Zeit anno 610 ist das unbezalte kaiserliche Passauische Kriegsvolkh, in die 8000 starkh, in dises Landt ob der Enns heimlich gefallen und merklichen grossen Schaden gethan mit Rauben, teils auch Brennen unangesichts des zwischen dem Kaiser und Kunig, sein Brueder, ist Frieden kurz zuvor beschlossen worden. Man vermaint aber, es sei alles nur ein Spiegelanfechtung gewesen. Tales nunc nostri summi magistratus. Gott seie es geklagt. Ich Caspar Hirsch bin auch umb dise Zeit nachent fast gar blindt worden, anno aetatis meae 73. 24. December. Quam pessime socer meus me exceperit, novit Dominus, maxime vero utrum nocens vel innocens sim. Darumben dass ich wider die Praelaten mich des Dienst halber nit in Recht auf sein höfftig Antreiben einlassen wöllen, hat er mir under Augen gesagt, darumb wöllen er desto weniger von mier halten, idque ter repetit addidit quoque: Er muesse draus abnemen und schliessen, ich werde mich pöser Stükh schuldig wissen. Wie er mich nun drüber aus Herzens!) Joachim von Neuhaus. Vgl. Kalendäfnizprävy, l. c. 75; Leonardo Contarini,

Gesandtschaftsberichte, III, 305, Nr. 151. *) Schiffern.

grunt betruebt und dermassen, dass ich auch profundas lacrimas vergossen, das weis Gott, dem ichs also klagt hab. Der tröste mich jetzt und zu meinem letzten Ende. Im verzeih ichs. Mir ist aber leid, dass gleich mein Schweher ein Instrumentum sein solle, von deme ich sowol als von den Feinden Verbi oblique genannter werden solle. Ich lass aber bei dem Spruch Pauli bleiben: oöSéy ëpxots) aóva:8x &XX aÖx éy toörp Ssätzxap«. 1. Cor. 4. Gott weis es, dass ich umb keins offentlichen und inen bewissen oder mir fürgehaltenen pösen Stücks willen das Recht und Gmeinen underlassen. Gegen Gott bin ich voller pöser Stuckh und Ubertretungen, der reinige mich. Amen. Aber im hab ich mit posen Stukhen nit Ursach geben, vil weniger hat sie mein eigener Schweher von mir erfaren. Sed libera me brevi, o Jesu Christe, fili Dei, Amen.

III. Die evangelischen Prediger Krains im XVI. Jahrhundert.

Von Dr. Th. Elze † in Venedig.
(Schluss) )

M. Truber, Felizian, des Vorigen jüngerer Sohn und letzter Superintendent in Laibach. (S. Elze, D. Superint. in Krain, 52–59; Ders, Pr. Truber's Briefe 494) Dazu bedarf es einiger Ergänzungen und Berichtigungen. Felizian Truber immatriculirte sich bei der Universität Tübingen am 23. April 1569 (Matr.; Elze, Tübingen u. d. Krainer, 70), ward 1575 Baccalaureus und am 30. Juli 1578 Magister (Stoll). In Laibach, wohin ihn als seinen Stipendiaten Herzog Ludwig von Wirtenberg vom 28. November 1580 entliess und sein Vater am 8. Februar 1581 empfahl, erhielt er 200 rthl. Gehalt. Noch im November 1580 hatte er in Krain die Concordienformel unterzeichnet und 1581 war er Mitglied der Revisions-Conferenz der Dalmatin'schen Bibelübersetzung, wofür er 20 fl. erhielt. Im selben Jahre muss er sich verheiratet haben, weil er im Januar 1582 als nun „beheurath“ um Gehaltsbesserung bat. Seine Gattin war Anna geb. Seyerl. Sonach begründete er auch nicht erst 1596 seinen eigenen Hausstand (wie Superint., 53 f., unrichtig gesagt ist), sondern er verheiratete sich als Witwer im August 1576 zum zweiten Male, und zwar mit Elisabeth geb. Glimmer (Mitth). Von seiner Reise nach Wirtenberg 1585 (Auersp. Arch.) zurückgekehrt, zu der er von der Landschaft auch ein Reisegeschenk von 40 fl. erhalten hatte, predigte er auch windisch, obschon noch nicht ganz fertig (Auersp. Arch.). Bei seiner Reise nach Wirtenberg 1591, nach dem Tode seines Bruders Primus in Kilchberg, handelte es sich noch um die Ausführung des , wohlbedächtlich und mit guter Vernunft hinterlassenen Testaments“ (wie die Verordneten a. a. O. sagen) seines Vaters, des alten Herrn Primus Truber. Uebrigens war weder dem Vater noch dem Sohne die krainische Landmannschaft ver liehen worden (wie Superint., 54, gesagt ist), sondern die krainischen Stände rechneten sie mit Recht zu den , Ihrigen“, d i. Beamten und Dienern. Bei der allgemeinen Vertreibung der evangelischen Prediger aus Krain (Real-Encyklopädie, XXI, 374 f.) übernahm die Landschaft Feliz. Trubers Bücher (Elze, Superint., 58) und Haus zusammen um 870 fl. (, Mitth.“). Ausser den (Superint., 53) genannten Werken: Luther's Hauspostille, übers. v. Pr. Truber, Gesangbuch, 6. Aufl., und Dalmatins Gebetbüchlein, 2. Aufl., verdankt die krainische Literatur dem Feliz. Truber auch die Herausgabe von J. Snoilschiks (s. daselbst) Uebersetzung der Auslegung des Lutherischen Katechismus von Phil. Barbatus, Tübingen 1595 (Elze, Slov. prot. Druckschr., 19). Tulsch ak, Hans, vulgo „Scherer“ (was sonst ein auch in Krain verbreiteter Familienname war), auch , Feistenberger“ genannt, vermuthlich von seinem Geburtsorte , Feistenberg“, einem Gute im Neustadtler Bezirke in Unterkrain. Er war anfänglich ein katholischer Priester, begann aber schon 1559 und 1560 neben Vlachovitsch in Metling das Evangelium zu predigen, vertrat 1561–1562 neben Georg Juritschitsch den Prim. Truber, als dieser beim slavischen Drucke in Urach abwesend war, als windischer Prediger in Laibach, wurde von diesem (1562) zu recht frommer Predigt ermahnt und liess sich mit seiner , Köchin“ Katharina („Mitth.) von Juritschitsch trauen, wogegen er auch diesen (s. daselbst) mit seiner „Köchin“ traute. Auch er sollte mit Truber, Juritschitsch u. A. 1562 auf kaiserlichen Befehl gefänglich eingezogen werden, was jedoch nicht zur Ausführung kam. Hingegen wurde er 1563 auf Bitten der Metlinger diesen von Truber als Prediger bewilligt. Doch blieb er hier nicht lange, denn schon am 1. Juli 1564 wirkte er wieder neben Truber und Krell als Diakonus (Arch. des hist. Vereines in Kärnten), als welcher er den Kasp. Kumperger zum Collegen bekam. Während nun nach Krells Tode (1567) die Superintendentur eine Zeit lang unbesetzt war, liessen diese Beiden sich unter Math. Klombner's Einfluss bestimmen, Anfangs 1569 in flacianistischer Weise den Chorrock abzulegen. Während Kumperger sich den Anordnungen der Landschaft fügte, beharrte Tulschak, dem erst noch im Jahre vorher (1568) eine Gehaltsaufbesserung und ein längerer Urlaub bewilligt worden waren, bei seiner Ansicht. Er wurde 1569 entlassen und durch Hans Schweiger, Prediger in Tschernembl, ersetzt. Doch machte man dem Entlassenen im folgenden Jahre (1570) noch

*) Vgl. Jahrbuch, 21, 159 f.

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