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1445 Wan si komen weren
Des nam si groz hele
Als listeeliche redeten si . . .
Der eine solté heizen nizeta
Der ander sol heizen aquila

1450 Do geviel ez au einen tac
Ein groz market da bi lac
Der vischer nam div kint bi der

hant

Zv eime stecken er sie bant

Er bot sie do ueile

1455 Alle die gemeine

Die in der burc waren

Die ilten dar zware

Daz sie die kint gesehen

Sie wilderte waunen sie weren

1460 Oder wanne sie weren geborn

Waz si gevrageten ez was verlorn
Dv kint ez niemanne sageten
Swie vil man ei gevragete

K. A. BARACK.

KONRAD VON ZABERN.

d Die warheit der vil heiligen

schrifft

Die nymät widder driben kan Die sagt vns tzwen kurtz drefflich sprucli

Wol weis daz wir gedechten dran 5 Nu merkent eben frau vnde man Suß fahent die spruch an

Den erst spruch bezuget der lerer Valerius Mir menschen degk herwerbent ye 10 Mit flehe glubd vñ betten Da weger wer daz wir sy nye Vns selbs herworben hetten

Den ander spruch bezugt Vns sant Augustinus 15 Zu wiln verlicht de mëschê got Von zorn vn vngenaden Daz er verseid tzwar sonder spott Von gut vnd riehen gnaden Warvmbe 20 Von vnsei'n schvlden komt diß

dar

Sagt vns die schritt gar offinbair

Wem allirmeynst solliche
geschiecht

Solichs geschieht nu dicke vnd vil
Ser manchem lichten cristen

25 Der libes heil me suchen wil
Dau sine sele zu fristen
Her uß boslisze vnde zehen ich
Daz manche mêschen sicherlich
An vnderscheit beid arm vnde rieh

30 Zum nodenberg |

Zu armeßheim > ist eht daz war (Zu h—enhein J Daz man da seget uffinbar Geeontheit libs heruolgent zwar b 35 Zu schaden groß irn edeln sein Gar sichirlich vor war an fein Diß sag ich tzwar an alles heln Söst went sie notz geschaffet han Vnd drugt sie doch ir dorecht

wan

40 Dem fug der mag diß narheit lan

Wer diß wil grontlich gar verstau
Der sal zu sergelerten gan

1 d klein vorgeschrieben und Platz für eine fehlende Initiale gelaßen. 2 nyemät: der Strich durch das e wie auch die folgenden Correcturen, die ich durch Cursiv bezeichne, ist mit blasserer Tinte gemacht, vielleicht aber doch von derselben Hand wie der Text. 3 saget. tzwene, das letzte e radiert. 4 Woil 5 frauwen.

10 gelubd. 11 were. 15 wilen. 20 dieli. 21 Saget. 23 vnde. 28 mañiche, der Strich radiert. 32 beide Worte radiert, hirtzenhain? vieil, auch hvren. 34 libes.

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Nota quod hoc teutunicum preseiptum nec non latinum infra scriptum est contra hos qui multo ardentius corporis quam anime querunt sanitatem Ignorantes quod infirmitas eis prosit et suspitas impetrata sepius nocet vel si

haberetur noceret etc.

Dies Gedicht findet sich auf Bl. 333 a b des cod. 99 des Bartholomäusstifts (Dombibliothek) zu Frankfurt a. M. Die Handschrift ist auf Papier (auch wenige Pergamentblätter) in fol. von mehreren Händen desX V.Jahrhunderts geschrieben, und enthält vielerlei lateinische Schriften meist theologischen Inhalts. Bl. 331 beginnt die Hand, die auch das Gedicht schrieb und datiert das diesem vorangehende Stück: a. d. 1446 feria 3* post dominicam Iudipa. Die Innenseite des Vordeckels des Codex zeigt folgenden Eintrag: Hunc librum legauit honorabilis magister jungo Frosch canonicus ecclesie sti. bartholomei franckfurdensis ad librarium communem eiusdem oretur pro eo.

Bl. 334 enthält eine lateinische Prosabearbeitung der Gedanken des Gedichts: de penitencia et remissione.

Der cod. enthält nur noch eine deutsche Zeile auf Bl. 335 unterm Text (Aufsatz über die Wunder): die wernt wyl bedrogen sin.

FRIEDRICH PFAFF.

45 woil, 52 mänich radiert. 53 woil. 54 straffunge. 56 er

fei dar an nicht. 57 bye.

NEUJAHRSGRUSS AN DIE FRAUEN VON HANS

KRUG.

Mancher lobt dz im geueltt.
Ich lob die frauwiï außerweltt.
Die gfallii mir in meine hertzñ
Sie künden wenden grossñn
schmertzn

5 WaS ich ansieh ain frâwlin gutt.

So würdt erhöcht mir mein mutt.

WaS ich sy eich ich wird gesund.

Wann mich anlacht ir rotter mund.

Dz macht der edln myne krafl't. 10 Mânicher der würdt sigenhafft.

In aine also groasn streitt.

Da es im also hartt in leitt.

Wan er gedenckt an weibes güett.

So frewett sich dz sein gemiett. 15 Vnd auch an irn scheue leib.

Darub erschreckend nit ir weib.

Die nit also hüpsch sein gestalt.

Die liebe ist gar mânigualt.

Vnd wann du dich kanst wol

zaigu.

20 Vnd frainttlichnu gen aine naigiî.

Es kan nit yedermâ hüpsch sein.

Es gâtt mer lieb zu kürchn ein.

Am suntag vnd ander zeitt.

Die lieb der scheue obleütt. 25 Ir lob dz statt gar vnuerhawû.

Da an den liebn zarttn frawn.

Durch sy man alle kurtzweil treibt.

Von in man lißt singtt vnd schreibt.

Es muß gar ain wilder man sein 30 Im liebtt ain zarttes frewelein.

Doch vindt man noch vil frawn

feind.

Der noch vil in der weltt seind. Die niematz der augn anesicht. Es ist seh ad dz in da geschieht. 35 Von kainer frawn nymer gutt. Welcher hatt ain sólchn mutt. Vnd schendt die frawn zu allti

zeittn.

Vnd wa er sitzt bey den leüttn.

Vnd redt in frefflich an ir eer. 40 Vnd remett eich da also scor.

Vnd dz ist mer dan halb erlogSn.

Es ist seliad dz er hatt gesogñ.

Ainer frawn ir prüstlin zartt.

Ain weib hatt in getragn hartt. 45 Viertzig wochn vnder dem hertzn.

So gar mit also grossm schmertzn.

Vnd schendt sy herttigklich vnd

seer.

Vnd ist von frawn komê heer.

Weiplich pild solt in ein han. 50 Vnd solt sy nit enngeltn lan.

Dz sy gestanden seind in haß.

Dariib Eua den apffel aß.

Sy hett ain krieg da angetraitt.

Daruon die Bibel gar schon saitt. 55 Sy kriegtn wol fünfftausentt Jar.

Die zarttn frawn dz ist war.

Ainer Junckfrawíí ward es kundt.

Die sich der sachn vnderstond.

Maria haist sy außerkorn. 60 Sy ist von Dauids gschlecht ge

bom.

Auß aine edlnn stame hoch.

Die each sich da gar lang verzoch.

In der vorhell wurden sy sprechn.

Herr den Himel solt zerprechn. 65 Vnd kom herab da zu uns heer.

Dein angesicht da gen vns keer.

Wann vns vor lang verhaissn ist.

Dz auch vnser heir Jhus Crist.

Nach der menschlichn natur. 70 Vnd auch durch ebn vil figur.

Vnd die auch alle seind geschehn.

Vnd die prophettn han dz geyehn.

Vnd auch manicher patriarch.

Gar selig ist die edel arch. 75 Da der war gott mensch in solt

werden.

Bey der Junckfrawñ hie auff erden. Maria die geschriffte laß.

i 1. kttnnen. 33 der zu streichen. 40 1. ruemet. 69 1. dy? 68 dz zu streichen? Aus Valentin Holl's Handschrift, Bl. 81*. G. K. FROMMANN.

Ее dz ir da verkündett wz.

In der prophettn büechelein. 80 Wer mag die edel iunckfraw sein.

Die gottes Sun geberñ soll.

Für war sy ist genaden vol.

Sy hett es auff sy nit gedachtt.

Der engel ir die pottschafft pracht. 85 Do erschrack sy in irm mutt.

Sy maint sy wer darzu nit gutt.

Merckt wie der engel zu ir sprach.

Da er die Junckfraw ainig sach.

Sprach Aue gracia plena. 90 Da sprach Maria hec verba.

Mir geschech nach deine worttn.

Sy schloß im auff irs hertzn porttn.

Vnd ward sich da gegn im kern.

Ich bin ain dienerin des herrn. 95 Da empfieng sy den hôchstnn

glantz.

Wol on ain viertzig wochnn gantz.

Biß auff den weichnâchtign inorgnn.

Gebar sy in gar vnuerborgn.

Da wardt es den hürttn bekundt. 100 Dz ist auch war zu diser stund.

Zu Orient soltu verstan.

Da sach man klerlich auffe gan.

Ain sternn der schin also klar.

Es ward drey künign offembar. 105 Sy hettn gewarttet manchn tag.

Des sterens nach der lerer sag.

Man hdrtt die engl singn schon.

Dz gloria auß süessem don.

Biß die edel iunckfraw genaß. 11 0 Wie scheintt die sunn durch gantzes

glas.

Also gebar die Junckfraw werd.
Den künig von himel auff die erd.
Nach menschelichm hail vnd wesnn.
die edel iunckfraw woltt erlesnn.

115 Da von der haissnn helle pein.

Gott ward zu aine kündelein.

An dem weichnâchttign tag.

Dz lob ich dir Maria sag.

Dir vnd auch alln frawn fein. 120 Vnd deine liebn kündelein.

Vnd hett ich aller menschn zungn.

Mir wer dannocht vngelungn.

Dz ich ir lob thett außsprechn.

Ich wölt mich also gern rechn. 125 An aine yppign grobnn man.

Der frawn vbel rednn kan.

Weß schontt er nit der magett

werd.

Die in gebar auff dise erd. Vnd deines pruders nach der sypp. 130 Vnd rechens her nach Adams ripp. Billich erest der mutter sein. Wann sy ist auch die Schwester

dein.

Dz wolgebenedeütte weib.

Sauber mit vnuersenttm leib. 135 Die edel iunckfraw vor vnd nach.

Meine wortt daniematz verschmach.

Du bist Ezechielis portt.

Daruon ich auch offt hab gehortt.

Das sach man in auß vnd ein gan. 140 Ain iungling der wz wolgethan.

Die portt die pleibt gar vnuerseert.

Dz ist die magtt maria wertt.

Des vnuermäligtn leib.

Dich ern pillich alle weib. 145 Du haust gen gott gar schon verriebt.

Vnd Euá krieg haustu geschlicht.
Das scheuck ich alln frawn zwar.
Zu aine newn sálign iar.
Vnd habt ain kláin von mir ver-
güte

150 Auch dise red der Krug thutt.

131 1. die. 134 1. vnuerserttem. 139 1. Dar.

LTTTERATÜR.

W. Scherer, Zur Geschichte der deutschen Sprache. 2. Ausgabe. 8. (XXIII, 660 S.) Berlin 1878. Weidmann. 10 M.

Das Neue, welches die zweite Auflage des Schererechen Buches bringt, sind werthvolle Beiträge zur Charakteristik des Mannes und seiner Stellung zur Wissenschaft.

Als vor einem Decennium die erste Auflage erschien, da ist durch dieselbe und ihr Beispiel der sprachwissenschaftlichen Methode frisches Blut zugeführt worden. Selbst solche Forscher, welche sich in manchen Beziehungen in einem Gegensatze zu Scherer wißen, unter ihnen der Referent (vgl. morphol. Unters. I. Vorwort), haben gern anerkannt, daß und wie sie von Scherer gelernt haben. Der von Scherer angerührte Stein ist ins Rollen gekommen. Mehr als je sind die Fragen nach den Principien der vergleichend-historischen Sprachforschung zu ihrer Entscheidung zugespitzt, ist eine Revision der sprachwißenechaftlichen Methode ernstlich in Angriff genommen. Voller Spannung durfte man der neuen Ausgabe entgegensehen: mußte es sich ja jetzt zeigen, wie der Verfaßer einer Bewegung, die wesentlich von ihm selber ausgegangen, zusieht und in dieselbe weiter thätig einzugreifen gedenkt. Aber seltsame Enttäuschung! Es stellt sich heraus, daß Scherer an dem Neuen und Besten, welches er in der Sprachwissenschaft leistete, so zu sagen eigentlich persönlich unschuldig war! Was jemanden sein genialer Instinct in einer glücklichen Stunde finden läßt, daran sichert er sich seinen bleibenden Antheil erst durch ernste Denkarbeit, durch beharrliche Verfolgung des Gefundenen bis in seine letzten Consequenzen. Bei Scherer ist von allem dem keine Spur. Er fühlt, daß es jetzt an ihm ist, sich mit den Principienfragen auseinanderzusetzen; darum redet über „Principien" ein ganzes Capitel (S. 16 ff.). Abeles redet eben nur darüber oder — darum herum. Dieses Mannes Art ist es nicht, Gedanken bis zu Ende zu denken. Andere unterzogen sich der oft sauren Mühe, über die von Scherer vor 10 Jahren glücklich in Mode gebrachte „Formübertragung" oder „falsche Analogie" sich viel den Kopf zu zerbrechen, die Anwendbarkeit des neuen Erklärungsprincips hin und her, nach theoretischer und praktischer Seite, zu erörtern. Diese anderen ernten dafür nur den kalten Hohn und Spott des Verfassers: sie haben aus der „Formübertragung" einen „sprachwißenschaftlichen Modegötzen" gemacht (S. 26, Anm.). Die Unglücklichen! Ihr Hauptverbrechen war, eigene Gedanken neben dem Schererschen und über diesen hinaus gehabt zu haben. Eine Angabe von Gründen, warum die „Modegötzendiener" auf falsche Bahnen gerathen, erspart sich leider der vornehme Bahnbrecher, во daß man nicht einmal darob mit ihm discutieren kann. Leute, welche ganz genau der Grenze sich bewußt sind, von der ab sie mit einem bestimmten methodischen Princip zu operieren pflegen, schreckt man nicht mit dem Vorwurf der „Modegötzendienerei"; sie empfinden das als einen Erguß lächerlicher Gedankenlosigkeit. Will man etwas gegen das Gebahren solcher Leute thun, so weise man ihnen nach, daß sie die Grenze für

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