صور الصفحة
PDF

25. (23.) [Jusuf überwindet den ilkhan von Bagdad und tötet

ihn, 1410 bis 1411.] [D]arnach als der Josep das chönigreich einnam, do pot im der chönig von Babiloni zu, das er im das chönigreich einantwort wann 5 es zn seinem chönigreich gehörett and sein stal darinn war. Und es wer nicht pillich, das er das chönigreich inn hett, wann er nicht geadelt darzu wer, wann er nur ein schlechter landßherre were; uud do das der Josep vernam, do pot er im hin wider, wie er doch ein hauptman dorinn müst haben, so pet er in, das er im das

io gunnat und ließ in hauptman sein, so wolt er die müntz in seinem namen schlagen und alles, das im zugehörett, das wolt er im geben. Unnd des wolt der chönig nicht thun, wann er hett einen sun, dem wolt er das chönigreich geben. Und dornach cham der chönig von Babilon mitt L thausendt mann zogen auff den Josep; und do der

io Josep sein gewar wardt, do zog er im entgegen mitt LX thausent man und chamen auff ainer hayd zusamen, die ist genandt Achchum * und do vachten sie mittainander; do lag der chönig unter und gab die flucht in ein stat, die pey der hayd ligt; do zog der Josep im hinten nach und ving in in ainem hauß und schlug im

20 den kopff ab und besaß dornach das chönigreich wider.

26. (24.) [Schiltberger kommt zu Miran.-Schahs sohn Abubekr.

Dessen große körperstärke.]

[D]a des Themurlins sun, der genant was Miranschach des

streyts unterlag und köpfft wardt von dem Josep, als es vor ge

25 schrieben stet, dornach cham ich zu seinem sun, der genant was

Abubarckir und do war ich vier jar pei. Und dornach als der chönig

von Babilon auch tot ward von dem Josep, wie oben geschriben

* 1 Der ilchan Achmed Ben üweis, der nach verschiedenen wechselfallen des schicksals sich wider in den besitz von Bagdad gesetzt hatte, wollte Kara Jusuf aus Aserbeidschan vertreiben, erlitt aber in der nähe von TabTM eine niederlage; er wurde auf der flucht gefangen genommen, worauf ihn Kara Jusuf auf verlangen seiner emire hinrichten ließ (Weil V, s. 141). 2 Der ort der entscheidungsschlacht zwischen Achmed und Kara Jusuf welcher in den andern quellen mit keinem eigenen namen bezeichnet wird, lag zwei meilen von Tabris entfernt (Deguignes IV).

stet, da nam der Abubarkir ein landt ein, das ist genant Erei' und das gehörett zu dem chönigreich zu Babiloni. Es hett auch der Abubarkir ein pruder, der was genant Mansur2 und der hett ein landt inn, das ist genant Erban; und do schicket er zu im, das 5 er zu im chäm; und das wolt der Mansur nicht thun; also zog er auff in und ving in und hett in ein weyl in gevancknuß, dornach hyeß er in würgen und dornach nam er sein landt ein.

Es ist auch ze mercken, das der Abubarkir also starck was das er mitt ainem pogen als die haiden füren durch ein wagensun

10 schoß, das das eysen an dem pfeyl durch den wagensun ging und [der schafft] dorinn steckett. Und den wagensun mitt dem pfeyl darinn hieng man für ein tor zu ainem wunder in des Themurlins haupstat, die ist genant Samerchandt. Und do das chönig soldan höret, das er als starck was, do schickt er im ein schwert, das war

i5 XII pfunt swäre und das schatzt man umb thusent gulden. Und do man im das swert pracht, da hieß er im ein ochsen pringen pei dreyen jaren und da wolt er das schwert an versuchen; und da man im den ochsen pracht, do schlug er in mitten von ainander in ainem streych; und das thett er, die weil der Themurlin lebet.

20 27. (25.) [Schiltberger zieht im gefolge eines tatarischen

thronbewerbers in das reich Kiptschak.]

[B]ey dem Abubackir was aines chönigs sun auß der grossen

Thartaria und dem cham potschafft auß Thartaria, das er chäm,

wann man im das chönigreich wolt einantwortten. Also pat er den

äs Abubackir, das er im erlaubt zu ziehen in Tartaria; und des wart

er gewert. Also zoch er in Thartaria mitt VI hundert pferden;

do cham ich selb V zu im und zugen mitt im in die grossen Thartaria.

Ir solt auch wissen, durch welche lant er zoch.

Am ersten zoch er durch ein landt, das ist genandt Strava

30 und in dem land wachsen seyden *.

*

1 Hammer hatte in der ausgabe von Penzel die lesart Kray vor

sich, bringt aber die richtige emendation Irak. 2 Obwohl sich dieser

name unter den söhnen Miran-Schahs nicht findet, ist die möglichkeit

nicht ausgeschlossen, das einer derselben ihn als beinamen führte (Hammer).

3 Strava ist nach einigen das alte Hjrkanien, nach andern nur ein teil

davon, der auch als Caspiana bezeichnet wird. (Baudrand s. 662.) Die

daher bezogenen seidenstoffe nannte man nach dem lande »le sete

stravagi«. (Ramusio 73e.)

Und dornach durch ein landt, das ist genandt Gurscy und do sein Cristen in und haltenn cristenlichen glauben und Sant Jörg ist hauptherre in dem lande.

Dornach cham er in ein landt, das ist genant Lohinschan und 5 do wachsen auch seyden innen.

Und dornach durch ein landt, das ist gnant Schurban und do wechst die pest seyden, da man die gutten tücher auch auß macht zu Damasck, zu Kaffa und zu Bursa, in der hauptstadt in der Thürckey; und man pringt auch die seyden gen Venedig und gen 10 Luka, da man den gutten samet würckt; es ist aber gar ein ungesunts landt. •'

Und dornach zoch er durch ein landt, das ist genant Sawram.

Und dornach zog er durch ein landt, das ist genant in Thatriß Temurcapu und das haist das eysnen thor und scheytt Persia und i5 Thartaria.

Und dornach kam wir in ein stat, die ist genant Orgentz ' und die ist ein mächtige stat und leyt mitten in ainem wasser und das ist genant Edil.

Und dornach zog er in ein lant, genant Stzulet, und ist ein 20 pirgisch landt; und in dem land sind auch vil Cristen und haben ain pistumb dorinn; und die priester sein parfüeser ordens und sie chünden kain latein und was sie singen oder lesen, das ist in der thatrischen sprach; und das ist dorumb erfunden worden, das die layen dester stercker auff dem glauben sind. 25 Und also spricht der thatrisch pater noster2: [A]tha bisum chi kockchta sen; alguschludur senung adung; kellsun senung hanluchung; bolsun senung erckchung, aley gierda u-chokchta; [wer wi]sum gundaluch ottmeckchimisny bugun; koybysuniasachin, aley bis koyellum [?] bysum iasochlomusny dacha; koyma bisni [sunamachka;

illa gartha [?] wisni] gemandan.

*

1 Es darf uns kein großes bedenken erregen, daß die von Schiltberger durchwanderten gebiete nicht der geographischen lage entsprechend aufgeführt sind, da ja auch an andern stellen unsers textes sich ähnliche verstoße finden. Daher muß es als überflüssige mühe bezeichnet werden, wenn Bruun in Orgentz (Origens) eine lokalität am westufer des kaspischen meeres mit aufbieten aller gelehrsamkeit nachzuweisen bemüht ist. 2 Die richtigstellung dieses in den handschriften ziemlich verdorbenen textes verdanke ich der güte des herrn Doctors Fritz Hommel.

Es •werden auch vil haiden verchert in cristelichen glauben, davon das sie die wort verneinen und versten, was die priester singen und lesen.

Und dornach zog des chönigs sun, der genant was Tzeggra,

6 als oben von im geschrieben stet in die grossenn Thartharia und cham zu dem herren der genandt was Edigi und der hett im verschriben und potschafft gethann, und das er chäm, so wolt er im das chönigreich einantworten. Und do des chönigs sun genant Tzeggra zu dem Edigi cham, do lag der Edigi die weyl ze feld

10 und hett sich besamelt und wolt ziehen in ein lant, das ist genant Wissibur. Es ist auch zu mercken, das in der'grossen Thartarei gewonheit ist•, das der chönig in der grossen Thartarei ein obman hatt ob im und der hatt gewalt zer welen ein chönig und abzesetzen und hatt auch gewalt über die landßherren; und der obgenant Edigi

i5 der was obman in der zeitt in der Thartarei. Es ist auch zu mercken, das der chönig und der obman in der Thartarei und die landßherren umbzihen mitt weyb und mitt chind und mitt vich wintter und summer und allwegen ze velt ligen; und woe der chönig leyt, da müssen pei im ligen hundert thausent [man und sein] hütten.

a0 Nun heb ichs wider an: Unnd als der Zeggra zu dem Edigi cham, darnach zoch er mitt im in das obgenant landt Wissibur und zugen zwei monadt, ee das sie chamen in das landt. Und in dem land ist ein perg der ist genant Arbuss' unnd ist zwounddreyssigk tagweid lanck; es mayn auch die leutt, die da selben

25 sitzen, das an dem endt des pergs da gett ein wüsten an und die selbig wüst sei am end des ertrichs; es mag auch nymandt durch die wüsten chomen, noch wanung dorinn haben von gewürm und thyer wegen. Und in dem obgenanten perg, do sein wild leut, die chain wanung haben pei andern menschen und sie sein über rauch

s0 an dem leyb, außgenummen an den henden und unter dem antlütz und Jauffen als andere thier in dem perg und essen auch laub und graß und was sie anchomen. Und der herre des obgenanten lands schenckt dem Edigi ein man und ein weyb der wilden leutt, die hett man in dem perg gefangen, und dreu wilde roß damitt, die

»5 man auch gefangen hett in dem perg, und die roß sein in der größ

* 1 In den bisher erschienenen ausgaben fehlt dieser name; Hammer riet auf den Altai, Howorth (s. 271) auf den Ural.

als ein esell, and auch vil mancherlei thier, die in thentzschen landen nicht sein und auch die ich nit nennen chan. Auch sein in dem obgenanten lande Wussibur hüntt die ziehen in den charren und in dem wintter in den schliten; sie müssen auch ettlich wotseck tragen 5 über landt und sie sindt in der größ als die esell und in dem land essen sie die hündt. Es ist auch ze mercken, das die leutt in dem land gelauben an Jesum Christum, als dann die heylligen drey chönig glaubten darnach, als sie das opfer prachten Chrisjto gen Betleheim und in sachen ligen in dem crippelin; und desgleichen lassen sie in

10 dem land machen unsers herren pild in ainem crippelin, als in die heylligen drey chiJnig gesehen haben, da sie im das opferr prachten und in anpetten, und machen das auff in irem tempell und peten davor. Und das volck das in dem glauben ist, das heysset Uygiur; und in der Tatarei ist auch vil volcks, das den glauben hatt'.

15 Es ist auch gewonhaitt in dem land, wann ein jüngling, der chain weyb hatt, stirbt, so nemen sie allerlay spilleut und legen dem toten sein pestes clait an und legen [in] in ain par und machen ain himel über die par; und das jung volgk legt auch sein pestes clait an und gett vor anhin und die spilleut mitt in; und vater

so und mutter und die freuntschafft gen noch der par. Und also wirt er von dem jungen volck und von den spilleuten mit grosser freud und mitt gesang zu dem grab getragen; aber vatter und mutter und die freund, die gen nach der par und clagen; und wenn sie in dann begraben, so pringen sie ir essen und ir trincken und haben

25 grosse freud; und vater und mutter und die freund, die sitzen besunder und clagen; und wenn sie das verpringen, so nemen sie vater und muter und belaitten sie wider in ir hauß oder woe sie wanung haben und clagen sie dann; und das verpringen sie in der maß, sam er hochtzeit hab, darumb das er chain weyb hatt gehabt.

80 Auch in dem land paut man nichts dann prein und essen auch nicht prot.

In dem land und pei dem allen pin ich gewesen und han es gesehen; und die zeitt bin ich gewesen pei des obgenanten chönigs sun, der genant was Tzeggra.

*

1 Da die Uiguren Buddhisten waren, so erhält Neumanns vermutung, dass unter der hier beschriebenen religion der Buddhadienst zu verstehen sei, ihre bestätigung.

« السابقةمتابعة »