صور الصفحة
PDF

schlüssell mitt im haim piß morgens, so thnt er wider auff'; und das thun sie darumb, das sie sorg haben, die Walchen gewinnen in die stadt an, wann sie ain stundt gewonnen wart von dem chönig zu Czipern2. An der porten zu Allexandria do ist ein schöner

5 hocher thuren und es ist nicht lange zeitt, das auff dem selbigen thuren ist ein spigell gewesen* und do hat man in gesehen von Alexandria huntz gen Cipern auf dem mere, wann sie auß oder einfuren oder was sie theten, das sach man alles zu Allexandria in dem spigell, wann der chönig von Cipern krigett die selben

i0 zeitt mitt Alexandria und chünt der stadt nichts angewinnen oder thun von des spigels wegen. Do cham ein prister zu dem chönig von Cipern und sprach, was er im geben wolt, so wolt er den spigell zuprechen; da verhyeß im der chönig, wer das er den spigell zeprüch, so wolt er im ein pistum geben in seinem land,

i5 welchß er wolt. Also ging der priester zu dem pabst zu Rom und nam von dem pabst urlaub und sprach, er wolt gen Alexandria und wolt den spiegell zeprechen und das mocht er nicht thun, er verlaugnat dann cristenlichs glauben; da erlaubt im der pabst, das er verlauget mitt den wortten und nicht mitt dem hertzen;

20 unnd das thett der priester von der cristenhait wegen, wann die Cristen grossen schaden namen auff dem mer von den haiden. Also hub sich der prister von Rom unnd cham gen Allexandria und becherat sich in der haiden glauben und lernat ir geschrifft und wardt ein haidnischer priester und wardt ir prediger und lernat

25 und predigt in haidnischen glauben wider cristelichen glauben und sie hetten in inn grossen eren und wirden, darumb das er ein christen priester was gewesen und glaubten und getrautten im gar wol unnd sprachen gen im, welchen tempell er wolt inn der stadt, den wolten sie im geben sein lebtag. Es was auch ein tempell mitten in dem thuren, da der spigell auff was ' und denselben tempell begeret er von in sein lebtag und den gaben sie im unnd den schlüssel zu dem spigell, do was er IX jar auff und dornach pot 5ier dem chönig von Zipern auff ein zeitt, das er chäm mitt galein, so wolt er den spigell zuprechen, wann er hett in in seiner gewalt, unnd das er im ein galein schickt, wan er den spigel zuprüch, das er dann auff einer galein dorvon chäm. Also chamen vil galein eins morgens früe, do zeprach er den spigel und tett drey schleg

* 1 In den meisten städten des morgenlandes gab es okellen oder khane. Sie dienten zur bequemlichkeit der kaufleute, sowie zur sicherstellung ihrer waaren und bestanden aus einem hofe, der von gebäuden umgeben war, in derem unterm stockwerke sich gewölbte niederlagen befanden, während die oberen räume als wohnungen oder speicher benutzt wurden; das eingangsthor wurde des abends geschlossen (Ebers I, s. 331). 2 Es ist hier die in das jahr 1365 fallende ein

nahme Alexandrias durch Peter von Lusignan, könig von Cypern, gemeint, wobei dieser von den Genuesen, Venetianern und Rhodisern unter-' stützt wurde (Bruun). 3 Dieser spiegel auf dem Pharos ist in ähnlichei weise bei Makrizi beschrieben (Bruun).

schiltbergcr 6

10 mitt ainem grossen hamer, ee das er in zuprach; und von dem clang des spigels erschrack das volgk inn der stadt und waren alle auff und luffen zu dem thuren und umbgaben den thuren, das der prister nyndert dorvon mocht; da sprang er ab dem thuren durch ein venster in das mer und viel sich ze tot. Nicht lang dornach do

"cham der chönig von Cipern mit grosser macht auff dem mer und gewan Alexandriam die stadt und hett sie drey tag inn; dornach zog chönig soldan auff in, da mocht er nymmer pleyben; da prennat er die stat auß und ving das volgk und füratz mit im hin mit leyb und gut und weyb und chindenn.

20 47. (44.) [Der riese Allankassar und sein schienbein.]

[E]s ist gewesen ein reck, hatt geheyssen in haydnischer sprach Allankassar * und der ist gar ein langer und grosser man gewesen und ist gewesen inn Egiptenlandt in der stat zu Missir und die Cristen hayssentz Kair und ist chönig soldans hauptstadt und da

25 hatt der reck in der stat XII thausent pachöffen ein mal ain stund' im tag ain pürd holtz pracht, das die XII thausent Öfen haben holtz genug gehabt ze prennen; und ein iglicher peck hatt im von seinem ofen ein prot geben ze lonn und also hatt er ein tag XII thausent prot gaß. Und desselben obgenanten recken ist ein schin

30 pein in Arabia in einem pirg zwischen zwaier perg und do ist gar ein tyeffs tal und das tal ist ein ejittel velß; und in dem tal rintt

ein wasser und das wasser rintt alß dieff in dem tal, das man es

* 1 Nach Abd-Allatif befand sich oben auf dem Pharos eine moschee (Bruun). 2 Bruun hatte hier die lesart Allenkleisser vor sich und hält sie für eine verderbnis aus Aliskander d. i. Alexander der große, weshalb er in der hier erzählten legende eine der vielfach verbreiteten Alexandersagen vermutet. 3 Tautologische zusammenstellung.

nicht gesehen mag, man hört es nur seusen; und in dem selben tal ist des obgenanten recken schinpein ains gelegt zu ainer prücken '; und wer dohin chömpt reyttend oder geend, der muß durch das schinpein außzihen; es ist auff ainer straß do chauffleut hinchomen

5 und da durchzihen, wann es ist gar eng in dem selben pirg, das man chain weg anders mag gehaben, dann den selben weg; und das pain schätzen die haiden ein ferrsengch; ein ferrsengh ist als vil als ein gutter pogenschuß oder mer; und doselbst nympt man zol von den chauffleutten und von dem selben zol kaufft man paumöl

10 und salben das pain damitt, das es nicht erfaul. Es ist nicht lange zeitt, das ein soldan s hatt ein prücken lassen machen pey dem pain; doch ist es mer dann zwaihundert jar, das die prück gemacht ist worden, wann die jarzal steet geschrieben an der prücken; und die prücken hatt er darum gepaut, wann ein groß

i5 volgk dar chompt als * einher, das man über die prücken zich und nicht durch das pain; aber wer durch Wunders willen durch das pain will zihen, der mag es wol thun und von obentheur wegen, das er davon müg gesagen; und das ist hie zu land ein unglaublich ding unnd ist sicher also.

20 48. (45.) [Die verschiedenen heidnischen religionen.]

[D]ie haiden haben fünfferlai glauben.

Der erst glauben ist das ettlich glauben an in, der hatt gehaissen Ali* und ist ein grosser ächter der Christen gewesen.

Der ander glaub ist, das sie glauben an ain hatt gehayssen 25 Molva8 und der ist ein haydnischer priester gewesen.

Der tritt glaub ist, das ettlich glauben als die heylligen drey

*

1 Bruun verlegt die hier im text angeführte »mit baumöl bestrichene und deshalb von einem vermoderten riesenknochen nicht leicht zu unterscheidende (alte) brücke« in die nähe der beiden ehemaligen festungen Kerak und Schaubek in der sog. Araba, südlich vom roten meer. Mit mehr berechtigung werden wir wohl an eine natürliche felsenbrücke denken dürfen, welche durch ein naturspiel die form eines menschlichen beines darbot. 2 Mit aufbietung vielen scharfsinnes kommt hier Bruun zu dem ergebnis , daß der ägyptische sultan Alkamil, der neffe Saladins, der erbauer der neuen brücke war. 3 bisweilen (?). 4 Die Schiiten, welche den vierten khalifen Ali für den rechtmäßigen nachfolger des propheten erklären. 5 Der molla Hassan, stifter der Assassinensekte (Bruun).

chönig glaubten ee das sie recht worden verchert durch die predig der zwelffpoten '.

Der vierd glaub ist, das etlich glauben an das feur2, das ist in solcher maynung do Adams sun genant Abell sein opfer pracht 5 dem almächtigen Gott da nummen die flammen des feurs das opfer und darumb glauben sie an das feur.

Der fünfft glaub ist, das der mainst tail der haiden glauben an ainen hatt gehaissen Machmet und von dem glauben will ich ein wenig sagen, als es hernach geschrieben stet.

10 49. (46.) [Mohammed und seine Wirksamkeit als prophet.] [D]es Machmett vatter und mutter ist ein arms völckel gewesen und ist pürtig gewesen auß Arabia nnd do er XHI jar alt was do ging er auß von vater und muter in das elend und cham zu chauffleuten und die wolten zihen in Egiptenlant und do pat

15 er sie, das sie in mitt in liessen; unnd do namen sie in auff zu ainem knecht und must in der kamel und der roß hüten. Es ist auch ze mercken, als ich gehört han von den haiden woe der Machmet stund oder ging, so stund allweg ein schwartz wolcken ob im und do die chauffleut chamen in Egiptennlandt so, do schlugen sie

so sich nyder pey ainem dorff und dieselben zeitt was Egipten alles Christen und in dem dorff was ein pfarrer und der ging zu den chauffleiten und lued sie ze hauß, das sie mitt im äsen; und do die chauffleut zu dem tisch gingen, da must der Machmet die weyl bey den camelen unnd pey den rössern pleyben und do sie alle in

2s des pfarrers hauß chamen, da fragt der pfarrer, ob sie alle do wären, do sprachen sie, [sie] weren alle do, dann ein hnab wer pey den camelen und pey den rössern; also lugt der pfarrer hinauß, do sach er ein schwartz wolcken steen ob den camelen, do der Machmet was. Es hätt der priester gelesen in ainer prophezei, das

so ainer solt geboren werden von zwaierlai geschlecht und der solt ein glauben auffpringen wider cristlichen glauben und zu ainem zaichen, woe der mensch ging oder stün, so solt ein schwartz wolcken ob im steen; und do er die schwartzen wolcken sach, do erchandt er wol nach der prophecei, das der Machmet der mensch

*

1 Unter dieser religion ist wahrscheinlich, wie oben s. 40, der Buddhismus zu verstehen. 2 Der Parsismus, die lehre Zoroasters (Neumann). wär, der den glauben solt auffpringen, und do pat der pfarrer die chauffleutt, das sie den chnaben zu im prächten; und do prachten die chauffleutt den Machmet zu dem pfarrer; und do fragt der priester den Machmet wie er hyeß; und do sagt er im sein nam;

s und das fragt er in dorumb, wann er auch gelesen hett, wie er solt Machmet gehaissen werden und solt ein mächtiger herre werden und solt auch die cristenhaitt vast beschweren; und sein glaub solt nicht zu thausent jaren chomen und dornach solt er wider abnemen; und da der pfarrer vernam, das er Machmet hyeß und die

10 schwartzen wolcken ob im sag steen, do west er wol, das der knab der menscli was, der den glauben solt auffpringen, und nam den Machmet unnd satzt in über die chauffleut an den tisch und erpot im grosse ere; und do sie asen do fragt der priester die chauffleut, ob sie nicht westen, wer er wär; [sie sprachen: „Nein; nun er

i5 was zu uns kumen und hat uns gepetten, das wir in mit uns in Egipten faren liessen.] Und also hub der priester auff und sagt in, wie er gelesen het in ainer prophecei von dem knaben, wie er ain glauben auff solt pringen und durch den glauben solten die Christen vast getrückt werden; und do fragten sie den priester wie

20 ers west, das der knab ein glauben solt auffpringen; do sagt er in, wie ers gelesen het, und zu ainem zaichen solt alweg ein schwartz wolcken ob im steen; und do zaigt er in die wolcken, die ob dem Machmet stund, und auch woe der Machmet hinging, do ging die wolcken ob im. Und dornach sprach der priester zu dem

25 Machmet: Du würdst ein grosser lerär und würdst ein besundren glauben setzen unter den haiden und würdst die Christen vast trücken und krencken mitt deinem gewalt und dein geschlächt würdt grossen gewalt gewinnen; nun pitt ich dich, das du mein geschlächt, das sein dieArmeny, mitt frid haltest." Und das ver

so hyeß im der Machmet; und do zugen die chauffleut und der Machmet mit in gen Babilon.

Unnd der Machmet wardt ain grosser maister in haidnischer geschrifft und dornach predigt er den haiden vor, sie solten glauben an Got, der himel und erden beschaffen hett, und

35 solten nicht glauben an die abtgötter, wann sie sein mensches geschöph unnd sie haben oren und gehören nicht, augen und gesehen nicht, mundt und reden nicht und haben füß und gen nicht und mochten in nitt helffen weder an leyb noch an sele; und

« السابقةمتابعة »