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Zwölftes Jahrhundert.

Petrus venerabilis, Graf von Montbossier, geb. in der Auvergne, anfangs Soldat, später Mönch und Abt zu Clugny, wo er im Jahre 1157 starb.

Abälardus, Petrus, aus einem edlen Geschlechte zu Pales, bei Nantes, geb. 1079, wurde durch seine Gelehrsamkeit, aber auch durch seine Häresie berühmt und berüchtigt. Seine Liebe zu Heloise, der Nichte des Canonicus von Paris, hat ihn fast ebenso bekannt gemacht, wie jene. Er zog sich in die Abtei von St. Denis zurück und stiftete später das berühmte Kloster Paraclet, dessen Abtissin Heloise ward. Im Jahre 1828 wurden Beider Leichen in einem gemeinsamen Grabmale auf Pêre la chaise beigesetzt. Das folgende Lied war ursprünglich nur für Paraclet bestimmt. Er starb im Kloster zu Clugny am 21. April 1142.

Hildebert v. Tours, geb. im Jahre 1057 zu Laverdin in der Diözese Maas, später Bischof daselbst und zuletzt Erzbischof von Tours, wo er am 18. Dezember 1134 starb.

Adam v. St. Victor, geb. in der Bretagne 1100, gest. im Kloster zu St. Victor 1177, einer der fruchtbarsten Liederdichter des Mittelalters, durch gewandte Versification, Sprache und lebendige Darstellung gleich ausgezeichnet. Seine Gesänge hat Clichtoveus nach Handschriften der Abtei St. Bictor zusammengestellt.

Flavius, der Verfasser des vortrefflichen nachstehenden Liedes ist nicht weiter bekannt, als durch die Mittheilung desselben durch Cassander.

Hugo v. Orleans, ein Scholastiker an der Cathedrale von Orleans, Zeitgenosse Adams von St. Victor, dem auch das vorstehende Lied mehrfach zugeschrieben wird.

Bernhard v. Clairvaux, geb. 1091 zu Fontaine in Burgund, gest. im Kloster von Clairvaux 1153, ein Zeitgenosse Barbarossa's. Der Cisterzienser - Orden verdankte ihm Aufschwung und Ausbildung und nannte sich später nach ihm ,,Bernhardiner". Von vortrefflichen Eigenschaften des Geistes und des Herzens war er ein Liebling seiner Zeitgenossen, die ihn,,doctor mellifluus" nannten. Von manchen seiner Lieder ist die Aechtheit nicht erwiesen.

Petrus venerabilis.

Gaude, mortalitas

Redit aeternitas,

Qua reparaberis ;
Quidquid de funere
Soles metuere

Iam ne timueris.

Dat certitudinem
Vita per hominem
Et Deum reddita,
Quam in se pertulit
Ac tibi contulit
Morte deposita.

O nova dignitas !
Dat locum Deitas
Humano pulveri;

Nullum se praeferet
Opus vel conferet

Huic tanto operi.

Limus calcabilis,
Nunc adorabilis
Super coelestia ;
Summis virtutibus

Contremiscentibus

Gubernat omnia.

Petrus, der Ehrwürdige.

Freue dich, Sterblichkeit,
Rückkehrt die Ewigkeit,
Die wieder dich verjüngt,
Und was von Sorg' und Noth
In dir wohnt vor dem Tod
Gänzlich zu weichen zwingt.

Dir blüht das Leben jezt
Sicher und unverlegt,

Das dir der Gottmensch gab,
Das er einst bei sich trug
Und auf dich übertrug,
Siegend ob Tod und Grab.

Welch neues Gnadenpfand!
Die Gottheit selber bannt
In Erdenstaub sich ein;
Kein Werk mit dem sich mißt,
Nichts zu vergleichen ist
Mit dieser That allein.

In Himmels-Licht verflärt
Wird jezt anbetungswerth
Erde in Staub zerfall'n;
Vor Seiner Kraft erbebt
Alles, was ist und lebt,
Herrschend ob ihnen all'n.

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Was bei der Welt Beginn
Adams bethörter Sinn
Strafwürdig einst begehrt,
Wird durch Gerechtigkeit,
Nicht durch Hochmüthigkeit,
Nunmehr von selbst gewährt.

Aufgebläht konnte er,

Wie er wollt', nimmermehr
Hinieden göttlich sein;
Nur erst durch Niedrigkeit
Ward ihm Gottähnlichkeit
Und Himmelsmacht allein.

Jhn, der in Wasserfluth,
Der in der Flammengluth
Weiland gewohnt zuvor,
Ihn trug der Gottesfohn
Zu seines Vaters Thron
Gnädig dereinst empor.

Drum Angst und Seufzer weicht,
Von Grund auf weggescheucht;
Für Erdenschmerz und Leid

Gibt's keine Stelle mehr,
Denn hoch vom Himmel her
Kommt Gottes Gnadenzeit.

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