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Spreng' die Felsen mit dem Spieße,
Daß der Lebensquell uns fließe,
Und bei Gott, dem Herrn, vertrete
Uns in brünstigem Gebete.

Bierzehntes Jahrhundert.

Jacoponus, seu Iacobus de Benedictis, geb. zu Todi, im Herzogthume Spoleto, war anfangs verheirathet und verlor seine Gattin durch ein Unglück. Er trat darauf in den Franziskaner-Orden (1221), von wo aus er gegen die Verderbniß der Sitten strenge Rügen ausgehen ließ. Selbst Bonifacius VII. mußte solche von ihm erdulden und warf ihn zu Palestrina in's Gefängniß. Hier dichtete er sein berühmt gewordenes, von Pergolesi componirtes Stabat mater". Er starb im Jahre 1306 und wurde zu Todi begraben.

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Iacoponus.

Sequentia de passione B. Virginis.

Stabat mater dolorosa 95

Iuxta crucem lacrymosa,

Dum pendebat filius;

Cuius animam gementem,
Contristantem et dolentem
Pertransivit gladius.

O quam tristis et afflicta
Fuit illa benedicta

Mater Unigeniti!

Quae moerebat et dolebat

Et tremebat, dum videbat

Nati poenas inclyti.

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Quis est homo, qui non fleret,
Matrem Christi si videret,
In tanto supplicio?

Quis non posset contristari,
Piam matrem contemplari,
Dolentem cum filio!

Jacoponus.

Sequenz von den Schmerzen der h. Jungfrau.

Thränenvoll, in Gram zerflossen,

Stand am Kreuz des göttlich Großen
Mutter, wo er sterbend hing;

Durch das Herz, das Gram durchwühlte,

Das ganz mit ihm litt und fühlte,
Ihr des Schwerdtes Schneide ging.

Wie war traurig, voller Schmerzen,
Die begnadet trug am Herzen
Jhn, den eingebornen Sohn!

Wie sie jammerte und klagte,

Wie sie zitterte und zagte,

Bei des Hohen Qual und Hohn.

Welch ein Mensch sollt' da nicht weinen,

Sieht die Mutter er erscheinen,

In so tiefen Jammers Noth?

Wer nicht mit ihr trauernd stehen,

Wenn die Mutter er gesehen

Duldend mit dem Sohn den Tod.

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