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vsgesetzt all sant Blesis güter, die gelegen sint in der obgenannten kilch höri, daz die 8ch nit sollent zehendes frig sin; endlich solle es nicht auf die bloße Aussage der sankt-blasischen Zinsleute, sondern auf gute Kundschaft ankommen, ob sie dem Deutschhause den Heuzehenten schuldig oder nicht. Geben ze Búkein, an s. Vlrichs tag des heilgen bischofs.

1412. Anna die Maierin von Niderweil bekennt, daß nach einer Uebereinkunft mit St. Blasien wegen dessen Ansprüche an sie und ihren ersten Mann, K. Kamerer, des gotzhus pfrundner 1, erbteils wegen, sie und ihr zweiter Mann, H. Schmizinger, dem Stifte für denselben erbteil vnd ander zůspruch wegen geben sollen 55 Pfund Stäblerpfenninge; ferner solle sie (die Ausstellerin) hinder dem gotzhus beliben mit lib vnd mit gůt, vnd das nienan hin ziehen an kein stat, do es dem gotzhus entwert mộcht werden 2; sie soll den H. Schmizinger jren hindresten man erben vnd nút denne den val geben; sie soll sich ohne Verwilligung des Abtes auch hinenthin nit endren, vnd den hof ze Nider wil dem gotzhus jerlich verzinsen, als der rodel wiset; würde ihr aber der Hof zu schwer werden, daß sie jm nit mocht geraten, so könne sie wieder abziehen, doch nur dahin, wo sie mit dem Shrigen dem Gotteshaus gewärtig sei. Es figelt der from vest ritter, her Eberhard im turm, vogt vf dem Swartzwald. Geben am nechsten sonnentag vor s. Laurencien tag.

1412. Otto d. g. Electus confirmatus constantiensis verlegt dedicationem ecclesie seu capelle Vrberg, tempore retracto et hucusque in dom. proxima ante fest. b. Laurentii solemnisatam et peractam , in diem b. Ciriaci etc. Datum in Clingenowe, xi kal. Decembris.

1 Es war Gewohnheit auf dem sankt-blafischen Schwarzwalde, daß fich alte, einschichtige Leute mit ihrem Vermögen gegen eine jährliche Peibrente an das Stift ergaben, welches daher ziemlich viele solcher Pfründner hatte und wegen der zweifachen Natur ihres bürgerlichen Verhältniffes mehrfache Streitigkeiten bekam.

2 Die sanktblafischen Waldleute hatten schon im 14ten Fahrhunderte angefangen, sich zalreich in die benachbarten Städte zu ziehen, um dort Bürger oder Hintersaßen zu werden, und besaß nun das Stift in einer solchen Stadt nicht auch das Bürgerrecht, so geschah es gewöhnlich, daß ihm feine dahin gezogenen Leute mit ihrem Gut vorenthalten, d. h. entwährt wurden. Ueberhaupt konnten damals Klöster und Adel bei den Städten nur selten eine ersprießliche Rechtsgewährung finden, wenn fie nicht dort selber bürgerlich waren, baber wol die so häufigen Verburgretungen dieser Art.

Bader.

Geschichtliche Notizen.

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Der fleißige Othlo. Dieser Mann war Mönch zu St. Emmeram in Regensburg im 11. Jahrh. und ist als Verfasser einer Lebensbeschreibung des 5. Bonifacius bekannt. Außerdem aber schrieb er viele Bücher ab und hat darüber in der Handschrift zu München, Clm. Nr. 14,756 fol. 111 eine eigenhändige Notiz hinterlassen, die hier mitgetheilt wird, weil sie in mancher Beziehung brauchbar ift. Denn von den Handsdriften, die er verschenkte, kamen mehrere in oberrheinische Klöfter, und da man seine eigene Hand in dem Münchener Coder hat, so läßt fich vielleicht noch erweisen, welche Bücher er abgeschrieben hat.

Libet etiam proferre, quantum reminisci valeo, quot libros quibusdam cenobiis vel amicis tradiderim. Et primo quidem fratres Fuldenses nominare volo, quia pro eo, quod apud eos maxime laboravi scribens, scribique facio libros multos, quos monasterio nostro tradebam, ideo apud nos quoque scripsi libros, quos ipsi non habebant. Tradidi namque eis, sicut memini, VII libellos. Herveldensibus 1 autem II libros. cumque ex partibus illis remeassem et ad Amarbah 2 venissem, tradidi eiusdem loci abbati I librum. postea vero cum fratre nostro Willehalmo profectus dedi ei IIII libros, inter quos erat missalis liber satis pretiosus. Abbati de Campidona 3 librum I, abbati de Lauresheimn 4 I librum. Abbati de Heremitis 5 1 librum. Abbati de sancta Afra * I librum. Episcopo cuidam de Lingones 6 ad nos venienti I librum.

Episcopo de Augusta? I librum. episcopo de Pabinberc 8 I librum. abbati de Eberesperc 9 I librum. ad Altaha 10 11 libros. amicis quibusdam in Poemia positis III libros, amico cuidam in Patavia 14 posito I librum, qui et pergamenum mihi dedit. cuidam nomine de Eihstat 12 I librum. cuidam monacho de s. Burchardo 13 I librum. Abbati de Frisingen I librum. ad Tegrinse 14 II libros. ad Weltinpurc 15 librum I matutinalem scripsi. similiter ad Augiam 16 librum matutinum magnum scripsi, sed exinde sumptus mihi est datus. Ad Prðlense cenobium prope nos positum volumen unum, in quo III libri erant, sed et filio sororis meae ibidem posito I librum variasque epistolas dedi. ad superius quoque monasterium 16 III libros, ad S. Paulum 19 II libros, ad inferius monasterium 20 I librum dedi. praeterea multis aliis dedi vel misi aliquando sermones vel proverbia seu aliqua edificationis scripta. Talia autem laboris mei indicia hic ideo protuli

, ut aliquos monachos otiositati deditos converterem et ad aliquod opus monastericae vitae congruum incitarem; si enim tam magna nequeunt, vel faciliora agere possunt,

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1 Hersfeld in Hessen. 2 Amorbach im Odenwald.

3 Rempten.

Lorld bei Bensheim an der Bergftraße. 5 Einfideln. * in Ausgsburg. Langres. 7 Augsburg. 8 Bamberg.

9 Ebersberg zwischen München und Wasserburg. 10 Niederaltaich an der Donau. 11 Passau. 12 Eichstädt. 13 zu Würzburg 14 Tegernsee in Baiern. 15 Weltenburg an der Donau bei Kelheim. 16 Nei= chenau im Untersee. 17 Prüü bei Regensburg. 18 Obermünster in Regensburg. 19 St. Paul ebendaselbft. 20 Niedermünfter daselbst.

Römische Töpfereien zu Rheinzabern.

Zu den Töpfernamen, die ich in meiner Urgeschichte des bad. Landes 1, 268 angeführt, sind folgende beizufügen, die auf Gefäßen zu Rheinzabern vorkommen: IVNIVS. FATO FEC. (das erste F ist unsicher), STABILIS F. VICTOR FEC. Man hat bis jeßt 84 Brennöfen mit den dazu gehörigen Werkstätten und Trođenschopfen oder Ziegelscheuern auf der südwestlichen Seite von Rheinzabern aufgefunden und die häufig vorkommenden Bilder des Merkur und Vulfan auf den gebrannten Thonplatten lassen feinen Zweifel, daß an diesem Orte viele römischen Feuergewerke waren, deren Fabrikate in den Handel famen. Mit jenen Bildern findet man auch gewönlich zusammen den Apollo und die Minerva, also drei Gottheiten (Merkur, Apollo und Minerva), die nebst Jupiter und Mars vorzüglich in Gallien verehrt wurden, wie Cäsar angibt. Demnach waren unter den Töpfern zu Rheinzabern viele Gallier, was auch die gallischen Töpfernamen beweisen, und ihre Werkstätten gehörten nicht zu der dortigen Besaßung, sonst würden sie das Bild des Mars auf ihre Gefäße geprägt haben. Auch eine Bronzegießerei war zu Rheinzabern, worin kleine Götterbilder verfertigt wurden, die man wahrscheinlid als Laren gebrauchte. In diesem Orte lag eine Abtheilung der 22. Legion, und zwar Menapier, denn der Stempel MENAP kommt auf den Gräbern jener legion vor. Von Rheinzabern aus sieht man deutlich den römischen Thurm auf dem Berge bei Durlach.

Mone.

Sponheimische Beamtenordnung. 1437. Als die Grafschaft Sponheim durch Erbschaft an Baden und Veldenz übergieng und beisammen bleiben sollte, so vereinigten sich Marks graf Jakob von Baden und Graf Friderich III von Veldenz zu einer Verwaltungsordnung des Landes, welche hier mitgetheilt wird. Diese Ordnung betraf lediglich ihre Beamten, also nur einen Theil der Vers waltung, daher weder die gemeindliche noch korporative Administration darin berührt ist, die ihren Mitgliedern überlassen blieb. Man darf annehmen, daß diese Drdnung größtentheils auf dem Herfommen berubte, also den früheren Verwaltungszustand bestätigte, der sich hier: nach sehr einfach darstellt. Die Beamten waren nur zweierlei, Amtmänner und Landschreiber, jene besorgten die Rechtspflege und Verwaltung in zweiter Instanz, und in erster durch die Schultheißen, diese die Finanzverwaltung durch Einnahme und Ausgabe nach höherer Verfügung. Ale waren Einzelbeamten, es gab kein Collegium derselben, sondern das einzige Rathscollegium des Landes war bei dem Fürsten, wodurch es möglich wurde, die Grafschaft mit wenigen Beamten und Kosten zu verwalten.

Diese Einrichtung war von einer Landesordnung noch weit entfernt, einen nähern Schritt dazu ersieht man in der Organisation, die der Bischof Matthias von Speier im Jabr 1470 seinen Beamten gab 1, aber auch dieses Beispiel ist noch sehr unvollständig gegen die badische landesordnung von 1517 und gegen jene, welche der Markgraf Philipp II. 1588 erließ, und wie sie seit dem 16. Jahrh. häufiger wurden 2

Obgleich der Inhalt dieser Ordnungen nicht streng nach den Sachrubrifen unterschieden ist, wie das überhaupt bei den alten Gelegen der Fall war, so hat man dod im Ganzen die Verwaltung hauptsächlich bedacht und deren Handhabung durch besondere Kanzleiordnungen geregelt, welche in der Pfalz mit 1502, in der Markgrafschaft Baden mit 1515 beginnen und bei jeder Erneuerung erweitert wurden. Den Umfang und Inhalt der Kanzleigeschäfte in früherer Zeit lernt man aus den Copialbüchern und Regesten der einzelnen Fürsten kennen, bei manchen derselben, wie in der Pfalz und im Bistum Speier, war schon Zeitschrift, VI.

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im 15. Jahrh. das Ranzleiwesen in der Verwaltung überwiegend, weil man sich wahrscheinlich die Reichskanzlei zum Vorbild nahm, die unter feinem Kaiser im Mittelalter so viel geschrieben und so wenig ausgerichtet hat als unter Friderich III. 3 Es gehört in die Gesdichte der Staatsverwaltung, den Ursprung und die Folgen dieser Einrichtungen zu untersuchen und zu beurtheilen, ich kann darauf nur hinweisen, was auch genügt, um folgenden Beitrag zu rechtfertigen.

Es kommen darin über mehrere Gegenstände der Verwaltung bemerkenswerthe Angaben vor. Für das Staatsrechnungswesen sind in der Instruktion für den Schultheißen Art. 5 die Nubrifen der Einnahmen vorgesGrieben, nämlich I. ständige Einnahmen: 1) Steuern, 2) Zinse, welche Eintheilung ich beim Steuerwesen (f. oben S. 1, 2) erklärt habe; II. unständige Einnahmen: 1) Zou und Accise, 2) gerichtliche Geldbußen, Besthaupt und ähnliche Gefälle. Alle Ausgaben mußte der Landsdreiber mit Quittungen belegen (Art. 9, 22); sie waren zweierlei: I. Ausgaben für Schulden, die bei Gefahr ftipulirter Nachtheile auf einen bestimmten Verfalltag bezahlt werden mußten; diese Poften bezahlte der Landschreiber ohne Anweisung seines Herrn, der ihm dafür die Schuldbriefe zum Vollzug einhändigte (Art. 17). II. Ausgaben ohne Gefahr des Verzugs, die der Landschreiber nach Anweisung bezahlte (Art. 18). Die Verpachtung der Herrschaftlichen Güter (Art. 19) wurde blos durch den gemeinschaftlichen Besiß der Grafschaft Sponheim berbeigeführt, wie aud der Artifel angibt, ist also kein Beweis für ein System der Staatswirthschaft. Für die Naturalbesoldungen war der Selbstbau der Staatsgüter nicht nöthig, die Zehnten und Fruchtgülten dedten den Bedarf für diese Ausgaben.

Die Accidenzen der Besoldungen waren streng auf solche Geschenke beschränkt, die man sehen lassen mußte, 8. h. auf Naturalien, dagegen Geldgeschenke verboten. Der Grund ist unshwer zu begreifen, denn was man sehen laffen darf, das muß man auch rechtlich erworben Haben (Art. 10, 25). Obgleich die böbern Beamten beritten sein mußten, weil die Reitpferde das gewönliche Mittel des schnelleren Verkehrs waren, so wird über die Anschaffung der Pferde doch keine Bestimmung angeführt (Art. 8, 13).

Es scheint, daß nur für Kastellaun ein Amtsschultheiß aufgestellt wurde (wenigstens fommt für die andern Aemter keiner vor), der mit den Dorfschultheißen die herrschaftlichen Einnahmen aus erster Hand besorgte, was wohl nur in örtlichen Verhältnissen seine Ursache hatte, um die Geschäfte der Landschreiberei zu erleichtern und zu sichern. Der Dorfschultheiß als Untereinnehmer hatte feine richterliche Gewalt

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