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bestimmt, also ständig oder vorübergehend. Zu jener Art gehörte die Gränzbefestigung solder Gegenden eines landes, die weder durch Gebirge nod Wasser einen natürlichen Schug hatten. Solche befestigten Linien an der Landesgränze und ihre Vertheidigung bieß man in Nordteutschland und am Oberrhein Landwehren, in der Sdweiz Leginen (im Singular lege), fie bestanden nach dem Vorbild des römischen Gränzwalles in einem Graben und Wal, der auf seinem Kamm mit Heden oder Pfahlwerk besegt war und an den Durchgängen hölzerne starke Gitterthore (Grendel, Serren) mit vorgeschobenen Balken (Riegeln) oder Sdlagbäumen hatte. Das Palisadenwerk war manchmal so hoch, daß man eß mit Leitern übersteigen mußte, wenn man nicht Zeit batte, es umzuwerfen, oder wenn man beimlich darüber kommen wollte 1. Stellenweise stand aud Geschüß auf dem Walle. Bekannt ist die Landwehr an der östlichen Gränze des Rheingaues, die von dem Rhein bis auf das Gebirg 30g, denn der nördliche Theil des Landes war durch das Gebück (Gebirg), der südliche und westliche burd den Rhein geschüßt? Eine solche Landwehr war auch bei Speier 1463 aufgeworfen. Im Züricher Krieg 1440 machte man eine lege von Hirzel bis an die Sihl * Einzelne Forts, die man überhaupt Bollwerke nannte, standen entweder mit der Ortsbefestigung im Zusammenhang oder nicht, in jenem Falle waren sie ein Theil der Festung, wie die Bouwerke, welche die Züricher 1444 um ihre Stadt aufführten, in diesem können sie den ständigen Feldverdanzungen beigezählt werden. Ein solches detachirtes Fort lag auf einer Anhöhe bei Meisenbeim an der Glan, welches zwar die Stadt beherrschte, aber damit nicht verbunden war, so daß sich dieselbe ergeben mußte, als der Pfalzgraf (1461) das Fort erobert hatte 5, Die Beschaffenheit eines nicht befestigten Hauses wird in einer Urkunde von 1306 in Wirtenberg so angegeben: es darf zwei Stodwerke haben, jedes von 11 Schuh Höhe, das untere von Stein, das obere von Holz, den Eingang oder die Hausthüre im untern Sto«, keinerlei Ausladung, Erker oder Vorbau, feine Mauer um das Haus, sondern nur einen Graben, jedoch nicht tiefer, als daß ein Mann mit der Schaufel Erde aus- und einwerfen kann 6.

1 Defensio terræ , quæ vulgo lantwere vocatur. Sie wird mit dem servicium borchwerc verbunden und trat nur im Kriege ein. lifch Urkunden des Geschlechts V. Malgan. 1, 34. 63. 208. Dichachtlan's Bern. Chron. S. 317. S dürens Chron. von Cleve. Š. 37. Lantweren doin graeven. Das. S. 252. 2 Die in den Rindaú Hetten eß gar wol mit Iantwer ung bola werg und mit graben vermacht, und hetten gar gůt gefch i $ darin. Von 1462. M. Quellensamml. 1, 467, 462. Bobmann S. 818. 3 Quel=

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lensamml. 1, 484. 4 Tschachtlan's Bern. Chron. S. 121. 146.5 Tsdjachtlan a. a. D. S. 219. Quellensamml. 1, 450. 6 Schmid's Gefch. der Pfalzgrafen v. Tübingen. Urk.-B. S. 94.

Die vorübergehende Feldverschanzung bestand in Lagern mit und ohne Wagenburgen, in Befestigung des Eingangs der Pässe und in Steinrisen der Defileen, wenn der Feind den Eingang der Pässe erobert batte. Da man im Mittelalter sehr viel Fuhrwerk mit in den Krieg nahm, so benügte man es zur Sicherung des Lagers, indem man die Wagen rings um dasselbe eng an einander und mit dem Deichsel nach innen gefehrt aufstellte und dadurch gleichsam einen Verbau gegen den Angriff der Reiterei machte. Ein solcher Kreis von Kriegswagen hieß eine Wagenburg 1. Blieb das Heer länger an derselben Stelle, so umzog man die Wagenburg von außen mit einem Graben und Wal, nach dem Kunstausdruck: ,,man vergrub sich“, stellte die Gesüße hinter den Wagen auf, dazu die Wepener oder das Fußvolf 2. Die Eingänge der Pässe, die man befestigte, führten entweder durch Thäler, Dörfer oder Waldungen. Jene durch Thäler wurden der Quere nach an den geeigneten Stellen durch Gräben und Mäle versbanzt und hinter denselben die Besaßung aufgestellt 3; jene durch Dörfer durch Balfen verbarrikadirt und die Vertheidiger als Schüßen in die Häuser vertheilt 4; jene durch Waldungen wurden durch Abgraben des Weges und Verbaue geschüßt 5. Alle diese Maßregeln waren zunächst gegen dnelle Angriffe der Reiterei gerichtet. Von den Steinrisen oder Felsenstürzen wurde im Schweizerkrieg 1499 und im Kriege der Tiroler 1809 Gebrauch gemacht. Hatte der Feind den Thaleingang erzwungen, so suchte man ihn auf seinem Marsde burch das Defilé zu vernichten, indem man große Felsenmassen von den Bergen berabstürzen ließ, die Alles mit sich fortrissen und im Thale die Colonne, die sie trafen, zerschmetterten und zertrennten, so daß der nicht getroffene Theil durch den dazwischen gestürzten Schutt von dem andern abgesdnitten und einzeln aufgerieben wurde. Solche Felsenlawinen machte man also: man untergrub auf den Höben abhängige Felsen, ftüßte sie durch hölzerne Pfosten, die man durch Seile umriß, wodurch der Fels das Uebergewicht bekam und den Berg binab fitürzte 6. Sie wurden dem Maríd auch dadurdy hinderlich, daß sie das enge Rinnsal der Thalbäche sperrten, wodurch das Wasser, wenn es durchbrach, die Thalstraßen zerriß und unwegsam machte.

1 Die Wirtenberger machten 1458 ihre Wagenburg so, daß die Wagen ohne Zwischenraum neben einander gestellt wurden und hinter denselben das Fußvolt Aand. Quellensammi, 1, 421. Im Jahr 1471 hatte der Pfalzgraf 700 Wagen

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zu feiner Wagenburg. Daselbft 1, 503.? Der pfalzgrave machte ein wagenburg umme fich und dergrube fidy, baz in nyeman uberfallen mochte. Quellensamml. 1, 443. Und hetten ein wagenburg umme fich gemacht und vergraben ußwendig der ftat. Von 1461. Dafelbft 1, 457. Ueber die Aufstellung der Geschüße und Wepener. Daselbft 1, 450. 469. 3 Monasterii vallem , per quam introitus patebat , fossa ac vallo egregie munierant, præsidioque imposito diligenter observabant. Pirckheimer de bello Helvet. 2 p. 18. Argentinenses trabes grandes ex transverso vici Kungeshove composuerant, ila ut equitantes ad pedites venire non poterant, pedites vero cum equitantibus pugnare valebant. Argentinenses intrantes domos per ostia aut per fenestras, alii per subtus trades lanceis equos perfodiebant , balistarii vero sessores equorum sagittis perforabant. Von 1261. Richerii chron. 5, 13.

5 Quellensamml. 2, 103. Man hieß den Verhau aud Gefäl von den gefällten Bäumen. S. 316. 363.6 Emittebant plures ex suis, qui e summo descendentes saxa ingentia devolvebant ac agmen quoque, quantum poterant, ultra progredi inhibebant. suffoderant quoque undique scopulos ingentes ac magni ponderis cautes arboreisque suspenderant truncis, quibus faciliter dispulsis, confestim saxa magno ruebant impetu ac ingentem montis partem secum in præcipitium trahebant. sed hoc nostris saluti fuit, quod cuncta, quæ impellebantur aut dejiciebantur, ab nive mox absorbebantur altissima. Pirckheimer 2 p. 20. Cecidit risina magna prope villam Altdorf et secum duxit lapidem , qui habebat 12 pedes in latitudine et 13 in longitudine, quæ ecclesiam et multos homines pæne deleverat, Von 1267. Böhmer font. 2, 5.

1. (Straßburg.) Der fette armbrusters reht und fin gelt. 23. Juni 1275.

Wir Johans íensite Brusch der meister, der rat, vnd die gemeinde von Strazburg tůnt kunt allen den, die disen brief gesehent oder gebörent, daz wir mit Bertholte Erline alsus sint ýberein komen, daz er vnserre stette iergliches mit siner fost geben for fünf gúti frepfige armbrust; vnd swag er anberre armbrust gemacht, die er verföffen wil, die sol er ynserre stette von erst bieten, ist das wirre bebórfent, wir suint fie ime gelten, alse sie wert sint ån geverde; bedörfen wirre niht, so for er sie verföffen, da ez ime fúget, doch sol er feinem vnserm offen viende kein armbrust geben zu köffenne. Ern sol öd, feime lants berren helfen wenne mit vnserm vrlobe. Er sol vns och vusere armbrust, (waz ie drane bristet, wiber machen mit der stette kost; swenne so wir och gemeinliche vz ziebent, fo fol er mit vnserm fost mit uns varn ynd süln wir gelten, (was er denne gezüges 2 bedarf zů fime antwirde. Wir sülnt och ime ierglichs geben von der stette wegen zwelf pfunde pfenninge, ie zůr frone vasten drů pfunt, der sol man ime geben nünde halbes pomme boigierdete vnd vierdehalbes von der ftette gåte; swenne aber der yolgmerdet gerwe 3 ledig wirt, so for er Zeitschrift. VI.

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dise zwelf pfunde gerwe nemen vomme holgmerdet. Der hof zů Wasenede in dem begriffe, alse meister Bere binne 4 was, der böret in och ane, er sie dinne oder nút. Daz aber diz stete blibe, dar ymbe (han wir 5) vnserre stette ingesigel an disen brief gehencet zeime vrfünde. Diz geschach an dem sünegiht abende, da von gottes gebürte warent tusent jar, zwei hundert jar, vnd fünfe vnd fybenßig iar. Har an warent der rat von Strazburg gemeinliche.

Aus dem Stadtarchiv zu Straßburg, Chartularium A. f. 185 a.

1 Wir ihrer. 2 Material. 3 ganz. Hier scheint ein Fehler zu liegen, denn der Sinn ift wol, wenn der Holzmarkt abgeht, so fou der Gehalt des Arm= brusters ganz auf das übrige Stadtgut radicirt werden. 4 darin. 5 das Eingeschlossene fehlt.

2. Ueber das Herbergsrecht des Wildgrafen Emich zu Bergen und die Pflicht

der dortigen Einwohner zur Landesvertheidigung. 9. April 1279. Nos Emecho comes silvester tenore presentium constare volumus universis, quod controversia, que vertebatur inter nos ex una parte et Heinricum nobilem virum , comitem de Spanheim ex altera , super hospiciis, que nos asserimus recepturos in villa Bergen 1, que sita est loco, qui dicitur vulgariter Ebbenhoge, et ejus adtinenciis, in hunc modum est decisa, videlicet, quod feria secunda post ascensionem domini proxima instante in loco, qui dicitur Houge prope Růnam ?, juramento nostro personaliter declarabimus, quociens in anno illa de jure hospicia recipere debeamus, et ante declarationem nostri juramenti nullum hospicium ibidem accipiemus. Si vero, quod absit, ante juramentum tale decesserimus, filii nostri successores illorum bonorum eadem hospicia, tamquam nos, suo juramento corporaliter obtinebunt. et si causa legittima impediente diem declaracionis predictam observare non poterimus, diem alium sine protractione et dolo excluso prefigemus et in ipsa predictum juramentum perducemus efficaciter ad effectum , et omni forma et condicione, qua predicta obtinenda duxerimus hospicia, ita perpetualiter nos et heredes nostri eisdem gaudebimus, contradictione comitis Heinrici vel suorum heredum qualibet non obstante, et homines ejus hospitabimus tamquam alios, absque eo, quod geuare et aukeshủn nominatur. Notandum insuper, quod secundum formam juramenti nostri vel nostrorum heredum comiti de Spanheim nostras patentes dabimus litteras , quod ultra formam juramenti nostri homines suos non molestabimus hospitando. et ipse comes e converso suas nobis dabit litteras, quod obtenta hospicia nobis non de cetero prohibebit. hoc adjecto, si comes de Spanheim huic diei declaracionis causa legittima

prepediente interesse non posset, duobus castrensibus suis vices suas committere poterit ad recipiendum juramentum superius nominatum et in hoc ei sufficiet, tamquam personaliter interesset. Item Heinricus comes de Spanheim predictus servabit homines sancti Petri adtinentes curiis suis Weringespach et Herrestein eo jure, quod underzůch dicitur, usque ad fines et terminos illos, quo scabini predictarum curiarum suo juramento duxerint obtinendos, et in eisdem nullum impedimentum ei de cetero faciemus. Item ab hominibus comitis Heinrici et Rutheri militis, habitantibus infra jurisdictionem de Grubelscheit 4, avenam aut fenum non recipiemus nec recipi nostro nomine permittemus, excepta illa, que dicitur pabulum marschalci et Thelonii. Pullos autem carnispriviales dabunt, si rationem legitimam non ostenderint, quod solvere non teneantur. Item homines comitis de Spanheim, residentes in terra et jurisdictione nostra, tenentur sequi ad defensionem terre nostre ad sonitum campane et ad clamorem vulgi, quod wafengeschreige dicitur , non ad depredandum vel ad aliquos contra ju sticiam devastandum. Hec omnia , sicut sunt predicta, fide prestita corporali et juramento firmato inviolabiliter tenebimur adimplere et rata observare. In cujus rei testimonium scriptum presens sigillis nostro et filii nostri Hugonis canonici Maguntini, necnon Wilhelmi domini de Heinzenberg duximus roborandum. Ego quoque Godefridus dictus Rauph, quia sigillum proprium non habeo, sigillis patris mei et Wilhelmi domini de Heinzenberg sum contentus. Datum et actum aput Kestelůn 5

anno domini millesimo. cc°. LXX°. nono. in octava pasche.

Original zu Karlsruhe. Erftes Siegel rund in grauem Wachs, auf der einen Seite abgebrochen. Reitersiegel mit der Umschrift: S. EME chonis comitis SILVESTRIS. Auf dem Rüden ein kleines, rundes Gegensiegel mit dem ftreitenden Löwen und der Umschrift: † S. SECRETI . MEI. Zweites Siegel parabolisch in gelbem Wache, der 5. Martin (Patron des Mainzer Doms) zu Pferde, der dem Armen feinen Mantel mit dem Schwerte theilt, Umschrift: + S. HVGONIS . CAN(onici). MAGVNTINI. Drittes Sieger, dreiedig in gelbem Wachs, eine vieredige Schnalle im Wappenschild. Umschr.: +$. WILLEHELMI MILITIS . DE. HE(inzen)BERC.

Dorf im Fürstenthum Birkenfeld bei Kirn. 2 Nhaunen am Idarwald. Houge ist vielleicht der Hohwaldhof bei Rhaunensulzbach. 3 Fleden Herstein und Dörfer Ober- und Nieder-Wörresbach weftlich von Bergen. Griebele fchied, nordwestlich von Kirn. 5 Kaftellaun im Hunsrüden.

3. Verordnung des Rathes zu Straßburg über die Anschaffung der Pferde zum

Kriegsdienft. 11. Febr. 1360. Unser hern meister und rat, scheffel und amman, fint uberein fomen,

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