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blieben, und ihr Grundherr sie in feinem eigenen Interesse gegen Dritte vertreten und schüßen mußte. Waren die Bauern früher Grundeigenthümer, fo gaben sie in diesem Verhältniß ihr Grundeigenthum an den Herren auf und wurden seine Pächter und Hörigen. Als diese mußten sie auf dem Grundstück bleiben (glebae adscripti), als Erbpächter aber waren sie vor der willkürlichen Steigerung des Zinses der Zeitpachte geschüßt. Die Geldaristokratie heutiger Zeit kann bei Der Ueberlastung des Bodens feine ähnliche Rettung bewirken, denn sie hat weder einen erblichen Bestand, weil sie feine Körperschaft ist, noch Steuerfreiheit, wie früher die Geistlichkeit und der Adel; um dem Bettel und Hunger zu entgehen, tritt also iegt die Auswanderung der Armen und die freiwillige Derjenigen ein, welche die Kosten dazu noch bestreiten können, und das Grundeigenthum, das seiner Bestimmung nach bei einer Familie bleiben soll, wird eine bewegliche Waare, die in ihrem Preise fortwährend sinkt, je mehr sie gezwungen umgefegt wird. Wenn der Staat durch den Erwerb des Grundeigenthums an die Stelle jener alten Corporationen tritt, so fann er für die Erhaltung des Bauernftandes nicht erreichen, was damals möglich war; denn er hat weder Steuerfreiheit noch Hörige, noch ist es ihm möglich, niedere Erbpachte einzurichten, was seine Bedürfnisse nicht erlauben.

Die Geistlichkeit des Bistums Speier erklärte sich im Jahr 1321 bereit, ihrem Bischof eine außerordentliche Geldhülfe zu gewähren, und schlug die feftbestimmte Summe von 1000 Pfd. Heller auf ihre Corporationen nach dem Verhältniß ihres Einfommens aus 20. Um sowol diese Summe als ihre Repartition richtig zu beurtheilen, sind für die Reduction folgende Punkte zu bemerken. Seit 1303 wurden zu Frankfurt 3 Heller für 1 Pfenning gerechnet (Zeitschr. 2, 400) und 1350 machten zu Speier 32 Heller einen Turnos (ibid. 2, 401), der 1345 zu Frankfurt 23351 fr. werth war. Nach dem Verhältniß der Heller zum Pfenning wie 3 zu 1 hatte also damals der Pfenning einen Wertb von 25% Kreuzern und dieses stimmt übereitt mit der Straßburger Währung, nady welcher der in den Jahren 1344 bis 1362 276/91 Kreuzer werth war. Demnach darf man den Straßburger Münzfuß von 1319 als den genauesten für obige Reduetion annehmen, wonach der Pfenning 33/26 (rund 31%) Kreuzer, also der Heller 1427 Kreuzer werth war. Der Schilling Heller berechnet sich also auf 124, Kreuzer (1242) und das Pfund Heller auf 4 fl. 88/, fr. (rund 4 fl. 9 kr.). Obige 1000 Pfd. Heller betrugen daher nach unserm Gelde 4150 Gulben. Daran zahlte das Domkapitel 207 Pfd. 5 6 9 6. (860 fl. 65% kr.), das Stift S. German

zu Speier 43 Pfd. 3 $ 8 . (179 fl. 125%6 kr.), das Stift S. Weiden 34 Pfb. 11 ß 23 h. (143 fl. 24 fr.), das Stift Allerheiligen 25 Pfb. 18 6 2173 5. (107 fl. 32 fr.), die Pfarrer sämmtlicher Kirchen zu Speier 22 Pfd. 88 5. (92 fl. 58 fr.). Die Domprobstei 172 Pfd. 76 . (815 fl. 154/2 fr.); dieser Betrag wurde auf folgende lands kapitel vertheilt, die zur Domprobftei gehörten. Haslach 39 Pfb. 14 6 5. (164 fl. 46 fr.), Minfeld 54 Pfd. 14 6 8 1. (227 fl. 943 kr.), Maifammer 57 Pfd. 9 6 h. (238 fl.), Weißenburg 18 Pfb. 13 6 h. (77 fl. 24 fr.). Der Probst des S. Weidenstifts 162 Pfo. 9 6 h. (674 fl. 10 frr); dazu trugen folgende landkapitel bei, welche zu seinem Archidiaconat gehörten. Bretten 30 Pfd. 8 B 5. (126 fl. 10 fr.), Bruchsal 42 Pfd. 13 6 5. (177 fl.), drei ungenannte Landkapitel 29 Pfb. 13 B, 41 Pfo. 15 B, 20 Pfb. (121 fl. 23 fr., 173 fl. 16 kr., 83 fl.). Der Probst des S. Germanstiftes 64 Pfd. 16 6 h. (268 fl. 50 fr.). Dazu trugen bei die Landkapitel Durlach 26 Pfb. 1 6 h. (108 fl. 6 fr.), Kuppenheim 38 Pfb. 15 6 6. (160 fl. 59 kr.). Der Probst des Dreifaltigkeitstiftes oder Allerheiligen 104 Pfd. (431 fl. 36 fr.), wozu beitrugen die landkapitel Häfnerhaslach 34 Pfd. 6 B (142 fl. 21 kr.), Markgröningen 23 Pfd. (95 fl. 27 kr.), Weil die Stadt 45 Pfd. 7 ß5 (188 fl. 12 fr.). Jede der Abteien Odenheim, Hirschau und Sinsheim wurde angelegt mit 25 Pfd. H. (103 fl. 45 kr.), die von der Steige in Landau, die Abtisfin von Seebach und der Abt von Gottsau, jedes mit 6 Pfd. (24 fl. 54 kr.), Badnang 15 Pfo. (62 fl. 15 fr.), Abtiffin von Oberstenfeld 18 fl. (74 fl. 42 fr.), Frauenalb 16 Pfo. (66 fl. 24 fr.), Abt von Limburg 28 Pfd. (116 fl. 12 fr.), Abt von Klingenmünster 14 Pfd. (58 fl. 6 fr.), Probstei Hörd 17 Pfd. (70 fl. 33 kr.), Abtissin von Schönfeld 4 Pfd. (16 fl. 36 fr.).

Zählt man die Theilsummen zusammen, so gibt es 1041 Pfb.76 6 5., welche Ueberzahl für die Erhebungskosten bestimmt war, die also etwas über 4 Procent der Steuersumme betrugen und zu derselben gerechnet wurden, während jegt die Erhebungskosten von der Steuersumme abgezogen werden. Bei dem Allerheiligenstift beträgt die ganze Summe 104 fl., die Theilsummen zusammen aber nur 102 fl. 13 fr., es wird also hierin ein Schreibfehler liegen, denn bei den andern Stiftern find die Steuerquoten zusammen jedesmal größer, als die Hauptsumme. Auf die Corporationen vertheilt, stellt sich folgendes Berhältniß heraus: die 4 Stifter in Speier gaben 310 Pfd. 18 6 6 5., die Pfarrgeistlichkeit zu Speier 22 Pfb. 86, die Landkapitel 503 Pfo. 11 ß, die Klöfter 205 Pfo. Es waren aber weder alle Klöfter nodi

alle Landfapitel des Bistums in dieser Umlage begriffen, denn es fehlen die Ciftercienserklöster Maulbronn, Herrenalb, Eußersthal u. A., die man ihrer päbstlichen Freiheiten wegen nicht beizog, und die Mendicantenklöfter, die man nad dem ausgesprochenen Grundsag der Urkunde ihrer Armuth wegen frei ließ, so wie audy die Ritterorden, daher diese Umlage nur einen Theil der Besteuerung der Geistlichkeit des Bistums darstellt.

Im Jahr 1341 ließ der Bischof Gerhart von Speier eine Finanzstatistik seines Landes aufstellen, die sich im Karlsruher Archiv befindet, und woraus ich die Angaben über die Bet oder Grundsteuer hier mittheile. Da zu jener Zeit der Straßburger Schilling Pfenning nur noch 351, fr. und das Pfund Pfenning 12 fl. 25 fr. werth war, 10 darf man den Schilling Heller zu 12 kr. und das Pft. Heller zu 4 fl. 8 fr. ansezen. Die erste Zahl bei folgenden Orten ist die Maibet, die zweite die Martini- oder Herbstbet.

Herrheim 10 Pfb.. 20 Pfo. (41 fl. 20. 82 fl. 40). Venningen 3.4 (12 fl. 24 . 16 fl. 32). Fisálingen 34/2 .6 (14 fl. 28 . 24 fl. 48). Rirweiler 10 . 18 (41 fl. 20 . 74 fl. 24). Maikammer 30. 40 (124 fl. . 165 fl. 20). Diedesfeld 12.20 (49 fl. 36.82 fl. 40). S. Lamprecht 3.3 (12 fl. 24). Ruppersberg 10.12 (41 fl. 20 . 49 fl. 36). Deidesheim 40 . 40 (165 fl. 20). Schifferstatt 16 . 24 (66 fl. 8. 99 fl. 12). Walsee 9.14 (37 ff. 12. 57 fl. 52). Rinkenberger Hof 1.1 (4 fl. 8). Berghausen 3.5 (12 fl. 24. 20 fl. 40). Duttenhofen 3 Duttenhofen 3.5 (ebenso).

Hanhofen 3.6 (12 fl. 24. 24 fl. 48). Geinsheim 12. 18 (49 fl. 36.74 fl. 24). Hambach 30.40 (wie Maikammer). Harthausen 24/2 . 4 (10 fl. 20 . 16 fl. 32). Summa der Maienbet 201 Pfd. 10 $ (832 fi. 52 kr.), der Herbstbet 280 fl. (1157 fl. 20 fr.), zusammen jährliche Grundsteuer in obigen 18 Dörfern 1990.fl. 12 fr.

Folgende Angaben betreffen nur die Herbstbet, die Maienbet ist dabei nicht bemerkt, vielleicht weil sie im Betrage gleich war. Scheibenhart bei Lauterburg 2 Pfb. (8 fl. 16). Lauterbach 4 (16 fl. 32). Motheren 5 (20 fl. 40). Ottenherd 1 (4 fl. 8). Siegen und Kentmar (iegt ausgegangen) 24/2 (10 fl. 20). Schweinheim 6 (24 fl. 48). Rheinzabern 5 (20 fl. 40). Rülsheim 14 (57 fl. 52). Hagenbühl 6. Haina 20 (82 fl. 40). Scheid 15 (62 fl.). Salmbach 6. Summa 862 Pfo. b., in der Hj. fteht aber 86 Pb. 16 6 8 h., es fehlen also einige kleine Poften.

Rechtes Rheinufer. Horrenberg 10 Pfd. 10 10 5. (43.fl. 33). Kronau 12 Pfb. 13 (52 fl. 12). Forst 2 Pfb. (8 fl. 16). Roth

15 Pfb. 8 6. (62 fl. 8). S. Leon 11 Pfb. 18 h. (45 fl. 35). Zeutern 43 Pfb. 10 6 5. (179 fl. 48). Ubftatt 20 Pfb. 7 $ (84 fi. 4). Stettfeld 8 Pfb. 8 6 8 h (34 fl. 21). Mingolsheim 12 Pfb. 13 B (52 fl. 11). Langenbrüden 15 Pfb. 16 § 3 h. (68 fl. 12). Malsch 20 Pfd. 2 6 9 h. (83 fl. 12). Deftringen 45 Pfb. 16 6 8 h. (189 fl. 19). Kirlad 16 Pfd. 6 $ 10 h. (67 fl. 29). Mühlhausen 6 Pfd. (24 fl. 32). Hambrüđen 14 Pfd. 4 6 8 5. (58 fl. 45). Obenheim und Tiefenbach 7 Pfd. (28 ff. 56). Summa betarum 262 Pfb. 16 B 5. (1084 fl.) in 17 Orten.

Ich bemerke zu obigen Dörfern des rechten Rheinufers, daß die Größe ihrer Bet zu der jebigen Einwohnerzahl und der Größe der Gemarkungen in keinem richtigen Verhältniß steht, indem kleine und arme Gemeinden höher als große angelegt sind, die befferen Boden haben. Diese Ungleichheit der Steueranlage zeigt sich auch nod in der späteren Zeit, und wurde schwerlich durch die Naturalbeten in das richtige Verhältniß gebracht. Denn das Dorf Rothenberg bei Wiesloch zahlte nach der Landesaufnahme von 1658 gar keine Bet; zu Mingolsheim betrug die Herøftbet 122 ff. 13 Bagen 22, die Maibet 94 fl.; dagegen in dem kleineren Kronau die Maibet 403 ff. und die Herbstbet 603 ff. 8 BB. 12 . Horrenberg mit Balzfeld zahlte damals jährliche Bet 18 fl. 4 BB. 6 r und Malsch verhandelte jedes Jahr mit der Landschreiberei über die Summe seiner Bet. Das Amt Bruchsal zahlte im Jahr 1465 an Bet 1000 fl. (6. t. 4026 fl. 40 kr.), das Amt Grombach 137 fl. (551 fl. 39 fr.), das Amt Udenheim (Philippsburg) Maienbet 109 ff., Herbftbet 166 (zus. 1173 fl. 20 kr.), das Amt Lauterburg für beide Beten 639 fl. (2726 fl. 24 kr.). Die Stadt Waibstadt für beide Beten 19 Pfd. 14 h (ießt in runder Summe 22 ff., denn der Gulden stand auf 17 | 11 ), dazu aber auch 69 MItr. 2 Simri Betforn, angeschlagen zu 341/2 flu, alfo im Ganzen nach unserm Gelbe 169 fl. 12 fr. (Lib. secretor. Matth. episc. fol. 241).

Eine wenn auch nur annähernde Vergleichung mit dem jeßigen Steuerverhältniß in obigen Ortschaften ist schwer anzustellen, da jeboch von späteren Jahren die Einwohnerzahl derselben angegeben wird, so mag es möglich sein, Anhaltspunkte zur Vergleichung zu finden, wozu dann diefe Notizen brauchbar sind. Einzelne Beispiele des Steuerfußes im Mittelalter, die unter besondern Umständen vorkommen, darf man nicht für eine allgemeine Regel erklären. So machte das Kloster Bebenhausen im Jahr 1257 mit der Stadt Eflingen einen Vertrag, wonach es don feinen Gütern in Eßlinger Gemarfung eine jährliche

Martinibet son 5 Pib. ad der Stadt entrichten sollte, mit dem Beis fügen, wenn das Kloster dørt mehr Güter erwerben würde, bis zum Schäßungswerth von 50 Pfb. , so sollte es 10 % Bet mehr bezahlen und umgekehrt, wenn sein Grundvermögen alda um 50 Pfb. abnehme, 10 weniger. Dieser Steuerfuß ift 1 Procent des Steuerkapitals, also über dreimal höher als die jeßige Grundsteuer in Baden, aber man darf daraus doch nicht schließen, daß die 5 Pfb. Bet zu dem Güterwerth von Bebenhausen auf Eflinger Gemarkung in demselben Verhältniß gestanden seien, sondern die weitere Bet von 10 ß konnte einerseits ben ferneren Gütererwerb erschweren , und anderntheils im Fall des Nachlaffes eine Rüdsicht auf die Vermögensabnahme sein.

Bei qußerordentlichen Steuern war der Betrag der Steuerpflichtigen noch höher. Da solche Steuern bei Nothfällen, 3. B. zur Tilgung drüdender Schulden, ein für allemal gegeben wurden, so mußte natürlich die Steuersumme so groß sein wie das Bedürfniß, welches durch sie gedeckt werden sollte. Ein Beispiel dieser Art im Biftum Speier vom Jahr 1439 ift oben Bb. 1, 163 flg. angeführt, wonach die Geistlichkeit von ihrem Steuerkapital 10 Procent, die weltlichen Unterthanen 5 Procent beitrugen, um die Schulden des Bistums zu bezahlen. Da man noch keine Schuldentilgungsfasse eingerichtet hatte, fo gab es weder eine allmählige Rückzahlung, noch eine regelmäßige Auffündung, wodurch der Schuldenstand durch die anwachsenbert Zinse po drückend wurde, daß man ihn auf einmal zu entfernen suchte 21.

In der Markgrafschaft Baden blieb die Bet im 16. Jahrh. eine für jeden Drt firirte Summe, wodurch es fam, daß die Gemeinden am Ende des Jahrhunderts weniger Grundsteuer an Geld bezahlten als. am Anfang , weil die Anzahl der Gulden blieb, der Werth des Geldes sich aber verringert hatte. So gab 3. B. Gröpingen bei Durlach im Jahr 1532 auf Georgi 44 fl. und auf Micheli 112 fl. an Bet, welche Summe von Alters her diefelbe war und damals nur zur Erleichterung der Gemeinde in zwei gleiche Zieler von 78 ft. getheilt wurde. (Durs lacher Lagerb. fol. 144.) Im Jahr 1577 zahlte der Ort noch dies selbe Bet (Größinger Lagerb. f. 196), aber damals hatte der Gulden einen geringeren Werth als 1532. Es machten nämlich 141/ einen Gulben, gewönlich gerechnet nur 14 b, der Schilling Pfenning hatte einen Werth von 91/2 Kreuzer und der damalige Gulden in beutigem Gelbe war 2 fl. 17 kr. Die ganze Bet von Größingen betrug also im Jahr 1577 nach unserm Gelde 356 fl. 12 kr. Durlach und Uye zahlten jährlich zusammen an Bet 600 ft. (unserer Währung 1217 fl.), Dürren-, jegt Hohen-Wettersbach, von seinen 32 Hofftätten

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