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Es chömmet zwe Manne, sie führet eine g'fange, von Ribelegg üf Nagelegg von Nagelegg üf s G'richte. Endlich verweise ich noch auf das 7. Capitel von Fischart's Geschichtklitterung, wo eine ganze Reihe theils wirklicher, theils fingierter Ortsnamen, die alle Bezug auf Essen und Trinken haben, vorkommen.

WEIMAR, September 1860. REINHOLD KÖHLER.

ZUM RAPARIUS.

Als mein geschätzter Freund H. Adolf Wolf im ersten Hefte des vorliegenden Jahrganges dieser Zeitschrift den 'Raparius' nach der Wiener Handschrift 1365 abdrucken ließ, übersah er, daß dies durch F. J. Mone in dessen 'Anzeiger (Jahrg. 1839 S. 571—581) schon geschehen war. Dieses kleine Versehen ist um so leichter zu entschuldigen, wenn man bedenkt, daß W. Grimm in den sonst so ausführlichen Nachweisen zu den 'Hausmärchen (Göttingen 1856) der stattgefundenen Veröffentlichung mit keiner Silbe erwähnt. Da nun einmal zwei Abdrücke einer und derselben Handschrift vorliegen und diese an manchen Stellen von einander abweichen, so hielt ich es für nützlich, diese Abweichungen an der Handschrift selbst zu prüfen. Das Ergebniss dieses Vergleiches theile ich in folgenden Zeilen mit. Mit W bezeichne ich den Abdruck von Wolf, mit M den von Mone, mit H die Handschrift selbst. Orthographische Unterschiede bleiben unberücksichtigt; es genüge für diese zu bemerken, daß Mone die Schreibweise berichtigt (also onus prcesens titulus etc.)*), während Wolf die der Hs. diplomatisch getreu wiedergibt (honus presens tytulus). Emendationen nahm in der Regel auch Mone nicht auf; und nur am Fuße der Seite räumte er einigen Conjecturen Platz ein.

Vers 11 W subtilem (stößt gegen das Metrum), MH sterilem — 80 W tibi intulit, MH subintulit — 96 W snperbat, M superbit, H süperb'.— 126 W repetens, MH rependens— 127 WH vertit, M tendit — 130 W iter, MH item — 132 W die age quid (dem Verse fehlt das richtige Maaß), MH die age die, quid — 138 W grandis copiam tuppetit, MH gr. copia sup. — 143 WH succedunt, M tuccedant, was

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238 ADOLF MUSSAFIA, ZUM RAPARIUS.

vielleicht als eine Emendation anzusehen ist, da der Imperativ in den Zusammenhang etwas besser passt als der übrigens ganz zulässige Indicativ – 179 W calliditate ait (2. Hemistich eines Pentameters), MH calliditatis ait – 186 W monilia, quarum, M mon, quorum, H 5 – 188 W vestes teatos, MH v. textas – 204 Wposset, M possit. Die Hs. hat posset, aber unter dem e steht der Tilgungspunkt und oben darauf von derselben Hand i – 210 Wpenitus, MH pariter 245W Hoc fero dampno dolo (2. Hemist. eines Pent.) M Jaec fero dampna. Die Hs. hat l dampno; Mone hat also in Bezug auf das zweite Wort eine schon durch das Metrum gebotene Emendation vorgenommen – W plusque leoni, MH pl. leone – 249 W quam sublimabar, M qua subl. Damit stimmt die Hs., welche 7 bietet; auch lässt der Sinn nur qua zu – 257 W penitus, MH pariter – 266 Wnemerosis, M memorosis, H nemosis – 271 W sequar, M sequor und erst als Conjectur sequar. Die Hs. hat seqr, was nach der eben jetzt bemerkten Abkürzungsweise derselben (j= qua) sequar bedeutet – 292 Wmonitori, M monitorum, H monitor. Der Sinn lässt nur die Lesart von W zu – 297 W tractantes et (1 Hemist. eines Pentam.), MH tr. efiam – 320 Wipse, MH idem – 322 W capitis ecce, MH capitis ridit ecce – 324 W Hista, Milla 349 W quoe futura sciam (2. Hem. eines Pentam.), MH quaeque fut.–350 W fateor ferarum didicisse, M mit richtigem Maaße didicisse ferarum. Der Schreiber hatte fateor zweimal geschrieben; da ihm nun für das letzte Wort kein Platz in derselben Zeile übrig blieb, so benützte er einen in der vorhergehenden Zeile freigebliebenen Raum; das Anführungs-Zeichen findet sich richtig nach didicisse – 361 W hic saccus. . . regali melior. . . scola, MH stola – 378 W es sciolus, Mest sc.; die Hs. hat ë. Dem Sinne nach ist die zweite Person allein zulässig, wie denn auch Mone als Conjectures vorschlägt. – 380 Die Angabe von Wolf, es sei in diesem Distichon nur der Pentameter vorhanden, ist ungenau. Die Hs. bietet, wie bei M richtig abgedruckt, die zwei Verse Quisquis es in sacco quaeso miserere miselli, Quatenus in sacco sit mihi pausa brevis. Man sieht, daß das Auge von einem sacco auf das andere geschweift ist *) – 397 W

*) V. 71 dagegen bietet die Hs. wirklich nur den Hexameter ohne den dazu gehörigen Pentameter. Ich möchte dennoch darin eher die Nachlässigkeit des Schreibers als mit Wolf die des Dichters erblicken. Freilich fühlt man keine Lücke; indessen wird der Pentameter nur den Gedanken, der im Hexameter ausgedrückt ist, wiederholt haben. Vergl. in der Salmansweiler Hs. V. 61–2. Dicrogo dic, unde fructus provenerit iste, Unde tibi species prodigiosa nimis?

flammescis, MH flammascis, 400 WH redde mei, M red. mihi*)

427 W superat, MH superest. Zu den von Mone vorgeschlagenen Conjecturen sei es mir erlaubt

noch zu fragen, ob nicht etwa V. 63 interdum in introitum und V. 367

novisse in necesse zu bessern sei. WIEN. ADOLF MUSSAFIA.

ALTHOCHDEUTSCHE GLOSSEN.

In einem Buche, worin man sie nicht suchen sollte, dem 'Spicilegium Solesmense complectens sanctorum patrum scriptorumque ecclesiasticorum anecdota hactenus opera curante Domno J. B. Pitra. Parisiis 1852. 1, 259–261. 503. 504 finden sich eine Reihe ahd. Glossen. Die ersten, zum Juvencus gehörig, aus einer Handschrift des Junius, jetzt in der Bodleianischen Bibliothek, sind in Nyerups symbol. ad lit. teuton 179–180 abgedruckt, von Graff mit Ja bezeichnet.

Hist. evang. 1, 24. nectunt heftant.
- 26. rependit farkeltant!).
31. flammivoma laucspiantaz.
37. altithronus hoh sidillo.
16. adcumulant huffont.
21. vertigo poli suuintilod himiles?).
38. tueri uuarten.
vicibus hertom.
39. digesto kizaltemu°).
1,41. parilis kalihem (fehlt Nyerup).
43. soboles chind.
vergentibus sliffentem*).
45. adytum zuakanc *).
73. supremi spanontigemu.
70. repertor findo.
81. dispendia farloranissa.
84. delata kaoparot.
139. repedat uuidricat.

*) Mome schlägt mei erst als Conjectur vor, die Hs. bietet aber, wie gesagt, eben dieses Wort auf unzweifelhafte Weise dar.

') Graff4, 188 farkeltan. *) Graff 6, 884 himeles. *) Graff 57,651 kizaltemo, degesto. *) Graff 6,807 sliffenten. *) Graff 4, 102 nicht aufgeführt.

240 KARL BARTSCH, ALTHOCHDEUTSCHE GLOSSEN.

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solers akaleizaz.
avidi keroe.
seta purst.
distractum farloranero.
hirsutum hirtum ruhaz.
pignoribus fantum.
arduum stechal.
ales focal.
taedarum facolono.
rutum") uunfruataz.")
duelli uuichaftemu.
bustum grap.
dicolor unkifaruer.*)
cominus rumor.
obex unkifuari.
culmis ritta.
agellus acharli.
vivor gruani.
in veste lugubri in kare kiuuate.")
mussanti runentemu.
connubiis kimahhidom.

Glossae theotiscae Bertinianae.

Spicil. Solesm. 1, 503.504. Sie stimmen überein mit den in Graff's Diutiska 1, 279 aus einer Reichenauer Handschrift mitgetheilten Glossen. inanis gloria, id agelp”) inobedientia, hunorsami *).

invidia abant !!).
ira abulgi.
tristitia, unfreuuida.
avaritia, scatz girida.

iactantia rhuom *).
hypocrisis, liba").
contentiones, bag.
pertinacia, kreg.

ventris ingluvies, kelagiridai”). discordia, unguezut”).

luxuria, firin lust.

Glossae Remigianae.

Aus einer ehemals dem Hincmar gehörigen Handschrift zu Rheims (Nr. 513–510. fol. Bl. 196) des neunten Jahrhunderts: inspiciunt

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quaestiones de diversis sermonibus super canones interpretantibus. Ich theile sie wegen ihres sachlichen Interesses mit. Sie finden sich im Spicil. Solesm. 1, 504 abgedruckt.

Pragmaticum, causa.

Conniventes, consentientes.

Obtitii, tituli.

Rusticas parrochias, idest, agrestes parrochias.

Cardinales diaconi, idest, ubique in domo sanctorum ad episcopatum consecrati.

Seditiosus, idest, qui rixos vel dissensiones vel injurias [exercet, nec non qui dicitur in rustica parabola. ”)

Auspicium, idest, qui videt avem contra eum volentem et divinat propter eam.

Horrescens, dispiciens, seu in rustica proverbia: egiro (lies egisó).

Philacteria, ist est, decem verba legis vel scriptura vana, quod ligat homoaut super caballum aut super caput suum.

Formata littera, idest, sigillata ab episcopo.

Temelici, joculatores.

Plebejos psalmos, idest, rusticos psalmos vel cantus sine auctoritate.

KARL BARTSCH.

WAS MINNE SEI.

Zu der schönen Stelle in Wolframs Titurel Str. 64:

Minne, ist daz ein er? maht du minn mir diuten? ist daz ein sie? kumet mir minn, wie sol ich minne getriuten? muoz ich si behalten bi den tocken? od fliuget minne ungerne üf hant durh die wilde? ich kan minn wol locken. bieten ein Gegenstück folgende naive Verse im Gedichte: Der Müller

mit dem Kinde (Keller's altd. Erzählungen S. 465, 33.)

Wer hat minne noch gelert? oder wechset sie an dem gevilde?
ich gehort nie mer sie nennen. ist sie swarz, weiß oder gra,
wie solt ichs dann erkennen? grüen, gel, rot oder bla? –
wachsens ufbäumen oder in garten daz sage mir, so nim ich ir war,
oder wo sal ich ir warten? biz daz ich eigenlich ervar,
ist sie zame oder wilde waz minne sei vnd waz sie sol.

I. V. ZINGERLE. ") Das deutsche Wort ist nicht beigefügt.

GERMANIA VII. 16

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