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Du vorst din hämisch lüter und klär,
recht als ein koninges kint;
du wuld mi, junger helde,
mit senden ogen maken blint.
45 du scholdest to heime bliven
und hebben ein gut gemack.'
mit einem snellen lüde
de olde lachede und sprack:

'Schold ich to heime bliven
50 und hebben ein gut gemack,

van strtde und van vechten

dar is mt af gesacht;

van striden und van vechten

üp mtne henevart,
55 dat segg ick di, vel junger helt,

dar af gräwet mi min bart.'

'Den bart wil ick di üt ropen
und dar to sere slän,
so dat di jo dat rode swet
60 aver dine wangen schal gän.
din harnasch unde brune schilt,
dat schaltu läten mi
und bliven min gevangen,
wultu behalden dat leven din.'

65 'Min hämisch unde brüne schilt

heft mi vaken ernert;

ick trüwe Christ van hemelrik,

it wert di hir erwert.'

se leten van den worden,
70 se togen twe scharpe swert;

wat de twe helde begerden,

dat worden se gewert.

De junge brächte dem olden [man]
so einen swären slag,
75 dat sick de olde Hillebrant
van herten ser erschrack.

43 held. 45 tbor. 62 gesecht. 64 leuent; Gödeke luent.

67 hemmelrike.

he spranc hinder sick to nigge
wol söven faden wlt.
'nun segge mi, vel junger helt,
80 den slach lert di ein wif.'

'Schold ick van wiven leren,
dat were mt ein schand,
ick hebbe vel ridder und knechte
in inines vaders lant.
85 ick heb vel ridder und gräven
in mines vaders hof,
und wat ick nicht geleret heb,
dat 1er ick överst noch.'

He grep en in dat middel,
90 dar he am smalsten was,

he swanc en under sick to rugge

al in dat gröne gras.

'nu segge mi, vel junger,

dln bicbtvader wil ick wesen: 95 bistu ein junc Wulfinger,

van mi machstu wol genesen.

De sick an olde ketel rivet,
de entfengt gerne rok;
so hefstu gedän, vel junger helt,
100 hir jegen dinen spot.

nu sprick noch üp din sunde,
din bichtvader wil ick sin:
bistu van des wulves gesiechte,
dat schal baten dat leven din.'

105 'Du sechst mi vel van wulven,

se löpen in dem holt;

ick bin ein edel degen,

geborn üt Greker lant.

min moder het frouw Güde, 110 ein waldige hertogin,

min vader is de olde Hillebrant,

ick hebbe en nicht gekant.'

7 7 minder. 7 9 segg. 80 lerde. 82 wer my eine. 8S riddert. 85 ridders. 94 wesen] synn. 104 lenent.

Het din moder frow Güde,

ein weidige hertogin,
115 so bin ick de olde Hillebrant,

de leveste vader din.'

he dede em üp sinen gülden heim

und kussede en üp sinen munt:

nu mote des got gelavet sin,
120 wi sint noch beide gesunt.'

Och vader, leveste vader,
de wunden de ick jü heb geslagen,
de wolde ick dremäl lever
in mtnem hovede dragen.'
125 'nu swich, min leve sone,

der wunden wert noch wol rät,
sint dat uns got albeide
to höpe gevoget hat.'

Dat warde van der nöne
130 wente to der vespertit,

wente dat de junge Hillebrant

to Berne al in ret.

wat vörde he üp sinem helme?

van golde ein krenzelfn.
135 wat vörde he an siner slden?

den lßvesten vader sin.

He vörde en in slner moder hüs
und settede en baven an den disch;
dat düchte slner moder frow Güde
140 gar unbillick [sin].

och sone min leveste sone,
is dat nicht der eren to vel,
dat du mi einen vangen man,
settest baven an den disch?'

145 'Nu swiget, min leveste moder,
ick wil jü niemere sagen,
he quam to mi üp der heide
und hadde mi nä erslagen.

132 Beren. 146 bye mer.

OERMANIA Vn. 19

nn höret, leveste moder,
150 min gevangen schal he nicht sin:

he is de olde Hillebrant

de leveste vader min.

Och moder, leveste moder min,

nu bedet em tucht und er.' 155 dö hof se üp und schenkde in

und droch em sulvest her.

wat hadde he in sinem munde?

van golde ein vingerlin:

dat let he in den beker sinken 160 der levesten frouwen sin.

Anmerkungen. 8. Güde statt des richtigen Ute, das die hochdeutschen Texte haben; doch hat auch Kaspar v. d. Ron Gut. erwach, im Frkft. Liederb. ersach, UhUnd gesach; entune hat Uhland 25, enpflag Kaspar v. d. R. 8. Vgl. deutsches Wörterbuch 3, 447. — 14. Hillebrand, diese Entstellung aus Alebrant (bei Uhlandl auch im Frankfurter Liederbuch und bei Kaspar; vgl. noch 27.;131. — 17. besser als im Hochdeutschen, wo es heißt ja rennet er mich ane, oder rennet er mich denn an; ein kurzsilbiges ^it als klingende Cäsur gebraucht findet sich noch 5 gewesen, 107 degen, 121 vader, 125- 141 söne. — 19. brüne schilt, ebenso 61. 65, die andern Texte haben grünen schilt'; erste«* ist die ältere epische Ausdrucksweise, vgl. R.A. 35. 78. Namentlich wird braun von Schwertern, aber auch von Schilden gebraucht. — 21. Die Entstellung brune schilt für brünne hat in etwas anderer Weise das Frkf. Liederbuch, wo es bende heißt. — 24. die falschen Reime slag : hat hat auch das h rkf. Liederbuch. — 25. Das unorganisch angehängte e findet sich noch in helde für helt 43. — 29. Die andern Texte bieten: du soll » freuntlich zusprechen, Kaspar und sprich zu im ein freuntlich wort; vielleicht ist 'gräten das echte, nur ist ml im niederdeutschen Texte eingeschoben, vielleicht hieß es du telutl en sclume grölen. - 33 äprel, also hochd. auf rail, die andern Texte haben aufiraitL

— 36. 37. Die andern Texte haben die jüngere Form beiden, ebenso im Noru. plnr. 71.

— 3Q. 40 die hochdeutschen Texte: nun sag an, du vil alter, was suchst in meint ro/erj land. »— 43. 44 lies du machst mich jungen beiden mit sehenden äugen blint. — 4" Die andern Texte: ob (auff) ainer haißen glute; lüde mag aus glute entstellt sein; «her der niederdeutsche Bearbeiter verband 47 mit 48 und verstand: 'mit einem starken Laote lachte der alte.' — 57. Den ist vielleicht Druckfehler für Diu, die andern haben !***■ 59. swät, 'Schweiß, Blut'; auch hier die ältere Ausdrucksweise, wo die hochdeutschen Texte blut haben. 62. 64 läten mt für üp geven; dtn in V. 64 ist offenbar hinzugefügt und macht den Vers länger als erlaubt ist, derselbe Fall 96 im Frkf. Liederbuch. 66. 68. Der Text scheint hier richtiger als in den andern; Uhland emern : erwern, FtW Liederbuch stimmt 6ti mit dem niederdeutschen Texte, 68 mit Uhland. — 101—W abweichend von den übrigen, aber mit dem niederd. Texte stimmt Kaspar v. d. Bön: nun sag mir lier dein pachte, dein priester wil ich wesen pistu ein Wulfing ri7/««*f. so mochstu wol genesen; allerdings fehlen bei Kaspar die Verse 23— 26. Vielleicht reim" 102. 104 urspr. wesen : leben. — 108. Die andern Texte haben aufi Kriechenlanden sto1: t : holz); wenn nicht auch die erste Zeile des niederdeutschen Textes im Reim stimm"könnte man vermuthon in dem lant \_: lant). — 111. 112 entstellt: lies so ist Hilttbnai der alte der liebste vater mein. — 139. 140 scheinen im niederd. Texte dem ursprünglichen näher zu stehen; nur muß man abtheilen: dat d&hte giner möder fron Qüde gar unbillich; die andern Texte: er bot im efien und trinken, das daucht die muter unbillich. Die Entstellung des Reimes tisch : sin hat auch das Frankfurter Liederbuch.

ROSTOCK, Juli 1862. KARL BARTSCH.

ZU WOLFRAM VON ESCHENBACH

VON

FEDOR BECH.

Parz. 31, 1—3 unser vanen sint erkant,

daz zwene vinger uz der hant biutet gein dem eide]. Der Singular des Zeitwortes biutet nach zwene finger ist unerhört. Lachmann hat dazs für daz vorgeschlagen. Wahrscheinlicher ist mir diu haut Tür der hant.

P. 80, 6 folg, zegegen kom im gehurtet bi ein fürste 4z Anschouwe (diu riwe was sin frouwe) mit üf kerter spitze', daz lert in järners witze]. In Dgg steht mit üf gecherter Schildes spizze, und dies hätte unbedenklich beibehalten werden können. Skizze allein, ohne Beifügung von sehildes oder swertes, wäre undeutlich. Über Umkehren der Waffen, als Zeichen der Trauer, vergl. Parz. 91, 11 ich sach mins bruoder pen tragen \ mit üf kertem orte; 92, 1—3 si hant ir Schildes breite nach järners geleite zer erden gekeret; 98, 15 die den schilt verkert da hänt getragen; Frommann z. Herbort 15548; MSH. 4, 94 (162 folg.)

«n swert sach ich der scheide bar \ M dem spizze vüeren hin \ diu

banner wart vtrkeret, \ der vleder hienc vor im zetal (= Lassb. LS. 2, 325). P. 145, 4 folg. sin vater was gekleidet paz ufern tepch vor Kanvoleiz. der geliez nie vorhtlichen sweiz. im kom ein ritter widerriten.] Rechten Sinn erhalten diese Zeilen nur, wenn man die Interpunktion am Ende der dritten tilgt und liest: der nie geliez vorhtlichen sweiz, im kom etc. Diese Ausdrucksweise ist bei Wolfram ziemlich häufig. Ähnlich heißt es von Parzival 148, 28 dor Parzivälen worhte, der vreise wenic vorhte und 181, 25 den rehtiu zageheit ie /loch, der rebeizte nider unde zöch etc.

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