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tigt ist: mit golde er gebildet was; Lanzel. 4812 von einem samit: manit bilde drane was mit starken listen gemacht; Ulrich von Lichtenst. 248, 18: sin roc von einem phelle was, da was von golde üf tnattec tier gemachet, daz vil liehte schein; in den Nibel. 347 ed. Lachm. matraze riche geworht mit guoten bilden, mit golde wol erhaben. Jedesfalls ist hiernach gebildet soviel als mit bilden, Figuren versehen: bilde als Bezeichnung in der Weberei für figurce intextae verzeichnet auch Frisch 1, 96' und Mone 8, 256: gebildet duoch ciclas. An unserer Stelle wird überdies für rüch, welches zu gebildet nicht mehr recht passen will, ein anderes Wort zu suchen sein: die Handschriften schwanken zwischen rüch rieh höh ouch durch: etwa rieh oder wmhel Da das Wort zu Anfange der Zeile steht, ist möglicher Weise vom Kubrikator ein falscher Buchstabe gewählt worden.

P. 789. 14. hete diu wile des erbiten.] Hier ist wile persönlich gedacht, wie Wilewalde, Wilsaslde, daher wohl besser diu Wile. Vgl. Pass. K. 653, 89: swaz mir diu Wile hat beschert, daz ist mir worden unerwert; Georg 5983 und 5990.

P. 789, 2. greezer wunder selten ie geschach, stt ir ab got erzürnet hat daz sin endeldsiu trinitdt iwers willen werhaft worden ist.] Den zweiten Vers übersetzt Simrock: da Gott erzürnet hat eure Thal; San Marte: ob Ihr gleich mit Gottes Zorn beladen Euch; beide treffen aber wohl kaum das Richtige. Vielmehr: größer Wunder ist selten noch geschehen, seit ihr von Gott mit Eurem Zorn es ertrotzt habt, dall u. 8. ., vgl. Berthold 271,3. ed. Pfeiffer: so wil eteliche niht genüegen daz er in git, und wolten alle got grdz dinc erbiten oder abe ergrinen oder abe erzürnen und sprechent: owS herre, wie hästü mich sd gar unsalic erschaffen, daz du dem so vil gibest unde mir so wenic. Ebenso zu verstehen ist Parz. 463, 1: im megt im ab erzürnen niht = ihr mögt ihm nichts abertrotzen mit Eurem Zorn, wo ebenfalls die Übersetzer den Sinn nicht richtig wieder gegeben haben; vgl. mhd. WB. 3, 908", 33.

P. 825, 9—10 höfscK mit zühten wis ein man, mit triwen milte an dderstdz, was sin lip missewende bloz.\ Zu dem Ausdruck dderstdz habe ich kein einigermaßen analoges Beispiel finden können; es ließe sich allenfalls darunter das Hervorstehen der Adern oder sonstige durch die Blutcanäle verursachte Missbildungen an der Oberfläche des Körpers, vielleicht auch die vom Aderlaß zurückgebliebenen Narben verstehen, vgl. Gregor 2749: ich Linse an den »che»kein deheinen val noch *tt>z; alsdann aber miisste dn äderstoz auf die folgenden Worte bezogen und das Komma nach milte gesetzt werden: auch nicht ein unrechtes Äderchen (wie man unterm Volke noch sagt) hatte er an sich, er war durchaus fehlerlos. Was Simrock sich gedacht hat, wenn er übersetzt freigebig ohne Aderschlai} oder San Marte, wenn er sagt freigebig ohne Aderlaß, vermag ich nicht zu errathen, gewiss aber etwas anderes als was Hartmann unter mute äne riuwe im Erek 2734 meint. Indessen das fragliche Wort ist durch unzureichende Zeugen gestützt; die bessern Ilandsehr. lesen anderstoz D, unde stoz g, understoz d: diesen nach möchte an understoz, welches an sich unverwerflich ist, die echte Lesart sein. Vgl. Servatius 2705 daz der yeste deheiner drunder list oder untriuwe stieze) Gotfr. Trist. 365, 12 Meldt hcete mit valsrhlicher klage und mit vil arger dkust wol understozen sine brüst; mit fröuden understdze (:grr>ze) imj. Tit. 4840, 2; außerdem findet sich understoz häufig bei Mystikern, meist wenig verschieden von underscheit, z.B. Haupt, Zeitschr. 8, 249, Z. 27; Myst. ed. Pfeiffer 2, 175, 5—6; 327, 29; 660,19; 677, 14. Gleichbedeutend mit understoz braucht der Dichter im Willeh. 5, 12 underswanz und underreit. Willeh. 2, 4. ouch louft in diner hende der siben sterne gäben, daz sin himel wider vähen.] Was widervähen (so als ein Wort zu schreiben) in diesem Zusammenhange bedeute, lehren folgende Stellen: j. Tit. 2751, 2: der stern i>t vier und drte, die daz firmameritum widervähen (:jähen); Willeh. 216, 17: got den luft wol widervwhet; Elisabet in Graffs Diut. 1, 384: da mite lüde giengen, die weizgot widerviengen der heiligen gesezze; Hätzlerin S. 159*, 596: Frou Minn ist worden bekant, daz man irn orden tue twaclien: daz wolt si widerfachen. In allen diesen Beispielen ist's = obniti adversari oder enthalden, wie Wolfram im Parz. 782, 15 sagt die siben sterne sint des firmamentes zoum, die enthalden sine snelhat, und ähnlich im Willeh. 216, 9: got daz firm, an liez unt die siben platteten hiez gein des himels snelheit kriegen. Im mhd. WB. finde ich diese Bedeutung nicht vermerkt. Zu widervanc = Gegenbewegung der Planeten vgl. außer der dort citierten Stelle noch Erlös, ed. Bartsch 116. Willeh. 58, 15 folg. ir gunerten arrazin,

ob bediu hunt unde swin

iuc/i trüegen und da zuo diu wip

sus vianege.it werlichen föp,

für war möht ich wol sprechen doch

daz iwer ze vil war dannoch.]

304 REINHOLD BECHSTEIN, ZU EULENSPIEGEL.

Die Worte sind mir unklar. Vielleicht stund als iezuo oder alte nuo an der Stelle von und da zuo in der dritten Zeile. Dann wäre der Sinn: ihr verwünschten Sarazenen! wenn ihr auch lauter Hunde und Schweine wäret in der Weise als ihr nun streitbare Männer seid, so müsste ich selbst dann noch bekennen, daß euer zu viel wären! Wilhelm lässt im Gefühl tiefster Betrübniss diese Äußerung fallen, als er sich der Seinigen gänzlich beraubt und das Gefilde von Alischanz mit einer unabsehbaren Menge von Heiden bedeckt sieht.

Willeh. 316, 5. wol gehöret wart daz velt.] Natürlicher ist geherberget, wie Itz.lesen und wie 319, 21 steht: sd beherberget was daz velt

ZU EULENSPIEGEL.

Im Weimarischen Jahrbuche (V, 479) macht Reinhold Köhler sämmtliche Historien vom Eulenspiegel namhaft, welche von Hans Sachs bearbeitet wurden. In dem sechsten Buche der von H. Sachs eigenhändig geschriebenen Sprüche und Comödien (Deutsches Museum, neue Folge, 1. Bd. S. 151 ff.) befinden sich zwei Schwanke über Eulenspiegel , welche in die Gesammtausgabe nicht aufgenommen sind. In dem einen, Eulenspiegel auf dem Seil (Nr. 87 des Registers), ist die 3. und 4. Historie benutzt (Lappenberg, S. 5—7), doch hat beim Dichter die Erzählung dadurch eine drastischere Wirkung, daß Eulenspiegel die Schuhe der geprellten Zuschauer nicht auf die Erde, sondern in das Wasser wirft. Der zweite Schwank, Eulenspiegel mit dem Schalksnarren im Lande zu Polen (Nr. 88 des Registers), ist die 23. Historie (Lappenb. S. 31). Hier findet sich in der Darstellung größere Übereinstimmung, welche sich selbst auf einzelne Worte erstreckt.

LEIPZIG. REINHOLD BECHSTEIN.

ZU WERNHER'S MARIENLEBEN.

AUGSBURGER BRUCHSTÜCKE.

HERAUSGEGEBEN

VON

BENEDIKT GREIFF.

Ein günstiger Zufall setzt mich in den Stand, die Zahl der bisher bekannten Fragmente vom Marienleben des Priesters Wernher durch Mittheilung der folgenden zu vermehren.

Die vollständige Handschrift, von der diese Fragmente herstammen, muß ehemals der Bibliothek eines Klosters oder eines Stiftes des Kreises Schwaben und Neuburg angehört haben, denn anders lässt sich ihr Vorhandensein auf der königlichen Kreis- und Stadtbibliothek in Augsburg nicht erklären. Noch bestimmter geht dies aus dem Inhalte der Federproben hervor, welche ein Klostergeistlicher theils am Rande, theils mitten im Texte dieser Fragmente angebracht hat*), und die es anßer Zweifel stellen, daß diese schöne, in jeder Beziehung höchst beachtenswerthe und vielleicht älteste Handschrift dieses Marienlebens schon im 15. Jahrhundert dadurch ihren Untergang fand, daß sie aus Unkenntniss und Geringschätzung der unbarmherzigen Hand des Buchbinders überliefert wurde, der sie für seine Zwecke zerschnitt, oder wenn es gut gieng, ihre losen Blätter zu Buchdecken verwendete.

Diesem letzteren Umstände verdanken wir die Erhaltung von noch vier Pergamentblättern dieser Handschrift, die ich, jedoch bereits von den Buchdecken abgelöst, unlängst auf der hiesigen Bibliothek, wo sie wohl mehr denn 40 Jahre verborgen lagen, wieder aufzufinden so glücklich war. Ich sage so glücklich war; denn selbst der fragmentarische Fund des ursprünglichen Textes eines so alten mhd. Gedichtes — und als solchen kündigt sich der Text dieser Augsburger Fragmente beim ersten Blicke an — ist gewiss ein glücklicher zu nennen. Jedenfalls ist daraus ein wissenschaftlicher Gewinn zu erwarten, und darum eine Veröffentlichung derselben im Interesse der Wissenschaft geboten.

*) Z. B.: „In honore beatissime marie Virginia iubilemus d"iio. Venite cxnltemns dno iubilemns deo salvatori nostro" etc.

„Nativitas tna dei genetrix Virgo gandium annunciavit vniverso mundo, ex te enim ortiis est sol insticie, xpe domine, qui solvens maledictionem, dedit benedictionem."

„Gandent in celis anime sctorum qui xpi vestigia sunt secuti et quia per eins amore sanguinem miuii fuderunt ideo cum xpo gandent omnes sancti, amicti stolis albia secuntur agnum" etc.

Alles ohne Interpunrtion und mit den dem 15. Jhd. eigenen Abbreviaturen geschrieben.

GERMANIA VTI. 20

Kein Zeitpunkt könnte hiefür günstiger sein, als der gegenwärtige, wo die im Deutschordens-Archive zu Wien durch B. Dudik unlängst entdeckte zweite vollständige Handschrift dieses nach des Dichters eigener Angabe im Jahre 1172 abgefassten Marienlebens *), so wie die von K. Bartsch und Mone aufgefundenen Fragmente desselben von neuem die Aufmerksamkeit der deutschen Philologen und Literarhistoriker auf dieses früher vielfach besprochene Gedicht gelenkt haben.

Anregung hiezu gab vor allen Bartsch in seiner gründlichen Recension über die von Julius Feifalik herausgegebene Wiener Handschrift **). Bereits sind durch ihn die Untersuchungen so weit geführt, daß es sich nunmehr um eine feste und sichere Bestimmung des gegenseitigen Verhältnisses der verschiedenen Textesrecensionen und um eine darauf gegründete Herstellung eines möglichst ursprünglichen Textes handelt.

Überzeugt, daß gerade der Text der hiesigen Fragmente um seiner ausgesprochenen Originalität willen zur Lösung dieser Fragen wesentlich beizutragen vermöge, sei er hiemit um der gegenseitigen Vergleichung willen in diplomatisch getreuem Abdruck der Öffentlichkeit übergeben.

Die nachfolgenden Bemerkungen beabsichtigen, einiges zur richtigen Würdigung dieser Fragmente beizutragen.

Betrachten wir zu diesem Zwecke zunächst die Handschrift selbst.

Sie weicht hinsichtlich des Formates von den bisher bekannten Handschriften und Fragmenten darin ab, daß sie Groß- oder HochQuart ist.

Der Schreiber derselben, ein Meister in der Kalligraphie, hat auf ihre Ausstattung eine besondere Sorgfalt und Liebe verwendet. Eine solch reine, zierliche und zugleich correcte Handschrift kann nur aus einem Kloster hervorgegangen sein, mit dem eine Klosterschule verbunden war, in der man nach vorausgegangener langjähriger Übung es zu solcher Fertigkeit in der Kalligraphie brachte und solche Kalligraphen zu bilden verstand.

Sieht man sich aber am Ende des 12. und im Anfang des 13. Jahrhunderts in den Klöstern des Kreises Schwaben und Neuburg um, so

*) Sie erschien unter dem Titel: Des Priesters Wernher driu liet von der maget Nach einer Wienerhandschrift mit den Lesarten der übrigen herausgegeben von Julius Feifalik. Wien I860.

**) Sieh Germania 6, 117 ff.

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