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1520. so Hehler schon, so süzer smac, 470. der engele wunneclieheschar,... da nieman von gesprechen mac. di dirre zarten sele

223. und wie die engele nämen engegen alle quämen

irn reinen lichamen und ouch di lobesamen

und fürten in vil schöne fürten wunnecliehe

gegen dem hohen trone, hin üf zu himelriche

da got in smer majestät für godes ougen schone,

die süze magt gekronet hat. die ewecliche arme., zu dragenc

Unter den übereinstimmenden Versen der Elisabeth und Erlösung habe ich mehrere erwähnt, die als subjeetive Bemerkungen des Dichters an seine Zuhörer gerichtet sind, Anrede an dieselben, Beziehung auf die Quelle, auf die Behandlung des Stoffes. Solche Ausdrücke kehren zwar ähnlich bei anderen Dichtern auch wieder (vgl. über Karlmeinet S. 366); aber sie werden hier bei so vielfacher Einstimmung als Zeichen näherer Verwandtschaft gelten dürfen. Die Erlösung betreffend vgl. die Anm. zu 4398.5328. 6568. Beide Dichter reden ihre Zuhörer an mit „ihr Lieben" (Erlös. 6469. 6593), wie Jesus selbst thut (ouch icizzent, lieben, sunderbar Erlös. 4072, in der Bergpredigt); woraus ich mit Recht (Erlösung S. DJ) auf geistlichen Stand des Dichters geschlossen. daz xoizzet, lieben, uberlüt Elis. 380. ei, lieben alle, saget an 402. des prübet, lieben, so gereit 418; vgl. das ähnliehe ei stiegen lüde, nemet war 364. Beide wenden sich überhaupt häufig an die Hörer: ei höret was di began Elis. 420. verneinet waz nu me geschach 425. verneinet wunderliche dinc 462. nu hört ein lutzel me hie von 464. vernemet ouch waz ich üch sage 474. oder als üch ist geseit 346. alse üch wilent ist bekant 354. als ich der rede ouch (üch?) e verjach 425 (vgl. jedoch 488). als üch di stat ist e genant 425. als üch ist gesaget c 454. von den üch e gesaget ist 487. ich sage üch ander mere 451. ich sage üch ander rede me 474. als ir dicke hdret lesen 457. als ich üch bescheiden 478. Ebenso begegnet bei beiden das Streben sich kurz zu fassen (zur Erlös. 5328): waz sulde langer rede nie? Elis. 346 (vgl. S. 28 f.). der rede wil ich gedagen 354. daz ich des ende mache 387. der rede ich nie geswige 393; und besonders 488 doch wil ich üf ein selec heit kurliche (kurzliche ?) raren hie ein deil und in gemeinde setzen, daz uns iht möge letzen kein alzu lange wile, des ich de baz nu ile. Vgl. auch Ilimmelf. 428- 495.

Die Beziehungen auf Quellen sind meist dieselben, namentlich die Bibel, die bei der Erlösung ja die Grundlage bildet. Die Elisabeth bezieht sich auf das Evangelium (in deme ewangeliö, da er gesprochen hat also, alse ir dicke höret leiten 457), auf die e (sam in der e geschriben ^tet 357, Beziehung auf Bileam), auf die Schrift (wi in der schrift gesehriben stet 457), auf Davids Psalter (hie von der konic Davit in deme salter also quit »cum sancto sanclus eris, cum (fehlt Darmst. Hs.) ferver so perverteris (D. eruerteris)" 344); sie erwähnt den Heidenrichter Balaam (d. h. Bileam, Elis. 353, vgl. Elis. 1302. 3009); den Evangelisten Johannes (365) und Absalon (glich hern Absolvne, den sin frecliez här gevienc, daz er an eime aste hienc und also begab sin leben 459). Allgemeinere Beziehungen (vgl. zur Erlös. 4398) sind: als ich iz las 385. als ich hau gelesen 478. ouch saget man uns offenbar 363. als ich hän vemomen 379. alse man uns jach 476. Den Stoff der Elisabeth nahm der Dichter hauptsächlich wohl aus mündlicher Überlieferung, da er der Zeit der Heiligen noch ziemlich nahe stand (ouch saget man uns 303), doch benutzte er daneben schriftliche Aufzeichnungen (als ich iz las, mit Bezug auf den Landgrafen Ludwig, 385; als ich hän gelesen, von einem Wunder, das nach dem Tode der Heiligen geschah, 478). Der Dichter zeigt sich als gelehrten Mann (vgl. Erlösung S. H) durch Einflechtung lateinischer Bibelstellen (344) und durch Gebrauch von Wor ten, die direct aus dem Lateinischen entnommen sind (meditieren, speculieren, contemplieren, jubilieren, vgl. S. 422. 465. 466. 470; auch korper gehört hierher, 8. oben S. 21). Hierher ist auch zu ziehen die in der Erlösung öfter vorkommende, dem Lateinischen nachgebildete Wortstellung, Anm. zu 5327 (vgl. noch zu 1901. 5949; Einleitung S.H). Solche Belege gewährt auch die Elisabeth: meist geht die steife Wortstellung aus dem Bestreben hervor, die Verse möglichst glatt machen zu wollen, daz ir hingen arebeit sie hatten wol behalden 358 (vgl. Erlös. 2301). di vrouice Sophie zu kirchen wolte Mren 300. die bischove aber ndmen den fronen Uchamen drdstliche unsers herren 408. daz vrouxoe Sophie, di edele und die vrie, sulte sich vereinen 411. al da zu hove teeren des fursten eteswanne besunder dienestmanne 414. daz sie di wider plackete, mit ander leie dackele düclien wi sie künde 449. daz man den heren (Hs. herren) unbestat corper ober erden liez 473.

Die Vertrautheit des Dichters mit der weltlichen höfischen Poesie geht aus der Erlösung (89 ff.) hervor: wie er die Stoffe derselben kennt und nennt, so auch in der Elisabeth die hauptsächlichsten weltlichen Dichter, S. 349:

her Wolferam von Eschebach,
der tugenthafte Schriber,
her Reimär und her Walther
von der Vogelweide,
da bi was ouch gereide
zu sänge mäster Bilterolt

GERMANIA Vn. 3

und in. gefüger ungedolt
Heinrich von Oflerdingen.

Daß er Gottfried nachahmt, habe ich im Verlaufe der Untersuchung mehrmals bemerkt und Erlösung S. V— VI durch Belege gezeigt: dasselbe an der Himmelfahrt (Erlösung S. XXIII). Auch in der Elisabeth spielt der Dichter nach Gottfrieds Art mit den Worten, indem er sie tändelnd wiederholt und umkehrt:

mit einvalter wisheit,
mit unser einvaltekeit.

Über die Trennung des Adjectivums von seinem Substantivuin durch den Reim habe ich zur Erlös. 624 gehandelt: auch hiervon bietet die Elisabeth Belege, daz eine ist, druweltcJie zxoein | brüdern hellen wol in ein 391. di stiege und di reine volgete aber eine \ dagevart ir herren nach 402. der lobebere | Gregortus der nünde 455. dem also lobeiamen \ furslen ummer. amen 477. Auch die Himmelfahrt kennt diese Trennung: der vil ungehüre \ helletoolf 190; vgl. Erlös. 624 der gar ungehüre \ vient; und ähnlich unde sagen furbaz tcie | lange die magt erbere 496.

Bei aller Übereinstimmung, die sich zwischen Marien Himmelfahrt einerseits, zwischen der Erlösung und Elisabeth anderseits zeigt, werden wir doch eine merkliche Verschiedenheit des erstgenannten Gedichtes in der ganzen Art und Weise, im Ausdruck, im Wortvorrath, selbst im Versbau nicht verkennen. Daher es noch immer zweifelhaft bleiben muß, ob die Himmelfahrt von dem Dichter der beiden anderen Dichtungen herrührt, da zwischen diesen eine ungleich größere Ähnlichkeit waltet. Somit trage ich Bedenken, die vor der Vergleichung der Elisabeth ausgesprochene Behauptung (Erlös. S. XXIV), „der Dichter der Erlösung habe auch Marien Himmelfahrt, aber in einer späteren Zeit, gedichtet," zu wiederholen. Vielmehr glaube ich, daß der Dichter der Himmelfahrt sich am Dichter der Erlösung und Elisabeth gebildet und aus ihm (so wie aus Gottfried) manches entlehnt hat: immerhin kann dann die von mir hervorgehobene Beziehung (Himmelf. 398 — 403, Erlös. S. XXIII) die Erlösung meinen. Die Heimat der Himmelfahrt wird wohl auch Hessen sein, worauf die jetzige Heimat der einzigen Handschrift (Gießen), mehr noch die Sprache derselben und mehr als beides die Sprache des Gedichtes selbst führen: Oberrheinisches (wie ich S. XXII wegen hüde: nilde vermuthete) ist nach der S. 1 gegebenen Berichtigung nicht darinnen. Da nun die Handschrift der Himmelfahrt noch dem 13. Jahrhundert angehört (also wohl gleichzeitig mit dem Dichter fällt), so muß der Dichter der Erlösung und Elisabeth wenigstens bald nach der Mitte des genannten Jahrhunderts fallen, und die früher von mir gegebene Zeitbestimmung (Erlösung S. VII) wird sich auch jetzt nicht wesentlich ändern. Welches von beiden Gedichten das frühere ist, lässt sich nicht bestimmt sagen. Die oben angeführte übereinstimmende Stelle (Elis. 459. Erlös. 4782.83) macht nicht unwahrscheinlich, daß die Erlösung älter ist und daß hier, bei Anführung einer biblischen Stelle, der Dichter in der Elisabeth auf sein früheres biblisches Gedicht Bezug nahm. Zu dieser Annahme stimmt die größere Gewandtheit, die der Dichter in der Elisabeth verräth. Nehmen wir an, er habe von 1250—1275 gedichtet, so ist auch denkbar, daß er mit Konrad von Würzburg gleichzeitig ist und von diesem, der 1287 starb, manches schon entlehnen konnte. Die Zeitbestimmung „um 1300" (Gödekes Grundriss S. 73) macht die Elisabeth entschieden zu jung.

Für die hessische Heimat des Dichters, auf die alle Umstände hinweisen, lässt sich noch ein äußerer Grund geltend machen. Es wurde nämlich die Erlösung zu einem leider nur bruchstückweise bekannten „Schauspiel von der Geburt Christi" benutzt, welches Jo. Conr. Dieterich, Professor in Marburg, in seinem Specim. antiquitatum biblicarum (Marpurgi Cattarum 1642. 4°.) p. 122 erwähnt. Gödeke verweist auf eine mir nicht zugängliche Schrift von Fr. v. Stade: Specimen lectt. antiquarum francicarum, Stade 1708. 4°. p. 34, wo aber auch nicht mehr mitgetheilt scheint, als was v. d.Hagen im neuen Jahrbuch der berlinischen Gesellschaft 7, 349—350 aus Dieterich wiederholt. Das erwähnte Schauspiel, in welchem Augustinus den Virgil auffordert zu verkünden, was er von Christo wisse, schreibt die Erlösung wörtlich aus: die Verse des Bruchstückes 1 — 6 entsprechen Erlös. 1894 — 99; Brachst. 11 —58 sind Erlös. 1902 — 7.3, jedoch mit mancherlei Auslassungen, es fehlen Erlös. 1966 —67, 1918-23, 1926—27, 1934-45, 1958-59; die Verse 1946 — 51 sind versetzt und folgen nach 1957. Die dem Schauspiele zu Grande liegende Hs. der Erlösung kann weder die Prager, noch die Nürnberger sein, noch viel weniger die Trierer, sie war eine sehr vorzügliche, sorgfältiger als alle vorhandenen, und gehörte ohne Zweifel noch dem 13. Jahrhundert an, denn das Weihnachtsspiel selbst fällt spätestens in den Anfang des vierzehnten. Auch sie weist uns auf Hessen, speciell auf Marburg, und ich bin nicht abgeneigt, in ihr die Originalhandschrift zu erblicken und nach allen Anzeichen den Dichter der Erlösung und Elisabeth für einen Marburger zu erklären. Für die Zeitbestimmung der Erlösung gewinnen wir durch diese Benutzung einen neuen Anhaltspunkt, der meine frühere Annahme (Mitte des 13. Jahrhunderts) wahrscheinlich macht. Für den Text der Erlösung ist das Bruchstück nicht unergiebig, meist hilft es die Lesarten der besseren Prager Handschrift bestätigen; vgl. 1903. 1912. 1947. 1952. 1957. 1965. An anderen Stellen aber stimmt es mit der Nürnberger gegen die Prager, vgl. 1917; und an mehreren gewährt es gegen NP das richtige, so 1924. 25:

frides volh wirdic dan. der herre wirt ein wiser man, welche Zeilen in N umgestellt, in P verderbt sind. — 1930 gar nach gotlicheme side, NP nach gar. — 1950.51: die von mir vermuthete Umstellung der Keimworte in N (womit, wenn man Keiles Angabe trauen darf, auch P stimmen würde) bestätigt das Bruchstück.— 1951 eie für sich, wie NP lesen. Die Übereinstimmung mit N einerseits, mit P anderseits macht es wahrscheinlich, daß das Bruchstück die Originalhandschrift darstellt, aus der N und P, unabhängig von einander, wenn auch nicht unmittelbar flössen.

Aber nicht nur für den Text der Erlösung, sondern mehr noch für die Geschichte des deutschen Schauspieles hat das Bruchstück Wichtigkeit, indem es einen bis jetzt einzigen Beleg gibt, daß man ein geistliches Gedicht in Reimpaaren zu einem geistlichen Schauspiel umgestaltete. Wie einfach die Umgestaltung geschah, können wir aus dieser Probe schon sehen: es hat der Bearbeiter den Text der Erlösung, so weit er nicht erzählend war (und zum Theil ist sogar die Erzählung oder der redende Dichter benutzt, wie 1894 ff.), wörtlich aufgenommen, allerdings einige Stellen weggelassen, eigenes aber, mit Ausnahme von 7—10, die die Aufforderung des vom Bearbeiter eingeführten Augustin an Virgil enthalten, gar nicht dazugethan. Daß auch die vorhergehende Weissagung der Sibylla (Erlös. 1760—1837) von dem Verfasser des Schauspiels benutzt wurde, sehen wir aus Dieterichs Erwähnung: eodem modo idem autor Sibyllas tanquam prophetissas de Christo servatore mundi introducit venusto carmine (Hagen 7, 350), und ebenso wahrscheinlich auch die übrigen Propheten (Erlös. 1164 ff.). Von ähnlicher Anlage ist das bei Mone, altdeutsche Schauspiele S. 145— 164, gedruckte Fronleichnamsspiel: nur mochte sich in dem bruchstückartig erhaltenen die Geburt Christi, vielleicht auch die Leidensgeschichte, anschließen. Das von mir im Auszuge mitgetheilte Schauspiel (German. 3, 267 — 297) beginnt sogar mit der Geschichte des alten Testaments, behandelt die messianischen Weissagungen (German. 3, 270) und geht dann noch durch das ganze neue Testament bis zur Auferstehung Christi.

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