Die Königliche Gemälde-Gallerie im Neuen Museum zu Dresden, Beschreibung und Erläuterung sämmtlicher Gemälde, begleitet von kunstgeschichtlichen und kritischen Erinnerungen [by W. Schaefer].

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625 - Kunstweise pflanzte er auf eine zahlreiche und grossentheils sehr talentvolle Schlerschaft fort. Was RUBENS fr die gesammten Niederlande, ward etwas später REMBRANDT fr Holland insbesondere. ' Diesem Knstler von grosser Tiefe des Gefhls wohnte ein Hang zum Seltsamen, Phantastischen inne, welchem er sich stets ohne irgend eine Rcksicht auf die Erfordernisse seiner jedesmaligen Aufgabe berliess. Als ein vorzgliches Mittel zu seinen Zwecken 'diente ihm die Art der Beleuchtung, vermöge...
727 - Der Reiter und sein geschwindes Roß, Sie sind gefrchtete Gäste. Es flimmern die Lampen im Hochzeitsschloß, Ungeladen kommt er zum Feste. Er wirbt nicht lange, er zeigt nicht Gold, Im Sturm erringt er den Minnesold...
525 - Iudex ergo cum sedebit, quidquid latet, apparebit: nil inultum remanebit. Quid sum miser tunc dicturus, quem patronum rogaturus, cum vix Justus sit securus?
233 - Osservanza zu Bologna, eine Verkndigung auf eine Holztafel gemalt, welche jetzt wohl mit mehr Recht fr alfflorentinisch gehalten wird, fr die Gallerie geschenkt habe. Ein werthvolles und besonders historisch merkwrdiges Bild, was freilich damals in den Zeiten der Vergötterung Carlo Maratta's mit seinem trocknen Ernst und seiner bunten und wenig harmonischen Temperafarbe keinen Liebhaber finden mochte*). (S. Crespi's Brief vom 6. Oct. 1750). Altare maggiore di S. Giovanni in monte, nella...
653 - Herr, nun lassest Du deinen Diener in Frieden fahren; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.
626 - Bild des Berliner Museums stellt den Moses dar, im Be-griff, die Tafeln des Gesetzes zu zerschmettern. Zorn und Schmerz whlen auf eine furchtbar ergreifende Weise in dem Antlitz des Gottgesandten. Das Bild ist berkhn, der Sage nach nicht mit dem Pinsel, sondern mit den Fingern gemalt.
221 - No. 25. 1750 aus der Sammlung des Marchese Suares in Florenz fr 1000 Zecchinen angekauft.
626 - Malereien des letzteren, bei allem derbsinnlichen Wesen, immerhin einen gewissen vornehmen Charakter, als fr die prunkvolle Ausschmckung des neubegrndeten katholischen Gottesdienstes oder frstlicher Paläste bestimmt, so erscheint jener als ein trotziger...
233 - rarissima opera di Mantegna," aus der Chiesa dell' Osservanza zu Bologna, eine Verkndigung auf eine Holztafel gemalt, welche jetzt wohl mit mehr Recht Pur allflorentinisch gehalten wird, fr die Gallerie geschenkt habe.
563 - Vorzgen, bereits wiederum eine entschiedene Ausartung der Kunst. Sie zeigen den höchsten Gipfelpunkt, bis zu welchem sauberste Ausfhrung und elfenbeinerne Gelecktheit, bei allgemein richtiger Zeichnung, gänzlichem Mangel an Ausdruck und allem geistigen Element, bei einer prden und affectirt vornehmen Composition idealer Gegenstände zu treiben ist.