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Ars non habet osorem,
nisi ignorantem.

Pictoribus atque poetis

Quidlibet audendi semper fuit aequa potestas.

Horatius A. P. 9.

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Nördliche Gallerie. Cabinet 1.

205

Nördliche Gallerie mit 21 Cabinets. (Mit 21 Seitenlichtern.)

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Decoration. Oberhalb der Scheerwände in 3 Abtheilungen fortlaufende Arabescirungen mit Medaillons, welche theils an der Decke, theils über Thüren oder in Wandfelderungen angebracht sind. Diese Medaillons sind theils vom Prof. Schurig, theils von Theodor Grosse Grau in Grau gemalt. Cabinet 1: Ueber der Thüre: Annibale Carracci von Sch.; an der Decke: Hercules in der Wiege, die Schlange erwürgend von G. Cab. 3: Bacchus auf dem Panther von G. Cab. 3: Singender Engel von G: Cab. 4: Samuel, als Kind im Tempel dienend, von G. Cab. 5: Christkind von G.; über der Thüre nach E. Titian von Sch. Cab. 6: Johannes der Täufer von G. Cab. 7: Singender Engel von G. Cab. 8: Kämpfende Knaben von Sch. Cab. 9: Ganymed mit dem Jupiteradler, und über der Thüre nach 10: Correggio von Sch. Cab. 10. Ueber der Thüre nach 9: Leonardo da Vinci v. Sch. Cab. 12. Ueber der Thüre nach 13: Joh. van Eyk von Sch. Cab. 13: Ueber der Thüre nach 12: Van Dyk v. Sch.; an der Decke: Fischerknaben von G. Cab. 14: Reiterspiel von G. Cab. 15: Hirtenknaben von G. Cab. 16: Schlägerei zwischen Satyren von G. Cab. 17: Kleines Mädchen sich schmückend und Rubens von Sch. Cab. 18: Jägerknabe mit Hunden von

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Sch. Cab. 19: Kranzwinderin von G.
Cab. 21: Spinnerin von Sch.;

von G.

Rembrandt von Sch.

152.**

*

Cabinet 1.

Rechts vom Fenster:

Cab. 20: Bauerntanz an der Seite nach 22:

Scarsella (Hippolito), gen. lo Scarsellino

da Ferrara). Die heilige Familie.

Nach der Flucht aus Egypten. Maria sitzt mit einem Nähkissen auf dem Schoosse und blickt nach dem im Durchsägen eines Bretes eben innehaltenden Joseph, der auf sie zu reden scheint, während der Jesus knabe hinter dem Pflegevater spielt. Hippolito S., der Sohn des Sigismondo S., welcher in P. Veronese's Schule gebildet war, ward zum Unterschiede von dem Vater lo Scarsellino (d. h. der kleine Scarsella) genannt, bildete sich zwar ebenfalls anfänglich nach dem Paolo Caliari, wie aber auch nach Titian, Dosso, Carpi etc.; doch stand er endlich frei von aller Nachahmung als origineller Künstler da. Seine Gemälde waren stets geachtet. Lanzi ist voll seines Lobes. Bei Frauen

köpfen sollen ihm seine beiden Töchter als Modelle gedient haben. Das B., das aus der Samml. des Abbate Branchetta zu Bologna zur Gall. kam, ward 1826 durch Palmaroli restaurirt. Leinw., 1 F. 10 Z. hoch, 2 F. 9 Z. breit.

120. ** Unbestimmt. Jesus als zwölfjähriger Knabe unter den Schriftgelehrten im Tempel (Luc. 2. 40---52.). Im Mittel einer Halle steht der Jesusknabe an einer Säule, vor ihm am Boden liegt ein Lamm. Joseph und Maria sind eingetreten. In den älteren Catal. und im Abrégé steht d. B. unter,,unbekanntem Meister"; erst in d. Catal. 1801, 1806 ff. findet es sich unter „Dosso Dossi". Der Catal. 1835 von Matthäi hat es unter „Garofalo" mit der Bemerkung, dass man erst später fand, dass dieses früher dem Dosso zugeschriebene B.,,eher dem Garofalo anzueignen sei, obgleich sich auch hiergegen noch Zweifel erheben liessen," während die letzten Catal. Matthäi's es unter,,Ferrarische Schule" aufführen, welcher Annahme auch von Quandt im Verzeichnisse der restaurirten Bilder beipflichtet. J. Hübner hat es endlich unter,,Schule des Dosso Dossi". Das B., das aus Modena zur Gall. kam, ward 1826 von Palmaroli restaurirt. Holz, 2 F. 4 Z. hoch, 2 F. 11 Z. breit.

151. **

* Scarsella (Hippolito), gen. lo Scarsellino. Rückkehr der heil. Familie aus Egypten.

Maria führt den Christusknaben und Joseph geht mit dem Esel voran, daher es nicht, wie von Matthäi und J. Hübner geschehen, als ,,eine Flucht nach Egypten" bezeichnet werden kann. Die Catal. Riedel's und Demiani's nennen es auch richtig,,die Zurückkunft von Egypten" und das Abrégé,,Le Retour d'Egypte". Das B. ist Pendant von No. 152; auch ebendaher erworben, sowie 1826 restaurirt worden. Leinw., 1 F. 10 Z. hoch, 2 F. 9 Z. breit.

193.*.*

*

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Di Santa Croce (Girolamo). Maria und Joseph danken Gott dafür, dass er sie durch die Geburt Jesu beglückt hat.

Ein liebliches Bild, das mit dem liebevollstem Fleisse ausgeführt und dabei ausserordentlich gut erhalten ist. In einem freiliegenden Stalle, in welchem auch sehr theilnehmend Ochs und Esel anwesend sind, liegt in einer Flechte, welche mit Linnenzeug ausgelegt und mit einem Kopfkisschen versehen, das zarte Christkind. Darüber schwebt in einer von Cherubimköpfchen gebildeten Glorie der heilige Geist in Gestalt einer Taube, während am Giebel des Holzbaues drei singende Engel ein Spruchband mit:,,Gloria in excelsis deo." halten, sowie sechs andere Engel schweben, welche die sogenannten Marterwerkzeuge,

Säule, Speer, Ysopstab mit Schwamm, Leiter, 3 Nägel, Kreuz und Hammer, halten. Drei Hirten treten ehrerbietig durch die offene Thüre. - Die Blüthenzeit C.'s, der den durch Bellini gebildeter Venetianern unbedingt angehörte und dem Giorgione und Titian nahe kam, war um 1530. Vasari und Boschini haben ihn übersehen; Ridolfi ist mit Unrecht nicht für ihn gestimmt. Zuerst machte Zanetti auf dessen verschiedene, sehr beachtenswerthe Gemälde aufmerksam, und Lanzi fühlt sich gedrungen, namentlich die Anmuth seiner Anordnung, das Studium der Verkürzungen und des Nackten, die Farbenverschmelzung, die aber mehr an die römische, als an die venetianische Schule erinnern, als Vorzüge seiner Bilder hervorzuheben. Dieses beachtenswerthe Bild findet sich zuerst in dem Matthäischen Catal. 1835, obschon es bereits 1741 durch Kaiserling zur Gall. gekommen war. Holz, 2 F. † Z. hoch, 2 F. § Z. breit.

* Lorenzetti. Alt-Sienesisch (angeblich). gekrönte Heilige. Vielleicht Jungfrau Maria?

Eine

Auf polirtem, mit rothbraunem Polimente unterlegten Goldgrunde eine scheinbar gepresste Glorie, welche oberhalb um das Haupt läuft und eine Inschrift enthält, die aus Schriftzügen besteht, welche den auf Taufbecken des 14. u. 15. Jahrhunderts gewöhnlichen Charakteren gleicht. Das Unterkleid ist gleichfalls mit gepressten blauen und goldenen Zierrathen ganz nach Art der in Deutschland an den Flügelaltären des 15./16. Jahrhunderts vorkommenden versehen. Vielleicht ist d. B. das Fragment einer „Verkündigung.“ - Die beiden Lorenzetti, Pietro und Ambrogio, lebten zu Siena zwischen 1277 u. 1360, und ihr Zeitgenosse und vielleicht Schüler war Bernardo di Siena. Dem Goldgrunde und der übrigen Behandlung, sowie dem Colorit nach zu urtheilen, dürfte das B. jedoch, wenn es die Arbeit eines sieneser Maler ist, erst aus der Zeit des Taddeo di Bartolo (13511410) sein. Aus der Sammlung des Prof. Moritz Steinla 1857. Holz, 10 Z. hoch, 8 Z. breit.

* Duccio di Buoninsegna (angeblich). Aeussere Liede von einem Hausaltärchen.

Auf Goldgrund. Diese beiden in einen Rahmen vereinigten Deckbilder einer Hausaltartafel enthalten in vier Bildfeldern 8 Figuren: 1) oben rechts zwei heilige Frauen mit der Inschrift: SCA. LVCÍA. u. SA. CLARA; 2) links eine verschleierte und eine gekrönte Heilige mit Buch und Palmenzweige; 3) rechts unten einen Bischof und einen Apostel mit Buch; 4) links die Stigmatisation des heiligen Franciscus. Aus Steinla's Sammlung 1857. Nach della Valle giebt es zwei Duccio aus Siena, der Eine war der Sohn des Buoninsegna, der Andere Meister Nicolo, worüber

selbst Vasari im Unklaren. Er war wahrscheinlich ein Schüler des Giotto und lebte etwa von 1282 bis etwa 1340. Die B. müssten wohl aus seiner frühesten Zeit sein. Holz, 12 Z. hoch, 8 Z. br. 2. ** Unbekannter Meister. Eine Hausaltartafel in Form eines mit Bossen gezierten Giebels, dessen Hauptbild der Maria Himmelfahrt darstellt. Am Grabe knieet Johannes.

Diese ganz auf Goldgrund im schönsten Colorit mittels Eiweissfarben (?) nach Art der Miniaturen in den Chorbüchern gemalte Tafel enthält im gegiebelten Mittelfelde 3 Bilder. Im obern Giebelfelde erblickt man die Apotheose der Maria, welche von 4 Engeln umgeben ist, deren zweie die Gambe streichen, während ein dritter eine Art Zither spielt und ein vierter einen Palmenzweig trägt. Das rechte Unterfeld zeigt die heil. Margaritta mit dem Drachen, während das linke einen heiligen Bischof mit einem Spruch bande enthält, auf dem eine in abbrevirter Cursivminuskel geschriebene, nicht mehr vollständig erkennbare Inschrift steht. Dem Ductus der Inschrift nach zu urtheilen ist diese Tafel aus dem Ende des 14. oder der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, und erwägt man dabei das Lesbare derselben, so ist in dem Bischofe wahrscheinlich der heilige Andreas Corsinus, Bischof von Fiesole (starb 1373) dargestellt, dem, der Legende nach, die Maria erschien, um ihm seinen Todestag anzuzeigen. Auf dem rahmenartigen Rande der giebelartigen Füllung der Tafel sind zwischen den 11 ringartigen Felderungen Halbfiguren heiliger Personen angebracht. In der Spitze des Giebels schwebt ein Engel mit einer Krone. Die 1. Figur von Oben rechts stellt St. Petrus vor; die 2. St. Clementia, mit dem Zweige; die 3. St. Andreas; die 4. St. Agnes mit Lamm; die 1. links von Oben St. Paulus; die 2. St. Ursula mit Pfeil; die 3. einen Salvator mundi und die 4. St. Theresia. Die 2 unteren Felder enthalten je zwei Apostel, von denen nur der erste links durch sein Attribut, den Pilgerstab, als Jacobus erkennbar ist. Matthäi und J. Hübner

schreiben d. B. dem Sano di Pietro (?) zu. 1 F. 5 Z. breit.

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O* Vanucci (Pietro), gen. Pietro Perugino (angeblich). Portrait Jesu, als Jüngling, mit der Inschrift:

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Aus der Steinla'schen Sammlung 1857. Dürfte möglicher Weise noch älter als Perugino sein. Holz, 1 F. hoch, 8 Z. br. 194.** Zweifelhaft. Zweifelhaft. Der heilige Laurentius erduldet standhaft im Glauben vor Kaiser Decius, unter dem Censor Valerian als Märtyrer der Kirche die Feuermarter auf dem Roste.

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