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läst in nicht hinein, piß das er wirt verricht mit seinem widertayl. Es singen weyb und man den pater noster und den glauben inn der kirchen mitt dem prister, der dann die meß hatt. Sie geben den jungen chinden das sacrament. Es scheren auch ir priester 5 den part nicht, noch chain har. Sie haben den balsam zu dem heylgen öl, wann ir patriarch geyt groß gut chönig soldan umb balsam und den schickt er dann auß in seine pistum'.

Auch wann ainer prister würdt, so muß er dornach viertzig tag und nächt in der kirchen sein und wann die viertzig tag vergeen, so

10 singt er dann sein erste meß; so fürt man in dann haim in sein hauß mit seinem meßgewandt, so chompt sein haußfrau und chnyet für in nider, so geit er ir den segen, so chomen dann die freund des pristers und seiner haußfrauen und pringen ir opfer und alle die dahin geladen sein; und der prister hatt dann ein grösßer hoch-.

15 zeit, dann da er sein weyb nam; man legt im sein weyb nicht zu, piß das er viertzig tag meß hat nach ainander, dornach legt man sie zu ainander.

Wann sie ein chint thauffen, so hebt es nur ain man auß der tauff und chain weyb, wann sie sprechen, unsern herrn

20 hab nur ain man taufft und chain weyb und es sey sünd, das man ein weyb zu der tauff nem; sie haben die tauff in grossen eren und woe in ir gevatter entgegent, so knyen sie für in nider und neygen sich auff die erden gegen im nyder; und halten die gevatterschafft mitt heyrat huntz an die vierden sipp. Sie machen

25 vil gevattern nnsers glaubens. Sie geen gern in unser kirchen zu der meß, das thun die Erichen nicht; sie sprechen, zwischen unsere glaubens unnd irs glaubens sey nur ein har, aber zwischenn der Eriechen glauben und irs glauben sey ein grosser perck.

Sie vasten in der wochen den mitwochen und den freitag; sie

30 vasten das advent nicht; sie vasten die ostervasten fünfftzig tag und essen nur von öl; aber sie essen in dem, wie offt sie wöllen noch mittemtag; sie vasten Sant Jörgen ein wochen; sie haben ein heylgen der haist Dauexencius und der ist ein artzt gewesen, dem vasten sie auch ein wochen; auch vasten sie den heylgen creitztag, der

35 da ist in dem September; sie vasten auch dem grossen Sant Jacob

* 1 Der katholikos ist allein berechtigt, das salböl (miron) herstellen zu lassen; aus dem verkauf desselben an die bischöfe bezieht er einen teil seiner einnahmen.

ein wochen; auch vasten sie unser frauen Augusti XV tag '; auch vasten sie den heylligen drey chönigen ein wochen; sie habenn auch ein heylgen, der ist ein ritter gewesen, der haist Serchis, den raffen sie gar vast an, woe sie in streiten sein oder in nöten,

6 und dem vasten sie auch ein wochen; man vindt vil edeler leut und ritter, die im drey tag vasten und nichts essen oder trincken, wann er ist ein grosser nothelffer; und dem vasten sie in dem Februario. Sie halten ir heyllig tag nur an dem sampßtag; an dem heylligen osterabendt, so haben sie nach vesperzeit meß und

10 das ist umb die zeitt, als der schein auffget von dem heylligen grab zu Jherusalem. Sie haben nur den ostertag mit uns und den pftngstag und auffartag; und die andern heylgen zeit haben sie an besundern tagenn; die weynachten halten sie an epiphania domini unnd haben auch meß an dem selbigen obent nach der vesper; sie

i6 sprechen an dem tag, do Jhesus geporen sey worden, darnach über treyssigk jar sey er an dem selben tag getaufft worden und dorumb halten sie Crist gepurt und sein taufftag an eim tag und das ist der sechst tag Jannary. Sie vasten den heylgen zwelffpoten ein wochen und feyern in ain tag den sampßtag. Sie peten das

20 ave Maria nur ain stund im jar und das thun sie an unser frauen tag in der vasten.

Sie halten ir ee nicht alß wir; wann siech zwai eleut mitt ainander zetragen und das ir ains das ander nicht will, so scheitt man sie zu pett und zu tisch; ist aber, das sie paide ainander

26 nit haben wollen, so scheitt man sie gantz und gar von ainander und mugen sie paide wol anderßwo heyraten; haben sie chinder, die gibt man dem vater.

Ir kirchen sein all frey, das sie nymandt erbt, noch verchauffen mage; wann ein prister ein kirchen will pauen von seinem gut, so muß

30 ers in die gemain geben, das nymandt von seinen erben dorüber ze pieten noch ze schaffen hatt noch seinem tod oder sie lassen in nicht pauen; auch ein herre oder ein purger, der ein kirchen will pauen, die müssen auch deßgleichen thun. Es ist ein gewonhait unter in gewesen, wann ein prister oder ein lay ein kirchen hat gestifft, nach seinem

36 tod so haben die freund die kirchen geerbt in der maß, als das

ander gut und habens dann umb zinß hin gelassen oder sie habens

verchaufft als ir ander gut; und das haben sie abgenommen unnd

*
1 Am 15 August, Mariä himmelfahrt.

wollen es nymer gut lassen sein und sprechen, ein iglichß gotshauß soll frey sein.

Es singen ir prister all nacht metten und das thun der Kriechen prister nicht. Auch ir reych leutt lassen [sich] vil pei 6 iren lebenting besingen, wann sie sprechen, es sey pesser, es chönt ein mensch ein liecht mitt seiner handt an, dann das es ain anders anchönt; mitt dem maiu sie, wer pey sein lebenting sein sel nicht versorg, der werd nach seinem tod hart versorgt von den freunden, wann die freund kriegen nur umb das gut

10 und der sel achten sie nicht; auch sprechen sie, was ein mensch mitt seiner hant seiner sele guts thue, das sei Got geneme. Wann ein Armeny stirbt, an Gottes leychnam oder an peycht, so gewint man im den freythoff von dem pischolff oder von seinem gewalt; so legt man in in den freythoff und stecken ein hochen stain auff

i6 das grab und schreiben Gottes namen dorauff und des toten namen, der unter dem stain ligt, und das thun sie zu ainem zeichen, das der also tot sey. Wann ein pischolff oder ain priester stirbt, so legen sie in an, als er ob dem altar soll steen; und prister machen das grab und tragen in gen kirchen und setzen in auff ein stul inn

20 das grab; und den ersten tag begraben sie in huntz an die gürttel; und gen all tag zu dem grab und lesen den psalter ob im und ein yder prister wurfft ein hauffen erden auff in und das thun sie alle tag huntz an den achteten; so graben sie in dann gar zu. Auch wann ain jüngling oder ein junckfrau stirbt, die legen sie in ire

26 peste clayder an von seyden oder von sameten röcken und gulde* ring an die hend und in die oren; und also begraben sie die jungen lent, die nicht eelent sein gewesen.

Auch wann ainer ein weyb nimpt, die ein jungkfrau soll sein, vindt er sie nicht ein junckfrauen, so schickt er sie wieder zu irem vater und

30 muter und nympt ir nicht, es sey dann das man im mer guts geb, dann man im verhaissen hatt; so mag er sie wol nemen, ob er will, er mag auch wol ain andere nemen zu der ee und die ersten lassen gen.

In ir kirchen machen sie nur ein creutz und nicht mer; sie sprechen es sey sündt, das man unsers [herrn] marter mer dann ainefst]

36 mach in ain kirchen. Sie haben nicht pild auff iren altaren. Ir patriarch und pischolff geben nicht antlaß den kirchen; sie sprechen gnad und antlaß sey pei dem almächtigen Gott; gee ein mensch mit andacht und mit reu in die kirchen, so geb im Got von seiner parmhertzigkait genade und antlaß seiner Bünden. Wann ein priester meß gehabt, so gibt er den segen nicht; er geet herab von dem altar, so geent man und frauen für in, so greufft er in auff das haupt ainem noch dem andern und spricht: „Asswatz tog u

5 chu miegk"; das spricht: „Got vergeh dir dein sünd." Sie lesen ir stillmeß' laut, das es yderman hört. Wann sie piten umb die, die in entpfolhen sein in der meß und auch umb gaistlich und weltlich Ordnung und umb den römischen chaiser und umb alle chönig und hertzog, freyen und graven und umb alle ritterschafft, die er

10 unter im hat, so knyet das volgk nyder, die weyl er also pitt und haben2 ir hendt auff gen Got und sprechenn: „Ogormia!" „Herre, erparme dich!". Und die weyl der prister pitt, die weyl sprechen sie die wort, man und frauen. Sie sten auch mitt grosser andacht in ir kirchen, sie lugen nicht hin und her, sie reden mit ainander

i5 nicht, die weyl sie pey der meß sten. Sie zirenn ir kirchen gar schöne und haben gute meßgewandt von samet und von guten seyden tüchern allerlay farb.

Es tar chain lay chain ewangely nicht lesen, als unser gelert layen thun, wann sie über ein puch chomen, so lesen sie was sie dorinn vinden;

20 und das soll nicht sein; welcher lay unter in ein ewangely sicht, das tar er nicht lesen, list ers, so ist er inn des patriarchen pan; sie sprechen, es soll das ewangely nymandt lesen, dann der priester. Sie rauchen alle sampßtag in iren heusern und alle feyerobendt und nemen chain ander weyrach, dann weyß weyrach, das in Arabia

25-wechst; er wechst auch in India. Sie essen nur auff der erden, als die haiden thun, ire prister und layen. Sie haben nicht vil prediger unter iren pristern, wann sie lassen nicht einen ydlichen predigen, wann ir prediger muß ain maister sein der heylligen geschrifft und muß gewalt haben von irem patriarchen zu predigen;

so und wann er den gewalt hat, so hatt er gewalt ein pischolff zu straffen; und die prediger hayssen sie warthabiet und das ist als vil gesprochen als ein legat und der ist mer dann ainer und ziechen von ainer stat zu der andern und predigen und wann ein pischolff oder ein prister unrecht thut, so straffen sie ine dorumb;

35 sie sprechen, es sünd ein priester der das gotswort sprech und die heyligen geschrifft nicht vorstee.

# 1 S. das glossar. 2 heben.

66. [Ursache der feindschaft zwischen Griechen und Armeniern.]

[E]s sein die Kriechen den Armenigen alleweg veindt; und die ursach will ich kürtzlich hören lassen, als ichß dann vernomen han von den Armeny. Es sein die Tattern chomen in Kriechen5 landt mit viertzigk thausent mann und haben grossen schaden gethan in dem land und haben sich für Constantinopel gelegt mit gewalt. Do schickt der chaiser von Constantinopell zu dem chönig von Armenia und pat in umb hilff. Da fragt der chönig von Armenia , wievil der haiden wären; da sagt im der pot , ir weren

1 0 XL thausendt; do erweit der chönig von Armenia XL ritter, die pesten als ers het in seinem land und sprach zu dem poten: „Da will ich dem kayser schicken XL ritter, die sollen mitt der hilff Gottes XL thausendt haiden niderlegen und sollen sie auß dem land mit gewalt schlagen." Unnd do die ritter gen Constantinopel

15 chomen für den chaiser, da sagt im der pot, als im der chönigk entpfolhen hett. Do hett es der chäiser für ain gespött und maynt der chönig von Armenia spottat sein darmit. Und an dem tritten tag do gingen die ritter zu dem chaiser und paten in, das er in erlaubt zu den veinden. Do sprach der chaiser, was sie

20 XL thausent mannen wolten angewinnen; und do paten sie in wider, das er sie hinauß ließ und das thor nach in wider zu tät; sie wolten den almächtigen Gott entvor nemen unnd wolten mit in vächten durch cristenlichs glauben willen, wann sie weren darumb chomen und wolten darumb sterben. Und do erlaubt in der chaiser

25 und do ließ man sie hinauß unter die veindt und vachten mitt den veinden und schlugen ir XI hundert ze tot; und do das der chaiser hört, do erschrack er. Unnd sie chamen an das thor mitt den gefangen, die sie hetten gefangen und do wolt sie der chaiser nicht hinein lassen, sie tötten dann die gefangen; und das deten sie und

30 schlugen die gefangen vor dem thor zu tod; und da sie das verpachten, do erschrack der [chaiser] ob in und hett grosse sorg auff sie und erpot ins gar wol und hett sie schön. Und das triben sie alle tag mitt den veinden und deten in grossen schaden an dem volgk und vertriben die veint in churtzer zeit vonn der stat

35 und schlugen sie auß dem landt. Und do die ritter die Tatteren vertriben, do gingen sie zu dem chaiser und paten in umb Urlaub

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