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Vor mochten sein, do schickten sie umb hilff, do kam des chönigs Weyasit sun selber geritten mit allem seinem volgk. Und do in der Ottman her sach ziehen, do rendt er uff in einhin und hett in nohent flüchtig gemacht, wann es war das volgk dannoch' nit pey 5 ainander; und do schray des chönigs sun sein volgk an und hui) dornach an mitt im zu vechten und sie erwunden trey stund an ainander; und die weyl sie mitt ainander vachten, do zugen die IIII thausent fueßgengell dem Ottman in sein zelt. Und do das der Ottman hörett do schickt er vierhundert pferdt hinter sich und

10 die treyben die fueßgengell mitt gewalt auß dem zeit, mitt den, die der zelt und des viechs hetten gehütt. Und die weyl weych er mitt werender handt an das pirg, da sein gutt inn was; und dornach schickt er das viech unnd gutt einhin paß in das pirg und er hyelt die weyl vor dem pirg; und dornach zoch er hin nach und also

i5 zoch er wider in sein landt. Und dornach zoch des chönigs sun für die stat Sebast und do tet man im die stat auff und die burger rytten herauß zu im und paten in, das er in die stat züg; und des wolt er nicht thun und schickett zu seinem vatter, das er chäm und näm die stat ein unnd das landt. Und do kam der Weyasit

20 mitt L unnd hundert thausent man und nam ein die stat und das landt; und dornach nam er seinen sun, der hyeß Machamet2, und macht in zu ainem chönig und gab im das chönigreich zu Sebast; es ist auch zu merken, das nicht der sun chönig wardt, der den Ottman foder hett getrieben.

2s 10. Wie der Weyasit dem chönig soldan ein stat und ein landt an vordert, das zum chönigreich [Siwas] gehört. Und do der Weyasit seinem sun das obgenantt chönigreich einantwortt, da schickt er zu könig soldan von einer stat wegen, die genant ist Malathea, und von des landß wegen, das zu der stat ge30 hörett, wann die stat und das landt gehörett zu dem obgenanten chönigreich und das hett chönig soldan innen; und begert an in, das er im die stat Malathea und das landt gäb, wann er das chönigreich gewonnen het. Do pott im chönig soldan, er hetts mitt dem

* 1 damals noch. 2 Bei dem angriff Timurs auf Siwas wird ein sohn Bajasids als statthalter dieses gebietes angegeben; Arabschak nennt uns als solchen Suleiman, Chalkondylas hingegen Ertogrul (byzant. Orthobules).

schwert gewunen und wer das haben wolt, der müsts anch mitt dem schwertt gewynnen \ Und do der Weyasitt die antwort vernam, do zoch er in das landtt mitt zwaien hundert thausent mannen und legett sich für die obgenanten statt und lag davor zwey monadt; 6 und do er sach, das sie sich nicht ergeben wolten, da villet er die graben ein und umbleget die stadt mit dem volgk und hub an ze stürmen; und do das das volgk sach in der stadt, do rufftens umb genade und ergab sich; und also nam er die stat und das landt ein und besetzt die stadt und das landt mitt seinem volgk.

10 11. [Bajasid unterwirft die weißen Tataren. Er erobert

Adalia.]

[I]n der zeitt als der Weyasit die obgenanten stadt gewan, da hetten sich die weyssen Thatteren2 dem Weyasit für ein stat gelegt, die genant ist Angury. Und do das der Weyasit hörett,

i6 do schickt er seinen eltern son mitt zway und XXX thausent mannen an sie und der tet ein vechten mitt in; also muest er weychen und kam wider zu dem Weyasit. Also schueff er im mer volgks zu und schickt in hin wider; und da vacht er aber mitt in und lag in ob und ving den thatrischen herren und zwene landßherren mitt

20 im und pracht sie dem Weyasit gefangen; und die weyssen Thattern ergaben sich dem Weyasit und do setzett in der Weyasit einen anderen herren auß in und die trey herren fürt er mitt im hin in sein hauptstadt.

Darnach zoch der Weyasit für ain andere stadt und die ist ge

26 nandt Adalia * und die chörett auch chönig soldan zu und die stadt

* 1 Dieselbe stolze antwort wird von Scherifuddin dem Hussein Sofi in den mund gelegt, als Timur von-ihm die zurückgabe des gebietes von Kat und Khiva verlangte. (De la Croix I, s. 229). 2 Bruuns vermutung hinsichtlich der nationalität des hier bezeichneten volksstammes wird an dieser stelle durch die thatsache unterstützt, daß der bruder des fürsten von Sulkadir (vergl. kap. 9), namens Saduka, sich den Osmanen gerade um dieselbe zeit unterwerfen muste, als, nach Schiltberger, die weißen Tataren durch Bajasid besiegt wurden (Weil I, c. 74). 3 Adalia ist hier mit Adana verwechselt, wie Bruun überzeugend nachweist (Telfer, s. 123). Offenbar hatte aber der verfasser erstere stadt im äuge, da wir in dem dazu gehörenden gebiete Pamphylien, nicht Kilikien erkennen müssen, wie aus der in kap. 33 enthaltenen übereinstimmenden beschreibung ersichtlich ist.

ligt nicht verre von Ciperen; und in dem lande, das zu der stat gehörett, da zeucht man anderst kain viech dann chämelldier; und do der chönig Weyasit die stat und das landt gewan, do scaenckt im das lant zehen thausentchamelthier; und do besetzett er die stat B und das landt und die chamel fürt er in sein landt.

12. (11.) [Bajasid sendet dem ägyptischen sultan ein hilfsheer,

bei welchem sich Schiltberger befindet.] [I]n der zeitt starb chönig soldan, der genant was Warchoch '. Darnach wardt sein sun chönig, der genant was Josepha; und seines

io vatters dyner ainer, der krieget mitt im umb das chönigreich'. Und do schickett der Josep zu dem Weyasit und versünet sich mitt im und patt in, das er im zu hilff keine; also schickett im der Weyasit XX thausent man zu hilff und in dem zug was ich auch. Und der Josep vertrayb seinen widerthail mitt gewalt und wardt

i5 gewaltiger chönig soldan. Dornach wardt im gesagt, wie V hundertt man unter seinen dyneren wären, die wider in wären und hettens mitt seinem widertayl gehabt; und also cham er in nach und ving sie und dornach hyeß er sie füren auff ein weytt und ließ sie alssam mitten in der wüsten von ainander schlagen; und dornach zugen

20 wir wider zu unserm herren Weyasitt.

13. (12.) [Timur macht einen einfall in das türkische gebiet

und erobert Siwas, 1400.] [D]a der thürckisch chönig Weyasit den Ottman vertrayb von der stat Sebast, als oben geschriben steet, darnach zoch der Ott25 man zu seinem herren, der genandt was Themurlin, wann er sein unterthan was und clagett im über den Weyasit, wie er das chönigreich ze Sebast hett gewonnen mit g[e]walt und in der Weyasit

* 1 Warchoch d. i. Barkok oder Berkuk, der erste tscherkessische sultan in Ägypten 1382 bis 1389 und 1390 bis 1399. 2 Barkoks sohn und nachfolger hieß Faradsch oder vollständig AI - Melik AI - Naßir Abu-Saadat Faradsch (in seiner jugend auch Bulghak). Ein sultan Jusuf, der sohn Bursbais, gelangte 1438 auf den thron. 3 Gegen Faradsch empörte sich unmittelbar nach seiner thronbesteigung sein atabeg, der emir Itmisch, welcher von Tenem, dem statthalter von Damaskus, unterstützt wurde; der sultan erfocht jedoch bei Gaza einen sieg über die beiden empörer, die in gefangenschaft gerieten und hingerichtet wurden.

darvon getriben het mit gewalt und patt in, das er im wider hülff, das chönigreich zu gewynnen. Da gab im der Themurlin ze anttwort, er wolt zu dem Weyasit schicken und wolt das vodern; und schickt dornach der Themurlin zu dem Weyasitt und vodert das 6 chönigreich. Do pot im der Weyasit, er wolts im nicht geben, wann er hett das mitt dem schwertt gewonnen und er were als gutt darzu als er. Und do der Themurlin die antwort vernam, da nam er zu . im zehen hundert thausent man und zoch in das chönigkreich zu Sebast und legett sich für die hauptstadt und lag XXI tag davor

10 und grub die ringkmauer an etzlichen enden umb; also gewan er die stat mit gewalt; und fünff thausent mann geraysigs volgks was in der stadt, die der Weyasit dohin hett geschickt, und die wurden allelebentig begraben; und das geschach dorumb, wann do der Themurlin die stadt gewan, da patt in der hauptman, das er ir plut

i6 nicht vergüß und das verhyeß er im, dorumb wurden sie lebentig begraben. Und dornach zuprach er die stat und dasstatvolgk nam er als ' gefangen und fürett sie mit im in sein landt. Es wurden auch verschrieben IX thausent junckfrauen, die der Themurlin gefangen hett in der stat und mitt im fürt in sein landt. Es wurden

20 auch dem Themurlin m thausent mann erschlagen, ee das er die stadt gewan; und dornach zoch er wider in sein landt.

14. (13.) [Bajasid unterliegt Timur bei Angora, 1402. Schiltberger gerät in die gefangenschaft der Mongolen.] [D]a der Themurlin haim zoch in sein landt, do samelt sich 26 der Weyasit und zoch mitt DJ C thausent mannen in das clain Armenia und gewan das dem Themurlin an und besatzt die hauptstadt, die genant ist Ersinggan, mitt irem vorigen herren, der genant ist Tarachan2, und dornach zoch er wider in sein landt. Und do der Themurlin hörett, das im der Weyasit das obgenandt landt *• het angewunnen, da zoch er auff den Weyasit mitt XVI hundertt thausent mann; und do das der Weyasit hörett, do zoch er im entgegen mit XIQI hundert thausendt mannen. Do chamen sie zu

* 1 alles. 2 Der narae des armenischen fürsten ist entstellt widergegeben; er lautet bei den geachichtschreibern Taherten. (Neumann, s. 72). Bruun (sitzungsber. 1870, s. 236) hält die von einem türkischen schriftsteller überlieferte namensform Zahir-uddin für die richtige, durch welche die bei Clavijo sich findende »Zaratan< erklärt werden könnte. ainander pey ainer stat, die haist Angury; und do hetten sie einen vermessen streyt mitt ainander; und der Weyasit hett von den weyssen Thattern ' XXX thausent man pei im und die hett er vor an hin geschafft und die schlugenn sich zu dem Themurlin; und da

6 deten sie zwai vechten, das ainer dem anderen nichts an mocht gewinnen. Und do hett der Themurlin XXXII elevanten, die beraytt waren an den streyt und hin nach mittem tag schueff er, das man sie an den streyt füratt; und do man die elevanten auff das velt . pracht, da fachten sie mitt ainander; do gab der thürkisch chönig

10 Weyasit die flucht und hielt sich an ein perg wol mitt thausent mannen; und do umblegt der Themurlin den perg, das er nicht mocht weichen und also ving er den Weyasit; und dornach was er VIII monadt in dem land und gewan das gantz lant und besatzt das landt. Und der Themurlin zoch in deß Weyasit hauptstadt und

i6 fürt in mitt im und nam von des Weyasit schatz silber und golt, was

thausent chamel getragen mochten. Und der Themurlin wolt den

Weyasit mitt haben gefürt in sein landt; do starb er auff dem weg *.

Und ich wardt von dem Themurlin gefangen und wardt mitt

im gefüret in sein landt; und dornach pleyb ich pei dem Temurlin

20 und raytt mitt im. Und das hatt sich als * ergangen, das vorgeschrieben steett, die zeitt, und ich pey dem Weyasit pin gewesenn.

15. (14.) [Timur überzieht den ägyptischen sultan Faradsch

mit krieg und erobert Damaskus, 1400 bis 1401.]

[D]a der Themurlin den Weyasit überwandt und wider haim

26 cham in sein landt, und dornach hub er an zu kriegen mit chönig

soldan *, der oberster chönig ist in der haidenschafft, und nam zu

im zwelffhundertt thausent man und zoch chönig soldan in sein

landt und leget sich für ain stadt, genant Hallap5; unnd die stat

1 Auch an dieser stelle spricht sich Bruun hinsichtlich der nationalität der »weißen Tataren« dahin aus, daß die in Eilikien angesiedelten Turkomanen gemeint seien. 2 Bajasid starb als gefangener Timurs zu Akschehr (nw. von Konjah) den 8 Merz 1403, Hammer I, s. 264. 3 alles. 4 Auch in diesem kapitel ist die Chronologie unrichtig, indem der syrische feldzug zwei jahre vor derschlacht bei Angora statt fand. 5 Ein blick auf die landkarte zeigt, daß die syrischen städte in anderer reihenfolge von Timur angegriffen wurden; denn ihre lage ist in der richtung von nord nach süd folgende: Behesna, Aintab, Haleb, RumKaleh, Damaskus. Vergl. Bruun bei Telfer s. 127.

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