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als ein esell, und auch vil mancherlei thier, die in theutzschen landen nicht sein und auch die ich nit nennen chan. Auch sein in dem obgenanten lande Wussibur hüntt die ziehen in den charren und in dem wintter in den schliten; sie müssen auch ettlich wotseck tragen

6 über landt und sie sindt in der größ als die esell und in dem land essen sie die hündt. Es ist auch ze mercken, das die leutt in dem land gelauben an Jesum Christum, als dann die heylligen drey chönig glaubten darnach, als sie das opfer prachten Christo gen Betleheim und in sachen ligen in dem crippelin; und desgleichen lassen sie in

10 dem land machen unsers herren pild in ainem crippelin, als in die heylligen drey chönig gesehen haben, da sie im das opferr prachten und in anpetten, und machen das auff in irem tempell und peten davor. Und das volck das in dem glauben ist, das heysset Uygiur; und in der Tatarei ist auch vil volcks, das den glauben hattl.

16 Es ist auch gewonhaitt in dem land, wann ein Jüngling, der chain weyb hatt, stirbt, so nemen sie allerlay spilleut und legen dem toten sein pestes clait an und legen [in] in ain par und 'machen ain himel über die par; und das jung volgk legt auch sein pestes clait an und gett vor anhin und die spilleut mitt in; und vater

20 und mutter und die freuntschafft gen noch der par. Und also wirt er von dem jungen volck und von den spilleuten mit grosser freud und mitt gesang zu dem grab getragen; aber vatter und mutter und die freund, die gen nach der par und clagen; und wenn sie in dann begraben, so pringen sie ir essen und ir trincken und haben

26 grosse freud; und vater und mutter und die freund, die sitzen besunder und clagen; und wenn sie das verpringen, «o nemen sie vater und muter und belaitten sie wider in ir hauß oder woe sie wanung haben und clagen sie dann; und das verpringen sie in der maß, sam er hochtzeit hab, darumb das er chain weyb hatt gehabt.

30 Auch in dem land paut man nichts dann prein und essen auch nicht prot.

In dem land und pei dem allen pin ich gewesen und han es gesehen; und die zeitt bin ich gewesen pei des obgenanten chönigs sun, der genant was Tzeggra.

1 Da die Uiguren Buddhisten waren, so erhält Neumanns vermutung, dass unter der hier beschriebenen religion der Buddhadienst zu verstehen sei, ihre bestätigung.

28. (26.) [Die bürgerkriege und thronwechsel in Kiptschak \] [D]a derEdigi und derCzeggra das landt Wissibur gewunnen, dornach zugen sie in ein ander lant genandt Waler und das gewunnen sie auch; und dornach [zugen] sie wider in ir landt. 5 Und in der zeitt was ein chönig in der grossen Thartaria, der was genant Schedigbechan 2; und chan ist als vil gesprochen in tatrisch als ain chönig. Und do das der obgenant chönig höret, das der Edigi zu land was chomen, do gab er die flucht; und do schickt der Edigi dem chönig nach und das man in in gefancknuß loprächt; und do wardt der chönig erschlagen in dem vechten.

Und dornach setzt der Edigi ein chönig der was genant Polet * und der regnirt anderthalbs Jar; da cham ainer, der was genant Segelladin4 und der vertrayb den chönig Polet.

Und dornach wardt des Poleten pruder chönig, genant Themir, 15 und der regniret auff vir monadt.

Und do cham der Segelladin her wider, der den Polet hett vertriben und pracht den Themir umb das leben und wardt chönig und regnirt XTTTT monadt. Und do cham sein pruder, der genant was Chehack", der vacht mitt im umb das chönigreich; und der

*

1 Seit in Kiptschack (oder der goldenen horde) Toktamisch seinen oheim, Urus-Khan, vom throne gestoßen hatte, wurden zwischen den nachkommen dieser beiden nebenbuhler unausgesetzt bürgerkriege geführt. Die im text aufgeführten zehn khane gehören den beiden feindlichen herrscherfamilien zu gleichen teilen an, nemlich Schadibeg, Pulad, Timur, Tschekra und Borrak zu der des Urus-Khan, während Dschelal-eddin, Kerimberdi, Kibak, Dewletberdi und Mohammed glieder der familie des Toktamisch sind. 2 Die reihe der khane von Kiptschak stimmt in der hauptsache mit der bei Hammer und bei Howorth mitgeteilten überein; einzelne Verschiedenheiten! sind darauf zürückzuführen, daß mehrere gegenkhane bald als rechtmäßige herrscher angeführt, bald übergangen sind. Der khan Schadibeg, 1399 bis 1407, war der schwiegersohn Edegus und der bruder und nachfolger von Timur Kutluh. 3 Pulad-Beg, 1407 bis 1410, nach Ihn Arabschah der sohn des Timur Kutluh und neffe des Schadibeg. 4 Dschelal-eddin 1410 bis 1411, ein sohn des Toktamisch. Der name Seleni-Saltan, mit welchem russische geschichtschreiber diesen khan bezeichnen (Karamsin V, s. 164), ist die verkürzte form Dschelal-eddin-Sultan (Hammer s. 273). 5 Hammer (s. 378) vermutet daß dieser Kiback (auch Kuibak genannt), ein sohn des Toktamisch, identisch sei mit dem von russischen geschichtschreibern erwähnten Kuidat (Kuidadat bei Karamsin V, s. 167).

Cheback schoß sein pruder den chönig ze tod, er wardt aber nicht chönig.

Er hett ainen anderen pruder, der was genandt Cherimberdin, der wardt chönig und regnirett auff V raonadt. 5 Do cham sein bruder der Chebak herwider und vertrayb seinen pruder den Cherimwerdin und wardt chönig. Und dornach cham der Edigi und der Czeggra, do ich pei was, und vertriben den chönig'.

Und der Edigi macht meinenn herren den Czeggra chönig als 10 er im dann verheyssen hett und [der] was auff acht monadt chönig.

Do cham ainer der was genant Machamet * und vacht mitt dem Czegra und mitt dem Edigi; und der Zegra gab die flucht in ein landt, das ist genant Deschipschach; und der Edigi wardt gefangen; und der Machamet wart chönig. i5 Und dornach cham ainer, der was genandt Warach 2, und der vertraib den Machamet und wardt chönig.

und dornach besamelt sich der Machamet und vertrayb den Warach und wardt wider chönig.

Darnach cham ainer der was genant Dobladberdi', der vertraib 20 den Machamet und wart chönig und was nur drey tag chönig.

Do cham der obgenant Warach und vertraib den Dobladberdi und wart wider chönig.

Do cham der obgenant Machamet und tötat den Warach und wardt wider chönigk. 2s Und dornach kam der Czeggra, mein herre, und vacht mitt dem Machamet und wardt erschlagenn.

*

1 Howorth (geschichte der Mongolen s. 271) ist der ansicht, daß Tschekra zu der familie Urus - Khans gehörte. Tschekras münzen stammen aus den jahren 1415 und 1416. 2 Mohammeds abstammung wird verschieden angegeben; von einigen wird er als einer der acht söhne des Toktamisch erklärt. Er wird gewöhnlich als Ulu (d. i. der große) Mohammed bezeichnet zum unterschiede von einem späteren khan Kutschuk (d. i. der kleine) Mohammed. 3 Borrak war ein enkel des Urus-Khan. 4 Dewletberdi war nach Howorths Vermutung ein sohn des Toktamisch, während Telfer ihn für einen sohn des Timur-Tasch (und enkel seines nebenbuhlers Mohammed) hält.

29. (27.) [Racheakt der wittwe eines tatarischen rarsten.]

[I]n der zeitt, als ich pey dem Czeggra was, da cham ein thatrische frau, genandt Sadurmelick, mitt TTTT thausent junckfrauen und frauen zu dem Edigi und auch zu dem Czeggra und was ain

t mächtige frau und ir man was ir erschlagen worden von ainem thatrischen chönig und sie cham darumh zu dem Edigi, das sie iren man wolt rechen; und der Edigi hallff ir den chönig vertreyben.

Ir solt auch wissen, das sie und ir frauen ritten an die streytt und vachten und schussen mit den handtpogen als die man; und

i0 wann die frau reytt in ein streytt, so pant sie an ydliche seytten ein schwert und ein hantpogen.

Es wardt auch in ainem vechten des chönigs vetter gefangen, der der frauen man hett erschossen; den pracht man gefangen für die fratten; und do man ine für sie pracht, do hyeß sie in nyder

i6 knyen und dornach zog sie ir schwert auß und schlug im das haupt ab in ainem streych. Und do sie das verpracht, da sprach sie: „Nun dalast hab ich mich gerochen." Do pey pin ich gew[e]sen und han es gesehen.

30* (67.) [Schiltberger entflieht aus der tatarischen gefangen20 schaft und gelangt nach Konstantinopel.]

[D]a der Czeggra unterlag und erschlagen wardt, do cham ich zu ainem herren und der was genandt MannstzuchJ und was deß Czeggra rottherre gewesen und der must weichen und zoch in ein stat, die ist genant Kaffa; und in der stat sein Cristen und ist ein 26 mächtige stat; es sein auch sechserlay glauben in der stat; und do pleyb mein herre V monadt.

Darnach fur er über ein arm des schwartzen meres und cham in ain landt, das ist genant Czerckas unddo pleyb er ein halpjare; und des wardt der thatrisch chönig geware und schickatt zu dem

* 1 Telfer erachtet diesen namen entweder als einen arabischen »Sadra-Melyka« (die erste der königinnen) oder als einen persischen »Sadry-Malachia« (der engel Sadry); vielleicht haben wir aber in etwas entstellter form einen tatarischen frauennamen »Schad-i-Mulk« (wonne des reiches) vor uns. 2 Dieser name begegnet uns in der geschichte von Kiptschak in der form Manschuk. Ein fürst dieses namens wurde vom kban Kutschuk Mohammed getötet 1440. (Hammer s. 391.)

herren des lands und pot im, das er den obgenanten herren Mannstznch nit ließ in dem land; do thett er im ein groß wolgevallen.

Und dornach zoch der Mannstzuch in ein ander landt und das ist genandt Abasa. 5 Und dornach zoch er in ein ander landt, das was genandt Magrill. Und do er in daslant cham, do wurden unser V Cristen überain, wie wir auß der haydenschafft chämen wider zu lande, da wir dann auß pürtig waren, wann wir von dem land nur drey tagweyd hetten an das schwartz mer. Und dornach als wir überain

10 wurden, da schied wir von dem landßherren Mannstzuch und chamen in die haupstadt des obgenanten lands und ist genant Wathan und die leytt pey dem mere und do begertt wir das man uns über füret heraußwardts; und des wurden wir verzigenn.

Dornach ritt wir auß der stadt und ritten pey dem mer hin

i5 und chamen in ein pirg, da ritt wir vier tag inn; und dornach chamen wir auff ein perg und do sach wir ein kocken in dem mer sten wol pei acht meylen verrevon demgestadt; und also do pliben wir auff dem perg, piß die sunn unterging. Und dornach, do es tunckell wardt, da machten wir ein feur auff dem perg und das feur

20 sach man auff der kocken; und dornach schickt der schiffman knecht auff ein tzillen zu dem perg, das sie schauten, wer auff dem perg wer; und do wir sie hörten zu uns faren, do melten wir uns gen in und also fragten sie uns, wer wir wären. Do sagten wir in, wie wir Christen wären und weren gefangenn worden in die hayden

25 schafft und wie wir mitt der hilff Gottes do her wären chomen, das man uns über füret in die christenhait und das wir wider ze land kämen; und sie wolten das nit glauben, das wir Christen wären und fragten uns, ob wir nicht den pater noster chönten und den glauben; do must wir in den pater noster sagen und den glauben;

8o dornach fragten sie uns, wie vil unser wären; do sagt wir in, unser wären fünff. Und dornach hyessen sie uns wartten auff dem perg und furen wider hin zu irem herren und sagten im das, als wir in gesagt hatten; und dornach furen sie her wider und fürten uns auff die chocken. Und do wir trey tag furen auff dem mere, do chamen

35 drey galein und do waren Thürcken auff und die raubten auff dem mere und chamen an die chocken, do wir auff waren, und hettens geren beraubt und eylten der kochen nach drey tag und zwo nacht und sie mochten der kocken nichts an gewynnen. Darnach cham

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