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wär, der den glauben solt auffpringen, und do pat der pfarrer die chauffleutt, das sie den chnaben zu im prächten; und do prachten die chauffleutt den Machmet zu dem pfarrer; und do fragt der priester den Machmet wie er hyeß; und do sagt er im sein nam; 6 und das fragt er in dorumb, wann er auch gelesen hett, wie er solt Machmet gehaissen werden und solt ein mächtiger herre werden und solt auch die cristenhaitt vast beschweren; und sein glaub solt nicht zu thausent jaren chomen und dornach solt er wider abnemen; und da der pfarrer vernam, das er Machmet hyeß und die

10 schwartzen wolcken ob im sag steen, do west er wol, das der knab der mensch was, der den glauben solt auffpringen, und nam den Machmet unnd satzt in über die chauffleut an den tisch und erpot im grosse ere; und do sie asen do fragt der priester die chauffleut, ob sie nicht westen, wer er wär; [sie sprachen: „Nein; nun er

i6 was zu uns kumen und hat uns gepetten, das wir in mit uns in Egipten faren liessen.] Und also hub der priester auff und sagt in, wie er gelesen het in ainer prophecei von dem knaben, wie er ain glauben auff solt pringen und durch den glauben solten die Christen vast getrückt werden; und do fragten sie den priester wie

20 ers west, das der knab ein glauben solt auffpringen; do sagt er in, wie ers gelesen het, und zu ainem zaichen solt alweg ein schwartz wolcken ob im steen; und do zaigt er in die wolcken, die ob dem Machmet stund, und auch woe der Machmet hinging, do ging die wolcken ob im. Und dornach sprach der priester zu dem

26 Machmet: Du würdst ein grosser lerär und würdst ein besundren glauben setzen unter den haiden und würdst die Christen vast trücken und krencken mitt deinem gewalt und dein geschlächt würdt grossen gewalt gewinnen; nun pitt ich dich, das du mein geschlächt, das sein dieArmeny, mitt frid haltest." Und das ver

30 hyeß im der Machmet; und do zugen die chauffleut und der Machmet mit in gen Babilon.

Unnd der Machmet wardt ain grosser maister in haidnischer geschrifft und dornach predigt er den haiden vor, sie solten glauben an Got, der himel und erden beschaffen hett, und

36 solten nicht glauben an die abtgötter, wann sie sein mensches geschöph unnd sie haben oren und gehören nicht, augen und gesehen nicht, mundt und reden nicht und haben füß und gen nicht und mochten in nitt helffen weder an leyb noch an sele; und becherat den chönig zu Babilon und vil volcks domitt und dornach nam in der chönig zu im und gab im vollen gewalt über das landt und dornach richat er das gantz chönigreich; und do der chönig starb, da nam der Machmet die chönigin und wardt gewal

5 tiger calpha und das ist als vil als ain chönig. Unnd der Machamet hett vier man pey im, die waren wol gelert inn haydnischer geschrifft; und den vier mannen entpfalh er iglichem ain ampt; dem ersten entpfal er das geistlich gericht und der was genant Omar; dem anderen entpfalh er das weltlich gericht und der was

10 genandt Ottman; dem tritten entpfalch er die wag und die hantwercher, das ydlicher sein hantwerch getreulich vorprächt unnd der hyeß Abubäck; dem vierden entpfalh er das schwert und macht in hauptman über sein volgk, und der was genandt Aly und den schicket er in Arabia und wer sich nicht vercheren wolt, den

i5 pracht er mit dem schwert darzu; und man list auch in dem heidnischen puch, das genandt ist Alkaron, das er auff ein tag neuntzig thausendtman erschlagen hattinArabia vonMachametz glauben wegen.

50. [Religionsvorschriften des Islam.] [D]er Machmet hatt den heyden gepoten und auffgesatzt zu

20 ainem gesetz: Am ersten wann ein thegenchindt geporen wirdt, so müssen sie es besneyden als dann die Juden ir chindt beschneyden auch; die heyden beschneyden sie auch, wenn es XIII jar alt wirt. Auch hatt er in fünff tagzeitt gesetzt, die sie täglich sollen vorpringen; die ersten tagzeitt müssen sie verpringen, wenn der

25 tag herget; das ander zu mittem tag; das tritt ums vesperzeitt; das flerd so die sunn untergeet; das fünfft wann sich tag und nacht scheydt '; mitt den vier tagzeiten loben sie Gott, der himel und erden beschaffen hatt und mitt der fünfften tagzeitt piten sie den Machmet, das er ir pot sey gen Gott; und zu ydlicher tagzeitt

30 müssen sie in den tempell gen. Sie müssen am ersten den munt und die augen waschen, ee das sie in den tempell gen; und wann ainer mitt seinem leyb sündt, so tar er nicht in den tempell gen

piß er sich überal an dem leyb wescht; und das thun sie in ainer

*

1 Das erste gebet bei tagesanbruch heißt subh, das am mittag

duhr, das am nachmittag, etwa 1V2 stunden vor sonnenuntergang, asr,

das bei sonnenuntergang maghrib und das letzte, welches eine stunde

nach sonnenuntergang verrichtet wird, ascha (Bädeker, Ägypten s. 162). solchen maynung, sam wir uns peichten, wann der haiden maynt wann er sich wasch, so sey er als reyn als ein Christ, der sich, mit andacht und mitt rechter reu peicht ainem priester; und wann sie in den tempel gen, so zihen sie vor dem tempel die schuh ab 6 und gen parvus in den tempel; auch thüren sie chain waffen noch chain schneydens dingk mitt in inn den tempel nicht tragen; und die weyl sie inn dem tempel sein, so lassen sie chain frauen hinein. Wann sie in den tempel chomen, so steen sie nach ainander und legen die hendt für sich und naigen sich und küssen die erden;

10 so sitzt ir priester vor in auff ainem stul und hebt in dann das pet an, so sprechen si yms nach; es ist auch ze mercken, das chainer mit dem andern nicht redt in dem tempel noch chainer den andern anlugt, huntz sie ir pet vorpringen; sie setzen auch chain fuß für den andern nicht, sie setzens neben ainander; sie lugen

16 auch nicht hin und her in dem tempel, noch gen nicht hin und her im tempel, sie sten still an ainer stadt und haben die hcndtt neben ainander und halten sich diemutiglichen, huntz sie ir pet vorpringen; und wann sie ir pet vorpringen, so grüst ainer den andern' und geen auß dem tempel. Es ist

20 auch ze mercken, das sie chainerlay thier lassen in den tempel. Sie haben auch chain gemel noch chain pild in irem tempel, dann ir geschrifft und gewechß von plumen und rosen gemalt. Sie lassen auch mitt wissen chainen Christen in iren tempell. Es ist auch ze mercken, das chain haiden tar außwerffen oder husten noch

26 nyesen noch chainerlai solchs thun; und wann ir ainer ain solchß thut, so muß er auß dem tempel gen und muß sich rainigen und waschen, dartzu muß er vil red leyden von den haiden; wann ainer husten will oder außwerffen oder nysen, der muß auß dem tempel gen und muß vor dem tempel vorpringen und muß sich

30 dann dornach waschen.

Es ist auch zu mercken, das sie den freytag feyern als wir den suntag und wer nicht in den tempel get an dem freyttag, so nympt man in und pint in auff ain laytter und tragen in inn der

* 1 Nach beendigung des gebetes greifem die Moslemin ihren bart an und kehren sich rechts und links , um die beiden schreiber,engel, welche ihnen nach ihrer meinung zur seite stehen, zu begrüßen; der zur rechten schreibt die guten , der zur linken die bösen handlungen auf (Bädeker s. 96).

stat umb von ainer gassen zu der andern und dornach pinten sie in für den tempel huntz das sie ir pet verpringen und schlagen in XXV mal auff ploß haut mitt ainer ruten, er sey reich oder arm; so schmähen sie in also. Item was in von irem viech würdt von

5 milch an irem feyertag, das geben sie alles inn das spital und anderen armen leutten. Es sprechen auch ir priester, wann sie ir pet vorpringen an irem feyertag, so mögen sie wol arbeyten, wann sie sprechen, arbaiten sein heylig und der mensch pring mer sünde mit müßgen, dan mitt arbaitten; darumb erlauben sie irem volck zn

10 arbaiten an irem feyertag. Auch an dem feyertag so sie ir pet verpringen in dem tempel, so heben sie ir hendt auff gen Gott und piten roch über die cristenhaitt all mit ainer stym und sprechen: „Almächtiger Got, wir biten dich, das du den Christen chain ainigung gehst"; wann sie sprechen, wann die christenhaitt ains mitt

i5 ainander wären und das sie frid mitt ainander hielten, so legen sie uns ob, was sie mitt uns anhüben.

Es ist auch ze mercken, das sie treyerlai tempel haben; ain, do sie gemainiglich ein gen und der ist als ein pfarr und der ist genandt meesgitt; der ander ist, da die priester inn sein und der ist

20 als ain closter und der ist genandt sephia'; der tritt tempell ist da die chönig und die mächtigen herren ir grebnuß haben und der haist emarad und in dem beherbrigt man arm leut durch Gottes willen, es sein Christen, haiden oder Juden, und den gibt man auch ze essen und ze trincken durch Gottes willenn.

25 Es ist auch ze mercken, das sie chain toten begraben in den rechten tempel, der genant ist meesgitt, noch umb den tempel; sie grabens auff das velt bey den landtstrassen; unnd das thun sie darumb, wer do für gee oder ziech, das der Got für sie pitt, die do begraben sein. Auch wann ainer sterben will, so steen sie umb

so in, so sprechen sie im zu, das er an Got gedenck und Gott anruff, das er sich erparm über in; und wann er gestirbt, so waschen sie den leychnam aussen und inn und tragen in dann die priester mit gesang zu dem grab und begraben in. Es ist auch ze mercken, das sie

auff den toten leychnam chain chot legen; ist er reich gewesen, so

* 1 sephia ist wahrscheinlich (durch Vermittlung von sevia) veränderte lesart für zawiya (vergl. das glossar). Der im text beigefügten erklärung entspricht allerdings die lesart der handschriften DH »medrassa« (medresse, moscheenschule) besser.

machen sie im ein truchen oder mauren im das grab; ist er aber arm, so stecken sie holtz über in und werffen dann das chot dorauff; und der tot leyt ledig, das in das chot nicht beschwert; und das thun sie darumb, wan sie ein glauben haben, das ains soll chomen in das grab und 5 das haissen sie schoruntzy unnd soll den toten nemen oben pey dem leychtuch, wann sie die leychtücher oben bey dem kopff zupinten und doselben soll es den toten schüten und soll in fragen, wen er angehöre oder wes er sey; und leycht der tot spricht von forcht wegen: „Ich gehöre dich an", so soll sein sel verloren sein; spricht 1 0 er aber trey stund: „Ich gehöre den allmächtigen Got an", so soll sein sele behalten sein; und darumb sein die greber hol'. Auch wann sie ein begraben, so fliehen sie ze handt von dem grab, darumb das sie den toten nicht hören reden, wann sie maynen, wer in hör reden, der muß des selbingen jars sterben.

i5 51. [Das mohammedanische fastengebot.]

[E]s ist auch ze mercken das die haiden ein monadt in dem jar vasten; und die vasten vercheret sich alle jare in ainen anderen monadt, das ist inn das nächst monadt dornach; und vasten den gantzen tag hintz nacht, das sie weder essen noch trincken hintz

20 bis sie die stern an dem himel sehen; dornach so geet dann der Priester auf den thuren und rufft dem volgk zu dem pet; so geen sie dann in iren tempel und verpringen ir pet und wann die das pete vorpringen, so geen sie dann haim in ire heuser und essen dann die gantzen nacht piß tag fleysch und was sie dann haben.

25 Auch ligen die mann pey iren frauen die gantzen vasten nicht. Die swangern frauen und die inn den chindelpett ligen, die mögen in ir vasten wol essen und sein nicht schuldig ze vasten und auch die siech sein, die mögen wol essen. Auch nemen sie chain zinß in ir vasten noch von heusern noch von anderen dingen das zins

3opar ist.

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1 Die beiden frage-engel Munkar und Nekir setzen sich nach der lehre des Islam in der nacht nach der beerdignng eines toten neben die beiden denksteine, die sich auf jedem mohammedanischen grabe befinden, und halten die prüfung mit der seele, welche noch eine nacht bei der leiche bleiben muss, ab. Die gewölbten kammern der gräber sind daher so hoch, daß sich die toten aufrecht setzen können (ßädeker s. 96.106).

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