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ten, die hohe Aufgabe der Theologie ausmacht. Es handelt sich hier nicht vom Zerreiffen, das leicht ist; sondern vom Ausgleichen dessen, was gründlich Eins ist , laut des Buches, das wir nicht verwerfen fönnen, ohne aufzuhören Christen zu reyn. Der alten Väter Gott ist auch der unfrige; wir selbst find Abrahams Kinder durch den Glauben; das alte Wort ist Geist und nicht Fleisch; es ist nur die Dede des Geistes über den Geist, und zwar vornehmlich da, wo es von Erlösung und Gnade handelt; wir fönnen die alte Schrift ro wenig wie die neue zur Lehre, zur Strafe, zum Trost, zur Weiß. heit und Gottseligkeit entbehren; fein Buchstabe von ihr wird ver: gehen. Aber wenn das Reich Gottes erst in uns geoffenbaret ist und wir in ihm, so sind wir größer denn einer der Propheten wara Dieses Reich ging vom äußern Bild zur inern Wahrheit, und diese muß trieder von innen aus in& Leußere vordringen, bis mit den Geistern auch die Leiber der Wesen in den Sieg der ewigen Klars heit verschlungen sind.

Wieroht nun manche Uebersegung einer Schriftstelle neben der andern, als gleich glaubenêmäßig und sprachmoglich, bestehen fann : fo gibt es doch getröhnlich. Einen nähern buchstablichen Sinn, wela chen wir bey dieser Arbeit nach dem Grundtert zu erreichen so oft beflissen gewesen sind, als nicht richtigere Rücksichten uns von Aen. derungen abhielten. Es sind nämlich so viele Stillen der alten Ues bersegung durch die Gewohnheit geheiligt, daß man ohne dringende Noth fie umzuschaffen für eineit Eingriff in das Eigenthum der Ana dächtigen gehalten haben würde. Hier ist daher durch die Anmer: hungen geholfen, und der genauere Ausdruck dahin verwiesen wors den. Doch fonnten feine offenbare Unrichtigkeiten geschont werden; und überall hat man sich bestrebt, mit leiser Hand rowohl die gerins gern Mängel zu verbessern, als die Unverständlichkeit einer unbehol. fenen Wortfügung ohne Abbruch des Alterthümlichen und in Eins klang mit dem Original aufzubellen. In den Anmerkungen har man ferner dem Lefer einigen Erlaß für die Unbefanntschaft mit der Grund: sprache durch Anführung des Wörtlichen verschaffen wollen; sie er:

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einerley Ausdruck übersekt erscheint. Luther. hat aber hierin richtig gehandelt, sofern er nicht erst die Teutsche Sprache nach dem Grie: chischen und Hebräischen umschaffen wollte. Die Wörter einer jeden Sprache dürfen und müssen an verschiedenen Stellen nach 'dem Zu: sammenhang verschieden übertragen werden, zumal die der orientali: schen; dennoch ist Luther hieber mit fluger Sparsamkeit zu Werf ge: gangen. Ziventens aber, gleichwie der Orientalismus mit einerley Wort viele Begriffe ausdrückt, fo vermannigfacht auch er selbst einer: ley Gedanfen mit versbiedenen Ausdrücken, nicht bloß im Paralles liêmus der Glieder, sondern auch an verschiedenen Stellen, ben Wies

Reden und Erzählungen. Die Uebersez: zungefunft rol daher nicht allzu ängstlich hierin verfahren. Diejeni: gen aber, welchen die Sprachweise Luthers veraltet vorkommt, mögen bedenken, daß es demnach auch die des Originals und nicht weniger alle alte Lateinische und andre Versionen seyn würden, daß aber, indem die moderne Schreibart das Geheimnißvolle der Urschrift auês zudrücken ganz unfähig ist, und es in logische Bestandtheile zersplit: tert, also auch die Kirchensprache überall dem Alterthum und dem Nichtgemeinen ihre Würde verdankt.

Es wird endlid, nicht überflüssig renn, Etwas aus der feßten Anfündigung des Drucks, welche einzeln mit einem Prospectus, von zivey Blättern ausgegeben worden ist, hier nochmals folgen zu las: fen. Heute vor zehn Jahren hat der Herausgeber den Grund zu diesem Bibelwerk zu legen angefangen. Der Herr aber lege seinen Segen darauf, zur Erbauung Vieler im Geiste.

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Frankfurt a. M. den 5. März 1818.

Friedrich von Meyer.

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