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von seiner parmhertzigkait genade und antlaß seiner sünden. Wann ein priester meß gehabt, so gibt er den segen nicht; er geet herab von dem altar, so geent man und frauen für in, so greudt er in auif das haupt ainem noch dem andern und spricht: „Asswatz tog u a chu miegk“; das spricht: „Got vergeb dir dein sünd.“ Sie lesen ir stillmeß ‘ laut, das es yderman hört.- Wann sie piten umb die, die in entpfolhen sein in der meß und auch umb gaistlich und weltlich ordnung und umb den römischen chaiser und umb alle chönig und hertzog, freyen und graven und umb alle ritterschaflt, die er 10 unter im hat, so knyet das volgk nyder, die weyl er also pitt und habeni ir hendt aui? gen Got und sprechenn: „Ogormia!“ „Herre, erparme dichl“. Und die weyl der prister pitt, die weyl sprechen sie die wort, man und frauen. Sie sten auch mitt grosser andacht in ir kirchen, sie lugen nicht hin und her, sie reden mit ainander 1a nicht, die weyl sie pey der meß sten. Sie zirenn ir kirchen gar schöne und haben gute meßgewandt von samet und von guten ‘seyden tüchern allerlay farbEs tar chain lay chain ewangely nicht lesen, als unser gelert layen thun, wann sie über ein puch chomen, so lesen sie was sie dorinn vinden; 2c und das soll nicht sein; welcher lay unter in ein ewangely sicht, das tar er nicht lesen, list ers, so ist er inn des patriarchen pan; sie sprechen, es soll das ewangely‘ nymandt lesen, dann der priester. Sie rauchen alle sampßtag in iren heusern und alle feyerobendt und nemen chain ander weyrach, dann weyß weyrach, das in Arabia 2a wechst; er wechst auch in India. Sie essen nur auif der erden, als die haiden thun, ire prister und layen. Sie haben nicht vil prediger unter iren pristern, wann sie lassen nicht einen ydlichen predigen, wann ir prediger muß ain maister sein der heylligen geschriift und muß gewalt haben von irem patriarchen zu predigen; so und wann er den gewalt hat, so hatt er gewalt ein pischolif zu straifen; und die prediger hayssen sie warthabiet und das ist als vil gesprochen als ein legat und der ist mer dann ainer und ziechen von ainer stat zu der andern und predigen und wann ein pischolfl oder ein prister unrecht thut, so straifen sie ine dorumb; a5 sie sprechen, es sünd ein priester der das gotswort sprech und die heyligen geschriift nicht vorstee. i l S. das glossar. 2 heben.

66. [Ursache der feindschaft zwischen Griechen und Armeniern.]

[E]s sein die Kriechen den Armenigen alleweg ‘veindt; und die ursach will ich kürtzlich hören lassen, als ichß dann vernomen han von den Armeny\ Es sein die Tattern chomen in Kriechen

5 landt mit viertzigk thausent mann und haben grossen schaden gethan in dem land und haben sich für Constantinopel gelegt mit gewalt. Do schickt der chaiser von Constantinopell zu dem chönig von Armenia und pat in umb hilif. Da fragt der chönig von Armenia, wievil der haiden wären; da sagt im der pot, ir weren

10 XL thausendt; do erwelt der chönig von Armenia XL ritter, die pesten als ers het in seinem land und sprach zu dem poten: „Da will ich dem kayser schicken XL ritter, die sollen mitt der hilif Gottes XL thausendt haiden niderlegen und sollen sie auß dem land mit gewalt schlagen.“ Unnd do die ritter gen Constantinopel

15 chomen für den chaiser, da sagt im der pot, als im der chönigk entpfolhen hett. D0 hett es der chaiser für ain gespött und maynt der chönig von Armenia spottat sein.darmit. Und an dem tritten tag do gingen die ritter zu dem chaiser und paten in, das er in erlaubt zu den ‘veinden. D0 sprach der chaiser, was sie

20 XL thausent mannen wolten angewinnen; und do paten sie in wider, das er sie hinauß ließ und das thor nach in wider zu tät; sie wolten den almächtigen Gott entvor nemen unnd wolten mit in vächten durch cristenlichs glauben willen, wann sie weren darumb chomen und wolten darumb sterben. Und do erlaubt in der chaiser

25 und do ließ man sie hinauß unter die veindt und vachten mitt den veinden und schlugen ir XI hundert ze tot; und do das der chaiser hört, do erschrack er. Unnd sie chamen an das thor mitt den gefangen, die sie hetten gefangen und do wolt sie der chaiser nicht hinein lassen, sie tötten dann die gefangen; und das deten sie und

so schlugen die gefangen vor dem thor zu tod; und da sie das verprachten, do erschrack der [chaiser] ob in und hett grosse sorg auif sie und erpot ins gar wol und hett sie schön. Und das triben sie alle tag mitt den veinden und deten in grossen schaden an dem volgk und vertriben die veint in churtzer zeit vonn der stat a5 und schlugen sie auß dem landt. Und do die ritter die Tatteren vertriben, do gingen sie zu dem chaiser und paten in umb urlaub und wolten wider zu irem herren. Do beryett sich der chaiser, wie ers zu wegen precht, das er sie umb das leben prächt und patt sie, das sie drey tag pei im pliben, so wolt er in groß ere und zucht erpieten. Und do beriei f er ein hoif auf trey tag, wer a essen und trincken und wol leben wolt, der chäm an des chaysers hoif; und do er den hoif hett, do schenckt er ainem ydlichen ritter ein keusche junckfrauen und ainem ydlichen ain besundere herberig und das thett er darumb, das die ritter die junckfrauen beschlieifen und den samen do liesen, wann der chaiser hett gen seinen herren 10 gesprochen, er wolt die frucht von den paumen nemen und wolt die paum nider schlagen; wann der chaiser maynt, wann er die ritter tötet, so müst im dann der chönig von Armenia unterthänig sein. Und ann der tritten nacht schuif der chaiser, das man die ritter alle tötet; und das geschach; dann ainer der wardt gewarnt 1a von der junckfrawen, die er pey im hett; und der cham dorvon und cham zu seinem herren zu dem chönig und clagt im, wie sein

gesellen alle erschlagen wären von dem chaiser. Und do das der chönig hört, der wardt traurig umb sein frum ritter, die er verloren hett und verschrayb dem chaiser von Constantinopell, 20 wie er im viertzig ritter geschickt, und gelihen hett, die viertzig thausent mann wert wären gewesen; er solt wissen, das er im wolt chomen und wolt im viertzig thausent umb ein töten. Und der chönig von Armeny schickt gen Babilon zu dem kalipha -und pat in umb hilff zu zihen auif den chaiser gen Constantinopell; und do cham im 2a der kalipha mit sein selbs leyb ze hilf mit grossem volgk. Und do zoch der chönig von Armenia und der kalipha mitt vierhundert thausent mannen an den chaiser von Constantinopel; und das erhört der chaiser und zoch im entgegen mit einem grossen volck und vacht mit in; es werat aber nit lang und gab die flucht gen 210 Constantinopell in die stat; und do zugen sie im nach pyß an das mer gegen Constantinopel über und do schlugen sie sich nider und der chönig pat den kalipha, was er von mannen ving, das er im die geb, so wolt er im das gutt alles geben, das er in Kriechen gewünn. Und das thet der kalipha und gab im all gefangen; und ea der chönig nam die gefangen und prachtt sie gegen der stadt und schlug sie alle ze tot; unnd schlug on ains viertzig stund viertzig

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1 persönlich.

thausent man ze tot und macht den arm von dem mere rott Won plut , wann er hett geschworen, er wolt das mer plutrot machen. Und do er das vorpracht, do hett er dannoch als vil gefangen, das man XXX Kriechen umb ein zwivel gab; und das thett er dem z. chaiser zu ainer smähe, das er mocht sprechen, er hett XXX Kriechen umb ein zwivel geben oder verkauflt. Und umb das sein die Chrichen den Armenigen veint und all jar an dem mittichen in der marterwochen, so stet der patriarch der Krichen zu Sant Sophia aui f ainen hochen stul und flucht den Armenigen und allen 10 den, die wider sein stul sein und glauben. Und also rach der chönig von Armeny sein ritter und zoch wider haim in sein chönigreich unnd der kalipha mit im. Es ist ein getreues volgk um die Armenig; woe sie sein pey Christen oder pey haiden, so sten sie in treulich pey; sie sein auch 15 clug leut mit arbait und machen schöne tücher vonn sammet und

von purpuren und von seydeu und güldene tücher, als dann die haiden würchen.

67. [Schiltbergers heimreise von Konstantinopel]

Nun vernembt und merckt, wie ich zu lannd chomen sey.

20 Unns schickt der chaiser von Constantinopel auif ainer galein zu ainem sloß, das haist Gily und do selbst fleust die Thouau inn das mer. Und pey dem schloß schied ich von meinen gesellen, die auß der haidenschaift mit mir chomen waren und cham zu chauifleuten; mitt den zoch ich inn ein stat, die haist inn theutzscher sprach 25 Weyßstadt, die ligt inn der Walachei. Und dornach inn ein stat, die haist Aspasery. Unnd cham dornach mer zu ainer stat haist Sedschopif und ist hauptstadt in der clainen Walachei. Ich cham auch dornach zu ainer stadt, haist in teutzsch Lempurgk und ist ein hauptstadt in clain Reyssen '; do lag ich dreu monadt kranck au‘ unnd cham dornach gen Krokau, die ist ein hauptstadt in Polandt.

Und dornach cham ich in das landt zu Sachsen; dornach gen Meychsen; dornach gen Preßlau, die in der Schlesy ain hauptstadt

ist; und kam dornach inn ein stadt, die haist Eger, von Eger gen

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l Die hauptstadt von Kleinreußen ist Kjew, während Lemberg früher die hauptstadt von Rotreußen war.

Regensßpurgk; dornach gen Landßhuett; und von Landßhut gen Freysing, da mein wesenn ist gewesen ‘. Gott dem [almächtigen] sey gedanckt, das mir der macht und chraflt gegeben hat und mich behüett unnd beschirmet hatt zwai E» und dreyssig jar, die ich, Hanß Schiltberger, inn der haidenschafft gewesen pin und alles, das vorgeschrieben stet, erfaren und ge

sehen han! =‚

1 Die beiden anderen handschriften haben hier die variante: dabey ich nachen geporen bin. Diese lesart wird durch den umstand beglaubigt, daß das halbwegs zwischen Freising und München gelegene landgut Hollern (unweit der station Lohof) zu jener zeit sich im besitze der familie Schiltberger befand und demnach als geburtsort unseres reisenden angenommen werden kann. (Mitteilung von herrn oberstabsarzt ritter von Schiltberg).

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