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nach nam der Weyasit den Mirachamad zu im und fürt in mit im in sein landt und gab im ein ander landt für das sein.

6. [Schiltberger beteiligt sich an einem fluchtversuch gefangener Christen]

a [U]nd do der Weyasit kam in sein hauptstadt und sin hett, ein zeitt do zu pleyben, in der zeitt wurden unser LX Cristen über ain, wie wir möchten darvon chomen; und also machten wir ain ainigung unter uns und schwuren uns zu ainander, das wir pey ainander wolten sterben und genesen; und da namen wir uns ain

10 zeitt für, und das sich ain ydlicher berayttet auif die zeit; und also chamen wir alle zu ainander auif die zeitt, als wir dann-mitt ainander verlassen hetten; und do wurif wir zwen hauptman unter uns auif, und was die täten und schüifen, des selten wir untertänig sein. Und also huben wir uns auif noch mitternacht und ritten

1a hin zu ainem pirg; und da der tag herprach gelangten wir an das pirg; und do wir in das pirg chommen, do steygen wir ab und liessen die pferd rasten, pys die sun auifgieng und also sassen wir

wider auif und ritten den selbing tag und nacht. Und do der Weyasit

höret, das wir die flucht hetten geben, da schickt er uns V hundert 2c pferdt noch und schueif, woe man uns fünd, das man uns vieng 4 und für in prechte; und also erritten sie uns pey ainer clausen und schrien uns an, das wir uns gefangen geben; und des wolten wir nicht thun, und also stunden wir ab von den pferden und giengen zu füessen gegen in und stalten uns zu were und schussen ein weyl 26 gegen ainander; und do der hauptmann sach, das wir uns zu wer hetten gesatzt, do tratt er herfür und ruflt ein frid auif ein hor; und also gaben wir ein fride. Und dornach ging er zu uns und patt unns, das wir uns gefangen geben, er wolt uns sicheren an dem leben; da gab wir im zu antwortt, wir wolten uns darüber 30 beraten. Also gingen wir zu ainander und berytten uns; darnach gab wir im ain antwort, wie wir wol westen, alßpald wir gefangen würden und pracht für in, das wir sterben müsten; so sey es vil pesser, wir sterben hye mitt werender hant durch cristenlichen glauben. D0 der hauptman sach, das wiralso bestät waren, do 35 sprach er uns wider zu und pat uns, das wir uns gefangen geben, sc wollt er uns pey seinem aide verhayssen, das er uns pei dem

leben wolt behalten, und ob das wär, das der chönig also zornig were, das er uns töten wolt, so wolt er sich am ersten lassen töten; und das verhyeß er uns pey seinem aide und also gaben wir uns gefangen und also fürt er uns für den chönig gefangen. Und do

b er uns für den chönig pracht, do schueif [d]er, uns zu handt ze töten; da gieng der hauptman herfür, der unns gefangen hett, und knyett nyder für den chönig und patt in , das er uns fristett an dem leben, wann er sich seiner genaden hett tröst und hett uns verhayssen pey seinem aide, er wolt uns sichern an dem leben.

1° Also fragt in der chönig, ob wir nicht schaden hetten gethan in dem lande; do sprach er, wir hetten keinen schaden gethan; also ließ er uns einlegen; da lagen wir neun monadt gefangen; und in der -zeitt sturben zwelif auß uns. Und do der hayden ostertag kam, do pat sein elter sun, genant Mirmirsiriamon für uns und also

15 ließ uns der chönig ledig; und dornach fürt man uns für den chönig; dem musten wir verhayssen, das wir nymmer mere wolten von im komen noch stellen; darnach gab er uns wider ze reytten und mert uns den solt.

7. [Bajasid erobert Dschanik. I (1393.)]

20 Darnach in dem summer zoch der Weyasit mit LXXX thausent mannen in ein landt, das ist genant Ganick, und legt sich für die heuptstadt genandt Samson, die der starck Samson gepaut hatt, und hatt den namen noch im. Der herre der stat und des lands hyß Zineyd *, den treyb der chönig auß dem land; und do die stat

25 hörtt, das ir herre vertriben was, do ergaben sie sich und das gantz land dem Weyasit; der besatzt die stat und das landt mitt seinem volgk.

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1 Dieser name ist, wahrscheinlich durch lesefehler der abschreiber entstellt widergegeben; vielleicht lautete er ursprünglich Mir (d. i. Emir) Musulman[es], welche namensform von den Byzantinern statt Suleiman gebraucht wird. Allerdings war dieser der zweite sohn Bajasids, während der älteste Ertogrul hieß. 2 Der letzte beherscher dieses gebietes war Isfendiar-Beg, der sohn von Bajasid Kötiirüm (oder Gütürum). (Zinkeisen s.-354). Dschuneid hingegen war in späterer zeit statthalter von Sarokhan und wurde nach einem mißglückten aufstandsversuche (1413) von Mohammed I., dem sohne Bajasids, seiner provinz entsetzt.

8. [Wunderbares erscheinen von nattern bei Samsun. Bejasid verleiht Dschanik einem bulgarischen prinzen.]

[E]s ist zu mercken ein groß wunder, das pey der selben stat Samson geschach den zeitten, als ich bey dem Weyasit was. Es a kamen. umb die stat als vil nattern und schlangen, das sie die eben umb die stat wol ein meyl wegs umb legt hetten. Der selben nattern kamen ain thayl auß dem mere und ain tayl auß ainem grossen walde, wann das landt, das zu Samson gehört, das heyst Tzienikh und ist ain holtzigs landt und hatt groß welde, da von

10 was der nattern ein tayl komen; und die nattern hetten ir samlung

neun tag, ee das sie mitt ainander stritten. Nun dorfft nymandt vor dem gewürm auß der stat vor sorgen; und sie thätten doch den leutten noch dem viech kainen schaden; so schueif auch des landß und der stat herre, das man dem gewürm auch nit tete

1h und er sprach, es wär ein zaichen von dem almächtigen Gott. Und

dornach an dem zehenden tag komen die schlangen an ainander und stritten von dem morgen pyß zu der sunnen unterganck; und do der herre und das volck des gewar wurden, do hyeß der herre ein thor auif thun und reytt mitt ainem clainen volgk für die stat

20 und beschaut der natteren vechten und sach, das die wassernattern

den waltnattern weychen musten ". Und des anderen morgens raytt der herre für die stat und wolt sehen, ob das gewürm noch da were; do vand er nichts, dann die toten natteren, die hyeß er zusammen klauben und zelen, der waren acht thausendt; den hyeß

25 er ain gruben machen und hyeß sie dorein werifen und decken mitt

erttrich und schickt zu dem Weyasit, der zu den zeitten ein herre der Thürckey was und hyeß im das wunder sagenn; der nam im das zu ainem grossen glück für, wan er die stat und das landt neulich hett gewonnen und maynt, das die merenattern untergelegen

8° wären, das wer von dem almächtigen Gott ein zeichen, als er ge

waltiger herre und chönig des lands pey dem mer wer, so wolt er auch mitt hilif des almächtigen Gottes des meres gewaltiger

herre werden. *

1 nichts. 2 Ähnliche sagen finden sich noch heute vielfach in den kaukasischen ländern vor; eine davon erzählt, wie unser text, einen kampf"zweier schlangenvölker am Ararat, wobei der angriif der fremden schlangen zurückgeschlagen wurde. (Haxthausen I. s. 318.)

Samson sind zwo stet gegen einander über; in der ainen sind Cristen, dieselben betten die zeitt die Walhan von Genau innen; in der andern sind haiden, den gehört das l.and zu; und sie gelangent von ainer ringkmauer zu der anderen mitt ainem halben pogen

a schuß. Und der stat und des lands herre die zeitt was aines hertzogen sun, gehayssen Schusmanos , von der mittern Pulgrey; deßselbenn lands hauptstadt haist Thernowa und hat von burgen und schloß III hundert denselben zeiten gehabt. Dasselb land gewan der Weyasit und ving den hertzogen und seinen sun; der

10 vater starb in der gevancknuß, der sun kerett sich zu haydenischem glauben, darumb das man in leben ließ. Und da der Weyasit Samson gewan und das land Z[e]nigkh, das selb landt und die stadt gab er im für seines vatter[s] landt sein lebtag.

9. [Bajasid erobert Siwas 2.]

1a [E]s ist gewonhaitt in der haydenschaflt, das ettlich herren umbzigen in dem land mit viech und woe sie dann komen in ain landt, do gutte wayd ist, so besteen sie die wayd von dem herren deßselben lands auif ain zeitt. Nun was ein thürkischer herre genandt Ottman “, der zoch im land umb mit viech und kam in dem ao sumer in ein landt, das haysset Sewast, es haist auch des landts hauptstadt also, und batt den chönig von Sewast, hyß Wurchanadin, das er im ain weyd verliech, da mitt er sein viech den sumer

1 Der letzte bulgarische zar Schischman IlI starb in der gefangenschaft zu Philippopel (Jiretschek s. 350). Über seinen sohn Alexander Schischman, welcher renegat wurde, finden wir bei Dukas einen etwas verschiedenen bericht, indem nach diesem nicht Bajasid, sondern sein sohn Mohammed I dem bulgarischen prinzen nach Dschuneids absetzung dessen statthalterschaft verlieh, welche überdies nicht Dschanik, sondern Sarokhan war (Zinkeisen I s. 453). Hammer (I s. 287) glaubt den widerspruch unseres textes mit Dukas durch die annahme ausgleichen zu können, Schischman habe die beiden hier erwähnten provinzen zu verschiedener zeit verwaltet. 2 Über die zeit dieses feldzuges weichen die quellen von einander ab. Hammer und Zinkeisen entscheiden sich für das jahr 1392, Deguignes und Fallmerayer für 1395, Weil für 1398; mit letzterer annahme ließe sich Schiltbergers behauptung von seiner teilnahme an diesem kriege (s. 19) vereinigen. 3 Osman-Beg war beherrscher der Turkomanen »vom weißen Hammel: in Diarbekr und beigenannt Kara Ulugh (Jelek).

erneren möcht. Er verleych im ain waid, dorauif er sein gesinde

und viech züge und dorauif den sumer plibe pyß an den herbst; ,

er prach auif und zoch hinwärtz hin in sein landt an urlaub des chönigs. D0 der chönig vernam, das er an sein urlaub hin was 6 gezogen, er erzürnet und nam zu im zehen thausent man und zog ani f die wayd, dorauif der Ottman gelegen was, und schlug sich da nyder und schickt dem Ottman vier thause[n]t man noch und schuif, das sie im den prechten mit leyb und mit gutt. Als das der Ottman vernam, er verschlug sich in ain gepirg und die im noch raisten, m die kunden in nicht vinden und schlugen sich vor dem gepirg aui! ein wisen; da plieben sie die selben nacht und hetten kain sorg auif den Ottman; und do der tag her prach do nam der Ottman thausent man zu im seines pesten volcks und beschauet die veindt und do er sach, das sie sich nicht bewart hetten und an alle sorg do 16 lagen, do reytt er über sie und übereylt sie, das sie nicht zu were komen mochten und erschlug ir vil; die andern gaben die flucht. Dem chönig wardt gesagt, wie der Ottman den zeug nider gelegt hett; der wolts nit glauben und hetts für ain spot; do kamen ettlich zu dem chönig geflohen, dannoch wolt er sein ‘ nicht glauben und 20 schickt hundert pferdt hin, das sie lugten, ob dem also wäre. Die hundert pfert zogen hin und wolten lugen; in der zeitt zoch der Ottman mitt seinem volck aut? den chönig und als er die hundert pferdt ersach, do eylt er auff sie und kam mitt inauif den chönig. Und als der chönig sach, das er in als vast übereylt hett und sein 26 volck, das sie nicht zu were komen mochten, do gaben sie die flucht und dem chönig wardt nicht mere, dann das er auif ein roß saß und gab die flucht gegen ainem pirg. D0 ersach in ainer von des Ottmans dynern und der eylt im nach pys an das gepirg, da mocht der chönig nicht verrer; da schrey in des Ottmans knecht an umb vancknuß, da so wolt er sich nicht ergeben; da nam er den pogen und wolt den chönig geschossen haben. Da nennet sich der chönig und pat den knecht, das er in ledig ließ, und verhyeß im ein guts gschloß und wolt im zu ainer urkundt haben geben seinen rinck von seiner handt und des wolt der knecht nicht thun und nam in gefangen a5 und pracht in seinem herren. Und der Ottman zog dem volck hinten nach den gantzen tag piß an den obent und schlug ir vil

ze todt; unnd do keret sich der Ottman wider umb und schlueg sich

1 gen. part. *

Sohiltberge: 2

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