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nyder an die stat, da der chönig was gelegen und schickt darnach nach dem volgk und nach dem vich, das er im pirg hett gelassen; und do das volck mitt dem viech cham, da nam er den chönig zu im und zog für die hauptstadt, genandt Sewast, unnd schlug sich F» dorfür mitt allem seinem volgk und pott hinein, wie er den chönig hett gefangen und das sie im die stat übergeben, so wolt er fridlich und sönlich mitt in leben. D0 gab im die stat ze antwort, ob er den chönig hett, so hetten sie seinen sun, do hetten sie genug herren an, wann er yn zu swach were zu ainem herren. Also sprach 1° er dem chönig zu, wolt er pey dem leben pleyben, das er mit den burgeren redet, das sie im die stat übergeben. D0 sprach der chönig: „Für mich zu der stadt, so will ichs versuchen, ob sie mich des gewerten.“ Und do man den chönig zu der stat pracht, do patt er die burger, das sie in erlösten von dem tode und dem 15 Ottman die stat übergeben. D0 antwortten sie dem chönig und sprachen: „Wir wollen dem Ottman die stat nicht übergeben, wann er uns ze swach ist zu ainem herren; ist dann, das du nicht unser herre magst gesein, so haben wir deinen sun ‘, den wollen wir zu ainem herren haben und nicht den Ottman.“ Und do das der Ott20 man hörett, da wardtt er zornig; und do der chönig seinen zoren sach, do patt er in, das er in leben ließ, so wolt er im ain andere stadt geben, die heyst Gayssaria, mit allem zugehären; und des wolt der Ottman nicht thun und hyeß den chönig köpfen zu angesicht dem volgk in der stat und dornach hyeß erinviertaylen und 25 hyß ydlichs tayl auif ein stangen pinten und hyeß [es] für die stat auflhengken und das haupt hyeß er auif ein rayßspieß stecken zu

den vier taylen. ‘ Und in der zeitt als der Ottman vor der stat lag, do schickt des königs sun, der in der stat was, zu seinem sweher, der gewal30 tiger herre was in der weyssen Tathrey ', das er im ze hilif keme, wann der Ottman vor der stadt lege, und verschreyb im auch, wie der Ottman seinen vatter getött hett und wie er groß volgk erschlagen hett. Und do das sein sweher vernam, da nam er zu im

sein volgk mitt weyberen und mit chinden und mit allem irem viech, =I=

1 Er heißt bei Hammer (I, s. 235) Ebul Abbas Burhan-eddin, bei Zinkeisen (I, s. 352) hingegen Seinol-aabidin. 2 Auch hier entscheidet sich Bruun für die kleinasiatischen Turkomanen und vermutet in dem »gewaltigen herren: den emir Nassir-eddin von Sulkadir (in Kilikien).

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wann es auch gewonhaitt ist in dem land, das sie umbziegen mitt viech auif die wayd, wann er auch sin hett, er wolt ein weyll da ligen zu Sewast und wolt also das landt retten vor dem Ottman; unnd das volgk wardt geschätzt auif vier thausent man an weyber und chindt. Und do das der Ottman hörtt, des der thatrisch herre. herzoch, do prach er auif und zoch hin von der stat in ein pirg‘ und schlueg sich da nyder mitt seinem volgk. D0 cham der thatrisch herre mitt seinemvolgk und schlueg sich vor der stat nyder; und alspald der Ottman hörett, das er sich nyder hett geschlagen, do nam er zu im XV hundert man und taylett die in zway tayl;. und do die naeht cham und es vinster wardt, do zog er hin auif sie an zwaien örttern und macht ein groß geschray unter in; und do der thatrisch herre hört (183 geschraye, da maynt er, man wolt in übergeben, und waich in die stat; unnd do das sein volgk höret, das er die flucht hett geben, do gaben sie allesam die flucht; und do eylet der Ottman hintten nach und schlug ir vil zu todt und nam in groß gut. Und dornach zugen sie wider in ir landt; da nam er das viech und das gut, das er in genummen hett und zog wider hin in das pirg, da sein viech und sein gutt was. Und ee das der tag do herprach, do saß der tatrisch herre auf und reytt seinem volgk nach und het geren gesehen, das sie wider hetten gekerett und des wolten sie nicht thun und also zoch er mit in wider in sein landt; und dornach an dem tritten tag zog der Otman wider für die stat und begert an sie, das sie im die stat noch übergeben, so wolt er yn thun, das er in verheyssen hett; und des wardt er aber verzigenn. Also legt er sich wider für die stat.

Und do schickett die stat zu dem Weyasit und paten in, das er chäm und trib den Ottman auß dem land, so wolten sie im die stat übergeben. D0 schicket der chönig Weyasit seinen elteren sun mitt XX thausendt pferden und vier thausent fueßgengell, und pei dem zug was ich auch . Und do der Ottman hörett, das des "Weyasit sun herzog auif in, do schickt er sein viech und sein gut an das pirg, do er vor gewesen was und pleyb selber aui f dem veld mitt thausent pferden. Und do schickt des chönigs sun zway thansent pferd voran hin, ob sie den Ottman möchten fürter treyben; und do sie der Ottman ersach, do rant er sie an und vachten ein weyll mitt ainander; und do sie sachen, das sieimnicht

1 Vergl. s. 16, anm. 2. *

s vor mochten sein, do schickten sie umb hilfl‘, do kam des chönigs Weyasit sun selber geritten mit allem seinem volgk. Und do in

Y der Ottman her sach ziehen, do rendt er uif in einhin und hett in ‘L nohent flüchtig gemacht, wann es war das volgk dannoch ‘ nit pey a ainander; und do schray des chönigs sun sein volgk an und hub ‘h dornach an mitt im zu vechten und sie erwunden trey stund an ainander; und die weyl sie mitt ainander vachten, do zugen die IIII thausent fueßgengell dem Ottman in sein zelt. Und do das der Ottman hörett do schickt er vierhundert pferdt hinter sich und

10 die treyben die fueßgengell mitt gewalt auß dem zelt, mitt den, die der zelt und des viechs hetten gehütt. Und die weyl weych er mitt werender handt an das pirg, da sein gutt in.u was; und dornach schickt er das viech unnd gutt einhin paß in das pirg und er hyelt die weyl vor dem pirg; und dornach zoch er hin. nach und also

1a zoch er wider in sein landt. Und dornach zoch des chönigs sun für die stat Sebast und do tet man im die stat auif und die burger rytten herauß zu im und paten in, das er in die stat züg; und des wolt er nicht thun und schickett zu seinem vatter, das er chäm und näm die stat ein unnd das landt. Und do kam der Weyasit

20 mitt L unnd hundert thausent man und nam ein die stat und das landt; und dornach nam er seinen sun, der hyeß Machamet , und macht in zu ainem chönig und gab im das chönigreich zu Sebast;

es ist auch zu merken, das nicht der sun chönig wardt, der den

74 Ottman foder hett getrieben.

26 10. Wie der Weyasit dem chönig soldan ein stat und ein landt an vordert, das zum chönigreich [Siwas] gehört.

Und do der Weyasit seinem sun das obgenantt chönigreich einantwortt, da schickt er zu könig soldan von einer stat wegen, die genant ist Malathea, und von des landß wegen, das zu der stat ge

30 hörett, wann die stat und das landt gehörett zu dem obgenanten chönigreich und das hett chönig soldan innen; und begert an in, das er im die stat Malathea und das landt gäb, wann er das chönig

reich gewonnen het. D0 pott im chönigsoldan, er hetts mitt dem >|<

l damals noch. 2 Bei dem angriif Timurs auf Siwas wird ein sohn Bajasids als statthalter dieses gebietes angegeben; Arabschah nennt uns als solchen Suleiman, Chalkondylas hingegen Ertogrul (byzant. Orthobules).

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schwert gewunen und wer das haben wolt, der müsts auch mitt dem schwertt gewynnen ‘. Und do der Weyasitt die antwort vernam, do zoch er in das landtt mitt zwaien hundert thausent mannen und legett sich für die obgenanten statt und lag davor zwey monadt; und do er sach, das sie sich nicht ergeben wolten, da villet er die graben ein und umbleget die stadt mit dem volgk und hub an ze stürmen; und do das das volgk sach in der stadt, do ruiftens umb genade und ergab sich; und also nam er die stat und das landt ein und besetzt die stadt und das landt mitt seinem volgk.

Er erobert

11. [Bajasid unterwirft die weißen Tataren.

Adalia]

[I]n der zeitt als der Weyasit die obgenanten stadt gewan, da hetten sich die weyssen Thatteren dem Weyasit für ein stat gelegt, die genant ist Angury. Und do das der Weyasit hörett, do schickt er seinen eltern son mitt zway und XXX thausent mannen an sie und der tet ein vechten mitt in; also muest er weychen und kam wider zu dem Weyasit. Also schueif er im mer volgks zu und schickt in hin wider; und da vacht er aber mitt in und lag in ob und ving den thatrischen herren und zwene landßherren mitt im und pracht sie dem Weyasit gefangen; und die weyssen Thattern ergaben sich dem Weyasit und do setzett in der Weyasit einen anderen herren auß in und die trey herren fürt er mitt im hin in

sein hauptstadt. Darnach zoch der Weyasit für ain andere stadt und die ist ge

nandt Adalia‘ und die chörett auch chönig soldan zu und die stadt

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1 Dieselbe stolze antwort wird von Scherifuddin dem Hussein Sofi in den mund gelegt, als Timur von ihm die zurückgabe des gebietes von Kat und Khiva verlangte. (De 1a Croix I, s. 229). 2 Bruuns vermutung hinsichtlich der nationalität des hier bezeichneten volksstammes wird an dieser stelle durch die thatsache unterstützt, daß der bruder des fürsten von Sulkadir (vergl. kap. 9), namens Saduka, sich den Osmanen gerade um dieselbe zeit unterwerfen muste, als, nach Schiitberger, die weißen Tataren durch Bajasid besiegt wurden (Weil I, c. 74). 3 Adalia ist hier mit Adana verwechselt. wie Bruun überzeugend nachweist (Telfer, s. 123). Oifenbar hatte aber der verfasser erstere stadt im auge, da wir in dem dazu gehörenden gebiete Pamphylien, nicht Kilikien erkennen müssen, wie aus der in kap. 33 enthaltenen übereinstimmenden beschreibung ersichtlich ist. "

ligt nicht verre von Ciperen; und in dem lande, das zu der stat

gehörett, da zeucht man anderst kain viech dann chämelldier; und

do der chönig Weyasit die stat und das landt gewan, do schenckt

im das lant zehen thausent chamelthier; und do besetzett er die stat a und das landt und die chamel fürt er in sein landt.

12. (11.) [Bajasid sendet dem ägyptischen sultan ein hilfsheer, bei welchem sich Schiltberger befindet.]

[I]n der zeitt starb chönig soldan, der genant was Warchoch 1. Darnach wardt sein sun chönig, der genant was Joseph’; und seines 10 vatters dyner ainer, der krieget mitt im umb das chönigreich '. Und do schickett der J osep zu dem Weyasit und versünet sich mitt im und patt in, das er im zu hilif keme; also schickett im der Weyasit XX thausent man zu hilif und in dem zug was ich auch. Und der J osep vertrayb seinen widerthail mitt gewalt und wardt 1a gewaltiger chönig soldan. Dornach wardt im gesagt, wieV hundertt ‘ man unter seinen dyneren wären, die wider in wären und hettens mitt seinem widertayl gehabt; und also cham er in nach und ving sie und dornach hyeß er sie füren auif ein weytt und ließ sie alssam mitten in der wüsten von ainander schlagen; und dornach zugen zo wir wider zu unserm herren Weyasitt.

13. (12.) [Timur macht einen einfall in das türkische gebiet und erobert Siwas, 1400.]

[D]a der thürckisch chönig Weyasit den Ottman vertrayb von

der stat Sebast, als oben geschriben steet, darnach zoch der Ott„5 man zu seinem herren, der genandt was Themurlin, wann er sein unterthan was und clagett im über den Weyasit, wie er das chönig

reich ze Sebast hett gewonnen mit g[e]walt und in der Weyasit a

1 Warchoch d. i. Barkok oder Berkuk, der erste tscherkessische sultan in Ägypten 1382 bis 1339 und 1390 bis 1399. 2 Barkoks sohn und nachfolger hieß Faradsch oder vollständig A1-Melik Al-Naßir Abu-Saadat Faradsch (in seiner jugend auch Bulghak). Ein sultan Jusuf, der sohn Bursbais, gelangte 1438 auf den thron. 3 Gegen Faradsch empörte sich unmittelbar nach seiner thronbesteigung sein atabeg, der emir Itmisch, welcher von Tenem, dem statthalter von Damaskus, unterstützt wurde; der sultan erfocht jedoch bei Gaza einen sieg über die beiden empörer, die in gefangenschaft gerieten und hingerichtet wurden.

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