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und dornach kam er auif ein schöne eben, die vor der heuptstad leyd des lands; und auif derselbigen eben pei dem holtzing pirg schlug er sich zu veld mitt seinem gesind. D0 pot er dem chönig des obgenanten lands zu also: „Mir Timur geldi;“ das ‘ist als vil 5 gesprochen: „Ergib dich, herr Themurlin ist chomen.“ Und do der chönig von der clain India die potschaft vernam, do pot er im, er wolt sich mitt dem schwertt mit im verrichten. Und dornach berayttet er sich und zoch dem Themurlin entgegen mitt vierhundert thausent mannen und mitt IIII C elevanten, die beraytt waren zu 10 dem streyt; unnd auif iglichem elevanten hett man ein thuren gepauet von holtzwergk und in ydlichem thuren waren zum mynsten X man beraytt an den streyt. Und do das der Themurlin höret, do zoch er im auch entgegen mitt seinem volgk und der chönig hett die elevanten voran [h]in geschicket; und do sie zu ainander komen, 1a do hett der Themurlin geren gefochten, do mocht er dem chönig nichts angewynnen vor den elevanten, wann wenn er hinan wolt reytten, so wolten die roß nicht hinan und scheuten die elevanten und das triben sie vom morgen hintz auif mitten tag. Und der Themurlin must wider hinter sich zigen: darnach vordrett er seinen 20 ratt und hett radt mitt in, wie er den chönig mitt faren solt [angesigen] von der elevanten wegen. Da ryett im ainer genant Suleyman , er solt chamel nemen und solt dorauif holtz lassen pinden und wann man die elevanten her trib, so solt man das holtz an lassen chünten, das auf den camelen were und solt sie gegen den 2a elevanten treyben die chamel mitt dem feur; so überwündt man sie mitt dem geschray und mitt dem feur, wann die elevanten das feur hart fürchten; und da nam der Themurlin XX thausent chamel und ließ holtz doraufl‘ pinden und schuif, das mans außrichtet, als dann sein landßherre geraten hett. Und dornach zog der chönig so wider auif den Themurlin und der Themurlin zog im entgegen; und der chönig hett die elevanten aber vor an hin geschickt; und da der Themurlin die elevanten ersach, do hyeß er das holtz anchöntten, das man auif die chamel hett gepunden und ließ die chamell mitt dem feur gegen den elevanten treyben; und do man das holtz auif

-x1 Sultan von Delhi war Mahmud II, mit welchem 1414 die erste afghanische dynastie in Indien erlosch. 2 Degnignes erwähnt bei

gelegenheit des indischen feldzuges eines feldherrn Timurs namens Solimanschach (IX, s. 50).

den chamelen anchöntet, da trayb mans‘ gegen den elevanten und die chamel wurden schreyen und des Themurlins volgk hett ein groß geschray; und do die elevanten das geschray hörten und das feur sachen, da cherten sie sich umb und fluchen, das sie nymants a gehalten mocht’; und do das Themurlin ersach, do zoch er mitt aller seiner macht auif den chönig und auif die elevanten, und der

elevauten wurden vil erschlagen. Und do das der chönig sach, da‘ weych er in die stat; und dornach zog der Themurlin hin nach‘

und schlug sich für die stat und lag vor der stadt zehen tag; 1° und in der zeitt taydingt der chönig mitt dem Themurlin umb zwen zenten indisch golds, und das ist besser dann das arabisch golt, und gab im auch vil edels gestains und verhieß im auch XXX thausent man zu leyhen, woe er sie hin vordrät; und also wurden sie verrichtet mitt ainander; und der chönig pleyb pei seinem chönigreich

16 und der Themurlin zoch wider in sein landt und pracht hundert

elevanten mit im und das gutt, das im der chönig hett geben.

18. (17.) [Einer der landsherrn Timurs bemächtigt sich des reichsschatzes.]

[A]1s der Themurlin auß der clain India cham, darnach schickt

2c er ein landßherren, der was genandt Cheback, in ain stadt die haysset

Soltania mit X thausent mannen; und der solt im den landtzinß pringen auß der stat, wann man V jare allen zinß und zol auß Persia und auß Armenia dahin het gelegt. Und do cham der obgenandt herre und nam das gutt und lued darmitt thausent wagen; 2a und dornach verschreyb er aiuen herren, der was gesessen in eim landt das ist genandt Masanderan ’ und der was sein freund und der cham zu im gezogen mit L thausent mannen; und do sie zu ainander chomen, do wurden sie überain mitt ainander und verpunden sich zu ainander; und dornach namen sie das obgenant gut sound falten das mit in in das obgenandt landt Masanderan. Und

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1 man sie. 2 Nach den von Deguignes mitgeteilten berichten erlangte Timur seine erfolge über die indische armee vermittelst büifel, welche nach der im text beschriebenen art gegen die elefanten getrieben wurden (IV, s. 56). 3 Der emir Weli von Masanderan versuchte widerholt, sich der oberherrschaft Timurs zu entziehen, bis dieser in einem dritten feldzuge die hauptstadt Astrabad einnahm (1384) und seinen gegner zur flucht nötigte. (Weil V, s. 27.)

do der Themurlin vernam, das man im das gut hin hett gefiirt, da schickt er groß volck hin, das sie das obgenandtlandt gewünnen und im die zwen herren gefangen prächten, die im das gut hetten genommen. Und do das volgk an das landt cham, do mochten sie a dem land nichts angewinnen, wann es groß weld umb sich hett und sie schickten umb mer volgks zu dem Themurlin; unnd do schickt er in LXX thausent man, das sie das holtz abschlügen und ein weg machten und das landt gewünnen- Und do das volck cham, do schlugen sie auif zehen meyl ab, noch mochten sie dem 1c land nichts angewinnen und do schickten sie wider zu dem Themurlin und enpoten ihm, das sie dem land nichts an möchten gewinnen;

und do hyeß er sie wider umbcheren; und also zugen sie wider haimwärtz.

19. (18.) [Timur erobert Ispahan 1, 1387.]

15 [N]ach dem, als oben geschriben stet, do zoch er in ein chönigreich, das genandt ist Hyspahan, und schlug sich für die hauptstadt, die auch genant ist Hispahan und pegeret an sie, daß sie sich ergaben. Und also ergaben sie sich und zugen im herauß entgegen mitt weyb und mitt chinden; und do nam er sie gnediglich auif.

20 Da nam er VI thausent man seines volcks und besetzat die stadt damitt und den herren der stadt nam er zu im und der was ge

nant Schachisster und zoch dornach auß dem land. Und do die stadt höret, das der Themurlin auß dem land was zugen, do spertten die burger die stat zu und schlugen die VI thausent mann zu tod, 25 die der Themurlin hinein hett gesetzt. Und do das der Themurlin hört, do cherett er sich wider umb und zoch für die stat und lag

XV tag vor der stat, das er sie nit gewinnen mocht; und dornach =|<

1 Schah Schedscha, der beherrscher von Irak Adschemi und Farsistan huldigte Timur 1386, starb aber in demselben jahre; da sein sohn und nachfolger Zin ul Abedin (Seinol-Aabidin) sich weigerte, an der pforte Timurs zu erscheinen, zog dieser abermals nach Persien und besetzte Ispahan ohne schwertstreich. Als aber der schmied Ali Kutschapa einen aufstand erregte und die schwache mongolische besatzung großenteils niedergemacht wurde, nahm Timur blutige rache an der stadt und ließ aus den köpfen der erschlagenen einwohner, nach orientalischem gebrauch, schädelpyramiden errichten. (Hammer s. 220).

Der schah unterwarf sich Timur und endete seine tage in Samarkand (Weil V, s. 40). 2 weil.

macht er ein frid mitt in, doch in solcher maß, das sie im die schützen all lihen, die in der stat wären und die wolt er mit im fiiren in ain rayß und wolt in sie darnach wider schicken. Und die stat schickt im XII thausent schützen; und do die schützen zu a im chamen, da ließ er in-allen die thaum abschlagen und dornach schickett er sie wider in die stat; und dornach an dem anderen tag zoch er selber in die stat und nam die stat mit gewalt ein ‘ und das volgk in der stat, das ving er und schueif dornach, was unter XIIII jaren waren von chnaben, die hyeß er behalten und die m anderen mann ließ er köpfen und macht dornach auß den köpfen ainen thuren von heuptern mitten in der stadt. Und dornach hyeß er weyber und chinder, die in der stat waren, außhin auif ein velt füren; und do man sie aui f das velt pracht, darnach hyeß er die chinder, die unter siben jaren waren, besunder stellen auif dem velde; 1a und do daz geschach, do hyeß er sein volgk über die chinder reytten, die man besunder hett gestellet; und do das sein rädt sach und der chinder mütter, die auch auif dem veld waren, da vielen sie dem Themurlin zu füessen und paten in, das er des nicht thet; und des wolt er nicht thun und do schueif er aber, das sie über die chindt so ritten; und da wolt chainer der erst sein; und do er sach, das chainer wolt voran inreytten, do entzürnet er und raytt am ersten anhin und sprach gen seinem volgk: „Nun will ich gern sehen, welcher mir nit nachreytten wölle.“ Und do er das sprach, do must alles sein volck im nach reytten; und also reytt er mitt seinem 2a volgk zwir über die chinder und zertrett sie alle sampt; und der chinder waren pey siben thausent. Dornach hyeß er die stat alle außprennen; und die anderen weyb und chind fürt er mitt im in sein land und zoch darnach in sein hauptstadt, die genant ist Semerchant; und in der stat was er in XII jarn nit gewesen.

so 20. (19.) [Timur unternimmt einen zug gegen China, 1404 bis 1405.]

[U]nd in der zeitt als der Themurlin auß war gewesen, hett

der groß chönig zu Kattey einen poten zu dem Themurlin geschickt i‘

1 Der bericht des textes über die einnahme und grausame bestrafnng Ispahans stimmt mit dem inhalt anderer quellen in der hauptsache überein, außer daß das niederreiten einer kinderschar in den kleinasiatischen feldzug verlegt wird. (Hammer, s. 220. 264.)

mit IIII hundert pferden und vodratt den zinß an im, wann er im vor zinspar was gewesen und V jare hett er im den zinß vorgehabt. Und den poten hett der Themurlin lang mitt im gefürt; und do er in seine hauptstadt kam, da schickett er in haim zu seinem a herren und pot im, er wolt im nicht zinspar noch unterthänig sein und er hoift, er müst im zinspar und untertänig sein; und pott im auch, er wolt selbs leypplich zu im chomen; und also schiett der pot von im. Und dornach pot der Themurlin auß in alle seine landt, das man sich berayttet, wann er wolt in Chattey zigen. Und do 10 besamelt er sich mit XVIII hundert thausendt man und nam die zu im und zoch in Chattey; und do er zoch ein monat, do cham er an ein wüst und die was LXX tagweyd langk; und do zoch er zehen tag in die wüst hinein; und in der wüsten ging im groß volck ab von wassers wegen und nam auch grossen schaden an rössernn 1a und an anderm viech, das im abgieng von cheltenn wegen, wann es gar kalt ist in dem selbigen lannde. Und do er sach, das er als grossen schaden nam an leuten und an viech, do cherett er wider und zoch in sein hauptstadt; und in der zeit wart er krangk.

21. (20.) [Die ursachen von Timurs tod. Nächtlicher spuk ‚o an seinem grabe]

[E]s ist auch zu mercken, das sich der Themurlin fraß von treyerlay sach wegen, das er kranck wardt und in der selben kranckhait starb. Die erst ursach was die smach, die im der obgenant herre erzaigt hett, der im das gut entfüert hett; die ander und die

25 tritt ursach die sein hie zu mercken. Es hett der Temurlin treu weyber und zu der jüngsten hett er grosse lieb; und in der zeitt, als er aussen was gewesen, do hett. sein jüngsts weyb seiner landsherren einen lieb gewunnen. Und do der Themurlin anhaim wardt, da kam sein eltz weyb zu im und sagt im, wie sein jüngsts weyb

so gehaimschaift zu seinem landßherren hett und des wolt der Themurlin nicht glauben; [sie sprach z] „Wiltu es nicht glauben, so gee in iren gemach und hayß dir ir truhen auifthun, so vindestu ainen rinck mitt ainem edell gestain und prieif, die er ir geschickt hatt.“ Und do das Themurlin vernam, do pott er ir zu, er ea wolt die nacht pei ir sein; und do er des nachts zu ir kam in iren gemach, do schueif er mitt ir, das sie ir truhen auifschlüeß; unnd das geschach; do ging er über die truhen und vandt den rinck

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