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und die prieff, die ir der landßherre hett geschickt; und do er das vand, do saß er nyder und fragt sie, von wann der rinck und die prieff chämen; und do viel sie im zu füessen und pat in, das er nit zürnt, wann ir das ein landsherre hett geschickt und ging an 5 als übell zu. Und dornach ging der Themurlin auß der chamer und schueif dornach, sie zu köpfen; und das geschach. Und dornach zu handt schickt der Themurlin V thausent pferd nach dem landßherren, den sein weyb lieb hett gehabt, das sie in gefangen prachten. Und do wardt der landßherre gewarnt von dem hauptman, der nach m im wardt geschickt; und da der landßherre das vernam, do nam er zu im V hundert man und weyb und chind und floch in ein landt, das ist genandt Masanderan. Und dornach mocht im der Themurlin nymmer zu, und dorumb fraß er sich auch gar hartt, das er das weyb hett getöt und im der landßherre entronnen was, und in dem 1,-, laid starb der Themurlin und wardt kosparlich begraben. Ir solt auch wissen, do der Themurlin begraben wardt, darnach honnat er in dem grab bey der nacht, das in die priester beraytt

hörtten, die pei dem tempell sassen, da er inn lag; und das trayb

er ain gantz jare und sein freund gaben groß almüsen, dor wortten

o das er das honnen ließ und das wolt nicht helifen. Und do beryetten sich sein priester und gingen zu seinem sun und paten in, das er die gefangen ledig ließ, die sein Vater gefangen hett und prach[t] auß andern landen in sein hauptstadt; wann was er hantwercksleutt vieng, die pracht er in sein hauptstadt und die musten dann do

Q5 arbaitten, und umb die paten die briester; unnd die ließ des Themurlins sun alle ledig und do sie ledig wurden, darnach hörett man in nymmer honnen. Unnd alles das vorgeschrieben steet von dem Themurlin, das hatt sich ergangen in VI jaren , die ich dann pei im pin gewesenn etc.

30 22. (21.) [Bei der teilung des Mongolenreiches kommt Schiitberger zu Timurs sohn Schah Roch.)

[N]un solt ir wissen, das der Themurlin zwen sün hintter im

ließ und der elter was geuant Scaroch und der ander hyeß *

l Timur starb auf dem feldzuge gegen China zu Otrar am J axartes den 19 Februar 1405 (Hammer I, s. 266). 2 Hier liegt widerum ein schreibfehler vor, da seit der schlacht bei Angora nur zwei und ein halbes jahr verflossen waren.

Sohiltbetger 3

Miranschach ‘. Und der Scharoch hett ein sün, dem antwort der Themurlin sein hauptstadt ein und alles landt, das darzu gehörett‘; und sein zwaien sünen gab er ydlichem ein königreich in Persia und andere grosse landt, die darzu gehörten. Und nach des The

a murlins todt kam ich zu seinem sun, der genant was Scharoch und der hett das chönigreich zu Horossan und die heuptstadt heysß[t] Herrenn.

23. [Miran-Schah erhält von seinem bruder Schah Roch hülfe gegen den turkomanischen emir Jusuf. Schiltberger kommt u, in Miran-Schahs dienste]

[Ilr solt auch wissen, das der jung sun des Temurlins, genant Miranschach, der hett ein chönigreych auch in Persia, das ist genandt Thawres. Unnd nach seines vatters tod, do cham ein landßherre, der was genandt Joseph und vertrayb den jungen Miran

15 schach und nam das chönigreych ein. Do schickett der Miranschach zu seinem pruder Scharoch, das er chäm und hülif im wider inn sein chönigreich. D0 kam sein pruder zu im mit LXXX thausent mann; dornach schicket er seines volcks XXX thausent man mitt seinem pruder Miranschach, das er den landßherren genant J osep‘ 20 auß dem chönigreich trib; und er hett auch XLII thausendt man und die nam er auch zu im und zoch aufl"den Josep; und do das der J osep vernam, do zog er im entgegen mit LX thausent mann und vachten ein gantzen tag mitt ainander, das ainer dem andern nichts mocht angewinnen; und also zugen sie wider von ainander. 2a Darnach schickt der Miranschach zu seinem bruder Scharoch, das er im ze hili f chäme mitt seinem übrigen volgk; und also cham er im ze hilif unnd darnach vachten sie mitt dem Josep und vertriben in. Und also wardt der Miranschach wider eingesatzt in sein

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1 Von diesen beiden söhnen Timurs war Schah Roch der jüngere; Timurs ältester sohn, Dschihangir, war 1375 schon vor dem vater gestorben. 2 Die hauptprovinz seines reiches, Dschagatai, mit der hauptstadt Samarkand hinterließ Timur als erbteil seinem enkel, Pir Mohammed, der jedoch nicht der sohn Schah Rochs, sondern der des erwähnten Dschihangir war. 3 Kara Jusuf, emir der Tnrkmanen vom schwarzen hammel, war anfänglich in den gebirgen Armeniens ansässig; nach Timurs tod bemächtigte er sich Babyloniens und des westlichen teiles des persischen gebietes (Aserbeidschan).

chönigreich; und zwai landt die hetten sich an den J osep geschlagen und das ain was genant Churtten, das ander was das clain Armeny; und do zoch der Scharoch in die landt und gewan die landt und macht sie seinem pruder untertänig. Und dornach zoch er wider

a in sein landt und der Scharoch ließ seinem pruder Miranschach XX thausent man seines volgks im zu hilfl; und pey dem pleyb ich auch pei dem Miranschach.

24. (22.) [Miran-Schah wird von Jusuf besiegt und getötet]

[D]arnach über ein jare, als der Miranschach wider wardt ein10 gesetzt, do cham der obgenant Josep mitt ainem grossen zeug in des Miranschachs land. Und do er das vernam, do zog er im entgegen wol mitt hundert thausent mann und chamen auif ainer grossen eben zusamen und die ist genandt Charabach und da vachten sie zwen tag mitt ainander; und do lag der Miranschach unter 1a und wardt gefangen und zu handt hyeß in der Josep köpfen. Es ist auch zu inercken ein ursach, warumb der J osep den Miranschach tötet; es hett der J osep ein pruder, der was genant Miseri ‘ und der tötat dem Miranschach ein pruder, der was genant Zihanger’; und darnach kam es zu einem krieg, das der Miranschach den Miseri, 20 des J osep bruder, in gevancknuß pracht unnd tötet in in der gevancknuß; und dorumb wardt der Miranschach auch getötet von dem J osep. Und do der Miranschach köppft wardt, darnach hyeß der J osep des Miranschachs haupt auif ein reyßspyeß stecken und füratz für die hauptstadt die genant ist Thawres nach dem chönig2!» reich und zaigt es der stat, der wortten, das sie sich dester peller ergeben; und do die stat sach, das ir herre tot was, do ergab sie sich. Und also nam der J osep die hauptstadt ein unnd das gantz

chönigreich und was darzu gehörett.

*

1 Kara Jusuf hatte einen älteren bruder, Miszr (Khodscha), von dem nur bekannt ist, daß er von Timur gefangen genommen und nach Samarkand geschickt wurde, während über die art seines todes nichts verlautet. 2 Da Dschihangir eines natürlichen todes starb, so vermutet Bruun, daß Miszr (Khodscha) vielleicht den tod von Omar Scheikh, eines andern bruders von Miran-Schah, veranlasst habe, der während

des syrischen feldzugs in Kurdistan durch einen pfeilschuß von unbekannter hand ums leben kam (1394).

25. (23.) [J usuf überwindet den ilkhan von Bagdad und tötet ihn, 1410 bis 1411.]

[D]arnach als der J osep das chönigreich einnam, do pot im der chönig von Babiloni zu, das er im das chönigreich einantwort wann 6 es zu seinem chönigreich gehörett und sein stul darinn wär. Und es wer nicht pillich, das er das chönigreich inn hett, wann er nicht geadelt darzu wer, wann er nur ein schlechter landßherre were; und do das der Josep vernam, do pot er im hin wider, wie er doch ein hauptman dorinn müst haben, so pet er in, das er im das 10 gunnat und ließ in hauptman sein, so wolt er die müntz in seinem namen schlagen und alles, das im zugehörett, das wolt er im geben. Unnd des wolt der chönig nicht thun, wann er hett einen sun, dem wolt er das chönigreich geben. Und dornach cham der chönig von Babilon mitt L thausendt mann zogen auif den J osep; und do der 1a J osep sein gewar wardt, do zog er im entgegen mitt LX thausent man und chamen auif ainer hayd zusamen, die ist genandt Achchum und do vachten sie mittainander; do lag der chönig unter und gab die flucht in ein stat, die pey der hayd ligt; do zog der J osep im hinten nach und ving in in ainem hauß und schlug im 20 den kopif ab und besaß dornach das chönigreich wider.

26. (24.) [Schiltberger kommt zu Miran-Schahs sohn Abubekr. Dessen große körperstärke]

[D]a des Themurlins sun, der genant was Miranschach des streyts unterlag und köpift wardt von dem Josep, als es vor ge25 schrieben stet, dornach cham ich zu seinem sun, der genant was Abubarckir und do war ich vier jar pei. Und dornach als der chönig

von Babilon auch töt ward von dem J osep, wie oben geschriben ßk

1 Der ilchan Achmed Ben Oweis, der nach verschiedenen wechselfällen des schicksals sich wider in den besitz von Bagdad gesetzt hatte, wollte Kara Jusuf aus Aserbeidschan vertreiben, erlitt aber in der nähe von Tabris eine niederlage; er wurde auf der flucht gefangen genommen, worauf ihn Kara Jusuf auf verlangen seiner emire hinrichten ließ (Weil V, s. 141). 2 Der ort der entscheidungsschlacht zwischen Achmed und Kara J usuf welcher in den andern quellen mit keinem eigenen namen bezeichnet wird, lag zwei meilen von Tabris entfernt (Deguignes IV).

stet, da nam der Abubarkir ein landt ein, das ist genant Erei und das gehörett zu dem chönigreich zu Babiloni. Es hett auch der Abubarkir ein pruder, der was genant Mansur und der hett ein landt inn, das ist genant Erban; und d.o schicket er zu im, das a er zu im chäm; und das wolt der Mansur nicht thun; also zog er anif in und ving in und hett in ein weyl in gevancknuß, dornach hyeß er in würgen und dornach nam er sein landt ein. Es ist auch ze mercken, das der Abubarkir also starck was das er mitt ainem pogen als diehaiden füren durch ein wagensun 10 schoß, das das eysen an dem pfeyl durch den wagensun ging und [der schaift] dorinn steckett. Und den wagensun mitt dem pfeyl darinn hieng man für ein tor zu ainem wunder in des Themurlins haupstat, die ist genant Samerchandt. Und do das chönig soldan höret, das er als starck was, do schickt er im ein schwert, das war 16 XII pfunt swäre und das schatzt man umb thusent gulden. Und do man im das swert pracht, da hieß er im ein ochsen pringen pei dreyen jaren und da wolt er das schwert an versuchen; und da, man im den ochsen pracht, do schlug er in mitten von ainander in ainem streych; und das thett er, die weil der Themurlin lebet.

20 27. (25.) [Sehiltberger zieht im gefolge eines tatarischen thronbewerbers in das reich Kiptschak]

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wann man im das chönigreich wolt einantwortten. Also pat er den a5 Abubackir, das er im erlaubt zu ziehen in Tartaria; und des wart er gewert. Also zoch er in Thartaria mitt VI hundert pferden; do cham ich selb V zu im und zugen mitt im in die grossen Thartaria.

Ir solt auch wissen, durch welche lant er zoch.
Am ersten zoch er durch ein landt, das ist genandt Strava

so und in dem land wachsen seyden '. *

1 Hammer hatte in der ausgabe von Penzel die lesart Kray vor sich, bringt aber die richtige emendation Irak. 2 Obwohl sich dieser name unter den söhnen Miran-Schahs nicht findet, ist die möglichkeit nicht ausgeschlossen, das einer derselben ihn als beinamen führte (Hammer). 3 Strava ist nach einigen das alte Hyrkanien, nach andern nur ein teil davon, der auch als Caspiana bezeichnet wird. (Baudrand s. 662.) Die daher bezogenen seidenstoife nannte man nach dem lande »le sete stravagh. (Ramusio 73°.)

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