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\ weytt ist Sandt Jacobs grab; und auif dem selbigen veld lagen wir ze veld mitt einem jungen chönig ‘ wol mitt XXX thausent man, wann der Türcken chönig hett uns im gelihen. Es sein auch vil Cristen umb den Jordan und haben auch vil kirchen dopey.

a Es ist auch zu mercken, do man zalt vonn Christ gepurt zwelflhundert und achtzigk jare, do gewonnen die haiden das heyllig grab.

Ebron ligt von Jherusalem siben leg und ist auch die hauptstadt zu Philistin; zu Ebron sein patriarchengreber Adams, Ab

10 rahams, Ysaacks und Jacobs und auch ir weyber Eva, Sara, Rebecca und Lia "; und ist ein schöne kirchen [da] ‘ und der hüten die haiden gar wol und haben die kirchen in grossen eren von der heilgen vetter wegen, die do ligen; sie lassen auch chainen Christen noch chain Juden dorein, er hab dann urlab von chönig soldan ‘,

1a wann sie sprechen, wir sein nicht wirdig, das wir gen sollen an so heyllige stete. ‘ Vor der stadt Misser und haissentz die Christen Cair da ist

der gartten, do der balsam innen wechst; auch wächst er nyndert mer, dann doselbst‘ und inn India do wechst er auch. Chönig 20 soldan nimpt groß gut von dem balsam ein‘. In velschen auch die haiden vast mitt maneherlay das sie darein thun und die kauff

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namen der quellflüsse finden wir hingegen bei der Dordogne). In wirklichkeit entsteht der Jordan aus drei quellflüssen: Nahr-el-Hasbanß Banias und dem sog. kleinen Jordan. l Faradsch gelangte im alter' von dreizehn jahren zur herrschaft und‚ hatte sogleich nach seiner thronbesteigung den aufstand in Syrien zu bekämpfen. 2 Diese entfernung stimmt mit der bei Raumer (s. 201) angegebenen überein; zu pferd wird der weg von Jerusalem nach Hebron in 5/ stunden zurückgelegt. 3 Die patriarchengräber befinden sich in der höhle Machpela in Hebron; die von Adam und Eva sind jedoch nicht darunter. 4 Über den gräbern ist die große moschee Haram, eine ehemalige christliche basilika (Meyer). 5 Muslimischer fanatismus versagt jedem ungläubigen den zugang zur moschee. Die fremden werden bis an den eingang des innern hofraumes geführt; weiter vorzudringen, ist nur möglich auf grund eines speziellen fermans, wie er in neuerer zeit nur dem prinzen von Wales (1862), dem marquis von Bute (1866) und dem kronprinzen von Preußen (1869) erteilt wurde (Meyer). 6 Wenige kilometer nordöstlich von Kairo liegt ein dem khedive gehörender garten, welchen die Araber Ain Schema (sonnenauge) nennen; jahr

leutt und die apoteker, darumb, das sie vil doran wollen gewinnen; aber rechter balsam ist lautter und clar und ist gelvar und hatt ein starcken geschmack, ist er aber dick und rot, so ist er nicht gerecht; nempt ainen tropfen balsams in die handt und halt in

a gegen der sunnen, ist der balsam gerecht, so mugt ir der hitz von der sunnen nicht geleyden, wann euch dünkt, ir habt sie gar in ainer grossenn glut; nempt ein tropfen balsams an ain messer und halt das messer gegen ainem feur, print der balsam, so ist er gerecht; nempt ein silbere schalen oder ein silberen pecher vol gaiß

10 milch und rüert sie vast und thutt ein tropifen balsams dorein, ist er gutt, so gerint die milch zestund; und mitt dem bewärtt man den balsam.

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[M]itten inn dem paradeiß do ist ein prunnen, do entspringendt 1a vier wasser auß, die gendt durch mancherlei landt. Das erst haist Vison, das rintt durch India, in dem wasser vindt man vil edells gestains und golt. Das ander haist Nilus, das rint durch Morenlandt und durch Egipten. Das tritt haist Tigris, das rint durch Asia‘ und durch das groß Armenia. Das vierdt das haist 1c Enfrates, das rint durch Persia und durch das clain Armenia. Von den vier wassern han ich treu gesehen: das ein ist Nilus, das ander Tigris, das tritt Eufrates; und in den landen do die wasser durch rynnen, da pin ich gewesen manichs jar und han guts und args versucht, davon vil ze sagenn were.

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[I]n der grossen India pin ich nicht gewesen, do der pfeifer wechst, aber ich han es wol vernummen von den haidnischen landtfarern, die es gesehen haben, woe er wechst oder wie er wechst.

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hunderte lang glaubte man fälschlich , daß nur hier die balsamsträucher gedeihen könnten (Ebers). 1 Der sultan Bursbai untersagte den privatleuten den handel mit gewürzen; außerdem erwarb er alle aus Indien kommenden waaren auf eigene rechnung und ließ sie durch seine beamten für hohe summen verkaufen (Ebers). 2 Vielleicht ist Assyria zu lesen.

Ich han gehört, er wachß pei ainer stadt, die haisset Lambe unnd do wechst der pfeifer in ainem wald, ist wol XIIII tagweyd langk; inn dem selbigen wald sein zwoe stet und vil dörifer und die seind all christen und ist groß hitz, do der pfeifer wächst. Der

u pfeifer wechst auif paumen, die sein gleich wilden -weinreben, und der pfeifer ist schlehen gleich, die weyl er grün ist, und sie pinden in an stecken als die weinreben; und die paumen tragen sein gar vil und wann er zeittig ist, so ist er grün, so list man in ab sam die weinper und terren in an der sunnen als lang, piß er türr

10 würdt. Es wachsen treyerlay pfeifer, langer pfeifer, weysser und der schwartz, und der wechst mitt den pletern; darnach wechst weysser und der ist der pest und den behalten sie in iren landen und sein wechst nicht als vil als des anderen. Es seind auch vil [natern] da von der großen hitz wegen, die da ist; und etlich

1a sprechen, wann man den pfeifer will ablesen , so machen sie feur in den walt und vertreyben die schlangen, dorumb wer der pfeifer schwartz ; unnd das ist nicht, wann macht man feur dorein, so würden die paumen türr und trügen nicht mer. Wisset das sie ire hendt waschen von öppfel, die hayssendt limon, oder mitt an

20 derem krautt, das sie haben, so flicheii die schlangen von dem gesmach und also lesen sie den pfeifer an sorgen.

Inn dem selben land wachsen auch gut ingwer und vil ander gutter spetzerey und gewürtz.

46. (48.) [Alexandria Der wunderbare spiegel daselbst]

2;, [A]llexandria ist wol pey siben welschen meylen lanck und pey treyen prait und ist ein schöne stadt. Und das wasser Nilus rintt pey der stat in das mer und die stadt hatt anders chain wasser ze trincken, dann das selb wasser; sie haben es gelaitt in cisternen in die stadt. Es chompt grosse chauifmannschaflt auif dem mer

30 dahin auß wälschen landen von Venedig und von Genau; zu Allexandria haben die von Genau ir aigen chauifhauß und desgleichen die von Venedig haben ir besunder chauifhauß. Zu Allexandria ist gewonheitt, wann es vesperzeitt würdt, so müssen die Walchen alle in ir chauifheuser gen und dören dornach nymmer in der

35 stat umbgen, wann es ist verpoten bey leyb und pei gut; so chompt dann ein haiden und spert die chauifheuser zu und tregt die schlüssell mitt im haim piß morgens, so thut er wider auif ‘; und das thun sie darumb, das sie sorg haben, die Walchen gewinnen in die stadt an, wann sie ain stundt gewonnen wart von dem chönig zu Czipernß. An der porten zu Allexandria do ist ein schöner a hocher thuren und es ist nicht lange zeitt, das auif dem selbigen thuren ist ein spigell gewesen’ und do hat man in gesehen von Alexandria huntz gen Cipern auf dem mere , wann sie auß oder einfuren oder was sie theten , das sach man alles zu Allexandria in dem spigell, wann der chönig von Cipern krigett die selben 10 zeitt mitt Alexandria und chünt der stadt nichts angewinnen oder thun von des spigels wegen. Do cham ein prister zu dem chönig von Cipern und sprach, was er im geben wolt, so wolt er den spigell zuprechen; da verhyeß im der chönig, wer das er den spigell zeprüch, so wolt er im ein pistum geben in seinem land, 1a welchß er wolt. Also ging der priester zu dem, pabst zu Rom und nam von dem pabst urlaub und sprach, er wolt gen Alexandria und wolt den spiegell zeprechen und das mocht er nicht thun, er verlaugnat dann cristenlichs glauben; da erlaubt im der pabst, das er verlauget mitt den wortten und nicht mitt dem hertzen; 20 unnd das thett der priester von der cristenhait wegen, wann die

Cristen grossen schaden namen auif dem mer von den haiden. Also

hub sich der prister von Rom unnd cham gen Allexandria und becherat sich in der haiden glauben und lernat ir geschriift und wardt ein haidnischer priester und wardt ir prediger und lernat 25 und predigt in haidnischen glauben wider cristelichen glauben und sie hetten in inn grossen eren und wirden, darumb das er ein christen priester was gewesen und glaubten und getrautten im gar wol unnd sprachen gen im, welchen tempell er wolt inn der stadt,

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l In den meisten städten des morgenlandes gab es okellen oder khane. Sie dienten zur bequemlichkeit der kaufleute, sowie zur sicherstellung ihrer waaren und bestanden aus einem hofe, der von gebauden umgebenwar, in derem unterm stockwerke sich gewölbte niederlagen befanden, während die oberen räume als wohnungen oder speicher benutzt wurden; das eingangsthor wurde des abends geschlossen (Ebers I, s. 331). 2 Es ist hier die in das jahr 1365 fallende einnahme Alexandrias durch Peter von Lusignan, könig von Cypern, gemeint, wobei dieser von den Genuesen, Venetianern und Rhodisern unter‘ stützt wurde (Bruun). 3 Dieser spiegel auf dem Pharos ist in ähnlicher weise bei Makrizi beschrieben (Bruun).

Schiltberger 6

den wolten sie im geben sein lebtag. Es was auch ein tempell mitten in dem thuren, da der spigell auif was ‘ und denselben tempell begeret er von in sein lebtag und den gaben sie im unnd den schlüssel zu dem spigell, do was er IX jar aufl und dornach pot

61er dem chönig von Zipern auif ein zeitt, das er chäm mitt galein, so wolt er den spigell zuprechen, wann er hett in in seiner gewalt, unnd das er im ein galein schickt, wan er den spigel zuprüch, das er dann auif einer galein dorvon chäm. Also chamen vil galein eins morgens früe, do zeprach er den spigel und tett drey schleg

1° mitt ainem grossen hamer, ee das er in zuprach; und von dem clang des spigels erschrack das volgk inn der stadt und waren alle auif und luifen zu dem thuren und umbgaben den thuren, das der prister nyndert dorvon mocht; da sprang er ab dem thuren durch ein venster in das mer und viel sich ze tot. Nicht lang dornach do

15 cham der chönig von Cipern mit grosser macht auif dem mer und gewan Alexandriam die stadt und hett sie drey tag inn; dornach zog chönig soldan auif in, da mocht er nymmer pleyben; da prennat er die stat auß und ving das volgk und füratz mit im hin mit leyb und gut und weyb und chindenn.

20 47. (44.) [Der riese Allankassar und sein Schienbein]

[E]s ist gewesen ein reck, hatt geheyssen in haydnischer sprach Allankassar’ und der ist gar ein langer und grosser man gewesen und ist gewesen inn Egiptenlandt in der stat zu Missir und die Cristen hayssentz Kair und ist chönig soldans hauptstadt und da

26 hatt der reck in der stat XII thausent pachöifen ein mal ain stund” im tag ain pürd holtz pracht, das die XII thausent öfen haben holtz genug gehabt ze prennen; und ein iglicher peck hatt im von seinem ofen ein prot geben ze lonn. und also hatt er ein tag XII thausent prot gaß. Und desselben obgenanten recken ist ein schin

30 pein in Arabia in einem pirg zwischen zwaier perg und do ist gar ein tyeifs tal und das tal ist ein eyttel velß ; und in dem tal riutt ein. wasser und das wasser rintt alß dieif in dem tal, das man es

=|= 1 Nach Abd-Allatif befand sich oben auf dem Pharos eine moschee (Bruun). 2 Bruun hatte hier die lesart Allenkleisser vor sich und

hält sie für eine verderbnis aus Aliskander d. i. Alexander der" große, weshalb er in der hier erzählten legende eine der vielfach verbreiteten Alexandersagen vermutet. 3 Tautologische zusammenstellung.

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