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nicht gesehen mag, man hört es nur seusen; und in dem selben tal ist des obgenanten recken schinpein ains gelegt zu ainer prücken ; und wer dohin chömpt reyttend oder geend, der muß durch das schinpein außzihen; es ist aui f ainer straß do chauifleut hinchomen a und da durchzihen, wann es ist gar eng in dem selben pirg, ‘ das man chain weg anders mag gehaben, dann den selben weg; und das pain schätzen die haiden ein ferrsengch; ein ferrsengh ist als vil als ein gutter pogenschuß oder mer; und doselbst nympt man zol von den chauifleutten und von dem selben zol kauift man paumöl 10 und salben das pain damitt, das es nicht erfaul. Es -ist nicht lange zeitt, das ein soldan‘ hatt ein prücken lassen machen pey dem pain; doch ist es mer dann zwaihundert jar, das die prück gemacht ist worden, wann die jarzal steet geschrieben an der prücken; und die prücken hatt er darum gepaut, wann ein groß 1a volgk dar chompt als " einher, das man über die prücken zich und nicht durch das pain; aber wer durch wunders willen durch das pain will zihen, der mag es wol thun und von obentheur wegen,

das er davon müg gesagen; und das ist hie zu land ein unglaublich ding unnd ist sicher also.

20 48. (45.) [Die verschiedenen heidnischen religionen]

[D]ie haiden haben füniferlai glauben. Der erst glauben ist das ettlich glauben an in , der hatt gehaissen Ali‘ und ist ein grosser ächter der Christen gewesen.

Der ander glaub ist, das sie glauben an ain hatt gehayssen 2:» Molva“ und der ist ein haydnischer priester gewesen.

Der tritt glaub ist, das ettlich glauben als die heylligen drey *

1 Bruun verlegt die hier im text angeführte »mit baumöl bestrichene und deshalb von einem vermoderten riesenknochen nicht leicht zu unterscheidende (alte) brücke« in die nähe der beiden ehemaligen festungen Kerak und Schaubek in der sog. Araba, südlich vom roten meer. Mit mehr berechtigung werden wir wohl an eine natürliche felsenbrücke denken dürfen, welche durch ein naturspiel die form eines menschlichen beines darbot. 2 Mit aufbietung vielen scharfsinnes kommt hier Bruun zu dem ergehnis, daß der ägyptische sultan Alkamil, der neife Saladins, der erbauer der neuen brücke war. 3 bisweilen (P). 4 Die Schiiten, welche den vierten khalifen Ali für den rechtmäßigen

nachfolger des propheten, erklären. 5 Der molla Hassan, stifter der Assassinensekte (Bruun).

chönig glaubten ee das sie recht worden verchert durch die predig der zwelfipoten ‘. Der vierd glaub ist, das etlich glauben an das feur’, das ist in solcher maynung do Adams sun genant Abell sein opfer pracht 6 dem‘ almächtigen Gott da nummen die flammen des feurs das opfer und darumb glauben sie an das feur. Der fünift glaub ist, das der mainst tail der haiden glauben an ainen hatt gehaissen Machmet und von dem glauben will ich ein wenig sagen, als es hernach geschrieben stet.

10 49. (46.) [Mohammed und seine Wirksamkeit als prophet.]

[D]es Machmett vatter und mutter ist ein arms völckel gewesen und ist pürtig gewesen auß Arabia nnd do er XIII jar alt was do ging er auß von vater und muter in das elend und cham zu chauifleuten und die wolten zihen in Egiptenlant und do pat

15 er sie, das sie in mitt in liessen; unnd do namen sie in auif zu ainem knecht und must in der kamel und der roß hüten. Es ist auch ze mercken, als ich gehört han von den haiden woe der Machmet stund oder ging, so stund allweg ein schwartz wolcken ob im und do die chauifleut chamen inEgiptennlandt so, do schlugen sie

m sich nyder pey ainem dorif und dieselben zeitt was Egipten alles christen und in dem dorif was ein pfarrer und der ging zu den chauifleiten und lued sie ze hauß, das sie mitt im äsen; und do die chauifleut zu dem tisch gingen, da must der Machmet die weyl bey den camelen unnd pey den rössern pleyben und do sie alle in

2a des pfarrers hauß chamen, da fragt der pfarrer,- ob sie alle do wären, do sprachen sie, [sie] weren alle do, dann ein hnab wer pey den camelen und pey den rössern; also lugt der pfarrer hinauß, do sach er ein schwartz wolcken steen ob den camelen, do der Machmet was. Es hätt der priester gelesen in ainer prophezei, das so ainer solt geboren werden von zwaierlai geschlecht und der solt ein glauben auifpringen wider cristlichen glauben und zu ainem zaichen, woe der mensch ging oder stün, so solt ein schwartz wolcken ob im steen; und do er die schwartzen wolcken sach, do erchandt er wol nach der prophecei, das der Machmet der mensch

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1 Unter dieser religion ist wahrscheinlich, wie oben s. 40, der Buddhismus zu verstehen. 2 Der Parsismus, die lehre Zoroasters (Neumann).

wär, der den glauben solt auifpringen, und do pat der pfarrer die chauifleutt, das sie den chnaben zu im präehten; und do prachten die chauifleutt den Machmet zu dem pfarrer; und do fragt der priester den Machmet wie er hyeß; und do sagt er im sein nam ; 5 und das fragt er in dorumb, wann er auch gelesen hett, wie er solt Machmet gehaissen werden und solt ein mächtiger herre werden und solt auch die eristenhaitt vast beschweren; und sein glaub solt nicht zu thausent jaren chomen und dornach solt er wider abnemen; und da der pfarrer vernam, das er Machmet hyeß und die 10 schwartzen wolcken 0b im sag steen, do west er wol, das der knab der mensch was, der den glauben solt auifpringen, und nam den Machmet unnd satzt in über die chautfleut an den tisch und erpot im grosse ere; und do sie asen do fragt der priester die chauifleut, ob sie nicht westen, wer er wär; [sie sprachen: „Nein; nun er 1a was zu uns kumen und hat uns gepetten, das wir in mit uns in Egipten faren liessen.] Und also hub der priester auff und sagt in, wie er gelesen het in ainer prophecei von dem knaben, wie er ain glauben aufl solt pringen und durch den glauben solten die Christen vast getrückt werden; und do fragten sie den priester wie zo ers west, das der knab ein glauben solt auifpringen; do sagt er in, wie ers gelesen het, und zu ainem zaichen solt alweg ein schwartz wolcken ob im steen; und do zaigt er in die wolcken, die ob dem Machmet stund, und auch woe der Machmet hinging, do ging die wolcken 0b im. Und dornach sprach der priester zu dem 2a Machmet: Du würdst ein grosser lerär und würdst ein besundren glauben setzen unter den haiden und würdst die Christen vast

trücken und krencken mitt deinem gewalt und dein geschlächt‘

würdt grossen gewalt gewinnen; nun pitt ich dich, das du mein geschlächt, das sein die Armeny, mitt frid haltest.“ Und das ver

ao hyeß im der Machmet; und do zugen die chauifleut und der Machmet mit in gen Babilon. ‘

Unnd der Machmet wardt ain grosser maister in haidnischer geschriift und dornach predigt er den haiden vor, sie selten glauben an Got, der himel und erden beschaifen hett, und

aa solten nicht glauben an die abtgötter, wann sie sein mensches geschöph unnd sie haben oren und gehören nicht, augen und gesehen nicht, mundt und reden nicht und haben fiiß und gen nicht und mochten in nitt helffen weder an leyb noch an sele; und

becherat den chönig zu Babilon und vil volcks domitt und dornach nam in der chönig zu im und gab im vollen gewalt über das landt und dornach richat er das gantz chönigreich; und do der chönig starb, da nam der Machmet die chönigin und wardt gewal

5 tiger calpha und das ist als vil als ain chönig. Unnd der Machamet hett vier man pey im, die waren wol gelert inn haydnischer geschrifit; und den vier mannen entpfalh er iglichem ain ampt; dem ersten entpfal er das geistlich gericht und der was genant Omar; dem anderen entpfalh er das weltlich gericht und der was 1 c genandt Ottman; dem tritten entpfalch er die wag und die hantwercher, das ydlicher ‘sein hantwerch getreulich vorprächt unnd der hyeß Abubäck; dem vierden entpfalh er das schwert und macht in hauptman über sein volgk, und der was genandt Aly und den schicket er in Arabia und wer sich nicht vercheren wolt, den 15 pracht er mit dem schwert darzu; und man list auch in dem haidnischen puch, das genandt ist Alkaron, das er auif ein tag neuntzig thausendt man erschlagen hattinArabia von Machametz glauben wegen.

50. [Religionsvorschriften des Islam.]

[D]er Machmet hatt den heyden gepoten und auifgesatzt zu

20 ainem gesetz: Am ersten wann ein ‘thegenchindt geporen wirdt, so müssen sie es besneyden als dann die Juden ir chindt beschneyden auch; die heyden beschneyden sie auch, wenn es XIII jar alt wirt. Auch hatt er in fünif tagzeitt gesetzt, die sie täglich sollen vorpringen; die ersten tagzeitt müssen sie verpringen, wenn der 25 tag herget; das ander zu mittem tag; das tritt ums vesperzeitt; das fierd so die sunn untergeet; das fünflt wann sich tag und nacht scheydt ‘ ; mitt den vier tagzeiten loben sie Gott, der himel und erden beschaifen hatt und mitt der füniften tagzeitt piten sie den Machmet, das er ir pot sey gen Gott; und zu ydlicher tagzeitt so müssen sie in den tempell gen. Sie müssen am ersten den munt und die augen waschen, ee das sie in den tempell gen; und wann ainer mitt seinem leyb sündt, so tar er nicht in den tempell gen

piß er sich überal an dem leyb wescht; und das thun sie in ainer * 1 Das erste gebet bei tagesanbruch heißt subh, das am mittag

duhr, das am nachmittag, etwa l‘/ stunden vor sonnenuntergang, asr, das bei sonnenuntergang maghrib und das letzte, welches eine stunde nach sonnenuntergang verrichtet wird, ascha (Bädeker, Ägypten s. 162).

solchen maynung, sam wir uns peichten, wann der haiden maynt wann er sich wasch, so sey er als reyn als ein Chriä, der sich, mit andacht und mitt rechter reu peicht ainem priester ; und wann sie in den tempel gen, so zihen sie vor dem tempel die schuh ab a und gen parvus in den tempel; auch thüren sie chain waifen noch chain schneydens dingk mitt in inn den tempel nicht tragen; und die weyl sie inn dem tempel sein, so lassen sie chain frauen hinein. Wann sie in den tempel chomen, so steen sie nach ainander und legen die hendt für sich und naigen sich und küssen die erden; 10 so sitzt ir priester vor in auif ainem stul und hebt in dann das pet an , so sprechen si yms nach; es ist auch ze mercken, das chainer mit dem andern nicht redt in dem tempel noch chainer den andern anlugt, huntz sie ir pet vorpringen; sie setzen auch chain fuß für den andern nicht, sie setzens neben ainander; sie lugen 1a auch nicht hin und her in dem tempel, noch gen nicht hin und her im tempel, sie sten still an ainer stadt "und haben die hendtt neben ainander und halten sich diemutiglichen, huntz sie ir pet vorpringen; und wann sie ir pet vorpringen, so grüst ainer den andern und geen auß dem tempel. Es ist 20 auch ze mercken, das sie chainerlay thier lassen in den tempel. Sie haben auch chain gemel noch chain pild in irem tempel, dann ir geschrifit und gewechß von plumen und rosen gemalt. Sie lassen auch mitt wissen chainen Christen in iren tempell. Es ist auch ze mercken, das chain haiden tar außwerifen oder husten noch ianyesen noch chainerlai solchs thun; und wann ir ainer ain solchß thut, so muß er auß dem tempel gen und muß sich rainigen und waschen, dartzu muß er vil red leydeu von den haiden; wann ainer husten will oder außwerfien oder nysen, der muß auß dem tempel gen und muß vor dem tempel vorpringen und muß sich 3° dann dornach waschen. Es ist auch zu mercken, das sie den freytag feyern als wir den suntag und wer nicht in den tempel get an dem freyttag, so

nympt man in und pint in auif ain laytter und tragen in inn der =|<

1 Nach beendigung des gebetes greifen die Moslemin ihren bart an und kehren sich rechts und links, um die beiden schreiber-engel, welche ihnen nach ihrer meinung zur seite stehen, zu begrüßen; der zur rechten schreibt die guten, der zur linken die bösen handlungen auf (Bädeker s. 96).

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