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Hester, die königin, kombt mit iren zweyen hcfjuuckfrawen, Mardocheus spricht:

O Hester, köngin, gott hat dich
Ietzt zu mir gführt wunderbarlich,

a Weyl ich zwen kämmerling hört sagen,
Sie wolten heint den köng erschlagen.
Nemlich Theres und auch Bigthan
Ein eyd zusamm geschworen han,

Den mord am könig zuverbringen.

10 Warn bald den könig vor den dingen ;
Solchs zu thun aber war mir schwer.
Ietzt geht der könig gleich daher.

Der könig kombt mit seim gesind und spricht:

Hester, köngin, in lieb vereint,

1a Dein angsicht gleich trawrig erscheint.
‘Was fehlt oder gebrichet dir?
Das solt du nit verhalten mir.

[A 4, 1, 24a] Hester, die königin, neigt sich mit iren junckfrawen und spricht:

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4 S gsend. 12 S Solchs sv thun aber war mir schwer. AK Sollichs sv thun du vor mir schwer. 17 S verhelen. 25 S e das es.

32 S So las mit rueten sie ausschlahen Vnd nachmals an den galgen haben. a: 15 S gepewt. 19 S pis an Mardoohem, dem therwart thuet im kain Er.

Der hofmeister geht ab. Der narr spricht:

Herrlein, schaw umb, bey meiner ehr,

Du findest der bößwicht wol mehr,

So deinem reich und leyb nachstellen.

a Hüt dich vor den, die schmeychlen wöllen,

Die mayn es von hertzen nit gut.

Schaw, schaw, dort man her hawen thut
Dise zwen mördische bößwichtl

Haw zu, haw zu, und fehl ir nicht!

Der hencker hawt die zwen kämmerling mit ruten rein und wider nauß. Der könig spricht:

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Hammon, du durchleuchtiger fürst,
Mardocheus, ein jüd, gedürst,
[K 4, 1, 49] Der bewget sein knye nit vor dir.
Das ist auif glauben wißlich mir,
2a Wie ich in selb darumb anredt,
Das er doch alls verachten thet.

Hammon, der fürst, spricht:

Ey bin ich im allein nit gut?

Ich wil im legen sein hochmut, so Disem frembdling auß Babylon,

Dem stoltzen eygensinning mon.

Doch sol er sterben nit allein,

Sonder all jüden in gemein,

So mein volck, die Amalekiter, sa Vor haben außgerewttet bitter.

Hammon geht wider hin und her, doch von Mardocheo unverehrt, . und er speyt auß. Der narr spricht:

Schaw ainr dem stoltzen lecker zu!
Wie lest der hochmut im kein rhw!

a So in nicht ehrt der alte mann,
Fieng er geren ein hader an.

Der könig gehet ein, Hammon neygt sich vor im und spricht:

Her könig, es sind etlich leut
In deinem gantzen reich zerstrewt,
10 Die haben ein besondern gott,
Halten nicht dein gsetz noch gebott,
Sonder haben ir eygen gsetz,
Sind gar eins andern sinns zu letz.
[A 4, 1, 24a] Daug nicht, daß man sie laß beleiben. ’
1a Gefellt es dir, so laß man schreiben,
Dafi mans all erwürg aut? ein tag.
Nit leichter mans außreutten mag,
Eh daß sie dir ein auflrhur machen.
Räth dein mayestat zu den sachen,
so So wil ich in dein schatz darneben
Dir zehen centner silbers geben.

Der könig geyt Hammon ein betschierring und spricht:

Hammon, seh, hab dir mein betschier,
Dis volck gib ich zu eygen dir;

2a Auch sey das silbr in deiner hend,
A11 ding nach deim willen vollend.

Der narr spricht:

O herrlein, wie bist du ein kind!
Der neyd hat den gemachet blind,

so Darumb wil er ein lerman machen.
Du schawst wol baß zu deinen sachen
Und glaubst nit iedem heuchler, was
Er dir zu-bließ, erfährst dich baß.

Weyst nit, man sagt vor alten zeitten, . >|= 3 S einr. AK mir. 6 S geren. AK gerne. S hader. AK lermenS hader. 13 S sinne. AK sinn. 24 S Dis. AK Das. 25 S silbr. AK silber. S deiner. AK deinr.

Ein jeher mann sol esel reitten.

Hammon gibt dem kämmerling brief und spricht:

Geh, schaft‘ betten in alle grentz
Zuverkünden disen sententz
a In hundert siebn und zweyntzig länder,

Daß darinn fürsten und hauptmänder

Gleich an dem dreyzehenden tag

Diß monats Adar zu todt schlag

Alle jüden, kind, weib und mann,

10 Weyl sie besonder gsetze han,

Ein bsondern gelauben und gott,

Verachten deß königs gebott.

Durch die möcht kommen ein auifrhur, [A 4, 1, 24a] Mancherley unraths und unfuhr.

- [K 4, 1, 50] Solches alles zu unterstahn,

Auch sol man ein brief schlagen an

Im schloß Susan mits königs sigil,

Alda auch sind der jüden vil,

Daß mans auch auif gemelten tag 20 Beyde mit weib und kind erschlag.

Nicht baß man ir abkommen mag.

Der kämmerling schlecht ein mandat an die thür, und gehn alle ab.

Actus 4.

llardocheus gehet allein ein, sihet das mandat, list das und spricht:

2a O weh, weh, Juda angst und klag!
Sol denn sterben auif einen tag
Das gantze jüdische geschlecht
Ohn alle schuld und wider recht?
Durch den stoltzen fürsten Hammon
so Auß neyd und haß auif uns gethon,
Weyl ich kein reverentz im thu,
Welche nur gott gehöret zu?
Ich habs auß keinem hochmuth than.

s 1 S sol. -AK solt. 8 S Adar. AK Ader. 17 S sigil. AK sigel. 18 S Alda auch eint der jueden vil. AK Da sind auch vil der jliden rigel.

O gott, nemb dich deins volckes an,
Errett uns auß der heyden hand,
Weyl du bist der einig heyland.
Hast auß Egypten uns erledigt,

a Hilif, daß wir bleiben unbeschedigt
Von den heyden, du köng allmechtig,
Sey deinr verheyssung ingedechtig,
Die du deim volck thest, du heyland,
Wir verlassen uns auif dein hand.

Mardocheus zerreist sein kleyd, und geht weynent ab. [A 4, 1,25m] Hester, die köngin, gehet ein mit iren hofjunckfrawen, die eine spricht:

Gnedige fraw, ir sollet wissen,
Mardocheus der hat zu-rissen

1a Sein klayd, und hat auif seinem nack
In klag angethan einen sack
Und hat aschen auif seinem haupt
Und waynet sehr, mir sicher glaubt!

Hester spricht trawrig zu dem kemmerling:

20 Hatach, zu Mardocheo geh,
Erforsch sein hertzlich layd und weh:
Warumb er antrag das klagkleyd.
Der ding mich widerumb bescheyd.

Hatach, der kämmerling, geht ab. Der narr spricht:

2a Ir machet heut gar vil kramantzen;
Ich wolt gern mit den zenen tantzen,
So wil der koch nicht richten an.
Ich wolt, er solt sanct Urban han!

Der kbimmerling kombt wider und spricht:

30 O Hester, Mardocheus sagt,

Wie Hammon hab sehr hart verklagt
Das gantze jüdische geschlecht,

Sey inn deß königs höchster echt:
Die sollen noch in kurtzen tagen

=|=

33 S höchsten.

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