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Sein brüder sind wir sündig leut,

Der uns vor alles guts hat thon,

An leib und seel erhalten schon,

Uns gespeist mit seim heiling wort;
Weyl wir das nun an keinem ort
Recht annamen mit danckbarkeit,
Derhalb gott schrecket mit der zeit,
Uns trohet mit deß fluchs gefencknuß,
Mit ewing tod, der helle zwencknuß,
Biß Jacob auß deß gwissens not
Heyst, daß wir uns bekehrn zu gott;
Dann fall wir demütig zu fuß,

Mit hertzenlicher rhew und buß
Auffstehn und alle sünde hassen,

Und durch ein rechten glauben fassen
Christum, den geystling Ben-Jamin
Und in im hertzen bringen hin

Zeitlich zu dem himlischen vatter,

Der menschlinggschlecht ist ein wolthater,
Welcher schawt seinen sone an,
Welcher für uns hat gnug gethan:

Am creutz vergoß unschuldig blut;

Der macht den vatter wol gemuth,

Der im son hat sein wolgefallen

Und uns begnadet in dem allen,

Wil uns der schuld nit mehr gedencken
Und nimbt in gnad auif unser schencken,
So deut das andechtig gebet,

Das auß recht glaubing hertzen geht;
Und lest ab seinen grimmen zorn,
Weyl Christus ist der mitler worn
Zwischen dem menscheu und auch gott,
Der für uns tritt in aller not,

Durch den uns gott denn thut begnaden,
Thut uns mit im zu tische laden

Hie durch die heyling sacrament Und sein wort, und nach dem ellend Wird er uns ein ewiges leben An seinem tisch zu niessen geben, {A 4,1, 37a] Da ewige frewd uns auifwachß Mit allen engeln, wünscht Hans Sachs.

Anno salutis M. D. LXII., am 21 tag May.

Ein figur: Der segen Jacobs.

Das acht und viertzigst Genesis Sagt uns nach leng war und gewiß: Nach dem der patriarch, genannt a Jacob, war in Egypten-land, Gosen gewohnet hett fürwar Wol siebenzehen gantzer jar, Und sein gantz alter außgesundert War siebn und viertzig jar und hundert, 1c Als er so alt an jaren was, Wurd entlich kranck und schwach. Als das Man Joseph, seim son, saget an, Da thet er zu seim vatter gahn Und namb mit ihm seine zwen söhn, 1a Ephraim und Manasse schön. Jacob ward das gezeyget an; Deß ward erfrewt der alte mann, Und gar bald in seim betth auifsaß, Sich starck und gar keck machen was; 2c Doch warn dunckel sein augen gar, Daß er nicht mehr wol sehen war. Als Joseph ward zu im eingehn Und mit bracht seine sön all zwen, Fragt Jacob, wer denn dise sein; 2a Sprach er: er sind die söne mein, [A 4, 1, 38b] Die mir gott allhie hat gegeben. *

1 Im 15 [verlernen] spruchbuche, bl. 204: 130 Der segen Jacob. Vgl. den meistergesang im abgespiczten Cunrat von Wunburg ,Der scgen vber Josephs zwen slin‘: Nach dem ysrahel lag dct kranck, 1548, 8 Juni (zehntes meistergesangbuch, bl. 182). 9 11' sibn. A sieben. 23 K seine. A sein.

Hans Sache. XV. 11

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Darauif antwort im Jacob eben:

So führ sie her neher zu mir,

Aun" daß ich sie auch segne dir.

Als ers nun führt zum betth hinan,
Da küsset sie der alte mann

Und hertzet die knaben freundlich
Und sprach: Nun hab gesehen ich
Dein angsicht, und gott hat" dermassen
Mich auch dein samen sehen lassen.
Joseph nambs widr von seiner schoß
Und neygt sich zu der erden bloß,
Thet Ephraim, sein jüngern sun,

Zu der lincken hand stellen nun
Und Manasse, den eltern, er

Stellt zu der rechten hande her

Dem vatter, da ers segnen wolt,
Vermeynt, ‚der rechte segen solt
Geben werden dem erstgeboren

Wie vorhin war gehalten woren

In dem israelischen land.

Jacob streckt auß sein rechte hand
Und legt die autf deß jüngsten haupt,
Darnach sein lincke hand, gelaubt!
Leget er auif den erstgeboren.
Joseph meynt, er wer verirrt woren,
Sprach: Vatter, leg dein rechte hand
Aui f das haupt Manasse genandt,
Weyl er der erstgeboren ist.

Jacob sprach: Ich habs wol gewist;
Dein erster son, der sol auif erden
Auch wol zu einem volcke werden,
Aber der jüngste sone dein

Der wird auif erd vil grösser sein,
Und wird außgehn, von seinem samen

Ein gar sehr grosses volck mit namen.

Also segnet sie Jacob beyd,

Iedoch mit grossem unterscheyd,
Setzt den jungen dem ersten für,
Daß er behielt deß segens chür,

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Comparatio.

Dise figur zu declarirn

Und einfeltig zu exponirn:

Jacob gott den vatter bedeut,

Werdn auch zu-bracht zweyerley leut,
Die er sol segnen an dem end,

Das sind seine zwey testament:

Das erst durch Mose das gesetz,
Welliches ist der sünden netz,

Darinn all menschen werden gfangen
Und thun auch in dem fluch behangen;
Wann kein mensch kan oder vermag
Dem gsetz gnug thun all sein lebtag,
Daß er vor gotts gricht müg bestahn
Und sich mög verantworten than,
Weyl der mensch ist fleisch unde blut;
Das gsetz aber begeren thut .

Ein geystlichs hertz, ohn alls abwancken,
Willig mit wort, werck und gedancken,
Gott volkommen zu bangen an,

Das warhafft fleisch und blut nit kan;
Es ist durch eygne lieb verderbet,

Die es von Adams fahl ererbet;

Wo es schon thut die werck deß gsetz,
So hengt es doch daran zu letz

Sein gantz widerspenstige art,

Sucht lohn, nutz oder ein hoifart,
Oder thut es auß zwang und forcht,
Gottes gsetz unwillig gehorcht;
Derhalb das gsetz erreget zorn.
Wiewol es ist das erst-geborn

Gesetz, von gott dem herren geben,
Bringt es doch nit das ewig leben.

So bleiben wir nur unnütz knecht,

Mit bösem gwissen hart durchecht
Und keines- segens sind vergwist,
Allein unser zuchtmeister ist,

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