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Auif den legt gott sein rechte hand
Als auif den eynigen heyland,
An dem hat er ein wolgefallen,
Durch den geyt er sein segen allen

a Dem gantzen menschlichen geschlecht.
Wer den christen-glauben empfecht,
Vergibt er alle sünd und schuld
Und theylt mit uns sein lieb und huld
Auß lauter güte und genaden

1c Und hebt uns auß des gsetzes schaden,
Das uns im gwissen thet verderben,
Und setzet uns denn ein zum erben,
Zu gottes kinden durch sein segen
Umb sonst von seines sones wegen,

1a Der ist der gebenedeyt sam, .
Darvon uns aller segen kam.
Dem sey lob, ehr in ewigkeyt,
Daß sich auif gantzer erd außbreyt
Sein christlich geistlich regiment

20 Von ietzt biß an der weite end,

[K 4, 1, 79] Daß sein herrschaift sich teglich mehr
Mit preiß, danck, reverentz und ehr,
Hie und dort ewig grün und wachß
Durch sein christlich schar, wünscht Hans Sachs.

2a Anno salutis M.D.LXII„ am 12 tag Augusti. =|=

3 ? An. AK In. 23 ? grün. AK grun.

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‚ Mose schreibet Levitici

Am zwey und zweyntzigisten, wie
Der herre saget zu Mose:

a Steh auif! zum volck Israel geh!
Ihn am siebenden monat sag,
Daß an dem fünifzehenden tag
So ist das lauberhütten-fest,
Das euch der herr ansagen lest.

1c Das weret sieben tage lang:
Der erste tag in dem anfang
Der sol euch allen heylig sein,
Da komb zusamm die gantz gemein,
Darinn sol weder weib noch mann -

15 Gentzlichen kein dienstarbeit than,
Sonder ir solt dem herren her
Opifern herrliche brandopifer
Und auch speißopifer im anfang
Und die tranckopfler mit gesang;

20 Dergleich so opifert auch besunder
Freywillige opifer darunter
Eins ieden tags zu seiner zeit,
Und was ihr sonst verloben seit
Dem herren zu thun in gemein;

ea Der acht tag sol euch heilig sein!
Den ersten tag so hawt grün est
Von schönen bäumen, auif das best

Von palmen, weyden, allerleyen
a

1 Im 15 [verlernen] spruchbuche, bl. 89: 120 Die lauberhuetten. Vgl. den msistergesang im langen ton Vlrich Eyslin er »Dns vest der lauberhüetem: Hört wie der herr zw mose sprach, 1554, 11 Jll/nfi (14 meistergesangbuoh, bl. 109).

s

Und macht euch auß den grünen meyen
Schön grüne lauberhütten rein,
Darunter wohne die gemein

Mit weib und kinden, mayd und knecht,

[A 4, 1, 39b] Mit priestern und Leviten schlecht,

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Mit frembdling, witwn und waysen klein,
Mit den so solt ir frölich sein

Die sieben tag, das sol von gott
Euch sein ein ewiges gebott

Bey euch und all ewren nachkommen,
Wie ihr denn habt nach leng vernommen.
Im siebenden monat ich sag

Solt ihr feyren die sieben tag

Und in den lauberhütten wohnen,
Wer anheym ist, mit zuvermonen
Euch das gantze volck Israel,

Auif daß nit vergeß ewer seel,

Wie euch der herr vor diser zeit
Durch sein grosse allmechtigkeit

So gnedigklich hat gführet auß
Egypten-land, dem dienste-hauß,

Von harter arbeit und zwancksal,
Darinn ihr ward gfangen zumal

Wol vierhundert und dreyssig jar;

In das verheissen land fürwar,

Doch viertzig jar führt ich euch umb
In der wüsten gar manche krümb,
Da ihr denn must in hütten wohnen.
Derselben rayß euch zuvermonen

Ist auifgericht diß lauber-fest,

Das euch der herr gebieten lest.

Allegorie.

Diß lauber-fest das ist uns pur

Ein schöne liebliche figur,

Weyl menschlich gschlecht auch lange jar
In Egypten gefangen war,

Welches bedeut: gottes gesetz

In müh und arbeit stack zu letz,

Weyl das kein mensch erfüllen kundt;
Wann geistlich war deß gsetzes grund.

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Derhalb ob uns schwebt gottes zoren,
Daß wir in schwerer gfencknuß lagen,
Wurden ohn alle rhw genagen

Von unserem eygen gewissen,

Von dem ewigen todt gebissen

Den uns trohet das gsetz gantz klar,
Drinn lagn wir auif fiiniftausent jar,
Biß uns gott sein eynigen suhn
Schickt, den uns hat geberen thun
Die reine junckfraw Maria,

Derselb erfüllt das gsetz allda

Und namb all unser sünd auif sich,
Bezalt unser schuld willigklich,

Da er am creutz hieng nacket bloß,
Sein thewres blut für uns vergoß,
Daran er lidt ein schmehlichen todt,
Dardurch er uns versönt mit gott
Und führt uns auß dem fluch und zorn,
Ist also unser heyland worn,
Verkündt das evangelion;

Wer von hertzen gelaubt daron,

Der ist ledig deß gsetzes band

Und ein erb zu dem vatterland,

Das uns gott wird nach disem leben
Dort immer ewigklichen geben.

In mittler zeit so müß wir doch

In lauberhütten wohnen noch

In disem wüsten jammerthal
Anfechtung leiden, creutz, trübsal
Und einen rechten sabbath halten
Keiner sündlichen arbeit walten,

Uns gott selb zu eim opifer geben
Mit fleiß nach seinem willen leben,
Dem fleisch und blut nit hangen an,
Sein begierden stets widerstahn

Und gar nit setzen sinn und mut
Auif gwalt, ehr, reichthumb, glück und gut',
Sonder uns halten solcher maß,

Wieein wandrer, der auif der straß [A 4, 1, 396] In einer herberg ligt ohn gfehrt,

Darinn er nit zu bleiben gert,

Sonder darinn ein nachtrhw hat .

a Und" nimbt für gut, wie es ihm gaht.
Also sol auch ein christ hie than,
Sein aug nicht auif das irrdisch han
Das doch als ist schnöd und vergengklich,
Sonder nur auif das uberschwencklich

10 Himlische ewig vatterland,

Dahin wir mit hertz, .mund und hand
Sollen eylen, gericht und stracks
Ewig zu bleiben, wünscht Hans Sachs.

Anno salutis M. D. LXII, am 15 tag May.

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