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So daheim in irn heusern lagen,

Die ihr warten mit allem fleiß.

Auch ward geboten aller weiß

Den grossen handwercken deßgleichen,
Soltn nit haben beyn todten leichen
Grosse versamlung in den tagen; ,
Auch wurdn bestelt zu dem nauß tragen
Der todten leich etwan vil mann;
Auch wurd verboten zuvoran,

Daß die klaider und bethgewand,

So die todtn verliessen allsand,

Solten nit fayl verkauifet werden,

Die den gsunden raichen zu gferden;
Auch ordnet man der todten clag
Allein zu leuten am freytag.

Also hielt man ob dem mandat

Und ordnung, so da gab ein rath,
Welcher steiif hielt ob allem ding,
Dem grosser unkost drob aufligieng.
Der sterb nam zu von tag zu tagn,
Das oift eins tags hundert erlagn

Und mehr, die man begraben hat,
Vorauß im October-monat

Und November. Nach dem gewiß

Der sterb etwas gnedig nachließ ;
Wann man beschrieb die leich all tag,
Daß also in des sterbens plag

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1 A fehlt diese ilbersohrift.

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Darüber thut er keinen tritt,
Stirbt auch nicht eh, drumb ich nit wil
Fliehen; wenn gott wil ist mein zyl.

Der freund.

Er antwort: So mag ich nicht bleiben,
Mein zeyt in diser statt vertreiben,
Weil man die par tregt hin und wider
Ein gassen auif, die ander nider

Der krancken sessel ohn zal geht,
Drauif man tregt in das laßareth;

Auch höret man von groß und kleinen
Allein seuiftzen, klagen und weynen,
Das macht mir einen schew und grawen;
Dem unmut mag ich wol auif trawen
Entgehn an einem frembden orth,

Da man solchs weder sicht noch hört,
Da mir solch forcht nit geht zu hertzen.

Der tichter.

Ich sprach: Förchstu deß todes schmertzen,
Den du doch entlich must erleyden

Und von disem leben abscheyden,

Wenn kompt deins letzten endes zeit?
Darzu solt allzeit sein bereit,

Das wer dein nutz; wer sein end sehr
Bedenckt, der sündigt nimmermehr

Und gottes wort fleissig gehorcht.

Der freund.

Er sprach: Mein freund, ich hab groß forcht
An der gschwinden kranckheit zu sterben,
Daran man thut so schnell verderben,

Eh dann man sich recht schickt darzu.

Der tichter.

Ich sprach: Wolst lieber sterben du
An einer andern kranckheit plag,
Daran du legest jar und tag

Mit lang bitrem schmertzen und leiden,
Eh du entlichen ab thest scheiden?

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Die kranckheit macht doch bald ein end,
Wird in dreyen tagen vollend.

Der freund.

Er antwort mir: Ich fürcht mich heut
Hertzlich darvor, weyl so vil leut
Täglich daran dahin thun sterben

Samb die schlachtschaf hauifweiß verderben,
Derhalb sie dest schröcklicher ist.

Der tichter.

Ich sprach: Erst merck ich, daß du bist
Betrübt ob der kranckheit so fast.
Drumb daß du so vil gferten hast,

Die mit dir fahren auß dem leben,

Das solt besunder frewd dir geben,
Gern mit abscheiden, zu gott hoifen,
Dise zeit. steh der himel oifen,

Wenn du den handel bedechtst recht. ‚

Der freund.

Er sprach : Ja mich verdreust auch schlecht,
Daß man die todten thut nauß tragen
Mit wenig volck, oflit ehs thut tagen.
Darvor denn iedermann sich scheucht,
Sein eygen freundschaift darvov fleucht,
Als wers ein unvernüniftig viech.

Der tichter.

Ich sprach: Ich merck, es kützelt dich
Die hoifart und der zeitlich pracht,

Das sol beyn christen sein veracht.

So merck ich, du wolst brauchen eben
Dein pracht im todt gleich wie im leben.
O freund, das selb gar nicht sein sol,
Wenn nur die seel fehrt recht und wol
Mit gutem gwissen unbeschwert

Und der leyb graben wird int erd
Demütig gar on allen pracht.

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