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Das befrembd sie, lestern euch eben,

Die doch nicht bleiben ungestraift,
Sie müssen geben rechenschaift

Dem richter, welcher denn ist gott,

Wird richten lebendig und todt.

Das evangeli ausserkorn

Den todten ist verkündet worn,

Auif daß sie auch gerichtet werden
Dort nach den fleischlichen geberden,
Aber in dem geiste gott leben.

Es ist uns nahent kommen eben
Warhafltigklich aller ding end.

So seid nun hie in dem ellend
Messig und nüchtern zum gebet.

Für allen dingen habet stett

Ein brünstige lieb unter einander;
Die lieb deckt die sünd allesander.
Ohn alles murmeln seid gastfrey
Und einer wohn dem andern bey
Und dien seim nechsten mit der gab,
Die er von gott empfangen hab,

Als ein guter haußhaltr ohn schaden,
Der mancherley gottes-genaden.

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Kranckheit, armut, spot, schmach und schand
Und was uns gott für creutz her-send
Auß seiner vätterlichen hend

Als ein heylsame artzeney,

Die uns von gott gesendet sey,

Dardurch wir als gewapnet kempifen
Darmit der sünd wandel zu dempiien
Welche wohnet in fleisch und blut,

Die durch das creutz schwach werden thut
Und nimet ab von tag zu tag,

Weil auif ihm ligt deß creutzes plag

Und wird der geist sieghaift gestercket.
Zum andren wird hieraus gemercket,
Was nun forthin zu leben sey,

Sol wir alle sünd meyden frey,

[A 4, 1, 95a] Sonder sollen an allem ort

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Uns richten nach dem gottes-wort,
Gottselig leben allesander

Mit lieb verhafftet bey einander.
Einer dem andern dienen sol

Von hertzen brüderlich und wol

Mit allen unsern guten gaben,

So wir von gott empfangen haben,
Wann die liebe, die decket streng
Auif erden aller sünde meng,

Auif daß gott auch gelobet werd
Von allen menschen hie auif erd
Durch Jesum Christum, den heyland,
Durch den uns endtlich allensand
Wird nach disem zergenglich leben
Dort ein seliges ewigs geben,

Da ewig frewd uns auiferwachß
Nach seinem wort, das wünscht Hans Sachs.

Anno salutis M. D. LXIII., am 29 tag Octobris.

Epistel: Petri, der andern, das dritte capitcl.

In der andern epistel hell, l

Nach leng am dritten capitel,
So hat sanctus Petrus geschrieben
a Und spricht: Ich verman euch, ir lieben,
Schreib euch ietzt zu dem andren fort,
Daß ir gedencket an das wort,
[A 4,1, 95b] Das euch sageten die propheten.
Wir apostel auch folgen theten
10 Jesu Christo, unsrem heyland;
Derhalb wisset nun allesand,
Daß zu der letzten zeyt auif erden
Durch wollust spötter kommen werden,
Sagen auß fürwitz der vernunift:
1a Wo bleibet deß herren zukunflt,
Die er verhiesse durch sein wort,
Gericht zu halten an dem ort?
Wie unsre Väter sind entschlaifen,
Also steht noch die welt geschaifen,
so Geleich wie sie war von anfang,
So bleibt sie noch ohn untergang.
Doch wöllens mutwillig nicht wissen,
Daß die gantz welt ward eingerissen
In der sündfluß und gieng zu grundt
2a Durch gottes wort gar schwind und rund,

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l Im 16 spruchbuche, bl. 434’ bis 436 Von dem meistergesange im langen ton Caspar Singers, der höchst wahrscheinlich denselben inhult hat, kenne ich nur den anfang: »Im dritten capitek. Er ist vielleicht 1554 im November gedichtet und stand im 14 meistergesangbuch, bl. 265. 4 S geschr. AK beschr. 13 S Durch woluest. AK Wollustig. 21 S sie. AK es. 23 Seing. AK vmbg. 25 S schwind. AK gsohwind.

Die vor bestand durch gottes wort.
Also wird es gehn an dem ort:
Himmel und erden hoch und thewer
Werden behalten zu dem fewer
a Am letzten tag deß ghrichts mit namen

Den gottlosen zu dem verdammen.
Iedoch, ir lieben brüder mein,

Eins sol euch unverhalten sein,

[K 4, 1, 193] Daß vor dem herren ist fürwar
1c Ein tag eben wie tausendt jar
Und tausendt jar gleich wie ein tag.
Der herr verzeucht nicht sein zusag
Den tag, wie etlich spötter sagen,
Sonder der herr thut gedult tragen,
1a Auif das niemand verloren werd,

Sonder thu buß allhie auif erd.

Wann deß herrn tag wird kommen werden
Wie ein dieb bei der nacht auif erden,
Da als denn die himel zergehnt

2c Mit krachen, und die element Zerschmeltzen vor hitz ungehewer. Denn werden mit glastigem fewer [A 4, 1, 950] Die erd und alle ding darinnen Mit grossem praßelen verbrinnen. 2a So nun das alles wird zergehn,

Solt ir geschickt sein und verstehn,
Daß ir fürt ein gottseling wandel

In all ewrem leben und handel,

Daß ir wartet und eylt von ferren

so Zu der zukunift des tags deß herren,
In welchem der himel mit fewer
1 Vergehn wird also ungehewer,
Die element und auch die erden
In fewres-hitz verschmeltzet werden.
a5 Wir warten abr eins himels new

Und erd nach seinr verheissung trew,
In welcher wird gerechtigkeit
Ewigklich wohnen allezeyt.

Derhalb, ir lieben brüder mein,

3 S hoch vnd thewer. AK vngehewer. 18 S pey. AK in. Hans Sachs. XV. 27

Weil ir darauif solt warten sein,
Verwart euch zu den letzten stunden,
Daß ir werd unbeflecket funden
Und unstreiflichen in dem fried.

a Und mercket das zu eim beschied:
Die gedult des herren allzeyt
Achtet für ewer seligkeit,
Bleibt stehn in gottseliger buß!
Unser lieber bruder Paulus

10 Hat euch geschrieben vor der zeyt
Durch sein gegebene weißheyt
Von gott, die brieif habt ir beyhendig,
Der etlich sind schwer unverstendig,
Darinn die leichtfertigen irren,

1a Sie gleich wie ander schrifit verwirren
Ihn zu eygener verdamnuß.
Darumb setzt bestendigen fuß,
Daß ir nicht durch sie werd verfüret
Mit falscher lehr, die nicht gebüret!

20 Bleibt einfeltig, im wort geradt,
Und wachsset in gottes genad
Und in der erkentnuß Christi
Und nembt darinn zu ie und ie.

[A 4, 1, 95i] Des namen sey gebenedeyt
2a Von ietzund biß in ewigkeyt!

Der beschluß.

. Also Petrus den text beschleust,
Darinn er uns drey lehr außgeust.
Die erst vermant uns der weissag,

so Zukünfftig sein den jüngsten tag,
Den er anzeygt an manchem ort
Durch deß herren allmechtig wort,
Daß er gwiß noch zukünfftig sey.
Zum andern warnt er uns darbey,

so Vor den spötteren uns zu hüten,
Die mit ir spitzfündigkeit wüten

=|=

4 S vnstrefilichen in dem frid Vnd meroket das eim pesohied. AK vnstreflich vor dem abschied In gottes gnad bleiben zu fried. fl S herren elseyt. AK herrn allezeyt. 16 S eigener. AK ir eygnen.

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