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[A4,1,97ß] Epistel: J ohannis in der ersten das vierdte capitel.

Im vierdten in der ersten schrieb
Johannes klerlich von der lieb,

a Und spricht: Ir lieben allermeist,
Gelaubt nicht einem iden geist,
Sonder prüflet die geister gschwind,
Ob sie von gott außgangen sind;
Wann es sind vil falscher propheten

1c In die welt außgangen, so theten
Falsch leren, wie ich wil benennen.
Gottes geist solt ir daran kennen,
Wellicher geist bekennen thut,

Daß kommen sey in fleisch und blut

1a Jesus Christus, der ist von gott;

Wer laugnet, helt das für ein spot,
Der geist von gott nicht kommen ist,
Und ist der geist deß widerchrist,
Von dem ir habt gehört auif erd,

20 Daß er in die welt kommen werd,
Der ist schon da und treibt sein spot.
Aber ir, kindlein, seid von gott
Und habet jhene uberwunden;

Dann der in euch hie wohnet unden,
2a Ist grösser, denn der geist der welt,

*

1 Im 16 spruchbuche, bl. 441 bis 443 Vgl. den meistergesang im laiton Frewenlobe »die vnterschaid der geistert : In der ersten Am virden spricht Johannes, 1531, 27 April (drittes meistergcnngbuch, bl. 288’). 6 S Geleubet nit ainem idem. AK Gleubet nicht eim jeglichen.

Sie sind von der welt, wie gemelt.
Drumb sie von der welt reden wern,
Und die welt sie auch höret gern.

Wir sind von gott, und wer gott kennt,
Der hört uns geren an dem endt,

Wer nicht von gott ist, hört uns nicht.
Daran erkennen wir gericht

Den heiligen geist der warheyt

Und den geist deß irrthumbs der zeyt.

[A 4, 1, 97b] Ir lieben, last uns allesander

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Brüderlich lieben an einander,

Wann die liebe ist von gott worn,
Wer lieb hat, ist von gott geborn
Und erkennet gott in dem liecht;
Wer nicht lieb hat, der kennt gott nicht;
Wann gott ist die lieb. Darumb, wist!
Sein lieb an uns erschienen ist,

Daß gott sein eingebornen sun

Hat auif die welt her-senden thun,
Auif daß wir durch ihn sollen leben.
Darinnen steht die lieb auch eben:
Nicht daß wir gott geliebet han,
Sonder daß er uns liebt voran,

Und uns sein sone sendet her,

Zu versön unser sünde schwer.

Weil gott solch hohe lieb hat trieben,
Sol wir auch an einander lieben.
Niemand gott aber hat gesehen.

Laß wir die liebe zu uns nehen,

So bleibt gott in uns, und sein lieb
Ist völlig in uns durch geistes-trieb.
Daran erkenn wir, daß wir in

Gott bleibn und er in uns fürhin

Und von seim geist uns geben hat.
Wir habn gsehen und zeugen glat,
Daß der vatter sein son hat gsand
Der welte zu einem heyland.

Wer nun bekennet in der frist,

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24 S Sein anno.

AK seinen son.

vns her prehen.

29 S liebe zv vns neben.

AK lieb in

Daß Jesus gottes sone ist,
In demselben gott bleiben thut,
Und er in gott, dem höchsten gut.
[K 4,1, 197] Und wir haben glaubt und erkennt
a Die lieb, so er aui f uns hat gwendt.
Gott ist die lieb, wer bleibet in
Der lieb, der bleibt in gott fürhin,
Und gott in ihm dergleichen blieb.
Denn ist in uns völlig die lieb,
10 Auif daß wir habn ein freydigkeit
An dem tag deß gerichtes zeyt;

[A 4, 1, 970] Denn gleich wie gott ist obgemelt,
So sind wir auch in dieser welt.
Die forcht nicht in der liebe wohnet,

1a Wo die lieb völlig ist gebonet,
Da treibt sie auß all forcht‘ gemein,
Wann in der forcht ist allzeit pein,
Drumb wer noch hat der forchte trieb,
Der ist nicht völlig in der lieb.

2c Last uns gott lieben frü und spat,
Der uns erstlich geliebet hat.
So iemand spricht, er liebe gott
Und hasset sein bruder inn todt,
Derselbig ie ein lügner ist,

2a Denn wer sein bruder der frist
Nicht liebet, den er vor im sicht,
Derselb kan ie auch lieben nicht
Gott, den er doch nie hat gesehen.
Das gebot hab wir von ihm jehen,

so Wer gott liebet, den herren rein,
Der liebet auch den bruder sein.

Der beschluß.

In dem capitel schreibet er
Widr den irrthumb der Corinther,

a5 Die lehrten als die tollen thummen,
Christus wer in das fleisch nit kommen
Und wer auif erd nit mensch geborn

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10 habu. AK haben. 21 S der vns. gelicbet. AK Denn er vnl. gsliebt. 24 S ic ein lligncr. AK ein lügener. 34 S Widr. AK Wider.

Und unser aller heyland worn,
Daß er hin-nemb all unser sünd.
Nach dem uberflüssig verkünd
Johannes durch des geistes trieb
a Die groß uberschwenglichen lieb,
Die gott der herre zu uns hett,
Daß er sein son uns senden thet,
Den er für uns gab in den todt,
Derhalben wir auch billich gott
10 Lieb haben, das allerhöchst gut,
Mit reinem hertzen, sinn und muth,
Auch glauben in unsren heyland,
Christum, den uns gott hat gesandt,
[A 4, 1, 97a] Weliche durch deß geistes gaben
1a Ir wohnung alsdenn in uns haben,
Darmit reytzt er uns allesander
Auch lieb zu haben an einander
In rechter brüderlicher lieb
Durch deß heiligen geystes trieb,
20 Weil wir doch alle brüder sein
Durch den glauben geleybet ein
In die kindschaflt und gottes gnad
Durch widergeburt deß tauifes bad,
Darinn wir bleiben stett und vest
25 In lieb als himelische gest,
Biß uns mit Christo auflerwachß
Ewigs leben, wünscht uns Hans Sachs.

Anno salutis M. D. LXIII., am 4 tag Novembris.

=l= 9 S Derhalben wir auch. AK Deß wir gsrgegen. 10 S Liebhaben das allerhöohst. AK Auch lieb haben das höchste. 13 S Cristum, den vns got

hat. AK Der uns von gott ist her. 14 S Weliche. AK Welche denn. 15 S Ir wonung alsden. AK Ire wohnung denn. 16 S Darmit raiczt er vns alesander. AK Vnd reytzt vnd looket vns allsander. 25 S lieb. himelische. AK liebe. himlisohe. 27 S Ewigs leben. AK Ewig frewd. 29 S 124 [vers].

Epistel: J ohannis in der ersten das fünfite capitel.

. Johannes im fünfften caput
Seiner ersten beschreiben thut:
Ich hab euch gschrieben allensamen,
a Daß ir gelaubet an den namen
Deß sons gottes, weil ir wist eben,
Daß ir habet das ewig leben [K 4, 1, 198]
[A 4, 1,98‘1] Und daß ir glaubet allesamen
An Christum, des son gottes namen;
10 Das selbig ist die freydigkeit,
Die wir haben in diser zeyt
Zu ihm, so wir auch in der stillen
Bitten etwas nach seinem willen,
So erhört er uns willig gern
1a Und thut uns unser bitt gewern.
Seid wir das wissn und anderst nit,
Daß er erhöret unser bitt,
So wiß wir auch, daß wir die gaben,
So wir von ihm gebeten haben,
eo Auch haben gwiß in unser hand.
Zum andren spricht: So auch iemand
Sicht sündigen den bruder sein
Ein sünd, die nicht zum todt wird sein,
S0 mag er für ihn bitten eben,
2a So wird das leben wider geben
Dem, der nicht sündigt zu dem todt,

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l Im 16 spruehbuche, bl. 438’ bis 441 Vgl. den meistergesang im klingenden ton Hans Sachsen xDia vberwindung der welt, predig osianders«: Wer glaubot das Jesus der Cristus seye, 1548, 10 August (zehntes meistergesangbuch, hL 262). 6 S weil. AK daß. 16 S das wissn. AK nun wissen.

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