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Wird widerumb versönt mit gott;
Aber ein sünd zum todt allein,
Für die man weder groß noch klein
Sol bitten, ich euch hie verkünd:
a Alle untugend die ist sünd,
Und sind all samtlich wider gott,
Doch sind etlich sünd nicht zum todt.
Zu dem dritten, ir kinder, wist,
Welch mensch von gott geboren ist,
10 Der sündigt nicht tödtlicher art,
Sonder vor sünden sich bewart
Und deß arglisting teuifels sinn,
Der kan auch nit antasten ihn.
Wir wissen, daß wir von gott sind,
1a Durch den gelauben gottes kind,
Die welt abr gar im argen leit;
Wir wissen aber dise zeyt,
Daß kommen ist gottes son eben,
Hat uns ein newen sinn eingeben,
2c Daß wir den warhafting erkennen,
Von dem uns niemand ab kan trennen,
[A 4, 1, 98b] Sind in dem warhafften also,
In seinem sohn Jesu Christo,
Der ist der warhaiftig gott eben
2a Und darzu auch das ewig leben.
Ir kinder, in ewrem gemüth
Vor aller abgöttrey euch hüt!
Also die erst epistel bschleust.

Der beschluß.

ao Drin Johannes drey lehr außgeust.
Die erst lehr, wer glaubt dise zeyt,
Derselbig wol mit freydigkeit
Gott umb etwas erbitten mag,
Dieweil er hat gwise zusag,

a5 Doch sol er beten zu der zeyt
Gott an im geist und der warheyt

Und sol auch gott anbeten sein es 6 S all samtlich. AK entliehen. 19 S eingeben. AK gegeben. 22 S in dem warhaften. AK im warhafiligen. 23 S sun. AK sohne. 30 S Drin Johannes. AK Darinn er vns.

Nach seim guten willen allein,

Wie ihn das vatter-unser lert,

So wird er gwiß von gott gewert,
Ob gott verzeucht und auch darneben

a Ihm nicht thut das erbeten geben,

So gibt er doch ein bessers vil,

Denn was er bitt und haben wil;
Wann gott thut alle ding im besten
Unser hail ewig zu befesten.

1c Yedoch sol ein christ mit nicht bitten

Irrdisch gab nach heydnischem sitten,
Als umb gwalt, reichthum, ehr und glück
Und dergleichen irdische stück,

Die ihm villeicht zu schaden kemen,

1a Zu gottseligkeit nicht gezemen,

Sonder sag gott lob, laß sich gnügen,
Was ihm gott der stück zu ist fügen.
Zum andren lehrt Johannes wol,

Wie man für sünder bitten sol,

[K 4, 1, 199] Daß ihn ir sünd vergebe gott,
Aber die sünde zu dem todt,
Darfür so heist er bitten nit,
[A 4, 1, 980] Da mag man wol verstehn darmit,
Welch mensch erkannt hat die warheit
2a Durch gottes wort in diser zeyt

Und hat empfangn den heyling geist
Im hertzn empfunden allermeist

Und wird doch widerumb entwicht,
Daß er die warheit widerficht

a0 Freifentlich, verwegen, mutwillig

Und lestert gottes wort unbillich
Wider sein eygen hertz und gwissen,
Derselbig wird endtlich gebissen

Mit verzweiflung in seim gemüt,

ca Weyl er deß heyling geistes güt

Lestert, beyd mit wercken und wort
Und lügstraifet gott an dem ort

Und tritt den son gottes mit füssen;
Dieselbig sünd ist nicht zu büssen,

c 7 S was. AK wie. 13 S dergleichen irdische. AK dergeleicheu solche.

Für die ist all fürbitt verlorn,
Wann darob schwebet gottes zorn,
Derhalb die gar nicht wird vergeben,
Weder hie noch in jhenem leben,

a Dieweil sie in gentzlich verdammet,
Darvor behüt uns gott allsammeti
Ein solche sünd warhaiftig heist
Ein sünde in den heyling geist.

Die dritt lehr ist: wer hat angfangen,

10 Zu glauben und den geist empfangen,
Derselbig von gott ist geborn,

Der ist allen sünden feind worn.
Wenn ihn der arge feind wil beytzen,
Zu den sünden locken und reytzen,

1a Die welt oder sein fleisch und blut,
Doch er mennlich widerstand thut
Mit hülife deß heyligen geist,

Der ihm göttlich beystand beweist
Mit inwendigem widersprechen,

20 Auif daß die sünd nit ein thu brechen.
Und mit dem creutz er auch zemen thut
Das mutwillige fleisch und blut,

Das lust hat zu den sünden allen.
[A 4, 1, 98d] Thut abr der mensch durch schwacheit fallen
2a In sünde und hat sich vergangen,
Gibt er sich doch der sünd nicht gfangen,
Der geist der sünd auch widerspricht
Und inwendig darwider ficht,
Deß menschen fall thut ihn hart tawren,

30 Macht das gwissen weinen und trawren
Und das mit dem gesetz erschrecket,
Biß er es zu der buß auifwecket,

Steht auif, gott umb verzeihung bitt.
Solchs thut die arge welte nit,

so Sonder bleibt mit der sünd vereynet,
Sich drinn zu erlüstigen meynet,
Rechnet für gwinn irn eygen schaden,
Veracht gottes güte und gnaden,

Wer sie darvon abziehen wolt,
.
9 S ist] fehlt AK. S angfangen. AK angefangen. 10 S Zv. AK Den.

10

15

7 S Drumb. gericht.

Derselb wird

Dem wird sie von hertzen abholdt,
Lebt also im argen verstocket

Und in den sünden stets frolocket
Und thut sich darinn gwaltig brüsten
In allen sündlichen wollüsten,

Thut gar kein widerstande nicht, "
Drumb wird sie verdambt am gericht,
Da die gottseligen allsand

Frolocken mit irem heyland

Jesum Christum, dem gottes-sun,
Welcher genug für uns hat thun,
Derselb wird ihn nach disem leben
Auß gnad ein ewig seligs geben,

Da ewig frewd ihn auiferwachß,

Das wünschet uns allen Hans Sachs.

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AK Darumb. ghricht. in. AK Welcher ihn wird.

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[A4,1,991.K4,1,200] Apocalipsis das IIII. cap. Anfang der christlichen kirchen.

Johannes Apocalipsis Am vierdten caput spricht gewiß: a Und ich sah in deß himels thron Oben ein thür weyt auifgethon, Und ein stimm ich da reden hort Wie ein posaun an disem ort, Die sprach: Steig her, ich wil dir wol 10 Zeygen, was noch geschehen sol. Und also bald ward mir im geist In dem himel ein thron geweist, Auif welchem thron auch einer saß, Der herrlich anzusehen was 1a Eben gleich wie der stein jaspis Und glantzend wie der stein sardis; Und es war umb den thron gezogen Ein gewaltiger regenbogen, War wie ein schmaragd anzusehen. 20 Und umb den thron ward ich außspehen, Daß vier und zweintzig stüle wassen, Auif welchen schönen stülen sassen Vier und zweintzig alt herrlich monn Mit weisser seyden angethon, 2a Ieder in henden halten was Ein harpifen und gülden rauchfaß, „ . 1 Im 15 [verlernen] epruchbuche, bl. 2011150 Appocalipsis Das 4 caput enfang der kirchen. Der meistergesang im langen ton Vlrich Eyslingers: »Die

kirch abgepildu mit dem anfange: Johannes an dem virden spricht (MG 6, bl. 264) het denselben inhalt.

Hans Sechs. IV. 28

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