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Gewaschen in deß lembleins blut,
Darumb sind sie vor gottes thron,

Ihm dienen tag und nacht voron

In seim tempel himlischer schul;

Und der ietzt sitzet auif dem stul,
Derselbig wird ob ihnen wohnen,

Vor allem ubel ir verschonen,

Der hunger wird sie nicht mehr quelln,

Auch wird sie der durst nicht mehr felln.

So wird fort keinen von den allen

Der sonnen-hitz mehr uberfallen,

Oder sonst eines fewres hitz.

Das lemblein im stul wird sie ietz
Weyden und leytn in freud und wunnen
Zu dem lebending wasser-brummen,

Und gott der wird abwaschen denen
Von iren augen alle threnen.

[A 4, 1, 101a] Der beschluß.

In disem capitel, thu verstanl
Zeyget Johannes verborgen an,
Wie es wer vor der welt end gehn,
Das einfeltig ist zu verstehn:

Die viel engel, so mit geferden

So auifhalten den wind auif erden,
Darmit anzeygt all ketzer sehr,
Welche mit mancher falschen lehr
Werden auifhalten an vil ort

Das thewer fruchtbar gottes-wort,
Daß es nicht hat sein freyen gang,
Welches offt gott verhenget lang,
Die gottseling mit zu bewern,

So seinem wort anhangen gern,
Doch steh es alls in gottes hend,
Der solcher irrthumb macht ein end
Und sein wort widerumb lest klar
Scheinen und leuchten oifenbar,
Und verzeichnet der christen hauif
Mit dem bundes-zeichen der tauif
Und den zeichen deß geistes gaben.
Das wort und die sacrament haben

Darmit die ausserwelten sein Bezeichnet der christlichen gmein In irem gwissen, daß von allen Nicht einer thut von gott abfallen. a Also der ein unzehlich schar Im glauben bestehnt oifenbar Und leyden darob vil trübsal In dem ellenden jammerthal, Die arg welt sie martert und plagt, 10 Würget, verfolget und verjagt, Das sie alls leyden umb unschuldt Und uberwindens mit gedult Durch gott, der ihn die sterck hat geben, Durch den glauben christlich zu leben, 1a Gott mit gantzem hertzen anhangen Mit andechtigen lobgesangen, [A4,1,101d] Geben gott preiß und ehr ‘allein Und Jesu Christ, dem sone sein, Von dem sie haben alles gut, so Und ir gewissen in seim blut Gewaschen, daß sie worden sein Auß genaden pur lauter reyn. Ir weise kleyder zeugnuß geben Irem gottseling frommen leben, 2a Darmit sie auch tag unde nacht Gott lob sagen stett mit andacht, Mit gutem hertzen, sinn und muth, Gottes geist ob ihn wohnen thut, [K 4, 1, 206] Und füret sie mit frewd und wunn so Zu dem lebending wasserbrunn, Und gott wird sie nach diser zeyt Erlösen von der welt boßheyt Und ir zeher abwaschen thun, Daß sie in ewig frewd und wunn a5 Dort immer ewig mit ihm leben. Das wöll gott allen christen geben Nach endung alles ungemachs Deß jammerthals, das wünscht Hans Sachs.

Anno salutis M.D. LXIIL, am 27 tag Novembris.

[A 4,1,1o2,\] Apocalipsis das XlI. cap. Die christlich kirch.

Johannes apocalipsim
Am zwöliften spricht, also vernimb:

a Deß herren templ war auflgethon,
Die arch seins testamentes schon
Ward im tempel gesehen ietzen,

Und gschahen erdbeb, donner, blitzen,
Und ein grosser hagel dergleichen,

10 Am himel erschien ein groß zeichen,
Ein weib bekleidet mit der sonnen,
Der mond untr irn füssen mit wonnen,
Auif irem haubet stund ein kron,
Gezieret mit zwölif sternen fron;

1a Die war schwanger und schrey zumal
In kindsnöten in grosser qual.

Ein ander zeichn erschien hernach,
Nemb war: ein grosser roter drach,
Hett sieben häubter, zehen hörner,

20 Autl‘ seim haubt sieben kron hett er,
Den dritten theil der sternen gantz
Warif er auif erd mit seinem schwantz,
Der drach hin für das weibe tratt,
Auif daß wenn sie geboren hat,

2a Daß er freß das geboren kind.

Und sie gebar ein kneblein gschwind,
Der alle heyden weyden solt

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1 Im 15 [verlernen] spruchbuche, bl. 120 : 210 Appocalipsis das 12 capitel, die cristlich kirchen. Der meistergesang im langen ton Vlrich Eyslingers: »Die cristlich kirch ebgepiltsr Das zwelft in apooalipsiin, 1543, 23 (?) Juli, stand MG 6, bl. 19. 5 ? templ. AK tempel. 17 ? zeichn. AK reichen.

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Michael und sein engel weit

Stritten mit dem drachen gericht
Und sein engeln, die siegten nicht,
Sonder sie wurden uberwunden,

Ir stet ward nicht im himel funden,
Und der groß drach, die alte schlang,
So die welt hett verfüret lang,

Ward geworifen herab auif erden
Sampt seinen engeln, den unwerden.
Und ich höret eine große stimm,

Die sprach in dem himel, vernimm:
Nun ist das heyl und auch die kraift,
Reich und macht unsers gotts warhaift
Seines sones Christi woren,

Weil der verworifn ist in zoren,

Der sie verklaget tag und nacht,

Sie haben uberwundn mit macht,
Gesieget durch des lames blut

Und durch das wort der zeugnuß gut,
Sie haben nicht geliebt ir leben,
Sonder willig in todt dargeben.

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Zwo zeit und ein halbe zeyt lang
Vor dem drachen. Die alte schlang
Die schoß in zoren schnel und rund
Ein wasserstrom auß irem mund,
a Daß sie das weib erseuifen thet.
Doch von der erd sie hülife hett,
[A4,1,102o] Welche auif-thet den iren mund
Und disen wasserstrom verschlund,
Wellichen der drach nach ir schoß.
10 Der drach wütet in zoren groß
Uber das weib, fieng an zu streiten
Mit den ubring, so zu den zeyten
Auß irem samen sind geborn,
Halten gotts gebot ausserkorn
1a Und haben das zeugnuß allhy
Unsers herren Jesu Christi.

Die außlegung.

So weit ist uns der text beschrieben,
Uns zum trost und hoflinung hie blieben:
20 Diß weib die christlich kirch bedeut,
Versamlung aller Christen leut,
So durch gotts wort sind zsam gewunnen,
Die ist bekleydet mit der sunnen.
Die sonn bedeut den reinen glauben,
2a Daß sie auif erd kan niemand rauben,
Darinn sie warhaiftig ist leben
Und thut irs glaubens zeugnus geben
Beyde mit hertzen, mund und hand,
Das ist der Christen hofgewand.
so Der mond aber bedeuten thut
Irrdische gab, gwalt, ehr und gut,
Dieselben uns nicht herrschen müssen,
Sonder uns ligen untern füssen,
Daß mans nur brauch zu nutz und not,
so Nicht damit aufllricht ein abgott,
Der uns von gott abfüren kon.
Aber mit zwölif sternen die kron
Deut die apostolisch geschriift
Und prophecey, welche antrifft
40 Und zeyget uns das rechte zil,

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