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Als, was got von uns haben wil,

Auch alles, was er uns wil geben

Hie und nach dem das ewig leben

Umb sonst und auß gnad, das glaubn wir,
Das ist unser geschmuck und zier,

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Auch also geistlich schwanger werden.
Und unser frucht ist die bekentnuß,
Daß wir mit glaubiger bestentnuß
Christum, den herrn, bekennen thund,
Auch nit allein nur mit dem mund,
Sonder mit der hand und der that,
Daß iederman frü und auch spat
Erkenne, daß wir Christen sein

In werck und wort, in groß und klein.
Der rot drach den teuifel bedeut,

Der hasset alle Christen-leut,

Gert, sie der geistling frucht zu rauben,
Welche herkompt auß rechtem glauben,
Dieweyl dardurch abnimpt sein reich.
Derhalb er dückisch und heimleich
Geret zu fressen und verschlingen

Die geistlich frucht, und zu den dingen

[K 4, 1, 208] Hat er sieben heubter allzeit,

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Hans Sechs.

Bedeut sein arg gschwind listigkeit
Mancherley art; sein zehen horn

Deut sein tyrannisch wütend zorn,
Darmit er täglichen durchecht

Auif erden das christlich geschlecht.
Aber die sieben gülden kron
Bedeutet, das ihm hangen on

Ein grosser theil ietzt letzter zeit
Geistlich und weltlich obrigkeit,

Die ihm sein reich helifen erhalten,
Mit mordt die Christen thun vergwalten.
Und mit seinem giiftigen schwantz
Reist er den drittheil steren gantz
Vom himel, deut, das auß den glerten
Er machet gar vil der verkerten,

Die darnach seen umb und umb

Gar mancherley schedlich irthumb

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Rückt sie hinauif gen himel frey
Bedeut, daß er tröstet ir hertz

Und zeucht sie durch sein geist auifwertz,
Daß sie einfeltigklich gelauben,

Sich kein spitzfünd lassen berauben,
Die also mit gezenck und stürmen,

Mit hoflertigem geist umb-schwürmen,
Sonder bleiben im wort zu rhu,

Hören der frembden lehr nicht zu.
Also christlicher gmeyn auff erden
Werden von gott, dem herren, werden
Zwen grosse adlers-flügel geben,
Deuten lieb und gedult darneben,
Darmit sie sich denn schwinget frey
In die einöd und wüsteney,

Bedeut ein heimlich stilles wesen,

Daß sie kan vor der welt genesen
Und thut dem nechsten lieb und gut,
Helt gedult in allem unmuth,

Darinn sie gott verborgen nehret,
Durchs wort vermant, tröstet und leret,
Das creutz er zu dem besten kehrt,
Dem sathan und seim anhang wehrt;
Dergantz wasserstrom nach ir scheust,
Mit verfolgung sie ubergeust,

Mit mancherley art thut er kempifen,
Darmit ers fellen möcht und dempifen
Durch mancherley sünd und irrthumb,
Der ist ohn zal ein grosse sumb,

Da er ietzt in den letzten tagen

Die gantzen welt thetlich ist plagen,
Und wo die zeyt nicht würd verkürtzt,
So würdn die ausserweltn gestürtzt,
Daß kein mensch erlangt gottes segen.
Aber von der ausserweltn wegen
Werden die tag verkürtzet werden,

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[K 4, 1, 209] Da wir sampt dem englischen heer

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[A4,1,103c] Historia de martyribus. Von dem keyser Valens, dem tyrannen.

Ruffinus schreibt im eilfften buch
Ecclesiastica, drinn such,

a Wie der keyser Valens durchecht
Die christen, wider gott und recht
Im land Mesopothamia.

Und als in der statt Edissa
Der tyrannische keyser lag,

1° Und sach darinn, daß alle tag
Die christlich schar zusammen kam
Zu dem gebet in gottes nam
Vor diser statt im felde weyt,

Das er verbot in strengigkeyt,

1a Die christen zu würgen gantz wütig.
Sein hauptman aber war zu gütig
Und verschont der christlichen armen;
Wann ir unschuld thet ihn-erbarmen,
Auch merckt er nichts schedliches von

2o Den christen, frawen unde monn;
Derhalb ihn auch nichts arges thet,
Wie der keyser befolhen hett.

Solchs wurd dem keyser angesagt,

Durch einen heuchler hart verklagt. 2a Darob der keyser zornig ward

Und redt dem hauptman zu gar hart,

Gab ihm auch einen backenstreich,
*

1 Im 15 [verlernen] spruchbuche, bl. 390 :140‚Ke-iser valens tyranney mit den oristen. Vgl. den meistergesang im langen ton Hans Folzen irflistori der verfolgten cristem : Als kaiser vnlens verfolgt die cristlich gemein, 1553, 21 April (13 meistergesengbuch, bl. 165 bis 166).

Weil er von seim befelch abweich,
Die christen nicht bracht zu dem todt,
Und ihm bey todes-straif gebot,
Daß er deß andren morgens fru

a Sampt andern reysigen darzu

[A4,1,103d] Solt hinauß reyten für das thor,

Und was christen er fünd darvor
Versammlet an irem gebet,
Daß er die all umbbringen thet,

1c Solten erstschen und erhawen
Am gebet kinder, mann und frawen,
Der keines nicht bey leben laß.
Den frommen hauptman tawret das,
Wiewol er doch ein heyde war,

1a Und ließ warnen der christen schar:
Frü soltens bleiben in der statt,
Ihm wer befolhen ein mordthat,
An den christen drauß zu verbringen.
Als aber frü nach disen dingen

2c Der fromme hauptmann auif wolt sein
Mit dem reysigen zeug gemein,
Ließ er mit trommeten auflblasen,
Daß die christen merckten dermassen
Die mörderey, und bliebn zu hauß,

2a Keiner kemb zum gebet hinauß.
Iedoch so sach der fromb hauptmann,
Daß christen, beyde fraw und mann„
Ir keines blieb daheim zu hauß,
Sonder eylten zum thor hinauß,

so Gleich wie ein schaf zu der fleischbanck,
Macht den hauptman von hertzen kranck,

[K4, 1, 210] Daß er bezwungen an dem ort
Solt thun vil unschuldiger mordt,
Vergiessen so vil christen-blut.
» a5 Darob ward er gantz ungemut.

In dem er lauifen sah ein weib
Barhaubt, parfuß, mit dürrem leib,
Und ließ oifen gar stehn ir hauß,
Drang durch den raysing zeug hinauß

40 Und fürt ein kneblein an der hend,
Das grien und weynet gar ellendt.

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