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Als sie ihm das weib brachten schier,
Sprach er: Du unseliges weib,

Wie eilst? wilt du ehr, gut und leib
Drauß setzen -in todtes gefehr?

Sie antwort: Ich wil mit beger

Hin auifs feld zu christlicher schar,

Da sie zum gebet kommen dar,

Und der heyling psalmen gesang.

Ich bin schier auß gewest zu lang.
Der hauptman sprach: Hast nit zu hauß
Gehört, das man in zornes grauß

Heut nach unsers keysers gebot

Alle christen sol würgen todt,

Die man drauß auif dem felde find

An irm gebet mit weib und kind?
Yetzund sind wir gleich auif der straß,
Diß mord zu enden solcher maß.

Das weib antwort: Ich weiß es wol,
Daß ich auif heut noch sterben sol,
Darumb eyl ich also darzu

Ohn alle forcht, ohn rast und rhu;
Mich treibt mein geist, hertz, muth und sinn,
Daß ich erfunden werd bei ihn,

Und auch mein todt erleyde gar

Bey der armen christlichen schar.

Der hauptman sprach: Sag aber mir,
Was sol das klein kneblein mit dir,
Das du mit dir fürst an der hend?
Das weib antwort: Daß an dem end
Auch mein eynig hertzlieber solm
Auch empfach der martyrer kron

Mit mir und ander christen schar,
Durch das schwerd auif gen himel fahr.
Als der hauptman hört dise wort,
Wurd er entsetzet ob dem ort,

Sein hertz ward ihm geschlagen nider,

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Sprach: Großmechtiger keyser, hie
Bin ich gantz willigklich bereyt,
Den todt zu leyden dise zeyt,

Eh ich die christen schlag zu todt,
Wie mir dein strengigkeit gebot,
Weil sie sind alls argen unschuldig,
Leyden den todt so gar gedultig!
Und saget ihm von wort zu wort
Die gschicht von dem weib an dem ort,
Die also eylet zu dem todt

Und förcht weder marter noch spot.
Darob wurd des keysers gemüt
Beweget auch zu lauter güt,

Daß er den christen an der stett
Nicht mehr so hart zu-setzen thet.

Der beschluß.

Also gab gott in dem anfang

Zu deß christling glaubens auifgang

Den christen ein fiöliches hertz,

Daß sie nicht förchten todes-schmertz,
]Willig auifgaben leib und leben,

Und bewegeten oift darneben

Die heyden durch ir groß gedult

In irm leyden, doch umb unschuldt,

Das sie auch willigklich annamen,

Und zu christlichem glauben kamen.

Gott geb noch ietzt zu letzter zeit,

Daß die verfolget christenheyt

Durch gottes wort sich mehr und wachß

In dem glauben, das wünscht Hans Sachs.

Anno salutis M. D. LXIL, am 15 tag Decembris.

[A4,1,104«»] Historia: Die martyrer der alten christlichen kirchen.

Es beschreibet Eusebius:
Keyser Diocletianus

a Derselb im neuntzehenden jar
Außschickt ein mandat oifenbar
In das gantze römische reich
Gantz grimmigklich und erschröckleich,
Daß man all christlich kirchen rund

10 Abbrechen solt biß auif den grundt,
Und all vorsteher jung und alt
In kercker legen, und mit gwalt
Zwingen mit marter in all stetten,
Daß sie den abgöttern opifer thetten,

1a Und wellicher nicht opifern wolt,

. Denselbigen man richten solt,
Was christen hetten ehren-ambt,
Die absetzet man allesambt,
Kein christen mehr zu hof wolt han.

20 Als man diß mandat schluge an,
Da brach man allekirchen ab,
Den henckers-buben ubergab
Die frommen christen aller ding,
Sampt den vorsteern alle fieng,

2a Doch gab ihn gott hertz, geist und mund,
Daß in der marter da bestand,
Etlich verwundet worden sendt

‘ =|= l Im 15 [verlernen] spruchbuohe, bl. 3986?) : 140 martirer der ersten oristlichen kirchen. Vgl. den meistergesang im vorholen ton Fricn Zorns »Die

martirer der alten cristlicben kirchenn Es peschreibet Ewsebiul (5 gesützo), 1553, 19 April (13 meistergonngbuch, bl. 161 bis 162’).

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Sollich verfolgung sich begab

Im gantz römischen reich, durchab
Litten die christen angst und noth.
Auch schreibt Eusebius, in gott
War ein frommer edler mann da

In der stadt Nicomedia.

Als man diß tyrannisch mandat
Auif dem platz angeschlagen hat,
Und von dem volck war ein zulauif,
Und darumb stund ein grosser hauif,
Lasen das mandat allermeist,

Da trieb den mann der eyifer-geist,
Daß er anleget seine hend,

Zuriß das mandat an dem end

Zu stücken da vor iederman.

Als man solchs zeygt dem keyser an,
Sein zeen vor grimm zsam beissen war,
Und gab den henckers-buben dar
Den edlen christenlichen mann.

Die legten ihm vil marter an,

Als mörders-buben gar entwicht,
Noch blieb frölich sein angesicht,

In aller seiner marter schwer

Gott mit hertz und mund lobet er.

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Nachdem die andern henckers-buben
Mit grimmigen zoren erhuben,
Fielen sie in die christen behendt
Und zermetzelten sie ellendt.

Und in Thebaida dergleich

Wurden die christen jemmerleich
Gmartert, da mans auifhencken was
Und zuriß mit scherben von glaß
Allda ir nacket blose leib

Ohn zal kinder, mänder und weib:
Auif-bugen sie zwen baum zu hauif
Und bundens mit stricken darauif
Mit den füssen, weib unde mann
Und liessen den auif-schnellen than,
Da wurdn zerrissen mann und weib
Mitten von einander die leib,

Daß in das ingweyd fiel herauß.
Solch erschrecklich marter mit grauß,
Das weret nicht allein ein tag,
Sonder täglich noch mehr der plag,
Wann es weret etliche jar,

Daß der christen unzehlich schar
Ward durch vil grausam todt umbbracht
Beyde bey tag und auch bey nacht,
Das sie als lieden durch gottes ehr.
Auch schreibt Eusebius noch mehr,
Wie dergleich in Egypten-land

Man vil christen fieng und verbrant,
Geyse1t, erhüngert und ertrencket,
Enthaubt und bein füssen auif-hencket,
Den Christus alln mit trost beystan.
Auch zeygtmit schriiften weyter an
Der fromb lehrer Ewsebius,

Wie er hab selb mit betrübnuß
Gesehen in Egypten-land

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