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Wann das gscheift also eylend was,
Daß ich kein wehr namb auif die straß.

Ahimelech, der priester, spricht:

Mein David, das groß schwert hie leit
a Goliaths, der vor diser zeit
[A 4, 1, 13a] Von deiner hende ward erschlagen.
Wilt dus, so wil ichs fürher tragen.

David spricht:

Ja, es ist seins geleichen nit,
1c Gib mirs, so wil ichs nemen mit.

Ahimelech bringet das schwerdt, gibt es David und spricht:

Nun gott der herr der sey dein segen,
Belayt dich in all deinen wegen
Mit seiner heiling engel-schar,
15 Daß dir kein ubel widerfahr!

Ahimelech geht ab. David spricht:

Nun will ich gehn, es dünckt mich spat,
Zu dem könig Achis gen Gath,
Bey dem wil ich sein unbekandt,

2c Wil mich erhalten in seim land
Heymlich vor könig Saul forthin,
Daß er gar nit weyß, wo ich bin.

David gebt ab. König Achis gebet ein mit zweyen trabanten, setzt sich und spricht:

2a Saget mir, wer ist jener mann,
Der dort kompt, und was wil er than?
Was hat er an meim hof zuschaifen,
Daß er also weit umb thut gaifen?

Morhal, der erst trabant, spricht: so Herr könig, das ist der David, Welcher mit dem Goliath stritt, Und er wird der könig im land, [A 4, 1, 13a] Von dem man darnach sang zuhand: Köng Saul het tausent mann erschlagen, aa Von disem aber thet man sagen,

a. 11. 1c s Ahimeleoh. AK Abinielech. 27 s in.

Er hat erschlagen zehen tauset,
Derhalb könig Saul vor im grauset.

Ebal, der ander trabant, spricht:

Er wil verkundschaiften das land,
a.Daß er denn mit gerüster hand
Komb und dich auß dem land vertreib,
[K 4, 1, 27] Und er an deinr statt könig bleib.
Derhalb, herr könig, nemb in on
Und laß in kommen nit darvon.

David stellt sich, samb sey er unsinnig, und kollert. König Achis spricht:

Was sagst du? sichst nicht in der frist,
Daß diser mann unsinnig ist?
Warumb habt ir in zu mir bracht?

1a Habt ir denn nit vorhin bedacht?
Ich hab thörichter leut vor gnug,
Die mich peynigen mit unfug.
Was sol mir der rasent im hauß?
Eylt und führt in von mir hinauß.

Die trabanten führen David ab, kommen wider. Der könig spricht:
Kombt, last uns in den tempel gahn ‘
Unsern göttern ein opifer than,
Daß sie beschützen unser land
Vor der feinde arglisting hand.

Sie gehnt alle ab. David gehet allein ein, hebet seine hend aufl‘, sieht gen himel und spricht:

Ich lob/den herren alle stund,
Sein lob sol sein in meinem mund,
{A 4,1, 14a] Mein seel sol sich des herren rhümen,
so Sein lob ich ewiglich wil plümen,
Der mir solch weißheit geben hat:
Da mich der menschen falscher rath
Wolt biß in den todt veruntrewen,
Da thest mich, herr, mit hilif erfrewen,
aa Da ich in grossen nöten war.
Da kombt zu mir Abiatar,

Ein son des priesters Ahimelech.
l‘

1 S tawset. AK tensent. 29 S herren. AK herrn. 37 AK Abimelech. Hans Bachs. XV. 5

Wann her? sag, was ist dein geprech?

Abietar bewt David die hand und spricht:

O David, die sach steht nit wol,
König Saul der hat unverhol

a Mein vatter beschicket hinein,
Auch fünif und achtzig priester sein,
Hat die all zu tod lassen schlagen,
Hat"auch in nachfolgenden tagen
Zu Nobe ire weib und kinder,

10 Auch alle ire schaf und rinder
Mit deß schwerts scherpif gerichtet hin,
Daß ich allein entrunnen bin.
Dasselb ich dir von hertzen klag.

David spricht:

1a Mein Abiatar, auif den tag
Hat Doeg alle ding verrathen
Dem könig, der nach disen thaten
Hat sollich grosses mord gethan,
Da bin ich warlich schuldig an

20 Allen seelen deins vatters hauß.
Komb mit mir in die wüsten nauß,
Da wil ich auch halten ob dir,
Wer dir thut, der sol auch thun mir.
Dauß hab ich auif sechs hundert mann,

2a Die mir auch trewlich bey-gestahn,
Die in Israel sind vertrieben,
Schuld halb in das elend verschrieben,

[A 4, 1,14b] Gantz unbillich und wider recht,

Sambt mein brüdern und gantz geschlecht

so In der burg Engedy verborgen.

[K 4, 1, 28] Da wird uns gott trewlich versorgen

Und erhalten in dem elend,
Biß er mit Saul auch mach ein end,
Den der sathan besitzen thut,

ea Der heiftig stellt nach unsrem blut.
Komb, gott halt uns in seiner hut.

i‘

1 S geprech. AK gespreeh. 7 S lasen. AK lassn. 8 S folgenden. AK folgendn. 12 A enttr. 29 S gantzem gsohleoht.

O
Sie gehen beyd ab. Der ehrenholt kombt und beschleust:

So habt ir gehört die histori,
Die wol dienet zu gottes glori.
König Saul ist ein klar fürbild
a Aller weltkinder, toll und wild,
So haben kein achtung aufi? gott,
Verachten sein wort und gebott
Und füren ein gottloses leben:

Was fleisch und blut in ein ist geben,
1c Dem kommens nach; wer sie wil lehrn
Zu gottes forcht und lieb bekehrn,

Dem werdens neydig unde gram,
Verfolgen den ohn alle scham
Durch arglistige hinter-dück,

1a Vor augen gut, falsch hinter rück.
Entlich sie gar besitzen thut
Der böß, daß sie vergiessen blut
Ohn schuld, und sie so gar verstocket
Von eim ubel zum andern locket,

20 Treiben auß gott den hon und spot.
Entlich verstösset sie auch gott,
Daß sie an ehr und gwalt verderben,
An leib und seel auch ewig sterben.
David aber ist ein figur

2a Aller christen, recht glaubig nur,
Sind durch den tauft‘ gesalbet frumb
Zu eim ‘könglichen priesterthumb,

[A 4, 1, 140] Welliche allein auif gott schawen,

Auif ihn hertzlich hoifen und trawen

so Und durch genad auch uberwinden
Ir fleisch und blut fahen und binden,
Das sich gott widersezet heut,
Welches den Goliath bedeut;
Durch das creutz dempffens fleisch und blut,

a5 Daß es bleib ghorsam in demut,
Tretten ire wollüst mit füssen,
Die weltkinder sie fliehen müssen.
Vor den so müssen sie sich schmiegen,

*

l S Sie gent alle ab in rechter ordnung. 32 S widersezet. AK widerleget.

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Veracht unter den füssen ligen,

Die sie auß neyd martern und plagen,
Würgen und auß dem land verjagen,
Denn fassens ir seel mit gedult

Und frewen sich der gottes-huld,
Wiewol sie nirgent sicher sein.
Michal deut die christlich gemein,
Die helt in der vervolgung schutz
Mit J onathan in thut vil guts

Vor der weltkinder tyranney
Fürschub und handreich mancherley.
Abimelech deut zu der zeit

Die diener in der christenheit,
Welche die christen in der not

Auch speysen mit dem himelbrodt,
Sie auch versichern auif der straß
Mit dem schwerdt gottes wort fürbaß.
Darmit tröstens die christlich schar,
Müssen doch drob auch lassen haar.
Denn fieuhet die christlich gemein
Auch in die wüsteney hinein,

Bedeut deß glaubens eynigkeyt,
Darinn erhelt sie sich die zeyt

Vor den weltkindern alt und jung
In der burgk, bedeut die hoifnung,
Darinn sie einhelligklich leben

In dem elend, biß in wird geben
Dort das himelisch königreich

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4. Michal, sein tochter.
5. Abner, sein veldthauptmann.

6. Der herr oder ein stimb.
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12 S Abimelech. AK Abimelech.

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