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Durch gastung und hofhaltung groß
Allhie in Susan, meinem schloß,

Von dem sie denn haben zu sagen
Von ietzt an zu ewigen tagen,

a Wiewol ich noch nicht hab vernommen,

Das etlich fürsten her sind kommen.

[A 4.1, 20a] Der hofineister neygt sich und spricht:

Großmechtiger köng, ietzt kommen die,
Von den du hast gesaget hie
1c Sind dauß, wöllen sich zeigen an.

Der könig spricht :

So heiß sie bald zu mir rein-gahn.

Hemuchan und Marsena, die zwen frembden fürsten, gehn ein, neygen sich, Hemuchan spricht:

1a Nach dem auß königlichen gnaden
Uns hat ins schloß Susan geladen
Dein königliche mayestat,
Sind kommen wir nach deim mandat
Von fürstlich adelichen männdern
eo Auß hundert siebn und zweintzig lälndern
[K 4, 1, 40] Nach deim begern willig und gern,
Was du begerst, dich zu gewern.

Ahasveros, der könig, spricht:

Ir mechtigen fürsten und herren

2a Ir seyt zu mir kommen auß ferren
Landen, als mein getrew regenten .
Ein könglich gastung hie zu enden,\
Da ein ieder verbringen mag
Hundert und darzu achtzig tag

so Auß freyheyt mit vernunift und glimpif
Treibn kurtzweyl und höflichen schimpfl
Mit rennen, stechen und thurnieren,
Mit tantzen, saitenspiel hofieren,

s

3 S Darfon sie den hetten. 4 S iczan. 9 S den. AK denen.

12 S eingon. 19 S Aus. 20 S sieh vnd. 30 S Auf freyheitmit vergunst. 31 S Sein.

Mit lauflen, fechten, kempffen, ringen
Mit schiessen, spielen, sprechn und singen
Zu frewden der gantzen gemeyn.
Ietzund aber kommet herein

a Auif meinen königlichen saal
Und esset mit mir das nachtmal.

Sie gehn alle ab. [A 4, 1, 20b] Der narr spricht:

Herrlein, du sagest gute mehr;
Der magen ist mir worden leer

1c Und hub mir lengest an zu brummen,
Ich wil die truchses heissen kommen
Und die trometer zu tisch blassen.
Denn wil ich mein zoren außlassen
An hünr und gänsen zu der stund

1a Und fressen wie ein ledrers hund.

Der narr geht auch ab. Die königin Vasti kommet mit iren zwo hofiiunckfrawen und spricht:

Nun wil ich auch auif gut vertrawen
Mit meinen adelichen frawen

2c Auch halten ein köngliches mahl

- In meiner frawenzimmer saal

Mit könglichem gepräng und bracht,
Köstlicher denns der könig macht;
Wils auch durch könglich schenck begaben.

2a Er kan mirs nit in ubel haben .
Der könig, welchen ich vor langen
Mit meiner liebe hab gefangen, -
Daß er hat ein gentzlich wolgfallen
An meinem thun und lassen allen.

so Deß thu ohn forcht und schew ich leben,
Thu umb den könig gar nichts geben:
Was mir gefellt, thu ich zu mal.
Nun last uns hinein auif den saal,
Da wir wöllen setzen zu tisch

a5 Das frawenzimmer, frölich frisch
Leben und gutes mutes sein!

i

l S kempfen, feehtn vnd. 2 S spielen. AK spieln. I3 S Dan. 18 S auf güetes trawen. 21 S meines frawen zimers. 23 S wenl. 30 S soheuch.

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Die königin gebet mit iren junckfrawen wider ab. [A 4, 1,2%] Die zween frembden ftlrsten gehen ein, und Memuchan, der fflrst, spricht:

Wie grosse höfligkeit und zierd
a Im schloß Susan gesehen wird
Aufls allerköstlichst uberauß
Im gartten in deß königs hauß!
Wann allenthalb hengen daselb
Künstlich teppich, rot, weiß und gelb,
10 Gefasset mit scharlachen stricken,
An marmelsteinen seulen blicken,
Die benck sind von silber und gold.

[K 4, 1, 41] Harsena, der ander fürst, spricht:

Die pflaster du auch mercken solt

1a Von glaten marbelsteinen schön
Von farben blaw, weiß, gelb und grün
In giilden gfässen trug man wein
Stets anders denn den andern nein,
Darzu auch in lustreicher weiß

2c .Trug man hinein die könglich speiß
So mancherley art für und an,
Dergleich ich nie gesehen han
Bey keinem könig all mein tag,
Darvon ich nun auch sagen mag.

25 Der könig ist auch von dem mahl
Drinn auflgestanden in demsaal,
Wil rein mit seim hofgsinde gehn.
Laß uns auif ein ort stehn all zwen!

Der könig kompt mit seinem hofmeister, dem fürsten flammen, zwen so kämmerling und narren, und sagt zu den gesten:

Ir liebn getrewen, hört mein sag! Heut ist geleich der siebend tag, Daß wir den könglichen hof hielten Und sehr vil hoher frewden wielten. * U 11 S marbelsteinen. 14 S Das. 15 S merbel stainen schüen. 16

S fsrben schwarz. 18 S anderst vnd anderst hinein. 26 S Din. 27 S mit hofgsinde singen. 34 S groser freuden wilten.

[A 4,1, 20a] Gott hat mir geben gwalt und ehr
Und reichthumb, wie der sand am meer,
Darzu das allerschönest weib
Englisch geliedmasiert von leyb,
5 Ir schön vortreifend alle frawen;
Die wil ich euch auch lassen schawen.
Ir kämmerling, geht heyst zu mir
In kron und königlicher zier
Vasti, die köngin, kommen her;
10 Sprecht, es sey entlich mein beger.

Der hofmeister, zwen kämmerling und der narr gehn ab. Memuchan, der frembd filrst, spricht:

O großmechtiger köng und herr,
Ich hab durchzogen weit und ferr

1a Vom auflgang biß zum nidergang
Gar manch königreich breyt und lang
Und find doch nirgend dein geleich.
Gott der wöl mehren dir dein reich
Mit weißheit und gerechtigkeit

20 Von ietzt an zu ewiger zeit.

Marsena, der ander frembd‘ fürst, spricht:

Ja von deim lob wölln wir nun reden
In Persia und auch in Meden,
Was herrligkeit wir haben gsehen

2:, In deinem reich, wöl wir verjehen
Fort daheim in all deinen landen.
Was gwalt und macht in deinen handen,
Reichthumb und herrligkeit ist stohn.
Gott mehr dein königliche kron!

30 Die gesandten kommen wider, der hofmeister spricht:

O großmechtiger herr und kayser,

Der weit gebieter und durchrayser, [A4,1, 21a] Wir haben dein werbung anbracht;

Das hat aber gentzlich veracht‘

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17 S dein." AK dem. Vgl. b. 1, l.l2, 34. 22 S Ja dein lob wollen wir nun reden. 29 S küniclichen tron.

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' 2c O könig, vermerck die sach recht!

. Die fraw hat nit allein geschmecht

- Dein königliche mayestat,
Sonder, sie ist durch dise that
Allen fürsten in deinen landen

2a Ein fürbild zu laster und schanden.
Wo das die weyber werden hörn,
Werden sie sich der gleich empörn
In unghorsam gegn irn ehmänndern
Forthin in allen deinen ländern.

so So oflt der köngin wird gedacht,
Werden wir männer gar veracht.
Wie wird ein zancken und ein hadern!

Der narr spricht: Was wölt ir von den weybern schnadern? *

8 S Darumb gedenck ich aller messen. AK denok ich gantz aller. 9 S hebst. AK hast. 10 S willn in dem. 19 A Meanchon. 28 S iren mendern.

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