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[A 4, 1, 21b] Ich riethfir list es gütlich gschehen;
Ir habt die schantz langst ubersehen,
Weyl es ist worden gar gemein,
Das iede herr im hauß wil sein,
a Hat nun geweret lange zeyt
In allen landen weit und breyt.
Was wolt ir denn ietzt newes machen?

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O königliche mayestat,
Erfunden haben wir im rath:
Weyl sie hat dein person verletzt,
Daß die köngin werd abgesetzt
2c Von ihrer königlichen ehr
Und daß sie forthin nimmermehr
Zu dir komb, und ir wirdigkeyt
Werd an ein ander weyb geleyt,
- Demütig, schön ob allen weiben.
2a Darnach sol man die that beschreiben
In deine königreich und land,
Dem stoltzen weib zu einer schand,‘
Auif daß die weyber durch dein länder
In ehren halten ire männder,
so Gehorsam sein und unterthan,
Das eim biderweib steht wol an.

Der könig spricht:

Der rath gefellt mir hertzlich wol;
Die köngin man außtreiben sol.
a5 Ir kämmerling, geht mit gefehr
*

3 S es nun worden ist gemein. 9 S Ir lieben grewfiet. 10 S mir aus. 14 S zvsamen, dewten einander. 18 S gelezt- 31 S wol stee. 34 A könign.

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Nun wölln wir brief verferting lassen
Und hin-schicken durch alle stressen
a In hundert siebn und zweintzig länder,
Daß forthin sollen alle männder
Ein ieder herr sein in seim hauß;
Und welche fraw gantz uberauß
Ist ungehorsam irem mann,
10 Derselb sol sie außtreiben than.

Der narr spricht:

Ich laß euch wol mandat außschicken;
Ir werd den beltz nit gar zu-flicken,
Den Sieman werd ir nit außtreiben,

15 Er wird dennoch herr im hauß bleiben.
Wolt ihrn abr mit gwalt uberkriegen,
So müst ir all nacht allein ligen.

Man bringt die königin Vasti, die spricht gar stoltzmütig:

Wie muß ich verstehn dise sach,
20 Daß du mir, könig, thust die schmach,

Lest mit gewalt her-führen mich?

Das verschmacht mir gar hertziglich.
‘In gut kan ich dirs nicht gedencken,
Wil dir wider ein pancket schencken.

2b Der könig spricht zorniglich:

- Ach, du unghorsam stoltzes weib,
Vol ubermuth an seel und leib,
In lieb war ich dir gantz geneyget
Und hab all freundschaift dir erzeyget,
so Gutwillig dein lieb mit zu stercken
Zu mir, ietzt aber thu ich mercken,
Ich hab gesterckt dein ungehorsam,
[A 4, 1, 21d] Dein weiblich hoifart und unscham,

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2 A Pönig 9 S ydermcn. 14 S Simon. S vertreiben. 30 SK mit zu Ä

ltercken. A mir erzeyget. 31 S Gen mir, icz thw ich aber mercken.

Daß du dich setzest wider" mich.
Nun, ir kämmerling, schnelligklich
Ziecht ab der unghorsamen ihr
Könglich kron, kleynot, schmuck und zier!
a Legt ir an ein schlecht schwartz gewand
Und vertreibet sie auß dem land!

Die kämmerlingziehen sie ab, dieweyl redt die königin Vasti:

Ach weh, warumb hab ich mich lassen
Mein hoifertiges gmüth auif-blassen,

10 Daß ich mich hab dardurch verhetzt
Wider mein herren könig gsetzt,
Der mich het hertzlich lieb und wert
Und alles thet, was ich begert.
bVeyl ich auß hochmut hab sein wort

15 Veracht, und dasselb nit gehort,
So stöst mir billich in die hand
Sollich unehr, schmach, spott und schand,
Daß ich und ander frawen leren
Unser männer halten in ehren,

20 Wie gott befalch in dem anfang.
Mit schmertzen ich ins elend gang
Von adel, wirden, ehr und gut
In schand und aller-tieifst armut.

Sie treiben sie eylendt mit stecken auß, angelegt in schwartz schlecht 2a gewand. Der könig spricht:

Ir kämmerling, lauift int cantzley,
Da findt ir gelt und brief darbey,
Die schaift, daß man sie bring zu hand
In meins königreichs alle land,
ao Da man die brieif anschlag allsand.

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15 S Verachtet vnd nit hab gehort. 28 S In meines kuugreiches lant. 29 S Da Schlacht sie den an allesant.

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Der könig Ahasveros gehet ein mit seim hofgesind, setzt sich trawrig und rett mit im selb:

Vasti, die köngin, ist außtrieben,

a Welche ich thet von hertzen lieben.
Nun leb ich on trost aller massen,
Seit ich sie hab von mir gelassen,
Die außerwehlten schön und zart,
Deß bin ich ietzt betrübet hart.

‘10 Mich dünckt genzlich im hertzen mein,
Ich mög gar nicht mehr frölich sein.

Der hofmeister sagt zum fürsten Hammon, samb heymlich:

Den könig thut die köngin thawren,
Er sitzt in unmuth und in trawren.
1a Wöl wir erhalten in beim leben,
Müß wir ein ander gspons im geben,
An schön und adl der ersten gleich,
Daß er werd wider frewdenreich,
Von seines hertzen trawren laß.

20 Hammon, der fürst, spricht:

Wir wöllen im fürhalten das,
Ihm und dem gantzen reich zu gut,
Auif daß er komb auß dem unmut.

Sie tretten zum könig, noygen sich, der hofmeister spricht:

25 Großmechtiger könig, die nacht Han wir berathschlagt und bedacht In deim reich solt lassen umbschawen Nach schönen adelichen frawen, Die man her-bring ins frawenzimmer, so Darinn mans schmück und ziere immer, [A 4, 1, 22b] Neun monat lang halt in hof-zucht. Welche als denn die edelst frueht Dem könig am besten gefall, *

3 S rett mit im selb. AK spricht. 1b S genzlich. AK entlich. 12 S Hamon. So immer. 17 S adl. AK Adel. 21 S im. AK ietzt. 26 S Hab. S pedacht. AK betraoht. 27 S solst.

Hans Buchs. XV. 7

Die sey die köngin für sie all.

Der könig spricht :

Der rath gefeilt mir aller ding,
So schafft, daß man junckfrawen bring
a Von gutem adelichem stammen„
Untadelich und tugentsammen,
Die bringt her ins schloß Susan immer
In das königklich frawenzimmer,
Daß sie da nemb unter die hand.
10 Der kämmrer Hegay genand,
Daß ers verseh mit speiß und tranck,
Geschmuck und zier die monat langk.
Welliche denn‘ unter in frey
Die tugenthafltst und schönest sey,
1a Die soll denn bey mir köngin bleiben.
Kompt und helift mir sollichs beschreiben
In mein köngreich, in alle land,
Das sollichs also gschech zu hand.

Sie gehn alle ab. Mardocheus, der thorwart, bringet mit im die 20 . junckfraw Hester und spricht:

Hester, ins frawenzimmer kumb,
Darein ist bracht ein grosse sumb
Junckfrawen, her auß manchen landen,
Hegay hat sie unter handen,

2a Der sie speist und schmücket zumal.
Welliche denn dem könig gfall,
Die wird zu köngin außerwehlt.
Wer weiß, was von gott ist bestellt,

[K 4, 1, 45] Bist auch von edlem stamm geborn,

so Du möchtst zu köngin werdn erkorn.
Doch sag keim menschen in der frist,
Daß du von jüdischem stammen bist.

[A 4, 1, 22‘i] Sey gottförchtig, thu im vertrawen,

Halt züchtig dich bey den junckfrawen,

so Demütig, still, messig und gütig,
Schamhaift, einzogen und säniftmütig,

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